Tineco Carpet One: Teppich – und Polster-Reinigungsgerät im Test

Tineco, ein Name, der hier im Blog schon des Öfteren gefallen ist. Jener gehört zu einem Hersteller, der zuletzt unter anderem durch seine Saug- und Wisch-/Saug-Lösungen aufgefallen war. Einige davon hatten wir in der Vergangenheit dann auch im Test. Nun ist in Deutschland auch jüngst das aktuelle Gerät, der Tineco Carpet One, für 499 Euro vorbestellbar geworden und soll noch gegen Ende dieses Monats erscheinen. Hierbei handelt es sich um ein Gerät speziell für Teppiche und Polstermöbel, welche dadurch gereinigt werden sollen. Dafür setzt der Carpet One unter anderem auf die iLoop-Technologie, die Schmutzgrade selbstständig erkennen und den Reinigungsdurchsatz entsprechend anpassen soll.

Ich habe mir den Carpet One hier daheim mal genauer anschauen dürfen und damit nicht nur unseren Wohnzimmerteppich, sondern auch unser Sofa „porentief“ gereinigt. Hier noch einmal sämtliche Spezifikationen des neuen Carpet One im Vergleich zum ebenfalls neu vorgestellten, aber weniger intelligenten iCarpet:

Produktspezifikationen:

iCarpet CARPET ONE
Abmessungen 290*415*1110 mm 290*415*1110 mm
Gewicht (Hauptteil) 7,5 kg 7,5 kg
Farbe Black Black
Zubehör 2,5 Meter Schlauch, Flecken-Entfernungs Tool, mobiler Tank zum Herausnehmen 2,5 Meter Schlauch, Flecken-Entfernungs Tool, mobiler Tank zum Herausnehmen
Kabellänge 6,5 m 6,5 m
Max. Saugkraft 130 AW 130 AW
Geräuschpegel 84dB 84dB
Filterleistung N/A N/A
Fassung Schmutzwassertank 1.5L 1.5L
Fassung Frischwassertank 2L 2L
Spülfreies Filterreinigungswerkzeug Ja Ja
Technologien HeatedWash, Power Dry, Screen iLoop, HeatedWash, Power Dry, Dryness Meter, LED-Screen
UVP 399 EUR 499 EUR

Das Gerät kommt in einer recht wuchtigen Verpackung nach Hause, wiegt auch stolze 7,5 kg. Ihr solltet euch darauf einstellen, dass man hier keinen leichten Handstaubsauger bedient. Der Zusammenbau geht schnell und unkompliziert vonstatten, weshalb der Carpet One zügig einsatzbereit ist. Lediglich noch den Schmutzwasserbehälter einrasten lassen und den Frischwasserbehälter mit Wasser und zwei Kappen vom mitgelieferten Reiniger befüllen und schon kann es losgehen.

Mit seiner Kabelaufhängung an der Rückseite erinnert mich der Carpet One auf den ersten Blick ein wenig an einen Wischsauger aus dem Hause Vorwerk. Die verzichten auf einen Kabeleinzug, der auch hier am Tineco gar nicht mal so unangebracht gewesen wäre. Sei es drum, die Kabelaufhängung ist dafür groß genug, um das gesamte Kabel zu fassen. Eine kleine Klammer sorgt am Ende dafür, dass sich das Kabel beim Umsetzen des Carpet One nicht selbstständig löst.

Was mich mehr stört, ist, dass leider für den mitgelieferten Schlauch und das „Fleckenentfernungstool“ keine Option vorhanden ist, um alles am Gerät zu verstauen. So liegt der 2,5 m lange Schlauch dann erstmal störend rum, bis er Verwendung findet.

Das Prinzip des Carpet One ist eigentlich recht simpel erklärt: Nach dem Einschalten bringt das Gerät (mit 130 AW – 1.300 Watt) kontinuierlich Wasser aus dem Tank auf dem Teppich auf, welches auf knapp 40 Grad Celsius erwärmt wurde. Parallel wird dieses Wasser aber auch gleich wieder abgesaugt, sodass gelöster Schmutz und Co. direkt aufgenommen werden. Ist man mit seiner Reinigung fertig, kann man auf den Dry-Modus schalten (alles komfortabel am Haltegriff) und schon beginnt der Carpet One, heiße Luft (rund 75 Grad Celsius) durch das Gewebe zu pusten.

