Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Kunden sollen sich nicht auf App-Bewertungen verlassen

Auf der Webseite der Augsburger Allgemeinen bin ich auf eine dpa-Meldung gestoßen, die App-Bewertungen beleuchtet. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, sich blind auf App-Bewertungen zu verlassen. Leser hier sagen nun, ja, logisch, kennt man ja. Da bildet Ihr aber eine Ausnahme. Entwickler pushen Apps gerne durch gute Bewertungen, manchmal werden diese per Fake-Bewertung abgegeben, manchmal wird der Nutzer aber auch durch Versprechungen dazu genötigt. Als Beispiel werden Fernseh-Streaming-Apps angeführt, die eine Erweiterung der App durch eine 5-Sterne-Bewertung versprechen.

Appsfire

Das ist weder fair, noch gibt es die „Belohnung“ in den meisten Fällen. Gerade bei Kauf-Apps ist dies eine miese Masche. Hat man für die App bezahlt, will man sie natürlich auch in vollem Umfang nutzen. Und so eine 5-Sterne-Bewertung ist schließlich schnell abgegeben. Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Verbraucher auch nachträglich eine Bewertung noch ändern können, wenn eine App nicht der Beschreibung entspricht. Auch ist es möglich, das Geld für die App zurück zu bekommen, wenn diese nicht hält, was sie verspricht.

In den großen App Stores ist das Zurückgeben einer App kein Problem, das Problem mit den Bewertungen bleibt aber bestehen. Zudem rät Bradler, solche Apps beim jeweiligen Store zu melden. Außerdem sollte man, um es für andere potentielle Käufer leichter zu machen, auf jeden Fall die Bewertung ändern. Den Kunden dazu zu motivieren, dürfte nicht allzu leicht sein. In der Regel wird eine App bei Nichtgefallen (oder Nichtfunktionalität) gelöscht und vergessen. Ist die gute Bewertung dann schon abgegeben, machen sich die wenigsten Nutzer noch einmal die Mühe, die App neu zu bewerten.

Ich hatte neulich schon einmal in einem anderen Artikel gefragt, wie sehr Ihr Euch von Bewertungen beeinflussen lasst. Heraus kam, dass Ihr die Bewertungen sehr wohl beachtet, aber eben auch filtert und Euch nur an den nützlichen Exemplaren orientiert. Wie ist es aber, wenn eine App direkt wieder von Euch gelöscht wird, aus welchen Gründen auch immer. Passt Ihr Eure Bewertungen an?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Ich muß ehrlich gestehen, das ich Anfangs mich auch von Bewertungen habe blenden lassen! Zwar ist jetzt öfter mein Smartphone mit diversen Apps voll gepopelt, weil ich auch mal nicht so gut bewertete Apps ausprobiere und habe schon gute alternative Apps gefunden. Ich denke mal, das liegt auch nicht am Alter,.eher ist man zu leichtsinnig.
    LG
    DetLutz

  2. Orientiere mich schon an den Bewertungen. Ich lese diese aber kritisch. Ich denke, dass falsche Bewertungen eher die Ausnahme sind…..zum Glück. Und die Fakes, die durch die Presse gingen, waren recht offensichtlich. Ich muss aber auch gestehen, dass ich bisher nie eine Bewertung geändert habe. Bin also auch eher der Löschen-Und-Vergessen-Typ. Werde ich in Zukunft ändern….

  3. Beim Lesen von Bewertungen immer filtern.
    Gezwungene Tipperei hat einen ganz anderen Stil und eine ganz andere Wortwahl als eigene Tipperei, macht also jemand bei einem „Gewinnspiel“ mit, bei dem man eine App bewerten muss, nutzt er also zum Beispiel nur Standardwörter, Formulierungen, dass die App brilliant sei, ihm viel geholfen hat, oder so ähnlich.
    Natürlich hilft eine App mehr oder weniger, sonst wäre sie nicht im Appstore, brilliant ist im Auge des Betrachters und kann deswegen nicht auf einen selbst übertragen werden. Nutzwert ist also gleich null, und wer sehr viel liest, kann da schon per simplem anschauen nach Stichworten filtern.
    Um so nen Leseverständnis mal zu trainieren, lest euch bei den Blogs die ihr liest mal die Advertorials durch und vergleicht die Bildebene der Texte mit denen, die die normalen Beiträge vermitteln. Die Taktik lässt sich dann zu Teilen auch auf AppStore-Bewertungen übertragen.

