TCL Movetime Family Watch MT40 im Test

Im März hatte ich die Kinder-Smartwatch Neo vorgestellt, welche in Partnerschaft mit Vodafone vertrieben wird und neben der integrierten Kamera damit auffällt, spezielle Designs aus dem Hause Disney mitzubringen. Nun möchte ich noch ein weiteres Gerät vorstellen, das schon ein paar Tage länger zu bekommen ist und zu einer Reihe Wearables gehört, die für Kinder gedacht sind: die TCL Movetime Family Watch MT40, kurz „MT40“.

Jene ist mir von 1&1 zur Verfügung gestellt worden und kann dort in Kombination mit dem Tarif „1&1 Kids“ genutzt werden. Werfen wir doch erstmal einen Blick auf die Fakten zur Uhr:

Allgemein

  • Hersteller: TCL
  • Modellname: TCL MOVETIME Family Watch MT40
  • Verfügbare Gehäusefarben: Blau, Pink
  • SIM-Karte: Nano-SIM
  • Unterstützte Sim-Karten-Typen: Triple-SIM
  • Display Typ / Bezeichnung: IPS
  • Größe: 3,30 cm (1,3?)
  • Auflösung: 240 x 240 Pixel

Kamera

  • Fotoauflösung: 0,3 Megapixel

Schnittstellen

  • Datentransfer: GPRS, EDGE, UMTS, HSPA+, LTE
  • Bluetooth: v4.2
  • Navigation: GPS, GLONASS, BeiDou
  • Micro-USB
  • IP Zertifizierung: IP65 – Staubdicht + Strahlwasser

Multimedia

  • Besonderheiten: Lautsprecher
  • Bedienung
  • Touchscreen
  • Freisprechen

Weitere technische Details

  • Außenmaße: 45×39,05×14,55 mm
  • Gewicht: 50 g
  • Standby-Zeit: bis zu 120 Stunden
  • Gesprächszeit: bis zu 48 Stunden
  • Arbeitsspeicher: 0,3 GB
  • Akku Kapazität: 600 mAh

Lieferumfang

  • Gerät
  • Akku
  • Ladegerät
  • Bedienungsanleitung

Die MT40 sieht im Gegensatz zur Neo mehr nach Smartwatch aus, die große Kameralinse an der Gehäuseseite fehlt. Dafür sitzt eine kleine Kamera im Display, womit nicht nur Selfies aufgenommen werden können, sondern ihr auch mit eurem Kind Videotelefonate führen dürft. Das große Displayglas täuscht. Das eigentliche Bild, was bei der Benutzung und Bedienung später zu sehen ist, fällt deutlich kleiner aus. Das ist in den Bildern auch gut zu erkennen.

Auf der linken Geräteseite befinden sich sowohl der Ladeport als auch der SIM-Einschub, beides jeweils durch eine Gummilasche vor dem direkten Kontakt mit Wasser geschützt. Duschen, Schwimmen oder gar tauchen sollte der Nachwuchs mit der Uhr zwar dennoch nicht, sie kann einen Regenguss aber durchaus verkraften – das konnten wir in den vergangenen Tagen häufiger ausprobieren. Im Gegensatz zur Neo lässt sich die Uhr für Kinder deutlich einfacher anziehen. Bei der Neo liegt es am Material, dass sich das Armband sehr schwer einhändig durch die Lasche ziehen und schließen lässt. Bei der MT40 ist eine übliche Metall-Schließe angebracht. Das Armband geht hier locker durch und kann dann über den kleinen Metall-Nupsi fixiert werden. Das geht dann im Alltag schnell und einfach von der Hand.

Die Einrichtung der Uhr erfolgt, wie auch bei der Neo, über eine dedizierte kostenlose App. Das geht alles sehr unkompliziert vonstatten. Ihr müsst während des Setup-Vorgangs dabei nicht nur die Telefonnummer der eingelegten SIM-Karte angeben, sondern auch eure eigene, damit die App auch direkt ein Elternteil zur Verwaltung der Uhr benennen kann. Meine Frau konnte ich im Nachhinein problemlos als zweites Elternteil hinzufügen, indem sie sich die App installiert hat und ich sie über meine App eingeladen habe. Die eigentliche Anmeldung in der App kann sogar über einen Google-, Facebook- oder auch Apple-Login erfolgen.

