Tschernobyl

400px-Anti-Atomkraft - SonnIst da am 26.ten April an mir was vorbei gegangen? Als anerkannter „Nicht-Fernseh-Gucker“ aber „Dauer-Radio-H?rer“ habe ich es nicht vernommen, dass an dem Tag – nur 21 Jahre vorher – die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geschehen ist. Spricht heute kein Mensch mehr dr?ber – doch Strahlung ist halt geduldig. Die Chronologie der Ereignisse gibt definitiv den Stoff f?r einen guten Film her.

Tja, was hie? das Ungl?ck damals f?r mich? Als kleiner Bengel von 9 Jahren realisiert man den Spass so gar nicht – wobei wir es nat?rlich komisch fanden nicht im Regen auf den Pausenhof gehen zu d?rfen – oder uns nach Ber?hrung mit Teilen von draussen die H?nde waschen mussten. Soweit ich mich erinnere, hatten es die Obstverk?ufer auf den M?rkten auch nicht leicht zu der Zeit.

So war das damals – „da waschen wir uns mal die b?se Strahlung weg“. Aber wie wir mittlerweile wissen – es sind ja fast alle verschont geblieben.

Ich hatte relativ fr?h am Anfang der 90er Jahre die Gelegenheit, mit „Opfern“ zu sprechen. Diese wurden zur Erholung (oder Wiedergutmachung?) nach Deutschland geschickt und bewohnten eine Jugendherberge in meiner N?he. Des Weiteren besuchten sie zwecks Berichten meine damalige Schule. Bewegend und informativ.

Relativ kurze Zeit sprach in Deutschland keiner mehr dr?ber. Alle paar Jahre gab es einen Bericht ?ber Fehlgeburten und Strahlenkranke. Das war es dann aber auch. Ist ja weit weg und betrifft „mich“ ja nicht…

Was mich interessiert: Was ist bei euch zu diesem Thema h?ngen geblieben?

Weiterf?hrende Links:

Tatsachenbericht zweier Touristen aus der Exclusion Zone 2006

Bildmaterial unter Public Domain, Quelle: Wikipedia

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

20 Kommentare

  1. juliaL49 says:

    Nein, dieses Jahr wurde das nicht wirklich erwhnt. Letztes Jahr war da doch unvergleichlich mehr los.
    Aber auch der heutige 62. Jahrestag des Kriegsendes bekommt nicht so viel Aufmerksamkeit…
    Ist halt so mit unserem dekadischen System!

  2. Vom Kriegsende hab ich in den heutigen Medien noch nichts gehrt. :pinch:

  3. Hm, mal ganz ehrliche. Ohne jetzt etwas schn reden zu wollen oder falsch verstanden zu werden. Aber ich und der berwiedenden Teil der deutschen zur Zeit lebenden Bevlkerung hatte mit diesem, sicherlich Schlimmen Krieg, nichts zu tun. Vieleicht sollte mann das Thema endlich mal ausklingen lassen. Es kann nicht sein, das jemden stndig was vorgeworfen wird, fr das er gar nichts kann, nicht drann beteiligt war oder was auch immer.

    Naja, aber zurck zu Tschernobyl. Ich kann mich auch noch ganz gut daran erinner, das mann bei Regen nicht raus sollte, und in der Tat, es wurden eine Zeitlang recht viel Obst aus Konserven gegessen. Wir habe selbst ein Paar Obstbume, da habe wir in dem Jahr nichts von gegessen.

  4. Ich fand das Thema immer sehr interessant da ich im Jahr 1986 geboren wurde und wenn ich mir vorstelle zu dieser Zeit in Tschernobyl geboren worden zu sein, dann wre ich wohl nicht da (halbes Jahr spter geboren). Ein Glck das man nicht wirklich stark betroffen war in Deutschland.

  5. In meiner Schulzeit wurde schon an den Jahrestagen mal auf Tschernobyl hingewiesen. Dass das Thema heute etwas in den Hintergrund gerckt ist mag unter anderem am Erfurter Amoklauf liegen, der an genau diesem Tag stattfand und an den in diesem Jahr eben auch medial strker gedacht wurde als vorher (ist jedenfalls mein Eindruck).

    Insgesamt decken sich Eure Erinnerungen da mit meinen (ich war damals 5), ich wei auerdem noch, dass ich damals auf keinen Fall in der Sandkiste spielen durfte…

    Und was das Kriegsende angeht: ich denke da geht medial auch mehr bei runderen Jubilen. Ich fr meinen Teil empfinde Feierlichkeiten zum Ende des Krieges und Berichte darber brigens kein bisschen als Manahmen zur Schulderzeugung. Fr mich bedeutet der heutige, so genannte „Tag der Befreiung“ eben genau das: Eine Befreiung (jedenfalls in Westdeutschland) von einer menschenverachtenden Diktatur und das Ende eines barbarischen Kriegs. Fr mich bedeutet der Tag darberhinaus den Startpunkt fr den liberalsten Staat, den die Deutschen in ihrer Geschichte jemals besessen haben.

