Telekom will WLAN für alle realisieren

Hui, gerade erlitt ich einen Blast from the Past. Im Jahr 2007 hatte ich mir mal eine Fonera-Box von Fon geordert. Das damals schon beeindruckende Konzept: spende deine Bandbreite an andere Benutzer. Quasi der WLAN-Gastzugang für andere Menschen. So konnte man damals einen zusätzlichen Hotspot an den Router klemmen, über diesen konnten dann andere Mitbenutzer surfen. Im Gegenzug konnte ich bei anderen Benutzern mitsurfen. Kostenlos und schneller als im Mobilfunknetz.

Deutsche Telekom

Klasse Sache, die in Deutschland irgendwie nie ankam – Störerhaftung ist ein Stichwort. Unter Umständen könnte aber wieder etwas Drive in die Sache kommen. Die Deutsche Telekom will nach unbestätigten Berichten des Wall Street Journals Anteile am spanischen Anbieter Fon kaufen. Diese unscheinbare Nachricht könnte weitreichende und durchaus bequeme Folgen für Nutzer haben.

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Das Ziel könnte sein, ein möglichst flächendeckendes Netzwerk aus WLAN-Hotspots aufzubauen, um den Anwendern die Nutzung von WLAN zu ermöglichen, ohne auf Mobilfunknetzwerke zurückzugreifen. Wir Anwender profitieren dadurch von einem schnelleren Internetzugang und der Vermeidung von eventuellen Roaming-Kosten im Ausland.

Das Netzwerk wird dabei durch die Fon-Router und Anwender realisiert, die bereit sind, ihren Zugang zum Internet zu teilen. Im Gegenzug könntet ihr andere Fon-Zugänge kostenlos nutzen. Die Netze sind dabei übrigens getrennt, ihr lasst Unbekannte als nicht in euer Heimnetz.

Das Ausweichen auf WLAN, bei denen Internet-Anschlüsse unter Benutzern geteilt werden, soll den Providern dabei helfen, den Datenverkehr in den Mobilfunknetzen zu entlasten. Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson schätzt, dass sich die monatliche Datennutzung eines durchschnittlichen Smartphones von 450 Megabyte heute auf 2 Gigabyte 2018 mehr als vervierfachen wird. Der Netzwerkverkehr von Tablet-PCs wird demnach von derzeit monatlich 3 Gigabyte auf monatlich 10 Gigabyte in fünf Jahren ansteigen.

Wann es kommt? Ob es kommt? Wie es realisiert wird? Weiss natürlich noch keiner. Ich für meinen Teil hoffe aber, dass so etwas kommt. Ich würde gleich meine Antenne raushängen und Bandbreite freigeben, sofern für guten QoS gesorgt ist.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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33 Kommentare

  1. oje 2018 2gb dann muss ich bis dahin wohl von meinen 1-5 gb runter 🙂 *ironie aus

    sind halt Durchschnittswerte aber die idee ist gut
    ansich geht das ganze ja jetzt auch schon viele router unterstützen mehrere SSIDs aber die Störerhaftung … abwarten

  2. und bestimmt alles inkl. Netzneutralität.

  3. Die Idee ist ja eig. ganz gut, habe damals meinen Internetanschluss auch mittels Fonera mit anderen geteilt.
    Ich ahne aber, dass die leute, die das bei der Telekom machen wollen, entweder ein zusätzliches Gerät kaufen müssen, oder es werden ihnen Kosten aufgedrückt.
    Hinzu kommt, dass die Telekom so am Netzausbau sparen kann, wenn ein gewisser Anteil der Benutzer nun über das W-Lan der Privatleute surfen kann.

  4. Gute Idee.
    Nur – was macht man dann mit seiner Fritz-Box? Die würde ich nicht gegen eine Fon-Box eintauschen wollen.

