Wenn Freizeit Luxus wird

Als ich ne kleine Blage in Dortmund-Nord war, da hatte ich mehrere Anlaufstellen, die ich zum Schwimmen besuchen konnte. Ganz in der Nähe lag das Keuning-Haus mit dem Nordbad. Ganzen Tag schwimmen für damals eine Mark fuffzich. Mark wohlgemerkt. Alternativ hatten wir das Hoeschbad und direkt neben dem Westfalenstadion den Volkspark. Immer günstig – immer Tageskarte.

Ich weiss nicht, wann es mir zuerst auffiel – teuer Geld für wenig Freizeitspass. Eben war ich im Bad 1 in Bremerhaven. Zweieinhalb Stunden kosten 3,80 Euro, jede weitere halbe Stunde einen Euro – und die Tagskarte 5,90 Euro (Erwachsenenpreise). Das Bad 1 soll nur als Beispiel genannt werden – Stundenkarten sind scheinbar total in.

Mal unter uns – klar, ich geh nicht mehr so oft schwimmen wie früher – doch als junger Bengel war ich oft unterwegs. Doch wie sollen sich sozial schwach gestellte Familien den Badespass für ihre Kinder erlauben?

Selbst ich als "Normalverdiener" empfinde die Preise bereits als horrend – und überlege es mir zwei Mal, ob ich eine bestimmte Einrichtung besuche – das betrifft nicht nur Schwimmbäder sondern zum Beispiel auch Museen. Wie schafft eine Familie das finanziell?

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

15 Kommentare

  1. Wie ne Familie mit diesen Preisen klar kommt willst du wissen?
    Gar nicht!
    Wir waren noch nie im Urlaub. Wir fahren in den großen Ferien zwei Freizeitparks an als Ersatz. Schwimmen nur selten. Aber wir haben hier einen Park im Dorf wo wir uns oft rumtreiben, Fußball oder Frisbee spielen und picknicken. Manchmal fahren wir auch nach Köln Deutz, da ist es auch nicht schlecht. Großer Spielplatz und Wiese zum toben so weit das Auge reicht.
    Manchmal fahren wir auch an einen Baggersee, der is aber leider immer überfüllt. Andere haben auch kein Geld…..

  2. Tja, genau das habe ich mir gedacht.

  3. Bei uns im kleinen südhessischen Bensheim ist das ebenfalls unsagbar teuer. (4.50 Euro Erwachsene)
    Das alte Schwimmbad wurde renooviert und zum Erlebnisbad umgebaut. Ne große Rutsche dran, ein neuer Spielplatz und schon sind die Preise um um mehr 250% gestiegen.

    Mir graut es schon vorm Sommer wo unser Wasser-Freak Scully laufend ins Schwimmbad will. Kleinigkeiten werden dort ja auch gegessen und getrunken und mit hineinbringen ist verboten.
    Es ist bei uns nicht nur finanziell nicht drin, es ist es auch einfach nicht wert für ein wenig abkühlund unsummen zu bezahlen.

    Zum Glück haben wir noch zwei Badeseen in der Nähe die (noch) bezahlbar sind.

  4. Deine Fragestellung ist falsch. Diese Bäder werfen immer noch keine Gewinne ab. Warum soll man sie offen halten. Wenn das Publikum wegen der hohen Preise ganz weg bleibt, kann man die Dinger zumachen. In Berlin geht das schrittweise seit Jahren schon so.

    Wie Familien etwas finanzieren interessiert niemanden. Familien kosten Geld. Unnötiges Geld. Die sollen ihre Blagen gefälligst als Erwachsene mit voller Ausbildung zur Welt bringen. Deshalb eben Inder statt Kinder.

    Schweig lieber über Badeseen. Die freien werden mit Schildern und Überwachungspersonal zugemacht, die bezahlten haben keine Personal und werden nicht renoviert, oder erst dann wenn die Renovierung so teuer ist, das man dafür drei andere Bäder zumachen muss.

    Das Volk soll nicht baden, nicht Sport treiben, versteht die Inhalte von Museen eh nicht, braucht keine Bühnen für seinen Stoff. Wer baden will baut sich einen Pool. Einen draußen für den Sommer einen drinnen für den Winter. Man geht in die hoch subventionierte Oper oder ins Ballett, natürlich mit Parkservice.