Dabei erkennt der iLoop-Sensor, wie hoch die noch vorhandene Wassermenge auf dem Teppich ist und zeigt diesen Zustand dann auch auf dem Display des Saugers an. Je kleiner der angezeigte Balken, desto mehr Trocknung ist noch notwendig. Für unseren Deko-Teppich im Wohnzimmer (2 m x 2,7 m) brauchte es etwa eine halbe Stunde Reinigung, bis ich dann den Eindruck hatte, dass jener nicht nur sauber, sondern auch wieder einigermaßen getrocknet war.

Der iLoop-Sensor erkennt aber nicht nur die Feuchtigkeit, sondern auch den Verschmutzungsgrad der zu reinigenden Oberfläche. Im automatischen Modus des Carpet One zeigt ein blauer Ring im Display an, dass die jeweilige Stelle nicht zu sehr verschmutzt ist, die Reinigungsleistung wird dann automatisch minimiert. Sobald sich der Ring rot färbt, erhöht der Carpet One dann aber den Wasserdurchfluss und die Saugleistung, was auch zu hören ist. Das habe ich dann im Einsatz auf unserem Sofa ausprobieren können, welches wir normalerweise pfleglich behandeln, hin und wieder mal Schaumreiniger zum Einsatz bringen und es ansonsten regelmäßig absaugen.

Nach gut 10 Jahren Benutzung war die Reinigung mit so einem Gerät wie dem Carpet One aber wohl mal notwendig. Es ist schon krass zu sehen, wie viel Schmutz das Gerät nach gut anderthalb Stunden Reinigung aus den Polstern herausgeholt hat. Da wird sich sicherlich der eine oder andere Neu-Besitzer eines solchen Geräts vielleicht erschrecken.

Den mitgelieferten Schlauch und das „Fleckentfernungstool“ – eine Bürstenvorrichtung – kann man auf der Oberseite der Hauptbürste des Carpet One einklinken. Das Gerät stellt dann automatisch in den Zubehör-Modus um. Fortan wird die Absaugung direkt durch den Schlauch erledigt, ihr könnt aber eben auch manuell Wasser durch das Drücken des am Handstück angebrachten Schalters auftragen. Damit sollen sich dann beispielsweise besonders hartnäckige Flecken oder aber Treppenstufen besser reinigen lassen. Das funktionierte in meinem Test einigermaßen gut, die 2,5 m Schlauch sind aber nun einmal gerade an Treppen auch schnell erreicht. Da muss man den Carpet One händisch auf höhergelegene Stufen setzen. Das nervt ein wenig. Ebenfalls nervig: Die undeutliche, weil laute, Sprachansage des Carpet One. Zwar lassen sich die Ansagen beim Betrieb so besser wahrnehmen, nur gerade nach dem Einschalten ist der Carpet One noch gar nicht so laut, die fiesen Bahnansagen der „freundlichen“ Stimme stören dann umso eher. Jene lassen sich aber optional abschalten.

Ich hatte persönlich angenommen, dass der Carpet One nach einer Reinigung umständlich zu putzen wäre, aber da hat mich das Konzept von Tineco überrascht. Man entfernt den Schmutzwassertank per Handgriff oder kann auch eine Fußraste dafür verwenden, entleert diesen und spült ihn einmal ordentlich sauber. Anschließend noch die Hauptbürste am Gerät entfernen und säubern, was aber dank abnehmbaren Deckel und Klickverschluss kein Problem darstellt.

Am Ende der Reinigung sind mir vor allem auf dem Sofa allerhand Wollmäuse (oder eher Wollwürste) aufgefallen, die man entweder per Hand oder eben mit einem Staubsauger entfernen muss. Diese werden durch die Hauptbürste erzeugt, in unserem Fall sind es vor allem Fussel und Katzenhaare, die sich hier vermengen und vom Carpet One einfach liegengelassen werden. Da wäre es schöner, wenn das Gerät jene auch direkt aufnähme und ich sie am Ende nur wegspülen müsste.

