Umfrageergebnisse: Informatik als Pflichtfach – und eine kleine Meinung dazu

Vor knapp zwei Wochen nahmen wir eine BITKOM-Umfrage zum Thema Informatik als Pflichtfach zum Anlass, um Euch als Leser nach Eurer Meinung zu befragen. Exakt 1.400 Leser haben ihre Stimme abgegeben, dafür erst einmal ein dickes Dankeschön! Die Fragen, die wir stellten, waren im Groben die gleichen, denen auch die BITKOM-Umfrage zugrunde liegt. Und auch das Ergebnis ähnelt dem von BITKOM sehr stark. Da wir allerdings keinen repräsentativen Durchschnitt erreichen, sondern „nur“ technikinteressierte Menschen, können wir auch nur darüber berichten.

Informatik_Pflichtfach

720 Stimmen entschieden sich für die Einführung von Informatik als Pflichtfach, auch wenn andere Fächer darunter leiden. Das entspricht 51 Prozent der Teilnehmer. 504 Personen (36 Prozent) wünschen sich Informatik als zusätzliches Pflichtfach, also mit mehr Wochenstunden insgesamt in der Schule verbunden.

12 Prozent (171 Personen) würden Informatik auf freiwilliger Basis als Zusatzfach anbieten. So gab es das bei uns vor gut 20 Jahren auch schon, damals lernte man so schicke Dinge wie die Programmierung in Basic.

Das Ergebnis zeigt also, dass unsere Leser Informatik in der Schule durchaus als wichtig erachten, rund die Hälfte stellt es sogar über andere Fächer (die dann eventuell wegfallen würden). Was aus der Fragestellung leider nicht hervorging: wie das Fach Informatik definiert wird.

Ich bin der Meinung, dass Informatik-Unterricht, so wie er früher stattfand, heute nicht mehr nötig ist. Also das technische Umfeld, wie werden die Geräte bedient, was macht ein Prozessor, wie lerne ich eine Programmiersprache. PCs, Tablets, Smartphones, all dies sind heute Alltagsgegenstände. Kinder wachsen damit auf, so wie sie mit einem TV-Gerät aufwachsen.

Was Kindern allerdings in den seltensten Fällen beigebracht wird, ist das richtige Verhalten im Umgang mit den Geräten. Informatikunterricht sollte vielmehr Wissen vermitteln, welche Auswirkungen Aktionen im Netz haben, wie man sich in sozialen Netzwerken verhält, wie man seine Privatsphäre-Einstellungen bei verschiedenen Diensten anpasst, damit eben nicht jeder alles sieht.

Das, was allgemein als Medienkompetenz bezeichnet wird, fehlt den meisten Kids heute. Ich sehe das täglich bei meiner Tochter und ihren Freunden. Diese probieren aus, nutzen jeden Messenger, melden sich bei jedem Netzwerk an und posten Dinge, die sie – zumindest aus Erwachsenensicht – eher früher als später bereuen werden. Die meisten Eltern in unserem Umfeld interessiert dies nicht, die lassen halt einfach machen. Liegt vermutlich daran, dass die Eltern selbst nicht durchblicken – und genau hier sind meiner Meinung nach die Bildungseinrichtungen gefragt.

Einen Windows 98-Rechner einschalten, der dann zum Stundenende einmal gebootet ist, dazu braucht man keinen Informatik-Unterricht. Ebenso ist es nicht in Ordnung, wenn den Kindern Office-Formatierungen mit einer Office-Version beigebracht bekommen, die man in der freien Wildbahn überhaupt nicht mehr antrifft. Es ist vielleicht etwas zugespitzt ausgedrückt, aber ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn meine Tochter von der Schule kommt und mir erzählt, was sie da wieder gemacht haben. Da werden Basics beigebracht, die seit Jahren nicht einmal mehr als Basics bezeichnet werden können. Auf Rechnern, die auch einem Museum gut stehen würden.

Ja, es lässt sich superleicht meckern über diese Umstände in Schulen. Natürlich ist es nicht einfach, Bildungseinrichtungen technisch ständig auf aktuellem Stand zu halten. Allein der finanzielle Aspekt stellt eine große Hürde dar. Und dann kommt noch dazu, dass Schulen kompetentes Lehrpersonal benötigen würden. Der Sportlehrer, der schon beim Studium zu einem zweiten Fach wie Bio gezwungen wird, gibt mit seinen 50+ Jahren einen schlechten Informatiklehrer ab, wenn er sich nicht entsprechend weiterbildet. Selbst in Berufsschulen ist Informatik – je nach Ausbildungsberuf – nur ein Beiwerk, das von den Schülern gerne zum Entspannen angenommen wird. Richtiges Erlernen von Grundlagen? Fehlanzeige.

Nicht die Schulen haben den Trend verschlafen, sondern das Kultusministerium. Man kann einer einzelnen Schule keinen Vorwurf machen, auch den nicht ausreichend ausgebildeten Lehrern nicht. Es gibt auch engagierte Lehrer, das steht außer Frage. Diese sind jedoch in so geringen Mengen anzutreffen, dass sie quasi den berühmten Tropfen auf dem heißen Stein bilden.

So, genug gemotzt. Wenn Ihr schulpflichtige Kinder habt, nehmt diese an die Hand und vermittelt ihnen das, was die Schulen versäumen. Sie werden es Euch irgendwann danken.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

55 Kommentare

  1. Wie wäre es mit Medienkompetenz statt Informatik?

  2. Meiner Meinung nach sollte k e i n Fach Pflicht sein – freie Entfaltung der Persönlichkeit und so.. Warum sollte man es auch anders handhaben?

    Wer etwas mag der wird es sich eh angucken, egal zu welchem Zeitpunkt. Ich hatte auch nur rudimentären Informatikunterricht in der Schule und jetzt habe ich unter Anderem Informatik studiert und bin Senior Developer. Alles easy, ohne Zwang

  3. *anderem 😉

  4. Wie war, wie war……
    Ich kann mich deiner Meinung da nur Anschlüssen.

  5. Zunächst einmal… Wir haben nicht DAS Kultusministerium, sondern 16 verschiedene Bundesländer mit 3 Senatoren und 13 Ministern. ;o))
    Und was wir in fast keinem Bundesland haben, sind hauptberufliche Admins, die sich um die PCs in Schulen kümmern. Hauptberufliche Admins würden nämlich vom Schulträger bezahlt, den Städten und Gemeinden.
    Während meiner Zeit im Schulelternrat hatten wir das Problem zuletzt an einer niedersächsischen Berufsbildenden Schule mit 150 PCs, die von einer sehr engagierten Lehrertruppe betreut wurde.
    Informatikunterricht müsste eigentlich fächerübergreifend erteilt werden; z.B. wie bewege ich mich im www. eher im Ethik-Unterricht
    Informatik sollte tatsächlich das Fach sein, in dem man alles über den PC, Tablet oder Smartphone lernt. Etwa wie man eine App programmiert. Dazu sollte es aber ein spezielles Studium für Lehrer geben.

