Twitter: Drittanbieter-Apps offiziell nicht mehr erlaubt

In der vergangenen Woche gab es immer wieder Probleme mit Nutzern von Drittanbieter-Apps für Twitter. Das soziale Netzwerk kam schlussendlich mit einer mehr oder weniger griffigen Begründung um die Ecke, man würde lange bekannte API-Regeln durchsetzen. So richtig nachvollziehbar war das nicht. Tja, nun hat man aber seine Entwickler-Regeln aktualisiert und versetzt damit Drittanbieter-Lösungen offiziell den Todesstoß. Dort heißt es nämlich, dass man die API nicht für folgenden Zweck nutzen darf (via engadget):

„einen Ersatzdienst oder ein ähnliches Produkt wie die Twitter-Anwendungen zu schaffen oder zu versuchen, einen solchen zu schaffen.“

Twitter-Applikationen sind in dem Fall alles, was ein Front-End sein kann, also Apps, Webseiten, Plattformen und so weiter. Das war es also, wer Twitter weiter nutzen möchte, muss wohl oder übel den Client des Unternehmens nutzen. Das Geschäftsgebaren ist mehr als fragwürdig, denn eigentlich sollte man in so einem essenziellen und für einige Entwickler existenzbedrohenden Fall vorher informieren.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Avatar-Foto

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

17 Kommentare

  1. Als jahrelanger Tweetbot-User ein Schlag ins Gesicht – für die Entwickler sowieso. Für mich ist damit jetzt auch der Zeitpunkt gekommen der Plattform den Rücken zu kehren. Für mich kein Verlust mehr. Die Plattform wird gefühlt ohnehin immer toxischer und aufgeheizter.

  2. Nicht nachvollziehbar. Eine offizielle Twitter-App lässt sich reverse engineeren und so imitieren. Noch einfacher ist es, das Verhalten des Browser nachzuahmen, ohne dabei Werbeanzeigen zu laden.

    Inoffizielle APIs werden das System viel mehr schädigen als die bisherigen offiziellen, die auch erst dazu beigetragen haben, dass jeder einfach dort etwas posten kann.

    • Wolfgang D. says:

      @N-Rico
      Für die Masse respektive die verschiedenen App Stores sind inoffizielle/illegal genutzte APIs keine Lösung. Schon das Selber-Patchen der offiziellen App (wo man die apk ja auch wieder irgendwo „finden“ muss) gegen Werbung ist was für die verbliebenen wenigen Bastler.

      Ist echt ein Unding, wie man hier in die Hand beisst, die Twitter erst mit Nutzern gefüttert hat. Gerade die chronologische Timeline und das „Merken“ der zuletzt gelesenen Nachricht hat mich überhaupt da hin gezogen, und Twitter hat nun mal alle Anbieter unter einem Dach. Ob das jetzt Auswirkungen auf die Einnahmen von Twitter hat, solange *alle* kommerziellen Info Anbieter da bleiben? Nur-Leser wie ich interessieren Twitter doch nicht.

      Schlussendlich muss ich schauen, wie ich mit ’ner Webapp klarkomme, und ob „meine“ kommerziellen Anbieter als Alternative irgendwann als am wenigstens schlimme Alternative eine Mastodon Instanz (wie auch der Vivaldi Browser) anbieten – habe da wenig Hoffnung. Die Kasper wie Böhmermann haben nur die Timeline vollgemüllt, und stehen auf stumm.

  3. Friendly+ aus dem App Store funktioniert bei mir weiterhin ganz normal.

    • Wolfgang D. says:

      @Philipp
      Das ist ja auch nur ein Webbrowser für die mobile Seite = Lite App.
      Die App findet sich auch im Play Store.

      Also sowas wie Hermit, für viele verschiedene Seiten. Und da ist auch gleich ein Ad/Malwareblocker und Sandboxing eingebaut. Oder man benutzt gleich ein Lesezeichen seines normalen mobilen Browsers und lebt mit dem Hinweis auf die App.

      Bin mal gespannt, wann auch dieser Zugriff behindert wird. Ich spar mir jedenfalls das Patchen der Twitter App künftig, so viel Aufwand für diesen Schrott, nur um ein paar Nachrichten lesen zu können. Hermit legt mir auch gleich eine Verknüpfung auf den Startbildschirm, und gut.

  4. Jetzt ist‘s genug. Konto gelöscht…

    • Wolfgang D. says:

      @Slow mo „Konto gelöscht“

      LOL. Ein echter Held. Aber die bisherigen *Auswertungen* bleiben bestehen, und nur das ist es, was Twitter bzw. den geldbringenden Werbekunden interessiert.

      Hier in meinem Konto steht nur was von Deaktivierung, man kann nicht mal eine Löschung nach DSGVO bestellen. Dass die behauptete endgültige Löschung nach 30 Tagen wirklich passiert, lässt sich nur nicht nachweisen. Aber der Hinweis „Wenn du einen Nutzernamen oder eine E-Mail-Adresse für einen anderen Account nutzen möchtest, musst du sie vor der Deaktivierung deines Accounts zuerst ändern“ weist schlicht auf eine Unsichtbarmachung hin. Im Hilfecenter steht wiederum „Wenn dein Account nach dem 30-tägigen Deaktivierungszeitraum gelöscht wurde, steht dein Nutzername anderen Twitter Accounts zur Registrierung zur Verfügung“. *Was* soll man also von all dem Chaos (ohne Überprüfungsmöglichkeit) glauben?

  5. RegularReader says:

    War klar dass das kommt. Nachdem Tweetbot 3 Tage nicht ging habe ich die App bereits gelöscht und das Twitter Konto gleich mit. Ohne Tweetbot und damit ohne chronologische Timeline ist der Dienst für mich unbenutzbar.

  6. Mal sehen, wie lange Nitter sich halten kann. Das war immer mein Ausweg, Inhalte auf Twitter ohne Anmeldeterrorbanner und ohne Alterssperre zu sehen.

    Lasst Twitter einfach sterben. Der Verlust für die Menschheit ist überschaubar.

  7. Jahrelang war Twitter für mich nur mit Tweetbot zusammen wirklich nutzbar, gerade auch hinsichtlich Synchronisation verschiedener Devoces. Die letzten Tage gezwungenermaßen wieder zum Twitter-Client gewechselt und mir ist jetzt klar, dass es das dann halt jetzt für mich war. Tschüss Twitter und „danke“ Elon. Ich glaube es hätte eine Menge Alternativen gegeben, das anders zu lösen.

  8. Ich hoffe dass einige (zumindest Pay Apps) auf Mastodon umsatteln – sie können ja einen Twitter Web Tab einbauen; Das werde ich auch in Bewertungen (trotzdem gleiche Bewertungen wie vor Ende der API) eintippen!

  9. Albatross ist für mich weiterhin nutzbar.
    Aber wäre Twitter in Österreich nicht so informativ würde ich auch gehen. Mal sehen wann mir die Hutschnur endgültig reißt. Der Faden ist schon sehr dünn.

  10. Ist ist wirklich beeindruckend, wie schnell Musk den Karren an die Wand fährt.
    Mal sehen, wann er nach genug Rückschlägen die Lust verliert und das Ruder real abgibt.

  11. Dann bietet halt keine Api an und tönt gross mit v2 wird alles noch toller.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.