  5. Dass ein kontextloses „Netzneutralität“ kommt, war klar, Erklären können anscheinend nur wenige 😉

  6. Finde ich von der Sache her absolut super.
    Wenn die Sache mit der Haftung geklärt wäre, würde ich sofort mitmachen. Meine 50er-Leitung ist mindestens zu 95% der Zeit im Leerlauf und ich wohne an einem überaus attraktiven Punkt für sowas. Aber aktuell ist das Risiko zu groß, dass man sich Scherereien ins Haus holt. 🙁

  7. Fänd ich super, denn hier bei uns wird es wohl auch in 50 Jahren noch kein UMTS geben, von LTE ganz zu schweigen. Zu bergig, zu wenig Mobilfunk-Antennen. 🙁 WLAN wär da eine schöne und schnelle Alternative.

  8. „ihr lasst Unbekannte als nicht in euer Heimnetz.“ das hihi spar ich mir jetzt lieber, sonst schimpfst noch mit mir 🙂

    „Die Netze sind dabei übrigens getrennt, ihr lasst Unbekannte als nicht in euer Heimnetz.“ Also kein Problem mehr mit der Störerhaftung!? Dann soll die EU sowas mal fördern… Würde das auch unterstützen!

  9. ich glaub erst dran, wenn es steht. vorher ist es keiner nachricht wert, da sich alle nur ergötzen

  10. Wer hat dann noch einen eigenen Anschluss, wenn der Nachbar doch sein Netz zur Verfügung stellt?
    Am besten also sofort zum Stichtag den eigenen Internetzugang kündigen 😉

  11. Dann hat sich das lange Aufbewahren meines W-LAN-Kabels also doch gelohnt!

  12. @Caschy muss man wirklich bei der Telekom erklären wie die das mit der Netzneutralität halten?

  13. Ich denke, da muss man die Telekom nicht alleine an den Pranger stellen. Aber mal was anderes, gibt es konkret nachlesbare Beweise über Priorisierung ausser YouTube?

  14. Was hat denn ne Drosselung mit Netzneutralität zu tun? Letzteres ist, wenn ich nen 5er für schnelles FB oder YT bezahlen muss, Bezahl-Bits bevorzugt werden. Die Diskussion ist wichtig und richtig, wird oft leider falsch und polemisch geführt.

  15. @Caschy Kleingedrucktes auf der T-Mobile Seite: “ VoIP und Instant Messaging sind nicht Gegenstand des Vertrages.“ Eindeutig keine Netzneutralität!
    Und klar macht das jeder Mobilfunkanbieter. Vodafone ist da z.B. auch sehr groß drin.

  16. Mir ist Freifunk.net sympatischer, und das System bietet durch Wireless Mesh Networking einen weiteren Vorteil.

  17. Man muss nur die Störerhaftung endlich kippen bzw W-Lan Hotspots davon befreien.Man hätte sofort überall in Städten WLAN für lau.

  18. Dafür musste es erstmal Internet für alle geben 😉

  19. ich habe davon nicht so viel ahnung, aber wie sieht es den mit der sicherheit in so einen netz aus? derjenige, der es zur verfügung stellt kann doch dann alle daten abgreifen, oder? obwohl natürlich jedes offene public wlan unsicher ist.

  20. caschy 28. Januar 2013 um 15:06 Uhr

    Was hat denn ne Drosselung mit Netzneutralität zu tun?
    ———-
    Jede Menge,da man z.b nicht frei aussuchen kann welchen Musik Streaming dienst man nutzen will.denn die Telekom arbeitet zur zeit glaube ich mit einem einzigen zusammen.

    Die Konkurenz kann man nicht nutzen,denn die wird ab x mb gedrosselt.
    Und was nimmt der kunde wohl lieber,spotify,das er den ganzen monat über gedankenlos nutetzn kann,
    oder einen konkurenten,wo der Provider nochmal die hand aufhält.

    >Bei der Buchung über die Telekom belastet die mobile Nutzung von Spotify nicht das im Tarif enthaltene Datenvolumen!

    Quelle:http://www.t-mobile.de/faq/1,1951,18-_,00.html?vgn_form_encoding=ISO-8859-1&p=2&c=714

    Sprich selbst wenn amn Sotify normal bcuhtb als TEelkom kunde steht man schlechter da,als wnen man es bei der Telekom bucht.
    Die Qualität des angebots hängt also elementar davon ab,ob man es beim Proivder bucht,oder nicht.

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