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Threema wehrt sich gegen EU-Forderung nach Zugang auf verschlüsselte Inhalte

Die Europäische Union fordert, dass man in bestimmten Fällen, wie beispielsweise zur Terrorbekämpfung, doch Zugang zu verschlüsselten Inhalten in Messengerdiensten bekommen sollte. Man müsse die Möglichkeit haben, die Kommunikation zu überwachen, sei es über Generalschlüssel oder Hintertüren.

Nun meldet sich der CEO von Threema gegenüber der WELT zu Wort und sagt, dass Privatsphäre ein Menschenrecht sei und man gar nicht die Möglichkeit habe, die Verschlüsselung zu umgehen, da der Schlüssel für die Kommunikation eben beim Nutzer und nicht bei Threema liege. Außerdem sei die vorhandene Kriminalität auch kein technologisches, sondern ein gesellschaftliches Problem.

Zum Thema Hintertüren sagt er, dass es Beispiele aus den USA gibt, bei denen Chinesen über vorhandene Hintertüren in Routern Zugriff auf Informationen bekamen. Einem Missbrauch dieser offenen Türen, könne man gar nicht effektiv vorbeugen, wird diesen also auch nicht in Threema einbauen. Ein derartiges Vorhaben verstößt außerdem gegen ein Gesetz in der Schweiz, Threema hat dort seinen Hauptsitz.

Finde ich persönlich gut so. Am Ende wird es eh so sein, dass sich Kriminelle dann eben einen anderen Weg zur Kommunikation suchen, wenn in bestimmten Plattformen bekanntermaßen Hintertüren oder andere Überwachungsmechanismen eingebaut sind. Den Nachteil hätte bei einem solchen Vorhaben immer die große Mehrheit der Nutzer, die eben keine kriminellen Vorhaben planen und unter Generalverdacht stehen.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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31 Kommentare

  1. Das ist sehr löblich von Threema. Die Schweiz ist halt für allerlei Dinge ein sicherer Hafen. Ich freue mich schon auf das „Proton Drive“.

    Wobei die meisten Informationen, die über Messenger geteilt werden, das Ausspähen gar nicht lohnen. Ich weiß nicht, was sich „böse Hacker“ oder „die Chinesen“ da erhoffen.

    • Es geht nicht um irgendwelche speziellen Daten oder irgendwelche Verbrechen. Auch wissen die, dass Verbrecher einfach abwandern, zur nächsten Plattform. Das ist ja das geniale an der Masche.

      Das sind eben alle Advokaten des Überwachungskapitalismus und die treiben gemeinsam an gegen Datenschutz. Das können Chinesen sein, … oder Unternehmen, oder Geheimdienste, oder die klassische Interessengemeinschaft aus Terroristen & law and order Politikern, die beide gemeinsam an einer Erosion der Privatsphäre der Bürger arbeiten.

      Das einzige was dagegen Hilft ist Bildung. Die Menschen müssen lernen, warum Privatsphäre wichtig ist und welche rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen es dafür geben muss.

      Sonst nehmen Kriminelle, Politik & Wirtschaft einfach gemeinsam die Bürger aus.

    • Die Schweiz ist vor allem ein Motor für Terrorismus und ein Lakai der schlimmsten Diktatoren dieser Welt.

      Wer meint, die Schweiz schere sich um Menschenrechte, der ignoriert, dass das Land davon allein davon lebt, illegale Gelder zu parken und Strafverfolgung zu unterbinden.

      Der einzige Grund, warum die Schweiz noch nicht von der Weltkarte radiert wurde ist, dass sie skrupellos ist und wirklich von jedem Geld annimmt. Solange es Korruption gibt, wird es auch die Schweiz geben. Danach nicht mehr.

      • Hier sei gesagt, dass es sich bei „der Schweiz“ um einen Staat handelt, nicht um ein Kollektiv. Dementsprechend ist der Schweiz auch nichts wichtig und „sie“ lebt auch nicht von illegalen Geldern oder ist Skrupellos.

