Vodafone: Mit Glasfaser- und 5G-Ausbau im Hintertreffen

 

Große Umbruchstimmung bei Vodafone, wenn es nach einem Bericht des Handelsblattes geht. Bislang ist es so, dass der Konzern aus diversen Landesgesellschaften besteht. Die Zentrale in London soll diese aber mehr und mehr ihrer „Macht berauben“. Als Grund führt man an, dass man sich einheitlicher und damit effizienter aufstellen möchte. Dies habe insbesondere Auswirkungen auf das deutsche Management.

Vodafone Deutschland leiste rund ein Drittel des Konzernumsatzes, dennoch würden viele Entscheidungen von London oktroyiert. Zudem verfolge man unter Chef Nick Read einen Sparkurs. Dies sei grade bei notwendigen Investitionen im Bereich 5G sowie Glasfaser gravierend und würde Vodafone Deutschland seiner Wettbewerbsfähigkeit berauben. Auch Deutschland Hannes Ametsreiter habe dies intern angesprochen und sich für mehr Handhabe eingesetzt, Technikchef Gerhard Mack habe das Unternehmen verlassen. Glasfaserchef Jürgen Raith sei wohl ebenfalls kurz davor zu gehen.

Auf Nachfragen äußerte sich Vodafone nur unkonkret. So hat man aus London zurückgewiesen, den deutschen Konzernteil mit Entscheidungen zu gängeln oder einzuschränken. Zudem habe man Investitionen in Deutschland erhöht. Das Management in Düsseldorf könne Entscheidungen nach wie vor selbst treffen, weist man die Kritik da von sich.

Auch die Zahlenwelt rückt Vodafone Deutschland eher in ein nicht so gutes Licht. So lag man im vergangenen Jahr im Bereich neugewonnener Mobilfunkkunden hinter an anderen Anbietern und auch bei den Serviceumsätzen blieb man hinter Telefónica Deutschland und Deutscher Telekom zurück.

In Sachen Investitionen liegt man im Bereich Glasfaseranschlüsse ebenfalls weiter hinten und investiert vorrangig in den Ausbau des bestehenden Kabelnetzes. Störungen sind da leider bei manchem an der Tagesordnung, sodass auch hier hinausgezögerte Investitionen notwendig sind – hinzukommt das erhöhte Datenaufkommen seit Beginn der Pandemie. Vodafones Bestrebungen im Bereich Glasfaser sollen künftig wohl durch eine Partnerschaft mit einem Investor vorangetrieben werden. Man sei hier wohl bereits in Gesprächen mit Interessenten.

Im Mobilfunkbereich gibt es laut Bericht ebenfalls einiges an Frust. Die Montage von Mobilfunkantennen hatte man im großen Stil an die Tochter Vantage Towers ausgelagert. Damit aber im selben Zug auch einen wesentlichen Teil der Kontrolle über die Infrastruktur aus der Hand gegeben. Mit 1&1 Drillisch steht ein weiterer Konkurrent beim 5G-Netz in den Startlöchern. Bei Vodafone mangele es laut Insiderinformationen aber weiter an Funktürmen. Mit den 5G-Ausbauplänen sei man ins Hintertreffen geraten und würde die eigenen Ausbauziele verfehlen.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

20 Kommentare

  1. Auch der Service-Bereich ist bei Vodafone eine Katastrophe – das hab ich kürzlich wieder mal erfahren müssen. Ich kann nicht verstehen, das die bei diversen Hotlinetests noch so gut abschneiden konnten.

    • Ich bin mittlerweile dazu übergegangen meine Anliegen schriftlich per Post an die Kundenbetreuung in Ratingen zu schicken. Egal ob Sperre für kostenflichtige Rufnummern oder die Aktivierung von Dual Stack auf meinem Kabelvertrag.

      Die Erledigung erfolgte bei mir jeweils nach genau 7 Tagen und mir wurde direkt freundlich von der Fachabteilung telefonisch mitgeteilt, dass die Änderung umgesetzt wurde.

      Ein Brief ist schnell geschrieben und kostengünstig, wenn man die Zeit bedenkt die man mehrfach in der Warteschlange verbringt mit Auswahlmenü um am Ende doch wieder bei einer nicht „kompetenten“ Person zu sprechen, die nicht wirklich versteht was man möchte.

    • naja mit Geld lässt sich bei solchen Tests alles regeln…

    • Absolute Zustimmung.
      Wollte TOBI (so ein Chatbot, aber ohne Funktion) das Opt-In für die Rufnummer Portierung setzen lassen. Nachdem alle relevanten Fragen abgefragt wurden und ich mich per Kundenkennwort verifiziert haben kam die Meldung das man sich an die Hotline wenden sollte. grrrr. Der Hotlinemitarbeiter (sitzt bei CallYa wohl in Ägypten) hatte Schwierigkeiten meinen Wunsch zu verstehen.

