Weitere Kläger gegen Vodafone

Vodafone hat Unitymedia übernommen. Die Übernahme wurde unter Auflagen durchgewunken. Vodafone lässt die Marke Unitymedia sterben, zeitgleich stellt man einen attraktiven Tarif für das Gigabit-Internet vor. Alles eitel Sonnenschein? Muss man abwarten. Es wurde ja bekannt, dass der Kölner Anbieter Netcologne klagt, da man der Meinung ist, dass Vodafone durch die Übernahme nun Vorteile habe, die den Wettbewerb verzerren. Einfache Klage eines kleinen Anbieters?

Es gesellen sich noch mehr Kläger hinzu, warum erst jetzt, ist nicht bekannt. Beim Gericht der Europäischen Union (EuG) sind drei Klagen gegen die Fusionsgenehmigung der Brüsseler Kommission eingegangen. Das sagte ein Sprecher des in Luxemburg angesiedelten Gerichts auf MK-Nachfrage. Die Unternehmen, die klagen? Das erwähnte Netcologne, aber auch Tele Columbus und die Telekom. Die klagenden Unternehmen halten die Genehmigung der Fusion, der vor allem die Märkte Kabelfernsehen und Breitband-Internet betrifft, für rechtswidrig:

Die Deutsche Telekom erklärte, durch den Zusammenschluss von Vodafone und Unitymedia entstünden „auf den Fernsehmärkten verschiedene, gravierende Wettbewerbsnachteile, die bei der Genehmigung der Fusion nur unzureichend beachtet worden sind“. So werde die Marktmacht von Vodafone/Unitymedia gegenüber der deutschen Wohnungswirtschaft zementiert und künftiger Wettbewerb praktisch ausgeschlossen. Andere Anbieter hätten „kaum Chancen, mit ihren TV-Produkten bei Vermietern und Mietern durchzudringen“.

Erfolgsaussichten der Klage und mögliche Folgen sind nicht bekannt.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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13 Kommentare

  1. Als wäre der Fernsehmarkt von sonderlicher Relevanz…

    • Ja ist es in D, einem Land wo so viele so wenig haben, also Bandbreite bzw überhaupt Anschluß.
      In 2 Jahrzehnten wo die alten die nix mit dem Internet anzufangen wissen quasi von der Anzahl irrelevant werden, vielleicht wird sich dann was ändern wenn das Netz bis dahin besser ausgebaut ist. Dann wird das Thema irrelevant, aber auch NUR wenn Mobil entsprechend Abdeckung. Denn dann kann auch die T-com Mobil die Daten an den meisten Haushalten liefern und muß nicht bei jedem vor der Haustüre buddeln. Das ist eben der Vorteil von Kabel das schon exisitiert.

      Die Frage bleibt dennoch, wiso jetzt erst die Klagen? Ist das nur Augenwischerei? Man hätte diese doch VOR dem Zusammenschluß machen müssen, bevor die BNA das OK gegeben hatte, diese eben schon vorab Unterbinden. Jetzt schreien alle weil sie sich noch paar Krümeln erhoffen nur mit der Arbeit der Anwälte… das ist Fadenscheinig, Scheinheilig und Armselig.

      • Vorher klagen ist sinnfrei……. wenn die Fusion nicht genehmigt wird, ist der Klagegrund hinfällig, der Kläger hat aber die eigenen Kosten trotzdem zu zahlen.
        Im Artikel ist die Rede, das die Fusion nur unter Auflagen genehmigt wurde…… die werden auch erst nach der Fusion öffentlich.
        Heißt in diesem Fall….. erst mal schauen, ob die Auflagen eingehalten werden.
        Was genau verstehst Du daran nicht?

        • Nein ist es nicht, wenn man ein Monopol befürchtet ist es sinnvoll VORHER und nicht im Nachhinein aufzuschreien.
          Wegen den Kosten für Klagen mach du dir mal darüber absolut keine Gedanken, das zahlt der Kunde eh pauschal mit ob geklagt wird oder nicht 😉
          Eines der Auflagen war O2 sich ins Kabelnetz einmieten zu lassen… das wußte man zuvor. Bestimmt dann auch einiges andere auch… und wenn nicht währe es vor Gericht eben herausgekommen.