  6. Lukas Pollmann says:

    Also bisher unterrichtete Informatik kein Informatik sondern oft nur wie man Office und Windows nutzt. Es wird weder programmieren, noch Grundlagen zu Hardware, Datenschutz und medienkompetenz beigebracht. Daher sollte es Sehr wohl Pflichtfach werden, so wie es schon lange an bayerischen Gymnasien ist und sehr wohl grundlegende programmier und Algorithmen Kenntnisse vermitteln, wie soll ich Datenschutz lehren, wenn die Leute zwar Die Systeme nutzen können, nicht aber verstehen wie sie funktionieren, was sie mit den Daten machen und warum das so gefährlich sein kann für meine Privatsphäre etwa.

    Wer aber nun sagt man braucht diese Grundlagen nicht, weil die jeder kann (was eindeutig nicht der Fall ist wenn ich mir die ganzen nicht Informatik Studenten an meiner Uni anschaue) und das ganze nur auf medienkompetenz reduzieren will, der hat das Grundproblem nicht umrissen. Sry aber von einem Tech Blogger wünsche ich mir, das er nicht nur abhängige User will sondern selbstständige und aufgeklärte Nutzer. Zudem ist programmieren nicht gleichzusetzen mit Software oder appentwicklung. Hier geht es um elementare Dinge, etwa wie funktioniert eine Suche oder was sind eigentlich Daten…

  7. Dickschwitz says:

    Ich selbst hatte meinen ersten Comp relativ spät, in Info ging es um unsinnige Dinge wie Pixel- und Vektorgrafik oder wie nutze ich ppt ohne den Steinzeit PC zu überfordern; dennoch war es mir möglich auch ohne ein solches Fach Medienkompetenz zu erwerben. Sowas passiert meiner Meinung nach auch von allein zuhaus.

  8. @Jon, du willst also kein Fach als Pflichtfach? Da kann ich nicht zustimmen, klar Recht auf freie Entfaltung okay schön und gut. Aber mal ganz ehrlich auch wenn ich zum Beispiel kein Freund von Mathe gewesen bin. Ich bin doch schon der Meinung das sowas zum Beispiel aufjedenfall unterrichtet werden MUSS, auch Erdkunde und Politik gehören zu den Themen die unterrichtet werden sollen, genauso wie Englisch und Deutsch.

    Ich wenn jedes Kind sich aussuchen dürfte was es lernen will hätten wir in 30 Jahren nur noch Picassos und Musiker eventuell ein paar Handwerker dazwischen.

    Klar sind manche Fächer ätzend und nerven die Kinder aber es gibt halt so Sachen da sollte jeder durch müssen! Und es gibt genug Beispiele im Netz, Fernsehen etc wo man denkt „denen hätten ein paar Jahre mehr Schule auch nicht weh getan.“

    Schönen Sonntag noch 🙂

  9. In meiner Schule (G8 Gymnasium Thüringen) wurde die Fächer „Medienkunde“ und „Informatik“ unterrichtet. Medienkunde sollte eine grundlegende Medienkompetenz vermitteln. Das Fach war in der 7. Klasse Pflicht für alle Schüler. Inhalte waren hauptsächlich Word/Excel/Powerpoint und die grundlegende Bedienung von Computern. Informatik war dann im Kurssystem ab der 11. Klasse wählbar, worüber ich gerade im Hinblick auf die mögliche Abiturprüfung in dem Fach sehr dankbar war. 🙂 Hier ging es dann um Sachen wie Verschlüsselung,Netzwerke, Grundlagen in Java, etc.
    Die Unterteilung fand ich sehr sinnvoll, auch wenn die Inhalte ausbaufähig waren. Z.B. kam, wie schon im Artikel erwähnt, das „richtige Verhalten im Internet“ meiner Meinung nach zu kurz.

  10. „Medienkompetenz“ ist sicherlich ein wichtiges Thema, sollte meiner Meinung nach nicht mit Informatik verwechselt werden. Ich finde, dass ein gewisses Grundverständnis für Informatik wichtig ist – also genau für solche Dinge wie „wie funktioniert ein Prozessor“ und „wie programmiere ich xy“ – damit ein Interesse an der Technik geweckt wird, versucht wird, die Funktionsweise zu verstehen und zu hinterfragen und das Tablet, Smartphone oder „die Cloud“ nicht mehr das große, magische Mysterium ist.

    Privatsphäre-Einstellungen sollten Kindern auch gezeigt werden, doch vielleicht sollte der Ansatz hier bei den Eltern liegen – und denen sollte zuerst einmal beigebracht werden, was es heißt, jeden Sch*** mit zu machen und zu posten.

  11. @Marco,

    ich verstehe deinen Punkt, stimme jedoch nicht zu. Wer hat das Recht einem anderen Menschen zu sagen, was er zu tun und zu lassen hat?
    Meiner Meinung nach ist das nur ein Diktat der Wirtschaft und ich persönlich finde es falsch, die freie Entfaltung des Menschen den wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen.

    Natürlich darf man die Umstände nicht vernachlässigen und natürlich ist das so zurzeit nicht umsetzbar. Aber selbst wenn es so kommen würde wie du es sagst, dann würde sich die Gesellschaft ganz einfach anpassen. Wo wäre das Problem? Es darf ja nicht vergessen werden, dass die Menschen die Gesellschaft prägen. Die Gesellschaft existiert ja nicht aus sich selbst heraus 😉

    Außerdem denke ich nicht, dass deine Einschätzung sehr Akkurat ist. Der Markt hat da noch ein Wörtchen mitzureden und irgendwo muss ja die Mathematik ja allgemein herkommen hehe

  12. Das Schlimme ist ja, dass die Materialien für Lehrer UND Eltern vorhanden sind. Mit der Initiative Klicksafe gibt es eine großen Fundus an diversen Unterlagen nebst Planungsunterlagen für den Unterricht. http://www.klicksafe.de Aber wenn der Lehrer nicht willig ist sich bspw. in den Ferien weiterzubilden, tja…

  13. Bräuchten Schüler nur das lernen, was sie wollen, würden sie auch lernen und nicht jeden 2. Tag „krank“ sein. Das Deutsche Schulsystem ist ein Parasit, den man leider nicht mehr los wird.

  14. Mithrandir says:

    @Jon: Hör‘ mir auf mit dem Wirtschaftsargument. Jeder Mensch unserer Kultur hat ein Mindestmaß an Allgemeinbildung nötig, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das, was du vorschlägst, würde die Gräben in der Gesellschaft nur noch tiefer werden lassen. Dann gäbe es kein „habe ich in der Schule schon mal gehört“, sondern nur noch „macht euren Kram alleine, ich bin frei“.
    Oder anders ausgedrückt: Es gäbe die Gelehrten, vielleicht das Bürgertum und die Bauern.
    Sowas hatten wir vor einigen hundert Jahren schon einmal. Aus heutiger Sicht nicht erstrebenswert.

  15. @Jon: Zum Glück ist das Schulsystem aufgrund seiner Unfähigkeit zum Wandel NOCH nicht der zitierte verlängerte Arm der Wirtschaft geworden. Und genau damit das so bleibt, müssen wir den Kindern logisches Denken (Mathe, Nat-Wiss), Argumentieren (Philo, Ethik) und kulturelle Toleranz (Deutsch, Fremdsprachen, Geo) beibringen.

