Teufel Boomster Go angehört – kleiner, robuster Musikmacher

Das deutsche Unternehmen Teufel hat sich über die Jahre einen guten Namen im Audio-Bereich gemacht und versucht immer wieder mit neuen Ideen um die Ecke zu kommen. Der neueste Kandidat aus dem Bereich portables Audiogerät heißt Boomster Go und wurde vor nicht allzu langer Zeit vorgestellt. Ich habe mir den Bluetooth-Lautsprecher mal etwas genauer angesehen.

Der Boomster Go kommt in fünf verschiedenen Farben zu euch, Rot, Grün, Schwarz, Beige und Blau stehen zur Auswahl. Ist also für die meisten Geschmäcker etwas dabei. Im Paket selbst befinden sich die Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch, ein Micro-USB-Kabel (leider kein USB-C), ein Riemen für euer Handgelenk oder zum Befestigen an allerlei Dingen und der Lautsprecher selbst.

Der Lautsprecher selbst ist mit 355 Gramm schon etwas schwerer und misst 10,2 x 10,7 x 4,6 Zentimeter. Ist also doch recht kompakt und vermittelt nicht unbedingt den Schmackes eines Soundwunders. Aber kommen wir erst zu den Äußerlichkeiten. Der Lautsprecher ist rings herum mit einem robusten Kunststoff versehen, der gummiert ist und sich wertig anfühlt. Die Nahtstellen sind größtenteils sauber verarbeitet, hin und wieder ist mir jedoch eine nicht ganz so sauber entgratete Kante aufgefallen. Kann aber auch daran liegen, dass es sich um ein Vorserienprodukt handelt.

Auf dem mit Stoff bespannten Lautsprecher hat Teufel die Kontrollelemente für Play/Pause, Lauter und Leiser verbaut. Wenn ihr die Minus- oder Plus-Taste mit der Wiedergabe-Taste gemeinsam betätigt, könnt ihr einen Titel vor- oder zurückspringen. Betätigt ihr die Wiedergabe-Taste etwas länger, wird der Sprachassistent in eurem Smartphone gerufen. An der Oberseite findet sich der Button zum Bluetooth-Pairing, der Micro-USB-Anschluss zum Laden, ein Mikrofon, der An- und Ausschalter und ein LED-Indikator für den Akkustand bestehend aus drei LED.

An den Seiten sind die Auslässe für die dahinter befindlichen 21 x 79 mm großen Membranen für die passiven Basstreiber im Push-Pull-Prinzip. Hinter dem Stoffbezug verbirgt sich ein 50 Millimeter großer Vollbereichstreiber und eine Class-D-Endstufe. Der Lautsprecher kann damit einen Frequenzbereich von 65 bis 20.000 Hz abdecken und bringt einen Schalldruck von max. 84 dB (gemessen aus 1 Meter Entfernung) mit. Die Gesamtausgangsleistung (RMS) liegt bei 10 Watt.

An der Rückseite findet man noch die Produktinformationen, die Aufhängung für den Trageriemen und ein 1/4  Zoll Gewinde für ein Stativ oder ähnliches. Damit ihr ihn auch mit an den Strand nehmen könnt, hat Teufel das Teil IPX7 zertifizieren lassen.

Der Klang

Eingerichtet ist der Boomster Go ziemlich zügig. Direkt nach dem ersten Anschalten ist das Gerät im Pairing-Modus und muss am Smartphone, Tablet oder Laptop nur in den Bluetooth-Einstellungen gesucht werden. Dort sollte der Lautsprecher zügig auftauchen und kann mit einem einfachen Tipp/Klick verbunden werden, wie jeder andere BT-Lautsprecher auch. Wollt ihr den Go mit einem anderen Gerät verbinden, haltet ihr die Bluetooth-Taste einfach gedrückt und wartet, bis die kleine LED blau blinkt.