        • Ich glaube nicht, dass man vorher nicht geklagt hat, weil man die Kosten sparen wollte. Das sind nun wirklich Peanuts bei knapp 76 Milliarden Umsatz in 2018…

      • Ok ich versuch es anders. Klar ist TV vor allem für die älteren unter uns sehr wichtig. Worauf ich aber hinauswollte ist, dass von diesen drei Klägern einzig Tele Columbus Relevanz für diese Zielgruppe hat. Tv über Entertain ist für die von dir angesprochnene Bevölkungerungsgruppe vollkommen unbedeutend. Und hat Netcolonge überhaupt ein TV angebot?

        Darüber hinaus ist vom Kabelnetz weit nicht jeder erschlossen. Besonders im ländlichen Bereich gibt es hier viele Stellen an denen es ein wirkliches Telekommonoool gibt, da nichtmal Drittanbieter die Leitung anmieten

        • Sie könnten aber, weil die Telekom ja dazu verpflichtet ist, die Leitungen zu vermieten. Vodafone hat zwar auch eine Auflage erhalten, die dürfte aber weit weniger strikt sein, als die der Telekom, wo das ganze ja gesetzlich geregelt ist.
          Und ja. Netcologne bietet auch IPTV.

          Aber das Monopol auf dem Kabelmarkt ist ja nicht neu – nur das es vorher eben regional aufgeteilt war. Jetzt hat sich Vodafone nach und nach Kabel Deutschland und Unitymedia geschluckt.

  2. Die Regulierung hat klar versagt bzw sich auf die Telekom eingeschossen.
    Das Kabelnetz hat einst komplett det Telekom gehört. Diese musste es verkaufen. Die Regulierung erzwang das!
    Und zwar in möglichst kleinen Einzelteilen.

    Und dann kommt ein anderer privater Telekommunikationskonzern aus Großbritannien und kauft sukzessive das alte bundesweite Kabelnetz wieder zusammen und all das was die Regulierung damals vorgebracht hat um die Telekom zum Verkauf zu zwingen ist plötzlich bedeutungslos?
    Das ist auch tatsächlich kurios. Und vor Gericht vielleicht nicht ganz chancenlos. Man muss nur die Gutachten von damals aus den Archiven holen und die damalige Begründung des Staates übernehmen, warum solch ein nahezu Monopol im Kabelnetz wettbewerbsrechtlich nicht zu gestatten ist. Ich wäre gespannt wie die Gerichte das plötzlich alles vom Tisch wischen wollten nur weil es nicht mehr um die Telekom sondern um Vodafone geht.
    Man wird sehen.

    • Die Telekom zum Verkauf zu zwingen war allein deshalb schon gut, da es jetzt zwei große Player am Markt gibt und nicht einen. Aber das Netz so getrennt zu verscherbeln war noch nie sinnvoll erklärbar. Dazu kommt mit deutscher Glasfaser und Inexio ein weiterer Akteur der schön langsam zum dritten großen Mitspieler wächst.

    • Falsch. Das Kabelnetz hat der Post gehört! In Zuge der Privatisierung wurde vereinbart, dass zwingend die Kabelnetze zum Verkauf gestellt werden müssen. Am Ende spielt auch sicher die bis heute vergangene Zeit eine Rolle.

      Bzgl. der Aussage der Telekom zur Klage: Heute kann jede Hausverwaltung die Verträge kündigen und zu einem anderen Kabelprovider wechseln. Beispiel in Leipzig, hier wurde der Vodafone Vertrag durch die Hausverwaltung beendet und die Telekom betreibt heute über Congstar das Kabelnetz und zusätzlich exklusive einen FTTH in jeder Wohnung. Auch eine Art Monopol ;).

  3. Seltsam dass just die Klagewelle eintritt wenn Vodafone die Konkurrenz mit den 1gb Anschlüssen düpiert.

  4. Bei der Telekom muss mächtig die Kacke am Dampfen sein. Am Ende ist der Endkunde wieder der gelackmeierte, denn die Kooperation bzgl. der weißen Flecke, wird sicher solange auf Eis gelegt…oder sagen wir, etwas langsamer voran schreiten.

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