    Das Volk also du soll arbeiten und nicht teilhaben. Was du dir nicht nimmst, wirst du nicht mehr bekommen.

  5. Alles wird immer teurer,da kann man bald nicht mehr gegenanverdienen.
    5,90 für ne Tageskarte finde ich hier schon abgebrüht,sind diese Bäder eigentlich in privater Hand? Würde diese Preisabzocke erklären.

  6. Heult nicht rum, sondern freut euch, dass die Tageskarte so günstig ist. Das Freizeitbad in der Nähe verlangt für die Tageskarte mal locker 16,50 Euro…

    http://www.kristall-palm-beach.de/preise.php

    Ansonsten: Die Bäder machen trotzdem so gut wie keine Gewinne. Sie waren früher nur so günstig, weil sie von öffentlicher Hand subventioniert wurden. Nachdem der Staat aber auch Geld sparen muss, werden alle Bäder an private Unternehmen verkauft und die wollen schließlich auch was verdienen. Oder würdet ihr nen Laden betreiben der ständig nur Verlust macht, nur damit die Preise billig bleiben? Das Freibad im Ort meiner Schwiegereltern ist noch relativ günstig für 1,80 Euro am Tag, aber dafür sieht es auch entsprechend aus…

  7. ich frag mich auch wie das zu finanzieren ist … zum glück gibt es hier nen badesee … und generell, klar es wird alles teurer … aber warum verdiene ich ‚immer mehr‘ aber bleibe immer auf dem gleichen stand?

  8. aber warum verdiene ich ‘immer mehr’ aber bleibe immer auf dem gleichen stand?

    Immerhin verdienst du ‚immer mehr‘. Die normale Gehaltserhöhung (Zugführer mal abgesehen) deckt zwar gerade so die Inflation, aber davon kannst du doch relativ gut leben, oder?

    Probleme haben da schon eher andere Leute, wie z. B. die Rentner. Wenn es bei denen mal keine Rentenerhöhung gibt (was ja öfters mal im Raum steht), haben sie im Endeffekt 2-3% weniger Geld zum leben zur Verfügung.

  9. Inflation? Kommt ja wohl auf die inflationären Teilbereiche an. Stichwort „Gefühlte Inflation“.

  10. Wir bezahlen bei uns in Osterholz-Scharmbeck 9, 50€ ( 3 Personen ) für einen ganzen Tag. Und das ist gut vertretbar meiner Ansicht nach, gerade auch weil das Allwetterbad gleich bei uns um die Ecke ist.

    Aber was mich ärgert ist, ist zb das Kinder in der Schule Hausaufgaben aufbekommen wo vorausgesetzt wird das sie einen Internetanschluss haben. Und wenn sie keinen haben, sollen sie Geld für ’s Internetcafe ausgeben. Und dann eine 6 einfangen weil das Geld für das Internetcafe nicht zur Verfügung steht? Ja geht es denn noch?

  11. Was soll man eigentlich im Netz Hausaufgabentechnisch lernen? Google zu bedienen, bereits bestehende Lösungen durchlesen und gegebenenfalls mit eigenen Wörtern zusammenfassen?

  12. Man kann sich z. B. über geschichtliche Ereignisse informieren oder Daten von berühmten Personen zusammensuchen. Für Referate / Berichte / Vorträge ist das eigentlich keine schlechte Übung. Allerdings sollten die PCs dann auch von der Schule zur Verfügung gestellt werden, damit die Schüler meinentwegen nach dem Unterricht was machen können, wenn sie daheim kein Internet haben.

  13. Es ist schlichtweg ne Frechheit von Schülern zu verlangen, dass sie nen PC mitsam I-Net haben!

  14. Finde ich auch, wenn man das nicht hat, ist man ganz schön am Ar*** und es hagelt sechser. Naja, so ungefähr.

  15. Du kannst das ja auch noch nach guter alter Art machen (Bücher, Zeitungen…Bibliothek…) dauert halt etwas länger. Aber heute hat ja niemand mehr Zeit und Zeit kostet ja auch wieder Geld.(Früher[ ja, ja] haben die Lehrer alles an die Tafel geschrieben und hatten dir mehr Zeit gegeben.) Also besorgst du dir einen Computer und Internet (schließlich wollen auch davon Leute leben).Und so wirt die Familie langsam aber sicher zur Melkkuh der Nation… Schwimmbäder, Museen, Kinos, Theater, usw. usw.