    Aber da sind wir beim alten System-Problem: Diejenigen, die vom derzeitigen Stand profitieren sind halt auch diejenigen, welche es ändern müßten/könnten. Konkretisiert: Würden wir einen vernünftigen Ethik- und/oder Philosophieunterricht an den Schulen haben, würde ja keiner aktuelle Regierungen wiederwählen (was ja 50% der Bevölkerung eh schon nicht mehr tun).

    Fazit: Breitenbildung und das Bewahren einer gemeinsamen Kultur geht nur über die großartige Errungenschaft der Schulpflicht. Wie diese im einzelnen umgesetzt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.

  16. @Mithrandir,

    da lässt du in deiner Argumentationskette aber ein paar wichtige Schritte aus haha

    @Guntram,

    ich glaube du argumentierst ein wenig an meinem Punkt vorbei, es kann aber auch sein, dass ich das nicht genau genug ausgeführt habe. Ich bin allgemein nicht gegen die Schulpflicht. Es geht ja darum ob es Pflichtfächer geben sollte.
    Ein allgemeines Beispiel.
    Angenommen es gibt 20 Fächer und 15 müssen belegt werden. Ich denke, dass diese 15 Fächer frei wählbar sein sollten.
    Ich verstehe, dass du denkst, dass z.B. Logik gelehrt werden muss, aber ich denke, das ist eine relativ naive Sicht. Versteh‘ mich nicht falsch, ich bin der größte Fan von Logik und logischem Denken, aber ich sehe auch ein, dass es Menschen gibt, die in anderen Strukturen denken als in mathematischer Logik und dass das auch seine Berechtigung hat. Man sollte das einfach nicht wertend betrachten.

  17. Medienkompetenz =/ Informatik

    Das erste kann man in zig Fächern erreichen, das zweite ist gleichwertig zu den Naturwissenschaften und hat nichts mit Datenschutz bei Facebook o.ä. zu tun.

  18. Wolfgang D. says:

    Allgemeines Verhalten in der Gesellschaft oder im Straßenverkehr lernt man doch auch durch Abschauen als Kind von den Erwachsenen. Wenn erst die Zeit vorüber ist, wo die Eltern noch die Lernenden sind, hat sich das Thema von selbst erledigt.

  19. Wie hier schon mehrfach angedeutet wurde sollte der Begriff „Informatik“ abgegrenzt werden. Ich habe das Gefühl der Beitrag richtet sich eher in den Bereich Internet-Technologien. Dort wäre Medienkompetenz eher anzusiedeln als bei Informatik.

    Ich finde die Frage durchaus berechtigt, ob Informatik nicht weiterhin ein Wahlfach bleiben sollte und Medienkompetenz als Pflichtfach eingeführt werden sollte.

    @Jon
    Ja durchaus hast du Recht, aber nunmal ist es auch die Aufgabe unserer Generation die nächste auf das Leben vorzubereiten. In Anbetracht der Lage würde ich daher sagen, scheiß darauf was die Kinder wollen. 😉

    Ne ernsthaft. MK wäre durchaus wichtig in der heutigen eng vernetzten Welt. Kinder sind i.d.R. nicht soweit, dass sie weitreichende Entscheidungen sinnvoll treffen könnten (denn sie sind nunmal Kinder und somit oft naiv). Wahrscheinlich würden sie nicht einmal Mathematik machen wollen. xD

    PS: Will natürlich nicht abstreiten, dass unser Schulsystem nicht auch mal eine komplette Neuausrichtung nötig hätte.

  20. @Jon: Ich habe ja nicht behauptet, daß Logik mehr „Wert“ als andere Fächer hätte. Im Gegenteil. Musik sollte genauso Pflicht sein etc. Worum es mir geht ist, daß die Gesellschaft ein gemeinsames Fundament braucht (dies wird im Allgemeinen „Kultur“ genannt und beinhaltet mitnichten nur geisteswissenschaftliche Aspekte). Gerne auch im europäischen Rahmen. Mit dem derzeitgen Wahlsystem an den Schulen haben wir ja bereits erreicht, daß die „allgemeine Hochschulreife“ mit unterschiedlichsten Kompetenzen (nicht Inhalten!) erlangt wird und die Universtitäten erst Mal ein Jahr darauf verschwenden müssen, das Niveau einzustellen.

    Die persönliche Freiheit des Menschen (übrigens die Hauptargumentation der von Dir angeführten Wirtschaft für ihre sinnlosen Produkte) wird nicht dadurch gefährdet, daß ein nat-wiss-orientiert Mensch sich mit geisteswissenschaftlichen Inhalten auseinandersetzen muß und anders herum. Dabei muß natürlich das Maß gehalten werden (derzeit werden NatWiss stark überbewertet <- bin selber NatWiss – als kein Neidargument).

    Überleg Dir mal was eine solche gemeinsame Wissensbasis für den internationalen Dialog bedeutet. Hätten wir sowas z.B. auf europäischer Ebene, würden wir mit den Griechen z.B. ganz anders umgehen (weil wir uns mit ihnen durch die gemeinsame Kultur verbunden fühlen würden resp. nicht mehr aneinander vorbeireden würden)…denkst Du nicht?

  21. Wolfgang D – Kinder lernen heute auch in Schule und Kindergarten (und haben es auch schon vor 20,25 Jahren) wie man sich im Straßenverkehr verhält. 😉

    Wie sollen Eltern den Kindern denn Medienkompetenz beibringen, wenn sie selbst diese Medien überhaupt nicht nutzen? Das Thema kann sich in zwei, drei Generationen erledigt haben wenn wir den Kinder JETZT die Grundlagen beibringen. ICH als IT-Mensch bringe meinem Nachwuchs bei, wie er sich im Netz verhalten sollte. Meine Nachbarin aber, komplett unbescholten was Computer, Tablets und Smartphones abseits von Angry Birds angeht, versagt dabei total. Ihre Kids machen im Netz was sie wollen weil ihre Mutter ihnen nichts beibringen *kann*. Nicht einmal weil sie es nicht wollte. Und eben da ist die Schule gefragt. Wenn wir alle tolle Mathematiker, Archeologen, Germanisten und und und wären, dann könnten wir uns die Schule für unsere Kinder sparen, weil wir einfach alle Fächer selbst lehren. Ok, gute Pädagogen müssten wir dann auch sein. Da aber eben nicht jeder alles ausreichend beherrscht, lernen die Kinder die Basics in der Schule.

    Zum Thema: Es sollte ein Pflichtfach „Medienkompetenz“ geben und ein Wahlfach „Informatik“. So wie es Physik als Standardfach aber auch als vertiefendes Wahlfach gibt.

  22. Ich hatte in der Schule sehr guten Informatikunterricht. Das Fach konnte man freiwillig in der Mittelstufe und in der Oberstufe wählen. Wir erlernten die Basics (Office, Photoshop usw.), hatten auch etwas zu Medienkompetenz und fingen später an zu programmieren, was zwar „nur“ Pascal und später Maschinensprache war. Die Computer in der Schule werden jede 3-5 Jahre gewechselt.