Das Display des Carpet One ist meiner Meinung nach ideal für alle Zwecke des Geräts. Man sollte sich aber dennoch mal vorweg das Handbuch zu Gemüte geführt haben. Ansonsten erschließen sich nicht sofort alle Anzeigen von alleine. Am Handgriff gibt es hingegen nur den Schalter für Ein/Aus und den Modus-Schalter (Dry, Auto und Max). Die Verarbeitung des Carpet One ist meiner Meinung nach hochwertig und spiegelt auch den Preis von gut 500 Euro wider. Da es sich um ein Gerät handelt, das eher eine Nische bedient, sollte man sich aber natürlich mit ausführlichen Preisvergleichen vor dem Kauf auseinandersetzen. Meiner Meinung nach amortisiert sich der Carpet One dank seiner einfachen Handhabung und sehr guten Reinigungsleistung aber gefühlt schnell – aber das mag jeder anders bewerten.

Eine App gibt es zum Tineco Carpet One auch. Diese dient aber eher als eine Art Companion-App, zeigt beispielsweise auf, wie viel mit dem Gerät zuletzt gereinigt worden ist. Nutzen muss man sie meiner Meinung nach aber nicht und damit den Carpet One auch nicht zwingend in einem WLAN einbinden. Die maximal 84 dB Lautstärke im Betrieb empfand ich persönlich als akzeptabel und nicht zu laut für so ein Gerät. In Ruhe am Abend mal eben den Teppich reinigen ist damit aber natürlich nicht drin.

Eine Besonderheit sei außerdem noch erwähnt: Am unteren Ende der Rückseite befindet sich ein Fußhebel, der vor dem Reinigen manuell bedient werden muss, damit der Carpet One überhaupt in seine Betriebsbereitschaft geht. Rastet man das Gerät wieder in dieser Ausgangsstellung ein, beendet es auch automatisch den Wasserfluss. Leider erkennt der iLoop-Sensor nicht, wenn sich unter dem Carpet One mit einem Mal ein Holzfußboden befindet, der zu viel Feuchtigkeit eigentlich nicht leiden kann. Er wässert dann einfach weiter. Der Nutzer muss also aufpassen. Mir ist dies beispielsweise beim Reinigen des Teppichs im Wohnzimmer passiert, als ich über die Teppichkante hinweg auf das Laminat gerutscht bin.

Dennoch ist mein Gesamteindruck vom Tineco Carpet One positiv. Die Verarbeitung ist top, die Reinigungsleistung im Test enorm und die „intelligenten“ Funktionen durchaus nützlich. Da kann ich über das eine oder andere Manko des Geräts hinwegsehen. Aber man muss sich eben auch den Preis von aktuell rund 500 Euro vor Augen führen und ob man sich da für eine Einmal-Reinigung nicht eher ein entsprechendes Gerät ausleihen geht.

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5 Kommentare

  1. Interessanter Test.
    Tipp für Sparfüchse: bei DM kann man kostenlos einen Teppich-/Polsterreiniger leihen. Man muss nur von denen das Reinigungsmittel kaufen. Und die Geräte sind echt stark.

    • Wollte ich auch gerade schreiben 😀
      Ein Gerätekauf ist da echt überflüssig

      • Wobei man die Geräte mit dem vorgestellten nicht vergleichen kann, denn die Leihgeräte haben in der Regel – keine Bürsten -.

        Des weiteren kommt es auf die Menge des Auslegeware (Teppiche) an und die Bewohner (Kinder/Hunde).
        Wir hatten früher ausschließlich Teppiche (140m2) und die wurden/mussten regelmäßig gereinigt werden, denn sagen reichte nicht.

  2. Für mich ein typisches Beispiel für Geräte, die man leihen sollte. Wie oft wäscht man seine Teppiche? Einmal im Jahr? Kommt natürlich auch auf die Schmutzbelastung an. Aber wie Daniel sagt: DM, Hagebau, bei uns hat auch ein lokaler Werkzeugverleih solche Geräte. Super.

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