    Dadurch kann ich zumindest die kleinen Texte gut sortieren, fange aber auch nur dann an, wenn es keine 1-Stern oder 5-Stern-Bewertung ist (irgendwas kann immer besser sein, also ist 5-Stern als Idealwert nicht angebracht) und wenn die Texte keine 2-4 Zeiler sind. Erst dann kann ich davon ausgehen, dass der Text zumindest der Meinung des Schreibers entspricht.
    Genau dieses Phänomen sehe ich auch wirken. Tippe ich längere Texte in 4-Stern-Bewertungen (bzw. das gleiche in 2-Stern-Bewertungen) bekomme ich häufiger Antworten von Entwicklern.

  4. Sascha hatte das ja mal sehr treffend bei Dungeon Keeper von EA thematisiert:

    http://stadt-bremerhaven.de/dungeon-keeper-so-mogelt-sich-ea-zu-guten-bewertungen-im-play-store/

    So eine Manipulation von Bewertungen grenzt an Betrug und verstößt außerdem gegen die Regeln vieler App Stores. Z. B. im Google Play Store kann man so was melden, indem man ganz unten auf „Missbrauch melden“ geht und einen Regelverstoß meldet. Davon sollte man Gebrauch machen.

  5. Korrektur: der Punkt heißt: „Als unangemessen melden“.

    Wenn man dann unter “Beanstandung” direkt auf Englisch schreiben möchte: unten wäre eine Vorlage.

    Mitmachen!

    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    This App violates the policies of Google Play Store by manipulation of Play Store ranking.
    The in-App ranking forwards only 5-star reviewers to Google Play.

    Google’s developer guidelines specifically prohibit this sort of behavior; it says “Don’t try to manipulate ratings” in bold letters:

    http://developer.android.com/distribute/googleplay/policies/spam.html

    +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

  6. Und auf deutsch steht in den Richtlinien für Entwickler:

    https://play.google.com/about/developer-content-policy.html

    „Entwickler dürfen darüber hinaus nicht versuchen, die Platzierung eines Produkts im Store zu ändern oder Produktbewertungen oder Erfahrungsberichte auf unzulässige Weise zu manipulieren, etwa durch betrügerische Installation, bezahlte oder gefälschte Erfahrungsberichte oder Bewertungen oder durch das Schaffen von Anreizen zur Bewertung von Produkten.“

  7. Francoise says:

    Gut, dass eine Behörde gibt, die gepäppelt mit Steuermitteln davor warnt, dass mir im Leben nicht jeder die Wahrheit sagt und erstmal sein Eigeninteresse verfolgt … 😉

  8. Also ich denke diese Problematik lässt sich nicht nur auf App-Bewertungen eingrenzen, dies ist ja ein generelles Problem bei jeglichen Bewertungen. Wo Geld verdient werden soll da wird auch immer versucht werden zu betrügen.
    Von daher finde ich auch die Aussage: ‚Da bildet Ihr aber eine Ausnahme‘ sehr gewagt! Woraus schlussfolgerst du das? Ich würde sagen (oder hoffen!) dass mind. 30-35% der Leute da draussen insgesamt Bewertungen, Werbung usw. kritisch hinterfragen – sprich den Staubsaugervertreter gar nicht erst ins Haus lassen und Shoppingkanäle als Comedy missbrauchen. 🙂

    Wenn mir eine App/Programm wichtig ist dann passe ich Bewertungen auch mal an.

  9. Lol , wer gibt eine App Bewertung vor dem Kauf an und muss sie dann überhaupt anpassen? Wenn die App scheiße ist, runter damit -> 1 Stern -> ENDE.

  10. Ich persönliche Nutze hauptsächlich die Anzahl der Bewertungen als Indikator, ob die App eine böswillig eingestellte Kopie ist. Großteils installiere ich Android-Apps nur, weil ich von ihnen in vertrauenswürdigen Blogs gelesen habe, vorzugsweise mit direktem Link. Falls ich mir nicht sicher bin, lese ich Bewertungen (aber auch nur solche, die relevante Information enthalten). immer wieder witzig wenn schlechte Bewertungen entstehen, weil die Leute den Zweck einer App oder technische Einschränkungen nicht verstehen 🙂

    Unter iOS handhabe ich das lockerer, da die Moderation des App-Stores, die Permission-Popups, und die allgemein größeren Einschränkungen für Apps (mit allen Nachteilen) ein größeres Vertrauen erzeugen.

    @Dominik: Es ging um die Fälle, wo eine App eine Belohnung für eine gute Bewertung verspricht und dann nicht erbringt.

    @Fracoise: Bedenke dass nicht jeder sich mit Technik auskennt. Mich hat meine Mutter am Anfang mal gefragt, ob man falsche Sachen ins Internet schreiben kann (sie hatte sich das irgendwie wie eine moderierte Plattform vorgestellt). Ich denke es gibt genug Leute die da naiv sind. Sind sie ja auch bei Zeitungsartikeln und Fernsehberichten.

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