  23. @Guntram,

    das hast du gut ausgeführt und ich gebe dir absolut Recht. Allerdings denke ich, dass das auch erreicht würde, wenn man ein Wahlsystem hätte in dessen Rahmen sich das was man lernen möchte zusammenstellen kann. Ich halte weiterhin nichts von Pflichtfächern, denn es geht ja gerade um einen „Kern“ und der muss nicht alles abdecken.

    „Die persönliche Freiheit des Menschen (übrigens die Hauptargumentation der von Dir angeführten Wirtschaft für ihre sinnlosen Produkte)“

    So meinte ich das nicht, allgemein wird der Lehrplan ja von den Kultusministerien vorgegeben, sprich von der Politik, aber diese ist natürlich abhängig von der Wirtschaft und versucht verständlicherweise in diesem Rahmen Schülern Fächer näher zu bringen, von denen sie denkt, dass sie einen Mehrwert bieten weil sie von der Wirtschaft nachgefragt werden, welche ja wiederum die Politik finanziert. Steuern und so..
    Das ist natürlich extrem vereinfacht dargestellt.

  24. Das es, heute mehr als früher, sinnvoll ist den Kindern Medienkompetenz beizubringen ist sicher unstrittig. Nur hat das wenig mit Informatik zu tun.

    Von daher halte ich es schon für vernünftig auch ein (Pflicht-)Fach Informatik zu haben, wo die Kinder Computer zu verstehen lernen. Und zwar nicht im Bezug auf konkrete Anwendungs-Software, sondern wie man die Dinger programmiert. Die kommende Generation wird zwar keine Probleme mit der Nutzung der Technologie haben, aber für viele bleibt sie sonst eine Blackbox.

    Das ist so ähnlich wie mit dem kochen. Wäre es gut, wenn die Kinder die Grundlagen der Lebensmittelzubereitung kennen? Oder reicht es, dass sie (nach Packungsanweisung) eine Pizza warm kriegen?

  25. Ich schließe mich Lukas Pollmann an. Wenn Informatik-Unterricht erteilt wird, dann sollte da auch Informatik drin stecken und das nach gewissen Standards. Ich habe an der Uni über mehrere Jahre Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte sowie Einführungsveranstaltungen für neue Studenten in den Studiengängen Informatik und Digitale Medien (Schwerpunkt Medieninformatik) mit gestaltet und teilweise auch geleitet. Es war echt haarsträubend wie unterschiedlich das Verständnis des Begriffs Informatik ausgeprägt war und wie der teilweise an den Schulen vermittelt wurde.

    Daher sollte an den Schulen grundsätzlich erst einmal zwischen Medienkompetenz und Informatik getrennt werden, weil das in dem Rahmen zwei völlig paar verschiedene Schuhe sind. Und dann muss Informatik ja nicht von A bis Z verpflichtend sein. Man kann das ja in einen verpflichtenden Grundkurs und einen freiwilligen weitergehenden Kurs aufteilen. Niemand muss verpflichtend ein perfekter Programmierer sein. Das ist man meist nicht mal nach 5 Jahren Informatikstudium. Aber ich bin genauso wie Lukas der Meinung, dass ein gewisses Grundverständnis davon wie Computer technisch ticken und wie Daten über Netzwerke übertragen werden vermittelt werden sollte, damit man auch weiß wovon da gesprochen wird, wenn es in den Nachrichten um digitale Agenda usw. geht und wenn irgendwelche Konzerne Daten von einem verarbeiten wollen. Aber auch damit man mal einen Eindruck davon erhält, was da so für ein Aufwand hinter steckt ein Programm zu schreiben, denn da wird ja gerne leichtfertig von Unwissenden alles Mögliche gegenüber Software-Entwicklern eingefordert.

  26. coriandreas says:

    Mal typisch Deutschland: Da wartet man Jahrzehnte lang, und auf den letzten Drücker, wo klar wird, dass diese Technologie bald alle Lebens- und Wirtschaftsbereiche dominiert, da wacht man jetzt auf, und jetzt muss alles mit der Brechstange durchgezogen werden.
    Dabei könnten wir damit dummerweise eine „Schwemme an Informatikern“ schaffen, die am Ende gar nicht mehr gebraucht werden, da die Technologie diese am ihrer Ausbildungszeit bereits überflüssig gemacht hat („Künstliche Intelligenz“, Artilects). Entsprechende Aussagen gibt es bereits (IBM: Watson). Man spricht davon, dass es ab 2018 möglich sein wird, Büro- und Computerarbeitsplätze ersatzlos zu ersetzen. Mit den Jahren danach natürlich umso deutlicher und flächendeckender. Und wenn wir diese kostensparende Technologie nicht einsetzen, dann wird Deutschlands Wirtschaft vom Konsumenten abgehängt, der sich dann doch für das billigere Produkt oder Dienstleistung entscheidet.
    Dieser Aktionismus wird sich als Rohrkrepierer erweisen.

  27. Reizhusten says:

    „ein (Pflicht-)Fach Informatik zu haben, wo die Kinder Computer zu verstehen lernen“

    Wenn es nur so wäre. Meine Kinder hatten die letzten Jahre am Gymnasium Informatikunterricht. Das vermittelte Wissen mäanderte zwischen Haarsträubendem wie „ordne diese Dateitypen der Größe nach: Word-Datei, Audio-Datei, Bild-Datei“ und Java-Programmierung. Das erstere wäre besser im Kasperletheater aufgehoben und das zweitere in einem freiwilligen Programmierkurs.

    „Internet-Technologien“ wäre schon besser, aber auf einer Ebene, die sich zwischen Therie und Praxis bewegt. Ich finde schon, dass man wissen sollte, was technisch passiert, wenn man in der Mail auf den Senden-Knopf drückt, welche Protokolle bemüht werden und mit welchen Sicherheitsproblemen diese möglicherweise zu kämpfen haben.

    Das heutzutage Vermittelte geht aber wohl oft schwer am Wichtigen vorbei.

  28. der andere Peter says:

    @Jon, bei dir klingt das immer so, als ob Schule und Bildung reiner Selbstzweck sind, den man aus Spaß betreibt. Dem ist aber nicht so, sie haben (neben der Persönlichkeitsreifung und -bildung) natürlich auch den Zweck auf das spätere (Arbeits-) Leben vorzubereiten. Und auch wenn du das anders sehen magst, es ist absolut wichtig und richtig, dass das so ist, schließlich muss jeder irgendwann einmal selbständig durch den Alltag kommen und seinen Lebensunterhalt verdienen können.

    Und da stößt die von dir propagierte freie Fächerwahl eben an Grenzen. Jeder sollte etwa die deutsche Rechtschreibung und Grammatik wenigstens halbwegs sicher beherrschen und sich angemessen ausdrücken können. Wer aber nie einen Deutschunterricht besucht hat, wird damit arge Schwierigkeiten haben. Und ein Bewerbungsanschreiben, das mit „Hey Alda ich wil Tschop bei dier!!! 😉 “ beginnt, landet eben nun einmal sofort im Papierkorb.

    Genauso ist Schulmathematik – im Prinzip ist das ja „Rechnen“ – absolut überlebensnotwendig. Egal wie sehr man damit auf dem Kriegsfuß steht, soweit dass man im Supermarkt die Preise vergleichen, an der Kasse das Wechselgeld zählen und seinen Kontoauszug lesen kann, sollten die Kenntnisse dann schon reichen.

