TikTok kann in den USA immer noch nicht aufatmen

Eigentlich war anzunehmen, dass um TikTok und deren Verbleib in den USA nun endlich Ruhe einkehren würde. Schließlich vermeldete man ein Abkommen mit Oracle und Walmart, das den Anforderungen der US-Regierung entsprechen sollte. Doch noch gibt es offenbar doch kein Aufatmen. Der potenzielle Bann der App wurde nur um eine Woche verschoben – auf den 27. September 2020. Und weder die US-Regierung noch China scheinen mit der aktuellen Situation glücklich zu sein.

TikTok hat nun gegen die Trump-Administration eine einstweilige Verfügung beantragt, welche einen Rauswurf der App aus den USA verhindern soll. Beantragt wurde die Verfügung beim Bezirksgericht in Columbia. Trump hatte zwischenzeitlich einen Deal abgesegnet, der Walmart und Oracle einen Anteil von 20 % an einer neuen Organisation namens TikTok Global sichern sollte. Montag polterte Trump dann jedoch nach einem Stimmungswechsel, dass er keinem Abkommen endgültig zustimmen werde, bei dem ByteDance immer noch Anteile an TikTok halte.

ByteDance würde aber an TikTok Global 80 % halten. Oracle wiederum warf ein, dass ByteDance nicht direkt Anteile an TikTok behalten würde – vielmehr wären es die Investoren. Ob Trump da aber alles abnickt, steht nun wieder zur Debatte. Und auch die chinesische Regierung zeigt sich skeptisch, denn sie will den Algorithmus und die weitere Technologie von TikTok nicht in US-Händen wissen. Da teilte dann auch China Daily, die englischsprachige Zeitung in Händen der chinesischen Regierung, deftig aus. Sie bezeichnete den Deal als „schmutzig und unfair, auf der Basis von Schikanen und Nötigung“.

TikTok selbst hofft nun auf Rückhalt aus der Justiz und gibt an, sich immer bemüht zu haben, sich den stets verändernden Anforderungen der US-Regierung zu fügen. Wie die ganze Sache ausgehen wird, hängt aber nun wieder in der Schwebe. Laut TikTok habe man bereits irreparablen Schaden davongetragen. So sei das Wachstum der App begrenzt worden und potenzielle Mitarbeiter hätte man nicht einstellen können, da sie sich in der unsicheren Lage anderen Arbeitgebern zugewandt hätten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Trump bedient sich Mafia-Methoden:

    „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.“
    (Marlon Brando in „Der Pate“)

  2. Die USA haaben sich lächerlich gemacht, indem sie TikTok erst eine sehr lange Frist von 45 Tagen eingeräumt und nach Ablauf dieser dann doch nicht blockiert haben. Stattdessen lassen sie sich von ByteDancemit irgendwelchen Deals aus denen aus 80% US-Ownership plötzlich 20% werden, an der Nase herumführen.

    Indien hat nicht lange gefackelt und diese TikTok und dutzende andere Apps innerhalb von weniger als 24 Stunden blockiert. Bis heute.

    • Was die USA mit „America First“ macht, macht Indien mit einer defakto „India First“ Politik.
      Auch die pushen eine sehr nationale Agenda seit einigen Jahren und nutzen solche Blockaden um sich an China zu rächen (u.a. für die Border Disputes).

      Und ganz ehrlich: Wenn Tiktok wirklich spionieren sollte… Warum erlauben es dann diese AMERIKANISCHEN Betriebssysteme überhaupt? Ich dachte Apple iOS ist so sicher und die User sind top geschützt?

    • Hälst du nun Indien für Besser als die USA? Hoffe du glaubst nicht den Märchen von wegen keine Kasten, Demokratier und so weiteren Bullshit a la USA…

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