Vine: Elon Musk prüft nach der Twitter-Übernahme wohl ein Revival

Erinnert sich noch jemand an die Kurzvideo-Plattform Vine? Der Dienst machte bereits 2016 dicht. Viele ehemalige Vine-Stars, wie die Paul-Brüder, wanderten anschließend zu YouTube ab. Vine gehörte zu Twitter und könnte jetzt unverhofft eine Rückkehr erleben. Denn es heißt, dass Elon Musk derzeit nach seiner Übernahme von Twitter prüft, was er aus Vine zaubern könnte. Die Plattform soll aber wohl nicht als eigene App zurückkehren, sondern wäre dann direkt in Twitter integriert.

Mehrere Quellen, unter anderem Axios, verweisen auf die Pläne von Musk. Angeblich soll der Milliardär intern bereits einem Team aufgetragen haben, das Vine-Reboot vor Jahresende vorzeigbar zu machen. Passen würden solche Pläne definitiv zu Musks Agenda, der aus Twitter eine Art internationale Alternative zum chinesischen WeChat zaubern möchte, die möglichst umfassende Funktionen bündelt.

Zumal sich Musk kürzlich auch mit einer Umfrage zu einer Wiederauferstehung Vines an die Community gewendet hatte. Da ist klar, dass offenbar alle Optionen auf dem Tisch liegen. Es wirkt jedoch unrealistisch, Vine noch vor Ende 2022 zurückzuholen. Da dürfte deutlich mehr Arbeit warten, zumal der Code der App sicherlich zu alt ist, um ihn heute einfach weiterzuverwenden oder darauf aufzubauen. Vine stünde zudem vor der Herausforderung, mittlerweile direkt mit TikTok, den YouTube Shorts oder den Instagram Reels zu konkurrieren.

Im Gegensatz zu den genannten Plattformen verließ sich Vine anno dazumal nicht auf einen ausgefuchsten Algorithmus für Empfehlungen, sondern darauf, wem die Nutzer folgen. Davon könnte man heutzutage angesichts des Wettbewerbs aber sicherlich nicht mehr zehren. Auch der „Nostalgiebonus“ dürfte eher ein kleinerer Faktor sein. Doch wer weiß, Musk ist immer für eine Überraschung gut und eine Reanimation von Vine in aktualisierter Form könnte zumindest eine spannende Sache sein – auch wenn ich selbst nicht zu den Nutzern gehören würde.

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11 Kommentare

  1. Vine, Tiktok 3.0.Reels etc. noch nicht genug Beklopptenvideos mit beauty Schlauchbootlippen.

    Twitter, das neue Instgrusel.

    • Du siehst es aus deiner (verbitterten?) Konsumentensicht. Er sieht es aus Erlössicht und da macht ein Vine mehr als Sinn. YouTube Shorts kommt nicht so an und was gibt’s denn sonst, was TikTok das Wasser reichen könnte in der westlichen Welt? Vine kennt so gut wie jede:r von früher und mit etwas Incentive wechseln die auch wieder langfristig, wenn sie das klug anstellen.

      • Da ich mit dem ganzen Konzept wenig anfangen kann, ging Vine früher auch schon komplett an mir vorbei. Nachdem ich mich mit Facebook mal auseinander setzte und es da anfing mit endlos scrollen für irgendwas interessantes, habe ich da inzwischen eine starke Abneigung meine Zeit in Algorithmen zu verschwenden. Mich interessiert zwar schon was „viral“ geht aber das bekommt man auch an anderen Stellen mit.
        Deswegen verstehe ich auch die Aufregung um Twitter nicht. Ich lande da nur wenn mal wieder Informationen die ich suche nicht auf deren Webseite zu finden ist sofern überhaupt eine vorhanden. Ansonsten finde ich es total unübersichtlich und zeitraubend.
        Es sei vllt auch erwähnt das ich Desktop Nutzer bin. Aber selbst in meinen „hardcore“ Smartphone Zeiten nutzte ich solche Dienste nicht. Da war ich lieber in einer Community die mir vor filtert was woanders läuft. 😉 Den Austausch finde ich auch wichtiger statt der immer steigernden Fragmentierung der Nutzer.

      • Einer der Dirks says:

        Zitat: „Vine kennt so gut wie jede:r von früher“. Hier vielleicht, aber frag mal auf der Straße. Kennt was niemand. Das ist wie Signal und Threema. Klar, kennt hier jeder, aber in der freien Wildbahn gibt es nur WhatsApp und Telegramm (das kennt man inzwischen aus den Nachrichten).

  2. Herr Hauser says:

    Elon Musk, der neue irre Diktator. War er eh schon, aber jetzt erst recht.

    Am Ende will er noch US-Präsident werden.

  3. Jetzt verwandelt Musk Twitter auch noch in ein Instagram/Tiktok/Youtube. Bald ist jede Plattform gleich und bietet nur noch zeitverschwendende Kurzvideos an. Wann hört dieser Trend denn endlich auf und wann setzen Leute wieder auf informativen, qualitativen content?

    • Don’t blame the system, blame the user.

      Es liegt alles am Nutzungsverhalten und die Masse der (jungen) Leute holt sich den Dopaminkick eben bei diesen Kurzvideos. Es gibt zum Glück noch guten Content auf YT zB, aber reich wirst du nur, wenn du dem Algyrythmus entgegen kommst.

      Daher ist es auch meiner Ansicht nach wichtig, dass wir bezüglich visuellen Medien einen öffentlichen Rundfunk haben, der hier für qualitativ hochwertigen Content sorgt ohne das da ein Werbeerlös generiert werden muss. Aber so wie ich das sehe, mit eher mageren Erfolg bisher. Da geht auf jeden Fall noch mehr.

  4. Wenn man die App einfach genau so Released wie sie damals eingestellt wurde, dann ja. Und mit demselben Algorithmus, der nicht darauf ausgelegt ist den hypothalamus auf seinen letzten Rest Dopamin auszuwringen. Und ohne politische Themen. Aber das Problem liegt hierbei bei den Nutzern. Und an der Zeit. 2013 waren für den normalen Bürger ruhige Zeiten. In jedem Land.

  5. Ich denke mit einer Plattform wie Wechat kann man gutes Geld verdienen. Neben den typischen Funktionen eines Messangers dann noch Musik und Videos streamen, Bezahldienste wie Paypal integrieren oder was eigenes auf die Füße stellen etc. Restaurants und Shops hätten dann mit Wechat eine Plattform.
    Habe Wechat mehrere Jahre in China genutzt und war rundum begeistert von dieser Plattform.
    Bin gespannt in welche Richtung es geht.

  6. Die Vine macher haben doch mit Byte schon nen Klon erstellt?! Die hieß anders und jetzt dritter Name: Huddles!? Weiß jemand mehr?!

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