      Bei der Auszahlung des Restguthaben die selben Probleme. Nachdem alle Daten inkl. Bankverbindung abgefragt wurden kam die Meldung das man dies mit der Hotline besprechen sollte. Habe dann im Vodafone-Forum zum Glück ein Kontaktformular gefunden

      • Ich habe mit dem WhatsApp Support von Vodafone eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Da hat es zwar manchmal etwas gedauert, bis ein Mitarbeiter geantwortet hat, aber dann wurde eigentlich alles schnell gelöst.

  2. Das Problem ist doch das Vodafone extrem stur und rückständig ist.
    Hier wurde vor ein paar Jahren die Straßen aufgerissen um zu Häusern ihr Coax-Kabel zu verlegen.
    Da ist nichts mit Glasfaser….

  3. Jürgen Raith ist schon offiziell weg…

  4. Ich bin im Mobilfunk wieder von Vodafone zur Telekom gewechselt…denn Vodafone bietet hier in der Gegend nur 2G/EDGE an…was in meinen Augen ein absoluter Witz ist…bei der Telekom ist hier 5G verfügbar…und das im Grenzbereich BeNeLux…

    Im Festnetz-Bereich sieht es hier leider andersrum aus, da sind wir weiterhin bei Vodafone, weil wir dort VDSL50 bekommen und von der Telekom entweder DSL6000 oder DSL16000Hybrid…nicht akzeptabel…Vodafone hat „damals“ die Zeichen der Zeit erkannt und als bei uns im Ort die Straßendecken saniert wurden, haben sie im kompletten Dorf Glasfaser-Leitungen verlegt…leider nur bis zu den jeweiligen Telekom-Verteilerkästen…aber immerhin…

    • öhm… sicher das dein Vodafone Festnetzanschluss von Vodafone gebaut wurde und nicht von der Telekom?
      Im Normalfall (ja es gibt Ausnahmen) betreibt die Telekom die TAL bei DSL-Anschlüssen und vermietet diese nur dann an z.B. Vodafone.
      Also müsstest du auch bei der Telekom die 50MBit/s buchen können (solange Ports frei sind)

      • Aber die TAL ist nicht der ganze Anschluss. Theoretisch hat VF Technik im KVZ und die Telekom nur im HVT.

    • @Michael: Ja, von der Vermittlungsstelle bis zum Haus ist klar Telekom, aber Vodafone hat von der Bahntrasse Glasfaser durchs komplette Dorf verlegt und neben den Telekom-Kästen eigene Vodafone-Kästen montiert, von Denen „nur“ eine Verbindung zum Telekom-Kasten gemacht werden muss…

      Wir bekommen DEFINITIV kein VDSL50 von der Telekom, sondern wie gesagt max. DSL6000 oder DSL16000Hybrid…und keins der Beiden ist für uns akzeptabel…

  5. Vodafone erwirtschaftet bei ähnlicher Bevölkerungsanzahl in Deutschland (30% Group Service Revenue) mehr als das zweifache von den was in Großbritannien (13% Group Service Revenue) erwirtschaftet wird. Ohne die satten Gewinne in Deutschland wäre die Insolvenz nahe.

    Nicht nur der 5G Ausbau (der in Deutschland nahezu nur aus pseudo 5G (DSS B3) besteht lahmt, sondern auch die Schaffung von Kapazität im 4G Bereich. Zu viele Stationen selbst in der Innenstadt laufen nur mit B1+B20 (30Mhz). Trotz brauchbarer Abdeckung ist die Internetnutzung mangels Kapazität stark eingeschränkt.

  6. Ich kann nur Positives von Vodafone berichten. Wir wohnen in einer ländlichen Gegend und die Telekom hat es bei uns 3x nicht geschafft eine Leitung zu schalten. Bei uns ist auch laut Telekom maximal eine 16.000-Leitung möglich.
    Unitymedia hat uns dann kurzfristig einen Kabelanschluss ins Haus gelegt über den wir inzwischen reibungslos und störungsfrei den CableMax 1000-Tarif gebucht haben. Auch beim Mobilfunk bin ich inzwischen zu Vodafone gewechselt, da wir dort stabil 4G und teils auch schon 5G bekommen. Bei der Telekom gab es immer wieder teils nur Edge

  7. „So lag man im vergangenen Jahr im Bereich neugewonnener Mobilfunkkunden hinter an anderen Anbietern und auch bei den Serviceumsätzen blieb man hinter Telefónica Deutschland und Deutscher Telekom zurück.“

    Kein Wunder bei diesen Mondpreisen, vodafone ist zu teuer und hat starke Defizite im Kundenservice.

    Die sollten die Preise mal für ihre Tarife anpassen.

  8. Störungen im Kabelnetz an der Tagesordnung? Sehr pauschal oder, nur weil man selbst am eckligsten Fehler leidet den es wohl im Kabelnetz geben kann. Es gibt Rückwegstören die findet man Monate nicht^^.

    Seit Jahren Störungsfrei und immer Volldampf in der Leitung ;).

  9. Die von Vodafone sollten erst mal Realität und Wirklichkeit auf einen Nenner bringen.
    https://bilderupload.org/bild/db2765650-img1

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.