Universität Stuttgart arbeitet an holographischer Videotechnologie

Foto: Universität Stuttgart/PI4, Julian Karst

Online-Meetings nehmen zu. Auch nach der Pandemie wird dieser Trend vermutlich bestehen bleiben. Denn viele Firmen und Angestellte haben entdeckt, dass das Home-Office Vorteile birgt. Doch natürlich gibt es da noch Potenziale, um die Kommunikation untereinander zu verbessern. Hologramme wären eine Chance, um Gespräche dynamischer zu gestalten. Die Universität Stuttgart arbeitet an derlei Technologien. Elektrisch schaltbare Nanoantennen sollen als Grundlage für holographische Videotechnologie herhalten.

Der Ansatz sei laut den Forschenden neu und könnte die Basis sein, um bewegte Hologramme in Echtzeit zu realisieren. Begrenzender Faktor sei bisher die Auflösung, denn holographische Bilder benötigen eine Auflösung von 50.000 dpi (Pixeln pro Inch). Für so eine Auflösung braucht es entweder riesige Flächen oder verkleinerte Pixel. Die Universität Stuttgart geht von einer Pixelgröße von einem halben Mikrometer aus. Das sei aktuell mit Flüssigkristallen nicht möglich.

Daher habe man elektrisch schaltbare, nur wenige hundert Nanometer große metallische Nanoantennen auf Basis von leitfähigen Polymeren entwickelt. Bei Spannungen zwischen plus und minus 1 Volt in einem Elektrolyten schalten die optischen Eigenschaften des Materials zwischen metallisch reflektierend und glasartig durchsichtig hin und her – mit Videoraten von 30 Hertz. Die Nanoantennen seien laut den Wissenschaftlern weniger als 400 Nanometer (also 0,4 Mikrometer) groß und nur wenige zehn Nanometer dick.

Nutzbar wären die Technologien nicht nur für Hologramme, sondern auch für Smartphone-Kameras und auch das autonome Fahren. Es gibt aber aktuell noch viel zu tun, bevor die Technik für den Massenmarkt reif wäre. Etwa müssen die optischen Eigenschaften vom nahen infraroten Spektralbereich ins sichtbare Spektrum geschoben werden, was laut den Verantwortlichen noch interdisziplinäre Forschung zusammen mit Chemikern und Materialwissenschaftlern erfordere. Gemeinsam mit der Elektrotechnik sowie dem Maschinenbau sollen dann erstmals integrierte elektrisch schaltbare optische Displays und die ersten beweglichen Miniaturhologramme für AR- bzw. VR-Brillen hergestellt werden.

Sicherlich eine spannende Sache, denn vielleicht haben wir dann ja noch die Chance zu unseren Lebzeiten über solche Hologramme mit unseren Enkelkindern zu kommunizieren.

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2 Kommentare

  1. Hmmm, da müssen aber einige Homeoffice-Menschen die Jogginghose dann wieder ausziehen, wenn es so was dann gibt…….. Schreibe ich gerade in einer solchen 😉

  2. Hallo Frank, wieso ? Solange sie eine Hose und ein Oberteil tragen ist doch alles gut. Wenn ein Pullover über die Gürtellinie hängt , erkennt man u. U. sowieso nicht mehr ob drunter nun eine Jogginghose oder was auch immer sitzt. gibt auch schon schöne Jeans , sogar mit Reißverschluß , gürtelschlaufen … und dem schön bequemen Kordel-/Gummizug einer Jogginghose, reinsteigen, Schleife machen fertig angezogen , bequem wie Jogginghose und für jeden dens eh nix angeht hat man ne normale Jean an. Alles bullshit diese Frage darf man Jogginghose tragen oder nicht. Dieser berühmte Satz eines Modeschöpfers (einer der unnötigsten Berufe auf der Welt) ist genau so dumm wie der Satz eines ehemaligen Außenministers , der uns mit den Worten daß die deutsche Freiheit auch am Hindukusch verteidigt würde, zum erstenmal nach 1945 wieder in einen Angriffskrieg geführt hat.

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