Besonders interessant finde ich hierbei, dass die in der Uhr später hinterlegten Kontaktpersonen im Grund noch nicht einmal über die App verfügen müssen. Da die Uhr eine eigene SIM mit Nummer verwendet, kann das Telefonat beidseitig einfach so gestartet werden. Das Kind kann folgerichtig nur die Kontakte anrufen, die auch für seine Uhr hinterlegt worden sind. Meine Sorge, dass sich die Telefonnummer der Uhr von jeder fremden Nummer aus anrufen ließe, konnte ich schnell vergessen.

Tatsächlich ist es so, dass fremde Nummern ein Besetztzeichen zu hören kriegen. Auf der Uhr wird kein Anruf signalisiert. Nummern, die in der App hinterlegt worden sind, können die Uhr hingegen problemlos über die App, aber auch einfach aus dem Telefonbuch heraus anrufen. Dabei ist die Sprachqualität selbst in Gebäuden in 9 von 10 Fällen sehr gut. Bei schlechter Verbindung dauerte die Übertragung des Tons dann teilweise 3 bis 4 Sekunden.

Damit das Kind aber ohne Probleme mit der Uhr interagieren und eure Telefonate annehmen kann, wenn es mal alleine daheim sein sollte, könnt ihr die Uhr mit dem heimischen WLAN vertraut machen. Während eines Telefonats kann zudem auf ein Videotelefonat umgeschaltet werden, bei dem dann die kleine Kamera im Display zum Einsatz kommt. Die Wiedergabe ist sowohl im WLAN als auch bei bestehender LTE-Verbindung recht gut. Sollte die Internetverbindung der Uhr dann aber mal die typische deutsche Netzabdeckung zu spüren bekommen, dann finden Videotelefonate schon mit etwas Verzögerung statt.

Anstelle von Anrufen können aber auch Nachrichten zwischen der Uhr und der App hin und her geschickt werden. Dabei können Sprachnachrichten verschickt werden, aber auch Textnachrichten und Emojis. Der größte Vorteil der MT40 gegenüber der Neo liegt in meinen Augen im integrierten GPS-Modul, über das sich die Uhr deutlich genauer und schneller orten lässt als über die mobile Datenverbindung der Neo. Auch lassen sich zurückgelegte Strecken tracken. Es gibt auch hier einen eingebauten Schrittzähler und einen Kalorienverbrauchsrechner, wobei das sicher nicht für viele Kinder interessant sein wird. Wenn das Kind die Ein-/Aus-Taste an der rechten Seite für drei Sekunden gedrückt hält, wird der SOS-Modus ausgelöst und ein Anruf zum primären Notfallkontakt initiiert.

Generell wirkt die gesamte App TCL Connect durchdacht, bietet so unter anderem auch einen Schulmodus, mit dem sich die Uhr in von euch definierten Zeiträumen nur dazu nutzen lässt die Zeit abzulesen und ein paar rudimentäre Telefoniefunktionen anzubieten. So hat das Kind dann während der Schule keine Möglichkeit, die integrierten Spaßfunktionen wie das Hamsterspiel oder den Stimmenmodulator zu verwenden. Ihr dürft zudem auch Sicherheitsbereiche auf einer Karte bestimmen, bei denen immer dann ein Alarm auf dem Handy der Eltern eingeht, wenn das Kind diese Bereiche verlässt. Ich sagte es schon bei der Neo und werde es auch hier tun: Ihr tut gut daran, so etwas offen mit eurem Kind zu kommunizieren. Immerhin handelt es sich hierbei um Überwachungsmethoden, die zu diskutieren sind. Euer Kind wird im Idealfall irgendwann wissen, was die Uhr alles ermöglicht und auch, welche Optionen ihr als Eltern so habt.

Der Hersteller gibt für die Akkulaufzeit an, dass die Uhr im normalen Betrieb etwa zwei Tage durchhalten solle, im Standby-Betrieb sogar bis zu fünf. Mein Sohn war in den vergangenen Wochen nahezu jeden Tag mit der Uhr unterwegs, hat sie morgens umgebunden und sie erst am Abend wieder abgenommen. Da lag der Akku nach reichlich Bewegung, sehr vielen Sprachnachrichten, reichlich Fotos und ein paar Videotelefonaten dann meist so bei knapp 40 Prozent. Für einen weiteren aktiven Tag hätte das also nicht gereicht. Ich lade ihm die Uhr nun am Abend immer einmal wieder auf, schalte sie aus und er kann sie dann am folgenden Tag wieder ganz nutzen.