  6. Hngengeblieben zu Tschernobyl?

    Als 6 Jahre alter Mensch war es ganz schlimm, dass wir nur ganz wenig nach drauen durften. Gemse gab es auch weniger. Das war aber mit 6 Jahren gut 😉 .

    Und zum Thema Kriegsende. Speziell @Joerg.

    Was bitte erzeugt denn Schuldgefhle oder soll Deiner Meinung nach welche Heraufbeschwren, wenn man an das Ende einer sehr sehr schlimmen Zeit mit vielen Opfern und sehr vielen Ungerechtigkeiten, Verbrechen und schrecklichen Gewalttaten hinweist? Das sollte gefeiert und der Jahrestag als Gelegenheit zur Ermahnung genutzt werden!!!

    Vorwrfe mssen sich die meisten Menschen hier in Deutschland sicherlich nicht machen wegen des Krieges. Aber daran erinnern muss erlaubt sein. Verkrampfter Umgang mit so einem Thema entsteht wenn man nicht drber spricht! Ich finde es schlimm, wenn ein heute ca. 12 oder 13 Jahre alter Mensch nur unqualifiziertes Zeugs zu dem Thema von sich geben kann.

  7. Nein zu Ttervolk
    Nein zu Opfervolk
    Nein zu „dauerhafte Schuldigkeit“
    Ja zu Nationalstolz
    Nein zu Vergessen
    Ja zum „dran erinnern“

    Und nun: Ja zum „beim Thema bleiben“
    😆

  8. Jaja, damals…

    Tschernobyl hat bei mir immerhin so viel bewirkt, dass ich nachwievor zu den Atomkraftgegnern gehre – obwohl ich bisher keine wirklich plausible, funktionstchtige und umweltschtzende Alternative kenne, die fr die tgliche Versorgung ausreicht.

    In diesem medialen Overkill ist es wahrscheinlich berhaupt nicht machbar – und von vielen auch nicht erwnscht – sich lange mit „Altlasten“ herum zu schleppen. Zumindest nicht, wenn diese eher negativ sind.

    Eines Tages wird es wieder einen GAU geben, das Betroffenheitsgefasel und die Beschwichtigungsversuche der Damen und Herren Politiker wird wieder ber uns kommen, und jenachdem wo dieser GAU stattfindet wird er auch genau so schnell wieder vergessen sein.

  9. Oh, eine Erinnerung ist natrlich noch an das Lied „Tschernobyl“ von Wolf Maahn und den Allstars. Leider mit meinem Plattenverkauf damals verschtt‘ gegangen…

  10. Tschernobyl, als Kind hab ich davon nichts mitbekommen bzw keine Erinnerungen mehr. Aber als Physik-Student, Kernenergie-Befrworter und aufmerksamer Leser von Studien zu diesem Thema, ist das bei mir sowohl letztes Jahr (habe damals immerhin noch im Verbraucherschutz zur Umweltradioaktivitt gearbeitet) und auch dieses Jahr angekommen.
    Also bei mir is das nich vergessen.

    Zum Krieg: Vergessen nein! Aber stndig immer wieder davon reden mssen: auch nein!

    Und noch ne kleine Anmerkung: So, wie das mit Tschernobyl in den Medien damals auch auch heute rberkommt, ist das oft aufgebauscht, sachlich falsch oder bertrieben. Die Auswirkungen auf die betroffene Bevlkerung in der direkten Umgebung will ich auch gar nicht schn reden, das war (ist) schrecklich, aber in Deutschland waren wir eigentlich kaum betroffen, einige wenige Lebensmittel (besonders Wild und Pilze) sind noch strker belatet, weil darin die Nuklide angelagert werden und auch Milch und Gemse aus Bayern war nicht so gut, da etwas strker belastet. Das steht alles auer Frage.
    Was das Hnde waschen angeht: Das hatte sehr wohl einen Sinn, denn wren die Nuklide in den Krper gelangt, wre das sehr viel schdlicher gewesen, als auf der Haut… Aber das fhrt ja auch alles zu weit…

  11. Ich war knapp 16 als das passierte und damals waren die Debatten ber Atomare Waffen und so schwer im Gange, dann kam auch der Film The Day After und das Buch die Wolke, dann das Drama in Tschernobyl, im Winter darauf hatten wir Smog und jeder dachte damals das wir irgendwie verseucht werden.
    Keine schnen Erinnerung an dieses Jahr

  12. Wenn ich es nicht hier gelesen htte wre das komplett an mir vorber gegangen. Momentan sehe ich ja nur Firma und Bett 😀

    Ich war damals 11 und habe keine grossen Erinnerungen mehr daran.
    Ein paar Fernsehbilder habe ich noch vor Augen – und ich durfte keine Pilze essen (komisch was im Gehirn so hngen bleibt 😀 )

    Zu deiner Grafik „Atomkraft nein danke“…
    Die knnte man ja momentan ndern in Atomkraft – ja bitte,
    denn um die grosse Klimakatastrophe aufzuhalten soll ja verstrkt
    auf Kernkraft als „saubere“ Energie gesetzt werden.