    Oder der Schulsport. Wenn der freiwillig wäre, würden genau die Kinder die ihn dringend nötig hätten, garantiert nicht daran teilnehmen.

    Die Liste lässt sich problemlos fortsetzen: Fremdsprachen (wir leben in einer globalisierten Welt, etwas Englisch sollte man da schon können), Gesellschaftswissenschaften (wie soll man ohne diese ein mündiger Mensch werden?), Naturwissenschaften (deren Bedeutung zweifelt außer ein paar religiösen Fundis ja wohl wirklich niemand an), usw.

    Das hat also schon seine Richtigkeit, dass man zu seiner ALLGEMEIN-Bildung ein Stück weit gezwungen wird. Sich nach Interessenlage spezialisieren kann man dann ja im Studium oder bei der Ausbildung.

  29. @Jon: Schön. Dann sind wir uns letztenendes doch einig ;-)! Ich würde es grundsätzlich auch einfach so organisieren: Normale Schule am Vormittag und AGs dann am Nachmittag. Da kann dann auch gerne Sport etc. mit rein – eben zur Unterstützung der individuellen Entfaltung.
    Daß das Schulsystem eine Grund-Renovierung braucht (vor allem allerdings die Inhalte), ist davon abgesehen ja sowieso klar. Und Bildung sollte Bundesangelegenheit (oder gar Europa) werden. Spart Geld und Nerven.

    @Titus: Sehr gut! Das ist genau mein Punkt. Wir umgeben uns mit Technologie von der wir zunehmend abhängig sind und wissen zum größten Teil überhaupt nicht, wie sie funktioniert. Die entsprechende Zukunft liest man doch allerortens in den SciFi-Romanen!

  30. @Guntram, zweiter Teil,

    so war es doch in der Geschichte der Menschheit schon immer. Frag mal jemanden da draußen, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert.
    Ich selber sehe das auch nicht so kritisch, ich denke anwenden reicht in vielen Fällen aus.
    Oft ist es nur die Arroganz der Wissenden, dass sie das eigene Wissen als Allgemeinwissen abgrenzen wollen.
    Im Fall von Informatikern (ich bin selber einer) ist das eben das Wissen, wie Computer funktionieren. So geht es in jedem Fach, egal ob Jura, Maschinenbau oder Medizin.
    Völlig unnötig – deshalb finde ich auch die Frage nach einem Pflichtfach Informatik allgemein auch absurd.
    Stelle dem Durchschnittsinformatiker einmal ein paar Fragen zu Politik oder Geschichte..

  31. Wenn ich die Qualität meiner erst kurze Zeit zurückliegenden Schulzeit berücksichtige, ist es vielleicht sogar besser, dass Medienkompetenz nicht in der Schule gelehrt wird.

  32. The Observer says:

    @Michael Kroll: Meinst du, wenn du in der Schule keinen Deutschunterricht genossen hättest, würdest du das ausgesprochen komplizierte Wörtchen, „wahr“, richtig schreiben? Oder warst du in Deutsch immer Kreide holen?

  33. @Jon: Du bist doch das beste Beispiel dafür, weswegen Spezialistentum nicht gefördert werden sollte.

    Der bessere Teil des deutschen Bildungssystens (lese: die Gymnasien) ist im internationalen Vergleich absolut konkurrenzfähig. Warum? Aufgrund der breiten Allgemeinbildung, die vermittelt wird. Schau dir doch an, wozu frühe Spezialisierungen in England oder den USA geführt haben.

    Abgesehen davon kann es doch niemand, der sich ernsthaft mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinandersetzt, für gut befinden, dass nicht ein Mindestmaß an Deutsch, Mathe oder Philosophie gelehrt wird. Wenn Abiturienten keinen Dreisatz hinbekommen, ist das schlimm. Wenn Realschüler keinen Ausbildungsplatz bekommen, weil sie keinen Satz fehlerfrei schreiben können, ist das eine Katastrophe.

    Und wie will man ernsthaft mit Naturwissenschaften in Kontakt kommen, wenn nicht an der Schule? Das ist doch die altbekannte Erziehungsdebatte. In welchem Umfang muss man Kinder zu ihrem Glück zwingen, viele Dinge auszuprobieren? Besser zuviel als zuwenig. Das ist zumindest meine Überzeugung.

    Und wenn man dann eben unbedingt Informatik studieren möchte (oder eine Ausbildung in dem Bereich macht), dann kann man in Deutschland wenigstens in der Theorie einigermaßen fehlerfrei schreiben. Und das zusammenrechnen der Credit points schafft man dann sogar auch noch.

    Also bitte erst denken, dann schreiben. Aber auch das sollte man eigentlich in der Schule gelernt haben…

  34. ganz einfach, schulen sollen den schülern den start in die zukunft ermöglichen. wenn man im jahr 2014 eben geld mit der informatik verdient, dann wäre es das aller sinnvollste das als fach zu nehmen

  35. Wolfgang D. says:

    Den Internetführerschein fordere ich ja seit ewigen Zeiten. Von daher muss auf jeden Fall sowas wie „Verhalten im Onlineleben“ an Schulen gelehrt werden. Analog zum Aufklärungsunterricht, oder der Verkehrserziehung.

    Dagegen möchte die Industrie schlüsselfertige kleine Programmierer – was nicht die Aufgabe allgemeiner Bildung ist. Die Schule soll den Blick weiten, Arbeitsroboter wird man noch früh genug.

  36. @Geronimo das ist schon mal ein Anfang auch wenn dort zu, Großteil nur die absoluten Basics angesprochen werden.

    Der CCC bietet hat das Projekt Chaos mach Schule http://ccc.de/schule auf die Beine gestellt, das ist eigentlich näher dran an der Materie.

  37. @Michael,

    „@Jon: Du bist doch das beste Beispiel dafür, weswegen Spezialistentum nicht gefördert werden sollte.“

    – Ich kann dir nicht folgen. Was meinst du?
    – Davon abgesehen, klingt das so, als meinte ich, dass ich Schülern die Wahl lassen wollte, gar nichts zu lernen. Das ist nicht so – siehe oben.

    @der andere Peter,

    „Und auch wenn du das anders sehen magst, es ist absolut wichtig und richtig […]“

    – Mh, und woher hast du diese Information?
    – Wie ich oben schon geschrieben habe, denke ich nicht, dass Schüler die Option haben sollten, gar nichts zu lernen, ich denke nur, dass sie den Lehrplan noch weiter auf ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen können sollten.

  38. @Jon: ich glaube, auch wenn die Idee ganz gut ist, dass es in dem jetzigem Wirtschaftssystem eine komplett unrealistische und realitätsferne Option ist.

  39. @tapsi2308: Du darfst Wirtschaftsystem ruhig ohne Wirtschaft schreiben. Unsere Regierung vertritt ja zuvörderst deren Interessen und richtet sich unhinterfragend an deren Maßstäben aus.

