Tinder-Besitzer Match Group geht gegen Google vor

Die Match-Group, denen gehört auch Tinder und OKCupid, möchte auch gegen Google vorgehen. In den USA hat man Klage eingereicht, weil man der Meinung ist, dass Google mit seinen Richtlinien im Play Store gegen Bundes- und Landeskartellgesetze verstoßen hat. Konkret geht’s um Dinge, die Google ja eigentlich schon angehen möchte, besser gesagt: muss. Erst neulich gab man die Partnerschaft mit Spotify bekannt, die dafür sorgt, dass das Streaming-Unternehmen ein eigenes Zahlungssystem neben dem von Google etablieren kann.

Wir erinnern uns: Sowohl Google als auch Apple müssen Kritik von allen Seiten einstecken, weil Anbieter zwar ihre Apps auf den Plattformen anbieten wollen, aber eben nicht die Gebühren zahlen wollen, die aus Sicht von Unternehmen und Entwicklern zu hoch ausfällt.

Der aktuelle Fall bezieht sich auf Googles Vorgehen 2020. Apps, die digitale Güter verkaufen, müssen Googles Zahlungssystem nutzen – 30 % des Umsatzes gehen dann an Google. Google senkte diesen Prozentsatz jedoch letztes Jahr auf 15 Prozent für die ersten 1 Million Dollar, die ein Entwickler verdient, und tat dasselbe im Oktober für Musik-Streaming-Apps und Abonnements.

Vor zehn Jahren war die Match Group der Partner von Google. Jetzt sind wir seine Geisel.

Die Match Group behauptet, Google habe Entwickler gelockt und in die Irre geführt, wenn es um die Zahlungsdienste ging. „Sobald Google den Markt für den Vertrieb von Android-Apps mit Google Play monopolisiert hatte, indem man auf dem Rücken der beliebtesten App-Entwickler reitete, versuchte man, alternative In-App-Zahlungsabwicklungsdienste zu verbieten, um einen Anteil an fast jeder In-App-Transaktion auf Android zu erhalten. Und der Testlauf, den Google mit Spotify durchzieht? Spotify war das einzige Unternehmen, das als Teilnehmer am Pilotprogramm teilnehmen darf, die Bemühungen der Match Group wurden angeblich nicht erfüllt, man wurde abgewiesen.

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3 Kommentare

  1. Christian says:

    Es zwingt doch niemand die Match Group ihre Apps bei Google oder Apple einzustellen. Können doch ihr eigenes Betriebssystem entwickeln und dort auf Transaktionsgebühren für alle verzichten. Weiterhin zwingt sie niemand ihre Abos in der App verkaufen zu müssen. Können sie auch über Ihre Website machen.
    Nichts bezahlen wollen aber den vollen Leistungsumfang in Anspruch nehmen. Da wäre ich hart und würde diese ach so beliebten Apps einfach aus dem Store schmeißen.

    • „Können doch ihr eigenes Betriebssystem entwickeln und dort auf Transaktionsgebühren für alle verzichten.“
      Das ist Quatsch, weil komplett unrealistisch. Da Google und Apple den Zugang zu praktisch 100% der potenziellen Kundschaft über das geschlossene Betriebssystem kontrollieren, gibt es eben keine andere Möglichkeit. Bei Google zumindest noch theoretisch (aber absichtlich unpraktikabel für den Massenmarkt), bei Apple aber wirklich gar nicht.
      Klar stellen Apple und Google eine gute Verkaufsplattform, eine eigene Sprache mit vielen APIs, Entwicklungstools, etc. zur Verfügung, aber das machen die nicht aus Nächstenliebe und langfristig sind 30% dafür einfach zu viel. Der Knackpunkt ist eben, dass man als Entwickler dazu gezwungen wird, es gibt keine _realistische_ Alternative.

  2. Unsere Systeme funktionieren deshalb so gut, weil wir arbeitsteilig arbeiten. Erst in der Summe entsteht der Erfolg. Dein Argument, alles selbst zu machen, hätte nicht das gleiche Ergebnis. Außerdem ging es im Artikel darum, dass Google nachträglich, also erst nachdem die App Hersteller genug Treibstoff für die Google-Rakete geliefert haben, die Bedingungen geändert hat.

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