    Na denn…

  13. Sauber ist sie auch nicht, das Problem der Endlagerung ist wissenschaftlich zwar recht gut gelst, aber politisch noch lange nicht. Nur CO2 wrden wir halt einsparen und darum geht es ja, und genau darum ist die vorzeitige Abschaltung und der gleichzeitige Bau von neuen Kohlekraftwerken (die schlimmsten Luftverbester und den Kraftwerken) klima- und auch wirtschaftspolitisch totaler Bldsinn…

  14. juliaL49 says:

    Ui da habe ich ja was losgetreten mit dem Jahrestag – Sorry.
    Aber ich mchte mich nochmal kurz einschalten, um my 2 cents beizusteuern.

    Vorher mchte ich auch noch sagen, dass ich mich an Tschernobyl nur insofern erinnern kann, als dass ich nicht auf den Spielplatz durfte. An Essensverbote kann ich mich nicht erinnen, obwohl ich „schon“ 6 war.

    Nun aber zum Atomstrom. Prinzipiell wrde ich Markus zustimmen. Momentan ist die Reduzierung des CO2-Ausstosses nunmal das „wichtigere“ und „dringendere“ Thema. Natrlich darf man die Gefahr eines Unfalls (siehe Schweden) nicht unterschtzen und auch nicht vergessen, dass man mit dem radioaktiven Mll ein langwieriges Problem hat. Aber die deutschen Atomkraftwerke sind sicher und v.a. sicherer als die in Frankreich und wenn die Atomtromproduktion in Deutschland runtergefahren wird und wir auf franzsischen Atomstrom zurckgreifen, sind wir schlechter dran. Solange die Werke sicher sind, sollten sie nicht abgeschaltet werden. Das vorzeitige Abschalten ist besonders unsinnig, wenn die Amortisationszeit noch nicht um ist. Und mit neuen Kohlekraftwerken wrden wieder neue zu amortisierende Monster dastehen.

    So!

  15. mir wuchs ein dritter arm… achne, das war denn teh growing of my penis during adoleszenz. naja ich kann mich – damals auch 8/9 jhrig – auch noch einigermaen gut erinnern was geschah und war damals auch schon irgendwie interessiert. opa hat denn jahrelang keine pilze mehr aus dem wald geholt und 1986 war das spielen drauen immer mit warnungen durch meine eltern beschnitten worden. ich habe mir daraus nichts gemacht und habe es bis heute auch schon zu einigem gebracht. mittlerweile bin ich hin und her gerissen was die stromerzeugung auf nuklearer basis angeht. auf der einen seite ist es die sauberste und effektivste variante die uns zur verfgung steht auf der anderen seite, wenn sie ausser kontrolle gert eine der vernichtensten. bisher ist sie ja nur einmal ausser kontrolle geraten und auch nur deswegen, weil die russen am reaktor gespielt haben. aufgrund dessen muss ich fr mich konstatieren: ATOMKRAFT JA BITTE!

  16. > Aber die deutschen Atomkraftwerke sind sicher

    Ich mag ein wenig der Underdog sein, wenn ich sage, dass ich den menschlichen Einfluss auf das Klima fr eher nebenschlich halte und die Menschheit auch schon Schwankungen von 10 Grad innerhalb von 20 Jahren berlebt hat – das geht aber am Thema an sich vorbei.

    Kein deutsches Atomkraftwerk hlt den Einschlag einer 747 aus, die von Terroristen gekapert wurde. Mir persnlich gengen die daraus resultierenden Gefahren fr Grostdte wie Hamburg, um dieses Konzept grundlegend in Frage zu stellen und 2-3 Grad wrmere Sommer einfach mal in Kauf zu nehmen.

  17. oioioi… die terrorkarte also finales argument wird gezogen… ich hab schon angst!

  18. Naja, eigentlich geht es mir dabei nicht um Panikmache sondern um die Abwgung der Gefahr einer „Klimakatastrophe“ gegenber tatschlich vorstellbare Gefahrenszenarien.

    Mit etwas wrmeren Sommern kann ich im Zweifel ganz gut leben, mit nem verstrahlten Hamburg ist das etwas schwieriger.

  19. aber klimaerwrmung hat nichts mit akws zu tun, das ist dir schon klar oder? und by the way, ich knnte mit ein paar weniger menschen auf dieser erde ganz gut auskommen, solange ich nicht an verstrahlung – also atomarer – verrecken muss.

  20. @Jan: Wenn es nur 2-3 Grad wrmer wr, wir also mehr kurze Hosen und weniger WIntermantel anziehen mssten, fnd ich es auch nich schlimm, aber du vergisst die ganzen anderen Folgen:
    Abschmelzen der Polkappen und damit deutlich steigender Meeresspiegel,
    massiver Verlust an Swasservorrten,
    Verwstung vieler vieler Gebiete (und weitere damit verbundene Drren und Swasserprobleme),
    Aussterben vieler Arten (sowohl pflanzlich als auch tierisch),
    versiegen des Golfstroms (die Folgen sind vielschichtig, verstrken aber auch die oben genannten zum Teil),
    und viele mehr.

    Ich find die Erderwrmung als schon als riskant und sollte nicht so leichtfllig abgetan werden…