    @ste: Bist Du der Wirtschafts-/Regierungsvertreter von dem Jon schreibt? Wofür brauchen wir dann noch Fächer wie Deutsch, Kunst, Sport, Fremdsprachen, Ethik, Religion, … (mal abgesehen von denen, die das entsprechende Fach später auf Lehramt studieren wollen, um dann damit „Geld zu verdienen“=) ?

    @Wolfgang D., @Jon(gestern abend) : Funktionsweise von Maschinen verstehen heißt doch nicht, daß man ein professioneller C-Programmierer sein muß? Es gibt Projekte wie Scratch und einfache – und vor allem schnell zum sichtbaren Erfolg führende – Programmiersprachen wie JavaScript (bitte keine Grundsatzdiskussion, ob das nun wirklich eine Programmiersprache ist) anhand derer man lernt, WIE ein Computer denkt und arbeitet (Stichwort Algorithmus). Dieses Wissen halte ich für absolut essentiell im Umgang mit den BlackBoxes, die uns im Alltag umgeben. (Ist natürlich nicht gewollt von Apple und Co., die ihre Nutzer ja auf weitestgehende Abhängigkeit trimmen)

    Ein derartiges grundlegendes (und eben nicht oberflächliches à la PowerPoint) Wissen hat man ja im Normalfall auch in den von Jon angeprochenen Fächern wie z.B.

    -Jura (man kennt die Prioritäten Europa>Staat>Land>Kommune etc. und hat gesehen, wie Juristendeutsch aussieht),
    – Maschinenbau (man kennt die (oder weiß von deren Existenz) Gesetzmäßigkeiten der Mechanik, Strömungslehre etc.
    – Medizin (man kennt den Aufbau des Körpers, die Interaktion der Organe, Immunsystem, etc.)

    @Jon: Mir fällt gerade die grundlegende Frage ein, WARUM Du die Schulbildung eigentlich einfacher (jeder macht das, was ihm liegt) für die Leute machen willst (obwohl sie bereits durch politischen Druck gründlich an Niveau verloren hat)?
    Im Prinzip ist es doch auch eine wichtige (wenn nicht sogar wahnsinnig wichtige) Erfahrung, daß man etwas NICHT kann (es gibt ja z.B. genügend Pseudo-Naturwissenschaftler denen diese Erkenntnis fehlt)? Ganz abgesehen davon, daß man das zu Schulzeiten vielleicht einfach auch noch nicht weiß?
    Würde mir eine Abstimmung dazu wünschen: Wer von uns hat NACH der Schule (oder spätestens in den letzten beiden Jahren) seine Meinung über ein paar Fächer nicht doch revidiert?

  40. Jon: Das Leben ist aber nun mal kein Wunschkonzert, der Staat hat sich nicht umsonst sowas wie ein Grundgesetz ausgedacht. Und das man im Leben, wohl in der Schule als auch später im Berufsleben, damit konfrontiert wird, Sachen machen zu müssen, die mal mehr und auch mal weniger Spaß machen, ist eben Tatsache. Da kannste mit deiner „freien Entfaltung“ zu Hause bleiben. Guck dir doch die Jugend von heute an, die nicht mal mehr einen geraden Satz schreiben kann…

    Die Leute, die Lehrpläne heutzutage erstellen sind ja i.d.R. Menschen einer Generation, die wie Frau Merkel gerade mal „Neuland“ mit dem Internet entdecken und von Tuten und Blasen bzgl. Internet, Social Media und Co. wenig bis 0 Ahnung haben. Klar, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Aber als Eltern sollte ich wohl auch etwas mehr wissen, außer dass das eckige Geräte da „dem Papa gehört und ein Computer ist“.

  41. @tapsi2308,

    gar keine Frage, da hast du Recht – das habe ich weiter oben auch schon betont.

    @Guntram,

    „Dieses Wissen halte ich für absolut essentiell im Umgang mit den BlackBoxes, die uns im Alltag umgeben.“

    – Ich stimmt dir absolut zu, das heißt aber nicht, dass man jemanden zwingen sollte, sich damit zu beschäftigen. Das klappt meiner Erfahrung nach auch so. Und der, den das gar nicht interessiert, nimmt auch aus dem Informatikunterricht nichts mit. Ich habe neben Informatik auch Architektur studiert – viele dort hatten Informatik und Mathe als Grundkurse und wissen n i c h t s auf dem Gebiet. Ob sie das brauchen oder wissen sollten – keine Ahnung. Aber scheinbar funktioniert das mit dem Zwang nicht so gut.

    Ansonsten hast du natürlich mit dem zweiten Part auch Recht. Das ist ja wie weiter oben schon jemand erwähnt hat ein Grundsatzproblem: Inwieweit sollte man Kinder zwingen Dinge zu tun, weil man weiß, dass es in deren Zukunft positive Auswirkungen haben wird.
    Ich bin sicher kein Freund der antiautoritären Erziehung, aber ich denke, mit Vernunft und Einsicht kommt man weiter als mit Zwang. Nur muss man sich dann eben auch mal selber mit den lieben Kindern beschäftigen und sie erziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Kinder kein Interesse an Informatik haben werden – einfach weil ich es ihnen vorleben werde. Das ist eben nicht Aufgabe der Schule, die das erzwingt, sondern Aufgabe der Eltern, zu erklären, warum das gut ist. (Das soll n i c h t heißen, dass ich dir unterstelle, dass du das nicht tust!)

    @Sabrina

    siehe oben. Kümmern und erziehen und so.
    Aber auf der anderen Seite – warum sollte das Leben kein „Wunschkonzert“ sein? Alle sagen immer, dass es so ist aber niemand kann mir argumentativ belegen, warum das ein guter Zustand ist.
    Ich habe mein ganzes Leben lang nur das gemacht, was ich wollte und mir gehts top..

    @Allgemein,

    das einzige Argument, das ich in dem Bezug gelten lassen würde ist die Undurchlässigkeit der Gesellschaft und die Tatsache, dass es ungebildete Eltern gibt, die ihren Kindern das nicht vermitteln können – ohne das zu bewerten, es ist ja immer wie es ist und das hat Ursachen.
    Aber wie oben schon mehrmals geschrieben, bin ich ja nicht dafür, die Schulpflicht abzuschaffen

  42. @Guntram,

    „Ist natürlich nicht gewollt von Apple und Co., die ihre Nutzer ja auf weitestgehende Abhängigkeit trimmen“

    – Das kann ich so nicht stehen lassen (großer Fan hahaha).
    N i e m a n d macht es Menschen so leicht, Entwickler zu sein. Apple stellt eine hervorragenSTE Entwicklungsumgebung (Xcode) und zehntausende Seiten, ja sogar bebildert – Schritt für Schritt, Anleitung bereit um zu lernen wie man Apps etc. schreibt. Sie haben vor ein paar Monaten Swift vorgestellt – eine neue Programmiersprache für iOS und MacOS – die hervorragend dokumentiert ist und sehr viel einfacher zu erlernen als Objective-C – kostenlos.
    Das Apple Dev Programm ist auf dem Gebiet das beste, was ich bisher gesehen habe und zum lernen komplett kostenlos.

    Ich streite nicht ab, dass auch Apple fehler macht, aber dass sie Nutzer nicht ermuntern zu programmieren ist nicht akkurat.