        ..und als stabiles, entwickeltes Land mitten in Europa arbeitet vermutlich auch gerade niemand daran, sie „von der Weltkarte zu radieren“. Also wirklich 😀

    • Sparbrötchen says:

      > Die Schweiz ist halt für allerlei Dinge ein sicherer Hafen.
      Das ist ein sehr romantisierender Blick auf die Schweiz, denn:

      Visualisierung zur staatlichen Überwachung in der Schweiz
      https://www.digitale-gesellschaft.ch/sliv/de/2016/ch

      Zwei neue Gesetze erlauben eine massive Ausweitung der Überwachung in der Schweiz: Das neue Nachrichtendienstgesetz (NDG) sowie die Revision des Bundesgesetzes zur Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF).
      https://www.amnesty.ch/de/themen/ueberwachung/ueberwachung-in-der-schweiz/forderungen-an-die-schweiz

      • In der Schweiz gibt es Randdaten Erfassung bei Straftaten… zudem waren es zwei Schweizer Verschlüsselungs-Firmen die eine Hintertür offen liessen für und unter Druck der USA. Warum soll ich bei Threema jetzt plötzlich Vertrauen haben? Wer sagt, dass die USA sich dies auch nicht verschaffen oder schon haben? Den Schweizer Firmen glaube ich nichts noch weniger als anderen.

    • In der Schweiz gibt es Randdaten Erfassung bei Straftaten… zudem waren es zwei Schweizer Verschlüsselungs-Firmen die eine Hintertür offen liessen für und unter Druck der USA. Warum soll ich bei Threema jetzt plötzlich Vertrauen haben? Wer sagt, dass die USA sich dies auch nicht verschaffen oder schon haben? Den Schweizer Firmen glaube ich nichts noch weniger als anderen.

  2. Sehr gut, wüsste auch nicht, warum sich eine schweizer Firma an diesen Unsinn aus der EU halten will.

    • Weil sie sonst aus den Stores in der EU fliegt und damit keine Geschäftsgrundlage mehr hat, insbesondere da sich Threema maßgeblich durch Threema Work finanziert. (Womit ich keineswegs diese Initiative unterstützen will, aber eine solche Ausgestaltung wäre möglich)

      • @A:
        Kann man auch anders lösen ohne Store via .apk-Verteilung/-Verkauf.

        • Das ist mir durchaus bewusst. Aber für fast alle Benutzer ist die App damit nicht existent (für Apple-Geräte sowieso), und europäische Firmen können dann auch keine Geschäfte mit Threema machen.
          Basierend darauf kann man einfach keine Geschäftsgrundlage aufbauen und Threema als Firma würde sehr schnell den Bach runter gehen.

          • Apple Nutzer kann eh niemand retten. Für alle anderen gibt es Sideloading.

            Es stimmt aber, dass natürlich viele wirtschaftliche Zwänge aus der EU für Unternehmen in der Schweiz relevant sind.

          • Ähhh ja genau!
            Ich mache als Firma mit Threema Geschäfte wenn ich weis das meine Firmenkommunikation nicht sicher ist. Ja genau!

            Die EU muss weg!

            • Was hat das mit meinem Kommentar zu tun?

              Ich mache als Firma jedenfalls ganz sicher mit Threema keine Geschäfte, wenn es gesetzlich verboten ist. Was du im Umkehrschluss mit Threema machst, wenn sie sich an eine solch ausgestaltete Gesetzeslage halten ist, dein Bier. Das hat mit dem aktuellen Kommentarstrang aber nichts zu tun.

  3. „Am Ende wird es eh so sein, dass sich Kriminelle dann eben einen anderen Weg zur Kommunikation suchen, wenn in bestimmten Plattformen bekanntermaßen Hintertüren oder andere Überwachungsmechanismen eingebaut sind.“

    Korrekt! Und wenn es um die derzeitig bestmögliche Anonymität geht: Die gibt es sicherlich nur im Zusammenspiel mit mehreren Faktoren, wie z.B. ein dezidiertes Device ausschließlich für den Zweck XY + Tails OS/Tor + öffentliche WLAN-Netzwerke… und eben NICHT mit einer sicheren Messenger-App – vielmehr muss das OS und auch die Hardware betrachtet werden. Das weiß auch der etwas intelligentere Kriminelle, denn besonders lange dauert die Recherche nicht, bis man geeignete Methoden gefunden hat. Ein gewaltiger Mehraufwand. Im „Falle des Falles“ lohnt er sich wohl.