Fortan kann über den Boomster Go Musik ausgegeben werden. Der Klang, den der kleine Kerl produziert, ist in der Tat ziemlich beachtlich. Man hört direkt, dass der Ton-Umfang ziemlich breit ist und alle Bereiche des Sounds gut zur Geltung kommen. Überraschenderweise hat der Boomster Go auch in den Tiefen ordentlich Wumms, ohne dabei zu basslastig zu sein. Er liefert Bässe, wenn ihr ihn dazu auffordert. Die Mitten sind gut hörbar und detailliert, nehmen den Höhen aber nicht den Boden unter den Füßen weg. Auch diese sind klar und deutlich wahrnehmbar und nicht quietschig oder versuchen euch Nadeln in die Gehörgänge zu bohren. Auch in den höheren Lautstärken fängt der Go nicht an Sound-Matsch zu produzieren, sondern bleibt klar und neigt nicht zu Verzerrungen.

Zum Vergleich habe ich mir mal meinen ebenfalls IPX7-zertifizierten Bluetooth-Lautsprecher von AUKEY hergenommen, der über zwei getrennte 5-Watt-Treiber verfügt und etwas weniger als die Hälfte des Boomster Go kostet. Auch der kann laut und bassig sein, hat aber im Vergleich zum Boomster Go nicht die Tiefe im Klang und kommt mit wesentlich weniger Details daher. Alles in allem kann man dem Boomster hier nur einen Daumen nach oben geben. Im Vergleich zum Beoplay A1, der 60 Euro teurer ist, liefert der A1 lediglich mehr Bass ab. Sonst befinden sich die Kandidaten auf einem meiner Meinung nach gleichem Level.

Um echtes Stereo zu erhalten, kann man übrigens auch zwei Boomster Go miteinander verbinden. Das habe ich für euch leider nicht testen können. Noch etwas zur Ausdauer: In meinem Test kam ich bei mittlerer Lautstärke zwischen 9 und 11 Stunden raus, was ziemlich an dem von Teufel angegebenen Wert von 10 Stunden liegt.

Solltet ihr mal ein Telefonat mit dem Boomster Go bestreiten wollen, auch das geht. Das Gegenüber kommt sehr klar über den Lautsprecher in euer Ohr, ihr solltet jedoch nicht zu weit weg vom Boomster Go sein, sonst klingt ihr ziemlich schnell leise, blechern oder seid gar nicht zu hören. Für Gelegenheitstelefonate geht das aber allemal.

Was mir in der Benutzung als einziges negativ aufgefallen ist: Man kann den Boomster Go nicht hinstellen, also zumindest nicht so, dass die Tasten ordentlich zugänglich sind oder die Bass-Treiber nicht verdeckt werden. Damit das ordentlich funktioniert, müsst ihr das Stativgewinde nutzen und den Lautsprecher damit aufstellen.

Mein Fazit zum Boomster Go

Meiner Meinung nach hat Teufel mit dem Boomster Go einen sehr guten Lautsprecher für unterwegs besorgt, der nicht nur gut klingt, sondern auch robust ist und fast in eine Hosentasche passt. Kritikpunkte gibt es kaum: Der Mikro-USB-Anschluss ist nicht der neueste Schrei, verrichtet aber seine Arbeit. Auch über den nicht vorhandenen Ständer kann man sicher hinweg sehen, auch liegend klingt er super und kann mit dem Trageriemen auch gut irgendwo aufgehängt werden – in der Dusche zum Beispiel.

Das ganze Paket kostet gute 100 Euro. Nicht wenig in dem hart umkämpften Preissegment, in dem vor allem Anker mit seinen Soundcore-Geräten sehr gute Arbeit macht. Hier sollte sich jeder seine eigene Meinung bilden und nach den eigenen Ansprüchen entscheiden, ob es 40 Euro mehr oder weniger sein dürfen.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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7 Kommentare

  1. Die erste Hälfte vom ersten Satz war schon witzig, aber bei Push-Pull-Prinzip war ich raus, nix für ungut 😀
    Soll ja nicht unfair klingen: Ich liebe Teufeltechnik auf meiner Werkbank, da die Kundschaft meist zahlungskräftig ist, füürchterlich an ihrem „geliebten Teufel“ hängt und die Elektronik bzw. die Fehlerquellen so simpel und preiswert zu reparieren sind, dass ich an manchem Low-End-Receivern schon High-End-Gefühle hatte. Den Rechenkram mit 10W Rms, 50mm „Vollbereichstreiber“ (dafuq?) etc spar ich mir jetzt.
    Schönen Start in die Woche, weitermachen 😉

  2. USB-C hätte es in 2020 schon sein müssen. Kostet das einen Hersteller so viel mehr?

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