  43. Die Deutschen, denken immer noch in Fächern. Und viele denken immer noch, dass man in Informatik „den Umgang mit dem Internet und so“ lernt.

    Es gibt Schulen, die den fächerübergreifenden Unterrichten schon ganz gut vorantreiben. Und da lernt man in einer vernünftigen Schule ganz automatisch, wie man mit Excel umgeht (um die Ergebnisse aus dem Versuch zu erfassen und auszuwerten), wie Word funktioniert (zum Zusammenfassen der Ergebnisse), Powerpoint (um die Ergebnisse den anderen zu präsentieren), wie man im Internet Informationen sucht (um die Ergebnisse zu validieren), …

    Medienkompetenz entsteht in allen „Fächern“, die ich so wie an unseren klassischen Schulen gelehrt, überholt halte. Und schon können die Kinde sich sicher im Internet bewegen, es muss nur einfach zum Alltag im Unterricht gehören, wie früher der Rechenschieber und die Logarithmentafel oder später der Taschenrechner.

    Dazu darf es gerne Informatik als Fach geben, es gibt ja auch Mathe. Hilfswissenschaften, mit denen man sich in Grundlagen auskennen sollte. Was Grundlagen sind, dürfen dann gerne die Ministerien in ihren Lehrplänen festlegen.

    Zugegeben, Traumschulen, und es gibt viel zu wenige davon. Aber die Umfrage zum Thema „Pflichtfach Informatik“, ohne dass man weiß, was die befragten sich darunter vorstellen, beweist doch, dass eine andere Schlüsselqualifikation nicht erlernt wurde: Erheben von Statistiken.

  44. Ich gehe momentan noch in die elfte Klasse und muss sagen, dass deine Forderungen mMn schon lange erfüllt werden.

    Wir hatten ITG in der 6. Klasse und haben die PowerPoint und Word Basics beigebracht bekommen, fächerübergreifend mit Deutsch (z.B. Verben markieren, Autoren präsentieren). Auch was hier als „Medienkompetenz“ proklamiert wurde. Und das ist auch schon ein Weilchen her.

    Durch die verpflichtenden Präsentationen wird auch jeder ein Stück weit gezwungen, sich mit Präsentations- und Textverarbeitungsprogrammen auseinanderzusetzen.

    Ich persönlich hätte an das Fach „Informatik“ also andere Anforderungen, vor allem wenn man bedenkt, dass Religion, Musik, Deutsch (sogar vierstündig) und „Bildende Kunst“ auch in der Oberstufe immer noch Pflichtfächer sind; während an meiner Schule nur mit Glück ein Informatik-Zweistünder angeboten wurde. Fakt ist, dass Informatik wahrscheinlich der Wirtschaftszweig des 21. Jahrhunderts schlecht hin ist. Deshalb ist es unverhältnismäßig und kurzsichtig, dieses Fach in den Schulen so stiefmütterlich zu behandeln.

  45. DieMathematik says:

    „Ebenso ist es nicht in Ordnung, wenn den Kindern Office-Formatierungen mit einer Office-Version beigebracht bekommen, die man in der freien Wildbahn überhaupt nicht mehr antrifft.“

    In der Tat. Man arbeitet hier mit Windows Computern und Microschrott Office, das nutzt kein Schwein später mehr.

  46. @DieMathematik: Vielleicht etwas weniger platt: Die Office-Version, die man in der Schule lernt wird man im Beruf nicht wieder benutzen (es sein denn man landet im Bildungsministerium :D). Von daher ist das auch wurscht, welche Version man einsetzt – insofern man den Schülern beibringt, sich selbst zurechtzufinden. Dann kann man nämlich auch gleich freie Software verwenden.

    Daß die Versionswechsel bei Microsoft auch nicht von jedem Benutzer verkraftet werden, hat man ja bei vielen Behörden schon mitbekommen…

  47. [veryOfftopic]
    @Jon: Der Apple-Seitenhieb bezog sich vor allem auf die Unfreiheit der Normalnutzer (offiziell natürlich zu derem Schutze). Als Programmierer kannst Du für Apple aber eben auch nicht alles programmieren, was Du willst, da als einziger Kanal deren zensierter App-Store existiert und nicht wie z.B. bei Android immerhin die Möglichkeit durch einen Klick auch andere Softwareinstallationen zu ermöglichen (ohne root etc.). Siehe Richard Stallman bzgl. Steve Jobs.
    [/veryOfftopic]

  48. @Petra

    „Und was wir in fast keinem Bundesland haben, sind hauptberufliche Admins, die sich um die PCs in Schulen kümmern. Hauptberufliche Admins würden nämlich vom Schulträger bezahlt, den Städten und Gemeinden.“

    Stimmt so nicht. Zumindest in Niedersachen ist es aktuell so, dass „hauptberufliche Admins“ – auch an BBSen – eigentlich nicht vorgesehen sind. Die Admins die es aktuell an niedersächsischen (Berufs-)schulen gibt werden vom Land bezahlt und sind in der Regel befristet angestellt. Die Befristung liegt zwischen einem und drei Jahren – dann ist Schluss. Ich kenne noch ein paar Ausnahmen, bspw. gibt es an einigen BBSen noch Admins die aus Mitteln der „Medienoffensive“ über sind, deren Stellen existieren zwar eigentlich nicht mehr wirklich, jedoch dürfen/können diese auch nicht so einfach abgekündigt werden. Der Topf der Medienoffensive ist inzwischen leer, IdR werden diese aktuell aus den Personaltöpfen der jeweiligen BBS bezahlt (Landesmittel), und diese Mittel werden im „Finanzausgleich“ zwischen Land und Kommunen je nach Verhältnis zwischen 40-60% von den Kommunen ans Land rückausgeglichen.

    Einig ist man sich zwischen Kommune und Land das etwas passieren muss, Gespräche dazu werden seit mindestens 2006 geführt, jedoch wird der „schwarze Peter“ gerne dem jeweils anderen ‚rübergeschoben. Soll heißen, ohne eine entsprechende „Gegenleistung“ des jeweils anderen werden weder Kommunen noch das Land Stellen schaffen.

    Als Hauptproblematik wird gerne angeführt welcher „Natur“ der Admin denn ist – kümmert er sich primär um die Unterrichtsversorgung (Klassenraum-PCs, Software, Multimediaboards, Schulungsräume, pädagogisches Netz…) und/oder ist unterstützend für den Lehrkörper tätig (angeführt wird der Vergleich zum Schulassistenten – Landesangestellter) so ist dies eine Landesaufgabe, da Bildung Ländersache ist. Kümmert er sich jedoch (auch) um die IT der Schulverwaltung (die in Art und Umfang nicht zu unterschätzen ist), und das Netzwerk an sich (Switche, Kabelverbindungen, TK-Anlage, WAN-Strecken…etc.) so sichert er die „Grundversorgung der Liegenschaft“ (angeführt wird der Vergleich zum Hausmeister – Kommunalangestellter). In der Praxis kümmert er sich um beides, aber so etwas ist in der Wahrnehmung der Fachdienste, Schulbehörden und Entscheidungsträger nicht vorgesehen.

