Twitter-Update ermittelt vom Nutzer installierte Apps unter Android und iOS

Die Twitter-Apps für Android und iOS werden Twitter bald darüber informieren, welche Apps Ihr so auf dem Smartphone installiert habt. Das klingt vielleicht tragischer als es eigentlich ist. Unter Android sieht es so aus, dass Apps generell erfahren können, welche anderen Apps auf dem Gerät installiert sind. Dies muss lediglich in den Nutzungsbedingungen der App vermerkt sein, um Googles Richtlinien zu entsprechen. iOS-Apps können keine komplette Liste installierter Apps abrufen, es kann aber auf anderen Wegen erfahren werden, welche Apps sich auf dem Gerät befinden.

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iOS-Entwickler können iOS-Geräte jederzeit anpingen und eine Liste aller aktuell geöffneten Apps abrufen. In regelmäßigen Abständen ausgeführt, könnte sich diese Methode sogar als effektiver erweisen, da keine „App-Leichen“ mit aufgeführt werden. Außerdem kann eine App gezielt nach der Installation anderer Apps suchen. Twitter könnte so zum Beispiel in Erfahrung bringen, ob ein Twitter-Nutzer auch Tumblr installiert hat. Oder nach bestimmten Musik-Apps suchen. Egal auf welchem System, die Daten der Apps werden nicht weitergegeben. Es erfolgt lediglich die Information, welche Apps vorhanden sind.

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Laut Re/Code wird es sich bei Twitter um ein Opt-Out-Feature handeln. Das heißt Ihr sendet Eure Informationen bis Ihr sie in den Einstellungen deaktiviert. Ein Opt-In-Verfahren wäre wünschenswerter, aber immerhin lässt sich die Option deaktivieren. Für Twitter können diese Informationen, gerade wenn man an den Bereich der Werbung denkt, Gold wert sein. Aber auch für den Nutzer könnte sich das Feature praktisch sein. Je mehr Twitter über den Nutzer weiß, desto besser kann die Personalisierung erfolgen, sei es in Form von Vorschlägen die Erweiterung des eigenen Netzwerks oder auch an Inhalten, die Twitter ja auch vermehrt von Menschen in die Timeline spülen will, denen man selbst gar nicht folgt.

Facebook sammelt übrigens auch Daten über installierte Apps, allerdings nur über solche, die das Facebook SDK nutzen. Bei Facebook werden diese Daten für Werbung genutzt, beziehungsweise um Werbung effektiver zu verteilen. Facebook kann prüfen, ob eine bestimmte App mit Facebook SDK installiert ist und somit gezieltere Werbung ausliefern.

Das Update wird heute für iOS verteilt und soll nächste Woche für Android erscheinen. Twitter wird nach dem Update eine Benachrichtigung – mit der Möglichkeit direkt in die Einstellungen zu gelangen – anzeigen, die über die neue Sammelleidenschaft von Twitter informiert. Werdet Ihr diese Option aktiviert lassen, oder gehen Eure installierten Apps niemanden etwas an?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. Wenn ich Dich richtig verstehe, Sascha, beziehen sich Deine Ausführungen ausschließlich auf mobil genutztes Twitter und nicht, wenn man – wie ich – Twitter ausschließlich in der Browser-Version nutzt.

    Sehe ich das so richtig?

  2. Spyware. Ein ähnliches Verhalten hatten auch mal bestimmte Apps von der Telekom.

  3. Das machen leider viele Apps,, und auch noch andere Schnüffeleien, deshalb nutze ich auf dem Tablet auch nur die mobilen Webseiten von Twitter und facebook im Chromebrowser.

  4. Es wird immer wiederlicher…
    Was geht die Firma an, welche Apps ich auf meinem Gerät habe?

  5. Wie und wo kann man das deaktivieren?

  6. Und da bin ich wieder froh, Root und Xposed Framework mit Xprivacy zu haben. Bei mir wird jeder App, die nicht wissen muss, welche Apps ich installiert habe, vorgegaukelt, ich hätte keine anderen Apps installiert.

    Abgesehen davon nutze ich eh eine andere App für Twitter. Deren eigene App taugt für mich nichts.

  7. Twitter wird immer unsympathischer. Zuerst hungert man alternative Clients aus und nun spioniert man die Kunden aus. Es Lassen sich sicher herrliche Rückschlüsse ziehen wenn man alle installierten Apps auswerten kann. Welche Geräte hat der User (Sonos, Chromecast,…), wo kauft er ein (Amazon, Supermärkte,…), wie steht es um die Gesundheit (App zur Erinnerung an Medikamenteneinnahme, Insulin-Erinnerungsapp,…).

  8. Sorry aber ich verstehe diese „ist ja nicht so schlimm, hat nur Vorteile und machen andere ja auch“ Argumentation im Artikel nicht bzw finde sie furchtbar.

    Seid ihr so naiv oder glaubt ihr wirklich an den Marketing Bullshit der Big Data Apologeten?

    Tut mir echt leid, aber ich habe leider selten einen so unreflektierten Bericht über ein datenschutzrechtliches Thema gelesen wie diesen hier.

  9. Wenn überhaupt, dann Opt-In. Solange nichts senden bis ich es will …

  10. > Aber auch für den Nutzer könnte sich das Feature praktisch sein.
    > Je mehr Twitter über den Nutzer weiß, desto besser kann die
    > Personalisierung erfolgen,

    Ist nicht dein Ernst. Mit der Logik kann man jegliches Ausspionieren durch Firmen rechtfertigen. Bzw. das tun die Firmen ja auch, dachte nur nicht dass das jemand wirklich so sieht 🙂

  11. Alternativ-Client für Android: Fenix.

  12. Opt-Out … bevor man in den Einstellungen ist, wurde dann bestimmt schon die Liste mit den aktuell installierten Apps an Twitter geschickt. Da bringt das Opt-Out überhaupt nichts. Die Standard-Apps auf den Handy kennt Twitter damit dann und die ändern sich auch nicht so oft. Oder wird bei einen Opt-Out dann auch die gespeicherte Liste auf deren Server gelöscht? 😉

  13. next deinstall please

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