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Verbraucherschützer reichen Beschwerde über TikTok bei der EU-Kommission ein

Die BEUC, ein Dach für 44 Verbraucherschutzorganisationen aus 32 unterschiedlichen Ländern, hat bei der EU-Kommission eine formale Beschwerde über TikTok eingereicht. Kurzer Hinweis: Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) aus Deutschland gehört der BEUC an. So wirft man TikTok vor, mehrere Verbraucherrechte zu verletzen.

Zusätzlich zur Beschwerde bei der EU-Kommission haben einzelne Verbraucherschutzorganisationen in 15 Ländern dort jeweils auch die nationalen Behörden alarmiert und um Ermittlungen gebeten. Es gibt mehrere Vorwürfe. Beispielsweise würden Kinder nicht ausreichend vor versteckter Werbung und unangemessenen Inhalten geschützt. Außerdem seien viele Punkte in den Nutzungsbedingungen gesetzlich nicht zu halten. Sie seien möglichst diffus und vielsagend gestaltet und böten TikTok unangemessene Rechte gegenüber den Nutzern. Auch die Bestimmungen zu den Nutzungsrechten würden Nutzer benachteiligen, da TikTok sich das Recht zusichere, alle auf der Plattform hochgeladenen Inhalte nach Belieben weiterzuverwenden.

Der Umgang mit den virtuellen Münzen, die Nutzer kaufen können, um damit Content Creator zu belohnen, sei ebenfalls unfair gestaltet. Denn da behält sich TikTok vor, jederzeit sozusagen die „Wechselkurse“ anzupassen, also die Inhalte, die ihr für die mit Echtgeld gekauften Münzen bekommt. Außerdem gehe TikTok nicht transparent mit Werbung um. Nutzer würden angeregt etwa an Hashtag-Challenges teilzunehmen, die von Marken gesponsert werden und zum Kauf ausgewählter Produkte führen sollen. Oft werden jene Challenges von Influencern gestartet, die dafür bezahlt würden. Das sei für die Nutzer aber nicht transparent.

Ebenfalls informiere TikTok die Nutzer nicht deutlich genug darüber, was mit ihren gesammelten Daten geschehe. Es sei nicht klar zu welchem Zweck Nutzerdaten erhoben würden und was mit ihnen exakt geschehe. Hier könnte TikTok eventuell gegen die General Data Protection Regulation verstoßen. Dies habe man laut BEUC schon an die zuständigen Datenschützer gemeldet. Insgesamt sei es wichtig, dass sich TikTok an in der EU geltende Gesetze halte. Daher hoffe man, dass die EU-Kommission bald weitere Schritte einleite.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. 44 Verbraucherschutzorganisationen aus 32 Ländern? Da müssen ja einige Länder mehr als eine Organisation haben, und Deutschland hat nur die vzbv? Da ist doch sicher wieder die Regierung schuld, und das Volk lässt sich mit nur einer Verbraucherzentrale abspeisen!!111!
    *scnr* 🙂

    • Und die fallen noch nicht mal immer mit Kompetenz auf, bzw. müssen für ihre Beratungen nicht die selben gesetzlichen Bedingungen erfüllen wie die kommerziellen Kollegen.

  2. Man sollte so einen Schrott in der EU einfach verbieten und fertig.

  3. Wahnsinn wie viel immer geklagt und reguliert werden muss. Können wir in Europa nicht einfach selbstständig denken und ggf. Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien beibringen. Man könnte meinen die Menschen haben die Selbstständigkeit verloren.

  4. Und schon wieder will man der Bürger erziehen. Ich gebe Phan recht, mittlerweile sollte jeder wissen was Internet ist und wie es funktioniert.

    • Wenn Du das glaubst, so traurig es ist, dann lebst Du aber in einer Parallelwelt.

    • Na Mensch, dann können wir ja auch in der realen Welt wieder ein paar Dinge abschaffen, z.B. das Werbeanrufverbot. Die Bürger wissen ja mittlerweile, dass man nichts am Telefon kauft. Und auch das Rücktrittsrecht für Verträge auf der Straße, die Leute wissen ja, dass sie alles durchlesen müssen, was sie unterschreiben. Tempo 30 vor der Schule kann auch weg, dürfte ja nach 100 Jahren Automobil angekommen sein, dass man nicht einfach so über die Straße läuft.

      Sind ja bloß Erziehungsmaßnahmen.

  5. Irgendwie könnte man echt ein paar Abteilungen aufstocken. Verbraucherschützer, Richter, Datenschützer, Internetgesetzkommission. Damit man überhaupt halbwegs auf das ganze Geschehen im Internet reagieren kann. TikTok randaliert ja schon seit 2 Jahren auf diese Weise und jetzt fängt man an sich damit zu beschäftigen. Jede größere Marketingbude hat schon ewig die Kinder ausgequetscht und bis es bei TikTok verboten ist gibt es schon die nächste Trendapp, bei der die Marketingbuden wieder den Kindern das Geld aus der Tasche zieht.

  6. Wo genau war jetzt noch mal der Unterschied zu dem was bei Instagram passiert?

  7. Seltsam, bei physischen Produkten scheinen Vorgaben und Kontrollen bei in den Handel bringen stärker reguliert und kontrolliert zu sein.
    Diese Plattformen können jahrelang alles mit den Usern anstellen (Minderjährige, und nein, diese sind definitiv nicht erfahren genug im Umgang), bis unsere Kontrollinstanzen auf den Plan treten.
    Meinen Teenie halte ich von Tiktok und Insta fern, aus Sicherheitsgründen und weil ich die Selbstdarstellung auf diesen Plattformen nicht ausstehen kann. Sie versteht diese Einstellung und hat darauf eigentlich auch keine Lust, fühlt sich gegenüber ihren Mitschülern aber zunehmend im Abseits.

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