  49. @theced7

    Dann hast du eine der von mir beschriebenen Traumschulen erwischt, herzlichen Glückwunsch. Ich sehe aber bei unseren Auszubildenden, dass das nicht der Normalfall ist.

    Ich gebe Dir Recht, dass, wenn bildende Kunst ein Plfichtfach ist, und das ist es in manchen Bundesländern, nicht einzusehen ist, warum es Informatik nicht ist. Auf der anderen Seite ist es Pädagogik (in meinem Bundesland) auch nicht, und bei mir war es Kunst auch nicht. Dafür hatten wir einen normalen Grundkurs Informatik, der allerdings, ebenso wie Mathematik als Hilfswissenschaft, die Naturwissenschaft in der Oberstufe nur ergänzen konnte, nicht aber ersetzen. Das fand ich sehr vernünftig, weniger vernünftig fand ich, dass Mathe Pflicht ist, Informatik nicht.

    Wir hatten neben dem Grundkurs auch einen Leistungskurs, und da wir einen fähigen und engagierten Lehrer hatten, war das durchaus zu gebrauchen. Grundlagen in Algorithmen und der Objektorientierung hat der Kurs sehr gut vermittelt, am Ende war die Einführung in die Informatik an der UNI ein Witz, ebenso wie die erste Analysis Vorlesung, die für mich Wiederholung war.

    Aber so ist das in Deutschland: Abitur ist nicht vergleichbar. An anderen Schulen hat niemand den Umgang mit Office gelernt, hatte keine Möglichkeit des Info-LKs, und der Mathe-Kurs (im Notfall nur Grundkurs) hat nicht auf die UNI vorbereitet. Diese Studenten können dann vielleicht Latein, wiederholen aber die Analysis-Prüfung im 2. Semester noch mal, und lernen an der Volkshochschule, wie man mit Word (oder besser gleich LaTex oder Open Office) eine wissenschaftliche Arbeit schreibt.

    Die Probleme löst auch die Forderung nach einem Pflichtfach Informatik nicht.

  50. Ich fände es sinnvoll, wenn jeder einmal programmiert hat. Das Programmieren erfordert eine sehr besondere Denkweise und bietet Raum für viele kleine und große Erfolgserlebnisse, die einem dem Schrecken vor der Technik nehmen können.

    • Wolfgang D. says:

      Ich fände es dagegen sinnvoller, wenn alle richtig lesen und schreiben könnten, und wenigstens soviel technisches Grundlagenwissen haben, dass sie nicht auf die Idee kommen, den Hamster in der Mikrowelle zu trocknen. Und ein humanistisches Wissen, um Kaiser Wilhelm nicht für einen guten Mann zu halten.

      Es bleibt dabei, eine frühe Spezialisierung ist nicht sinnvoll. Es sei denn, man führt für Schüler Ganztagsschule mit zwanzig Stunden ein. Die Industrie könnte ja die Lehrerstellen bezahlen, wenn sie schon keine Lust haben, selber auszubilden.

  51. @Wolfgang D.
    Und auch an dieser Stelle hängt es im Moment einfach zu stark von der Schule ab, an der man ist, bzw von den Lehrern, die man so abbekommt. In NRW ist Geschichte und Sozialwissenschaften Pflicht, bis in die Oberstufe, da kommt man, auf dem Weg zum ABI, nicht dran vorbei. Deutsch ist ebenso Pflicht. Wenn aber der Lehrkörper Lesen und Schreiben nicht vermitteln kann, dann hilft die Pflicht gar nichts, dann können die Schüler es eben nicht.

    Warum gehört Informatik aber nicht genau so zur breiten Allgemeinbildung, wie Deutsch, Mathematik, Geschichte, Sozialwissenschaften? Das sind alles bereits Pflichtfächer.

    Wie gesagt, ich bin kein Freund von Fächern, ich sähe unsere Schüler gerne viel stärker projektbezogen arbeiten. Dabei können sie gerne lernen, dass Kaiser Wilhelm kein guter Mensch war, wie man programmiert, wie man mit Medien umgeht, wie man Englisch spricht, ich könnte unendlich weiter auflisten.

    So lange aber die Qualität der Lehrenden nicht überprüft wird und die Ausbildung der Lehrenden auf einen akzeptablen Stand gebracht wird, so lange man über G8 oder G9 diskutiert, ohne sich ernsthaft mit den Lehrplänen auseinander zu setzen, so lange man über ein Pflichtfach Informatik nachdenkt, ohne sich darüber Gedanken zu machen, um was es in diesem Fach konkret gehen soll, ohne, dass man ansatzweise Personal für eine solche Aufgabe hätte, hängt es für jeden Schüler sehr stark davon ab, an welcher Schule er landet. Was sein Abschluss ihm praktisch bringen wird (mal vom NC abgesehen), beeinflusst weniger ein Ministerium oder seine Fächerwahl, als die Fähigkeit der Lehrkräfte.

    Und da kann der Schüler Glück haben (dann kann er irgendwann Lesen und Schreiben, hat eine ausreichende humanistische Grundbildung und weiß, wie so ein Computer funktioniert), oder er hat Pech, und muss das alles in Ausbildung oder Studium selbst lernen. Vielleicht wird er ja auch Lehrer, dann muss er davon gar nicht so viel lernen, was umso tragischer ist, da dieser verkorkste Schüler später unseren Kindern dann immer noch nichts beibringen kann.

  52. Wolfgang D. says:

    Die Frage ist doch eher, wie jemand, ohne die beschriebenen Fähigkeiten erworben zu haben, an einen Abschluss kommt. Wenn man so einige Bewerbungen sieht… Immerhin, selbst gemacht.

  53. @Wolfgang D.
    Sehr richtig, und auch hier besteht das Problem, dass auch die Prüfungen nicht vergleichbar sind. Was nutzt ein Zentral-ABI, dass die Lehrer selbst korrigieren und bewerten? Was nutzt es, wenn nur die Abschlussprüfung überhaupt vergleichbar ist, der Weg dorthin aber nicht? Als Ausbilder oder UNI hat man keine Ahnung, was es heißt, dass ein Schüler ABI hat. Das ist auch ein Grund, warum man an vielen UNIs nicht mehr davon aus geht, dass die Studenten wissentschaftliche Arbeiten verfassen können, wissen, was die erste Ableitung oder ein Median, geschweige denn, was ein Vektor ist, oder eine Matrix, wann der zweite Weltkrieg war, und welche Parteien daran beteiligt waren. Es gibt UNIs, die Englisch-Eingangsprüfungen auf dem Niveau einer neunten Klasse durchführen, und deutlich mehr als die Hälfte der Studenten ablehnen müssen.

  54. Ich hatte Informatik als Pflichtfach in der 9. und 10 Klasse. Die Inhalte würde man heute eher als Medienkompetenz beschreiben. In der 11. bis 13. Klasse hatte ich dann richtige Informatik als Wahlfach – Programmierung und viel Theorie.

    Wenn man Medienkompetenz zum Pflichtfach macht, dann sollte es möglichst früh unterrichtet werden. Wenn man erst in der 9. Klasse damit anfängt, langweilen sich einige Schüler zu Tode und andere verstehen gar nichts. So war das nämlich damals bei uns – in den 90er Jahren.