    Es ist total unterkomplex, sichere Kommunikation nur im Zusammenhang mit Kriminalität zu sehen. Beispiele gibt es zur Genüge… spontan fällt mir der sichere Austausch von Informationen im investigativen Journalismus ein, Vielleicht geht die Reise tatsächlich langsam hin zu einem Überwachungsstaat. Vorausgesetzt die breite Masse nimmt das so hin (Hallo Bildung!?) und es ist politisch/gesetzlich legitimiert.

    Martin Blatter, Threema’s CEO, hat absolut Recht, wenn er sagt, dass Kriminalität kein technologisches, sondern ein gesellschaftliches Problem ist.

  4. Ich schätze, dass er mit „Menschenrejct“ eher den Schutz seines Business meint.

  5. Zur Aussage, dass „die vorhandene Kriminalität auch kein technologisches, sondern ein gesellschaftliches Problem sei“, kann man auch sagen, dass Verschlüsselung kein gesellschaftliche, sindern eine technologische Errugenschaft sei. Die Technik hat sich da einfach über den seit Jahrzehnten bestehnden gesellschaftlichen Konsens erhoben.

    • Von Konsens, also der Abwesenheit von Gegenstimmen, kann da keinerlei Rede sein. Nur weil Datenschutzerwägungen vor der Digitalisierung für die Menschen noch nicht relevant waren heißt das nicht, dass man damals nichts von Privatsphäre gehalten hätte.

      Die Menschen wussten schon im Mittelalter, was sie ihrem Fürsten sagen und was sie lieber bei der Feldarbeit flüstern.

      Dieses Märchen, die Menschen seien vor der Digitalisierung alle Sklaven gewesen und hätten Kontrolle super gefunden muss auch mal endlich als die Fantasie erkennt werden die sie ist.

  6. Alle, die jetzt jammern: Politik lässt sich beeinflussen. Wer immer sein Kreuzchen bei CDU oder CSU macht, muss sich angesichts des ausufernden Überwachungswahn nicht wundern. Die EU-Regierungschefs befürworten alle die Aufweichung von Verschlüsselung. Der Bundesinnenminister von der CSU baut seit Jahren den Überwachungsstaat aus. Hoffnung gibt es nur bei Gerichtsurteilen, aber die lassen oft Jahre auf sich warten. Und bei all dem bleibt auch die Frage, wie eigentlich Facebook sich zu diesem Thema äußert- bleibt WhatsApp so sicher wie Threema?

  7. „Privatsphäre ist ein Menschenrecht“

    „Man solle nicht ein gesellschaftliches Problem mit wenigen dadurch lösen, dass man die Privatsphäre aller schwäche.“

    „Bei Terroranschlägen sind die Täter fast immer bereits den Behörden bekannt und aktenkundig“, sagte Threema-Chef Martin Blatter im Gespräch mit WELT AM SONNTAG.

    Das zeige, dass die Politik es nicht schaffe, die Bürger zu schützen.

    „Diese Forderungen nach einem Generalschlüssel zeugen von der Unbedarftheit der Behörden“, sagte Blatter.

    Das sind für mich die wichtigsten Aussagen des Artikels!

    Sollte die EU zukünftig Threema verbieten, weil sie dessen Überwachungsquatsch nicht mitmachen, so wäre das die beste Werbung für Threema.

    Über 10 Mio. (schlaue) User hat die App schon und mit einer „Verbots“-Promotion gehen sie dann erst recht durch die Decke!

    • Wäre zu begrüßen, dass die App durch die Decke geht, aber mit der Masse nicht machbar. Kostet Geld – selbst Guthabenkarten verschenken bringt da nix… Ein Smartphone im Wert von fast 1.000€ sich alle 2Jahre zulegen, aber für Software Geld ausgeben…

  8. Die große Frage ist ja nicht wie man mit einem Generalschlüssel-verdacht die Gesellschaft vor Kriminellen schützt. Kriminelle nutzen dann einfach andere Kanäle.
    Die Frage ist wer die Gesellschaft vor kriminellen Machenschaften der Staaten schützt.
    In den Behörden und Ämtern sitzen Menschen und nicht „die Guten“.
    Menschen haben Schwächen und eigene Interessen. Daher sind diese auch per Definition nicht vertrauenswürdig und müssen kontrolliert werden.
    Wer möchte denn nicht den Generalschlüssel in den Händen von lupenreinen Demokratien wie Polen oder Orbans Ungarn wissen?
    Um Privatsphäre, Meinungsfreiheit und Demokratie zu erhalten darf der Staat nicht alles wissen und muss eben, genau so wie jeder andere, gewisse Entbehrungen in Kauf nehmen.

