Valve verpasst Steam eine Frischzellenkur

Valve spendiert seiner Plattform Steam eine Frischzellenkur. Hier spürt man wohl auch den wachsenden Konkurrenzdruck durch den Epic Games Store. Denn seien wir mal ehrlich: Am Design von Steam hat sich seit Jahren wenig getan und „schön“ und benutzerfreundlich geht anders. Allerdings konnte Valve sich auf dem Status von Steam ausruhen und werkelte entsprechend wenig an Design und Funktionen. Das soll sich nun ändern.

Beispielsweise sollt ihr künftig direkt in euer Steam Bibliothek erkennen können, wenn Freunde von euch ein bestimmtes Spiel zocken, das ihr auch besitzt. Das dürfte es erleichtern, gemeinsam Multiplayer-Partien zu starten. Im Übrigen ist Google mit Stadia nicht das einzige Unternehmen, welches Game-Streaming vorantreibt.

Während Google auf die Cloud setzt, will Valve über Steam Link Anywhere erlauben, dass ihr eure Steam-Games vom PC auch an Smartphones, Tablets und Fernseher übertragt – auch wenn sich die Geräte in völlig anderen Netzwerken bzw. Standorten befinden. Solange eure Internetverbindung mitmacht, könntet ihr also etwa auch vom heimischen PC an euer Smartphone streamen, wenn ihr gerade unterwegs im Zug sitzt.

Zudem will Valve eine Kommunikations-Site für Steam Events einführen, die euch auf einen Blick Auskunft dazu gibt, was sich rund um die Spiele aus eurer Bibliothek tut. Das soll euch auch dabei helfen auf dem Laufenden zu bleiben, wenn es für bestimmte Titel z. B. neue Inhalte gibt. Ihr könnt euch dabei auch Erinnerungen eintragen, falls etwa in einem Multiplayer-Spiel für ein bestimmtes Datum eine besondere In-Game-Veranstaltung geplant sein sollte – etwa ein Multiplayer-Event, bei dem sich besondere Belohnungen verdienen lassen.

Jene Reminder könnt ihr nicht nur über den Steam Client erhalten, sondern auch per E-Mail, über die mobile Steam-App, per Textnachricht oder auch über eine Eintragung in etwa dem Google Kalender. Neu ist allerdings auch, dass Entwickler die Option erhalten Livestreams zu ihren Spielen direkt in der Store-Site zu integrieren. An den Store Pages will man aber auch noch mehr drehen, um etwa die Praktik des Review-Bombings zu verhindern. Entwickler können dabei offenbar nun derartige Vorfälle leichter an Valve melden, damit jene im Falle des Falles einschreiten.

Außerdem will man seine Netzwerke, die aktuell für Games wie „Dota 2“ genutzt werden, auch für andere Entwickler öffnen. Insgesamt will man also auch Entwicklern entgegen kommen. Das ist aber weniger Altruismus seitens Valve, sondern eine dringende Notwendigkeit: Bei Steam müssen Entwickler aktuell 30 % ihrer Umsätze an Valve abtreten. Im Epic Games Store ist dieser Anteil wesentlich geringer, was dann auch dazu führt, dass aktuell immer mehr Entwickler Exklusivvereinbarungen mit dem Epic Games Store bevorzugen.

Die Frischzellenkur für Steam will Valve innerhalb der nächsten Monate schalten. Etwas dauern wird es also noch, bis ihr die neuen Funktionen allesamt tatsächlich erblickt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Schön wäre einfach auch mal eine Aktualisierung der Steam App – zumindest auf iOS ist die App ein Trauerspiel… 🙁

  2. […]will Valve über Steam Link Anywhere erlauben, dass ihr eure Steam-Games vom PC auch an Smartphones*, Tablets* und Fernseher übertragt[…]

    * außer es handelt sich um ein iOS-Gerät

  3. GooglePayFan says:

    Ist Steam überhaupt noch relevant?
    Wenn man sich mal die am meist gespielten Spiele anguckt, dann sind das CSGO, Dota2 und PUBG. Hochpreisige Spiele wie GTA5 sind eher deutlich dahinter angesiedelt.

    Leider haben auch andere Hersteller mit Gewalt ihre Launcher durchsetzen können, sodass man selbst als Gelegenheitsspieler nun doch 3-4 verschiedene Launcher installieren und pflegen muss…

    • GTA V ist aktuell das 2. meist gestreamte Spiel auf Twitch

    • Das kann nicht dein Ernst sein? Zwei der drei von dir genannten Spiele werden von welcher Firma entwickelt? Richtig, Valve, und rate mal welche Plattform denen gehört….

    • Alle vier von dir genannten Spiele sind auf Steam verfügbar. Inwiefern sollte Steam daher nicht mehr relevant sein?
      Oder willst du darauf hinaus, dass du die Spiele auch über andere Stores bekommen kannst?

  4. Ach steam ist tot

  5. „Am Design von Steam hat sich seit Jahren wenig getan und „schön“ und benutzerfreundlich geht anders“

    Steam ist eine Spieleplattform, kein Modehaus. Ich nutze Steam nicht extrem oft, aber wenn ich es benutze starte ich Spiel und gut ist. Ich muss mir da nicht stundenlang ein schönes Design angucken.

    Ich kann diesen Design-Wahn sowieso nicht verstehen. Lieber eine funktionale Anwendung, als eine Designer App, die nur gut aussieht. Klar ist es „schön“ wenn man beides hat. Aber bei einer Anwendung wie Steam ist Design meiner Meinung nach eher unwichtig.

  6. Es ist halt traurig, dass wir in Deutschland fast gar nicht davon profitieren werden, außerhalb des heimischen Netzes. Zwar wird die Infrastruktur besser, dennoch befinden wir uns in einem Industrieland, was die Netzabdeckung- und Stabilität angeht.
    Im Zug wäre das richtig nice, da man sich dann auch nicht mehr auf die Bahn verlassen müsste, aber die schlechte Abdeckung wird das leider auch nicht zulassen, egal wie geil die eigene Bibliothek gefüllt ist.

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