In Sachen Robustheit würde ich behaupten, dass das Display auf Dauer schnell Kratzer bekommen kann, was bei einer Uhr, die für Kinder gemacht ist, sicherlich kein Pluspunkt ist. Mein Sohn passt auf die Uhr gut auf, Stöße hin und wieder und auch das Spielen im Garten hat die MT40 bisher recht gut überstanden. So zeigt das Display aktuell nur ein paar kleinere, nicht weiter störende Blessuren.

Das Armband lässt sich tauschen, sollte da mal was zu schmutzig werden oder gar kaputtgehen. Die MT40 zeigt meiner Meinung nach sehr gut, dass der Hersteller mit dem Modell nicht das erste Gerät der Sorte auf den Markt gebracht hat und untermalt das auch mit einer sehr nützlichen App. Sollte die Uhr vielleicht doch für ein Familienmitglied im hohen Alter gedacht sein, dürft ihr in den Notfallkontakten auch die 112 oder 110 als Notrufnummern angeben, die bei Gedrückthalten der Powertaste angerufen werden.

Wenn ich wirklich was suchen müsste, was mich an der Bedienung der Uhr stört, dann vielleicht, dass sich die mit der Kamera aufgenommenen Fotos nicht einfach in einer Galerie anzeigen und speichern lassen. Dabei sollte man berücksichtigen, dass die Kamera auch vom Hersteller vor allem für die Videotelefonie angepriesen wird, Selfies zwar eine Möglichkeit sind, aber nicht die erste Geige spielen. Dreht man das Handgelenk vernünftig und weiß, wo der Auslöser zu finden ist, dann kann durchaus auch die Umgebung fotografiert werden.

Dennoch finde ich das Konzept der gesamten Uhr mitsamt der App sehr gelungen. Die Ortung funktioniert einwandfrei, das Telefonieren auch. Ihr Akku kommt gut über den Tag und die Einrichtung und Bedienung der App ist selbsterklärend. Der Schulmodus ist eine sehr willkommene Funktion und lässt sich sogar detailliert personalisieren. Die Touchbedienung klappt angenehm flüssig, auch wenn das Display etwas klein ausfällt. Bei der Farb- und Designwahl ist man zwar etwas beschränkter als bei der Neo, dafür kostet die TCL Movetime Family Watch MT40 auch „nur“ rund 120 Euro. Bei 1&1 und zahlt ihr für den Kids-Tarif in den ersten sechs Monaten 6,99 Euro pro Monat, danach dann 9,99 Euro – die Uhr gibt’s inklusive.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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5 Kommentare

  1. Wolfgang D. says:

    „in den ersten sechs Monaten 6,99 Euro pro Monat, danach dann 9,99 Euro – die Uhr gibt’s inklusive“

    Eine Versicherung gegen Totalschäden, ab Werk dazu, wäre wohl auch nicht verkehrt. Oder was kostet im Fall der Fälle ein Ersatzgerät?

    Im Übrigen sollte sich Fitbit dieses Geschäftsmodell mal anschauen, statt die Steuerungsapp zur Werbeplattform zu reduzieren.

  2. Ich würde mir bei solchen Artikeln generell wünschen, auf die Nutzung in Schulen einzugehen.
    Bsp.: Bayern: digitale Speichermedien müssen in der Schule und auf dem gesamten Schulgelände ausgeschaltet sein!

  3. Die Größe dieses Gerätes ist doch lächerlich. Da kann man doch gleich ein Schild mit „Mob mich“ tragen.

  4. Also Micro-USB im Jahr 2021?? Ich bezweifle mals, dass eine USB-C Buchse das Gerät teurer gemacht hätte. Laden über Magnetkontakte und eine eSim hätte das Gerät wohl teurer gemacht, aber auch robuster gegen Wasser.

    Auch können 330 mm ganz schön klobig wirken. Was mich auch nicht wundern würde, ist wenn hier wieder Datenschützer auf den Plan gerufen werden, wegen der Überwachungsfunktionen

    Aber alles in allem eine Uhr wo das Preisleistungsverhältnis wohl in Ordnung geht.

  5. Menü sieht sehr stark nach Xplora 5!

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