    Noch ein schönes Beispiel, die Umstände des Anschlags in Wien war den Behörden vorher schon bekannt. Hätte ein Generalschlüssel etwas geändert? Ein klares Nein.

    Ein Generalschlüssel nützt nur einem Überwachungsstaat und hilft nicht gegen Kriminalität, es sei das der Bürger als der Feind betrachtet wird.
    Gesellschaftliche Probleme lassen sich nicht technisch lösen.

  9. Natürlich ist das die einzig richtige Reaktion! Dafür gehe ich sogar auf die Straße – es reicht schon, wenn uns eine Energiewende aufgezwungen wird! Schöne neue Welt – die Ökodiktatur wird kommen und wird noch ganz andere Forderungen aufstellen!

  10. Ich finde, dass Messenger nur ein Mittel/Werkzeug für „Terrorristen“ sind. Statt dieses Werkzeug zu verkrüppeln, sollten sie Waffen verbieten und evtl. nicht produzieren. Ach Moment… Damit lässt sich ja Geld verdienen…

    • Terrorismus lässt sich nicht groß bekämpfen. Den gibt es immer, mehr oder weniger regelmäßig.

      Deshalb eignet er sich ja so gut für Freiheitseinschränkungen. Wenn du Politiker bist und westlich-freiheitliche Demokratien schlecht findest bereitest du dir einen Stapel Entwürfe mit Freiheitseinschränkungen vor und immer wenn mal wieder jemand jemandem vor den Latz fährt und Allah ruft nimmst du einen deiner Entwürfe vom Stapel und machst ihn Gesetz.

      Herzlichen Glückwunsch, jetzt bist du erfolgreicher Politiker in einer Volkspartei. ..naja, etwas verkürzt. 😉

      Dein Waffenverbot war schon ein paar mal im Stapel und kommt auch wieder in den Stapel, keine Sorge. … Das sabotieren sicherer Kommunikation ist wahrscheinlich auch noch sehr regelmäßig drin.

  11. „Wir müssen Verschlüsselung verbieten“ sagt sich halt für mehr oder weniger unbedarfte Politiker viel leichter als „wir müssen die Ursachen der Kriminalität wirksamer bekämpfen“. Und es macht auf auf die Allgemeinheit einen besseren Eindruck, weil es einfach greifbarer ist – und es hat ja sowieso niemand etwas zu verbergen…..

    Ich kann nur nicht glauben, dass die staatlichen Organe die notwendigen Ressourcen zur Verfügung haben (werden), um diese Backdoors dann auch wirklich für Prävention und Strafverfolgung zu nutzen – die „Aufrüstung“ an dieser Stelle steht ja auch nicht im Fokus und kann aus Budgetgründen wieder unter den Tisch fallen. Schließlich hat man ja heldenhaft die böse Verschlüsselung abgeschafft und so den Kriminellen quasi die Kommunikation abgeklemmt, das muss doch reichen….

    Andersrum wäre doch richtig: erstmal die Strafverfolgung flächendeckend auf den aktuellsten Stand der Technik bringen (und auch permanent da halten!) und dann überlegen, was man zusätzlich noch machen könnte oder müsste. Nicht diese Feigenblattpropaganda.

  12. Die Webseite PocketPC.ch verlost heute 3 mal 7 Threema Lizenzen für alle die einen Kommentar da lassen!

    Genug um alle Kontakte zu versorgen, die sich die „ach so teure“ ThreemaApp ja nie „leisten konnten“:

    Hier ist der Link dahin:
    https://www.pocketpc.ch/magazin/adventskalender/advent-advent-driving-home-for-it-support-76025/

    Und so bekommt ihr fast alle Eure Kontakte zum sicheren Threema rüber – die erfolgreiche Messenger-Wechsel-Anleitung:

    https://imagetwist.com/260hz20ig568/WhatsAbschalten.jpg

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