Stretch: Boston Dynamics stellt neuen Roboter für Lagerhäuser vor

Industrie 4.0 und Digitalisierung sind gerade aktuell ein sehr großes Thema in vielen Unternehmen. Viele Dinge smarter machen, aber vor allem dafür sorgen, dass möglichst viel automatisch und ohne menschliches Zutun passiert, so die Idee. Wenn es um Automatisierung geht, sind Roboter natürlich ganz vorne mit dabei. Boston Dynamics gehört seit längerem zu Vorreitern im Bereich der Robotik. Nun hat man einen neuen Helfer für Lagerhäuser vorgestellt, der den Namen Stretch trägt. 

Stretch soll Kisten in Warenhäusern und Verteilzentren von einer Stelle zur nächsten bewegen. Der Roboter sitzt auf einer beweglichen Basis und kann selbst im Lagerhaus navigieren. Computer Vision macht es dem Roboter einfach, Kisten zu identifizieren und diese in einer angegebenen Reihenfolge aus einem LKW, Container und Co. zu befördern. Der Arm und die Basis sind so konstruiert, dass er auch in engeren Umgebungen betrieben werden kann. Der Greifer am Ende des Arms kann sich verschiedenen Kistengrößen anpassen und saugt sich an diesen fest.

Ein Vorteil von Stretch ist, dass man keine große Anlage braucht, auf der sich ein Roboter beispielsweise auf Schienen bewegen müsste. Er agiert autonom. Boston Dynamics ist aktuell auf der Suche nach Pilotkunden, die Stretch zum LKW-Entladen nutzen wollen. Die endgültige Marktreife soll im nächsten Jahr hergestellt sein. Wer will, kann sich auf der Webseite für das Early Adopter Programm bewerben.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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17 Kommentare

  1. fett, wird richtig viele arbeitsplätze insbesondere von geringqualifizierten ersetzen. monotone arbeiten fallen weg – ein vorteil der digitalisierung!

    außerdem kann man so weitere daten erhalten, schnelligkeit steigt, fehlerrate sinkt. theorethisch kann so auch 24h am tag betrieben werden. kosten sollten damit langfristig dramatisch sinken.

  2. Schon beeindruckend wie gut das mittlerweile funktioniert. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird es große Teile der Jobs im Lager noch vor den menschlichen LKW Fahrern überflüssig machen.

  3. Wow die Boston Scientific Aktie ist ja noch recht günstig zu haben…da ist es eine Überlegung wert einzusteigen.

  4. Man könnte auch einfach mit einem Hubwagen die ganze Palette rausfahren 😉

    • KraftKlotz says:

      Ware in Überseecontainer kommt generell ohne Paletten.

      • Klar. Nur nicht auf Europaletten. Die würden auch nicht passen. Das Szenario im Video hat man öfters bei Versandhändlern. Dann aber mit unterschiedlichen Paketgrößen und nicht so nett gleichmässig.

  5. Klingt gerade in Zeiten einer Pandemie erst mal verlockend: Roboter husten nicht. Aber Viren, Würmer usw. gibt es digital auch. Eine neue Art Diebstahl: ganze Ladungen digital verschieben und Anderen noch die Rechnung aufbrummen. Da wird noch viel Arbeit in die Sicherheit dieser Systeme fliessen müssen. Gut ist: die Dinger arbeiten rund um die Uhr, haben keine Gewerkschaft und Montags keinen dicken Kopf smile. Und Arbeit für Menschen gibt es immer noch genug, ich möchte mir im Alter nicht von einem Roboter den Po wischen lassen …

    • Das klingt auch abseits einer Pandemie verlockend. Zum einen sparen solche Roboter den Firmen enorme Kosten und steigern die Produktivität massiv. Und zum anderen ist es auch für die Mitarbeiter nicht gerade erfüllend derart einfache und monotone Tätigkeiten den ganzen Tag ausüben zu müssen.

      • Hi Knipso, Du schreibst „zum anderen ist es auch für die Mitarbeiter nicht gerade erfüllend derart einfache und monotone Tätigkeiten den ganzen Tag ausüben zu müssen.“ naja, stimmt auch nur teilweise – es gibt nun mal Menschen, für die solche intellektuell wenig fordernden Jobs passend sind. Sowieso wird das private und berufliche Umfeld intellektuell immer fordernder, komplexer , immer mehr soll bedacht werden. In vielen Lebensbereichen soll man Dank Home-irgendwas sein eigener Sachbearbeiter sein. Jobs für Menschen die eben sagen wir es mal altmodisch „einfach strukturiert“ sind fallen mehr und mehr weg. Wenn sie mit den steigenden Anforderungen und dem immer höreren Anpassungsdruck und der Arbeitsverdichtung nicht klarkommen , landen sie entweder in Werkstätten oder gleich in der Arbeitslosigkeit. Ob das nun der bessere Weg ist ihnen gerecht zu werden wage ich doch zu bezweifeln. Hilfs- und einfach-Arbeiten werden nicht gut bezahlt und haben kein hohes Sozialprestige, aber was macht eine Gesellschaft wenn es für die menschen die diese Arbeit bisher geleistet haben keine Angebote mehr gibt ?

        • Ich verstehe was Du meinst. Anders ausgedrückt gibt es Menschen die man aktuell nur schwer in anderen Bereichen einsetzen kann.
          Ja, die gibt es keine Frage. Aber was ist denn nun besser?

          Mal ganz absichtlich überspitzt formuliert, zu sagen der ist eh dumm der taugt für nicht mehr als einen Handgriff den Rest seines Lebens zu machen um ein Paket von Punkt A auf Band B zu heben.

          Oder den Menschen eine faire Chance zu geben, Perspektiven aufzuzeigen, Weiterbildung zu ermöglichen und nachher zu sehen, dass die Person einer Tätigkeit nachgeht welche sie wirklich gern macht und die sie erfüllt?

          Bei Deiner Frage bin ich aber ganz bei Dir. Es wird Menschen geben die das wirklich nicht schaffen und bei den Veränderungen die unausweichlich in den nächsten Jahren folgen werden auf der Strecke bleiben. Für diese müssen wir als Gesellschaft eine Lösung finden, sonst haben wir mittelfristig amerikanische Verhältnisse auch bei uns, mit allen negativen Begleiterscheinungen.

  6. Das Bestreben von ver.di war doch, dass – zumindest bei Amazon – keiner mehr nach dem Tarif Lagerlogistik eingruppiert wird. Hiermit kommt man diesem Ziel ein gutes Stück näher, würde ich sagen. 😉

    • Na, da will ich doch mal sehen, wie Stretch mit der chaotischen Lagerhaltung bei Amazon klarkommt.
      Die Picker wird es kaum ersetzen können.

      • Klar kommen solche Roboter mit so einem chaotischen Lagersystem zurecht.

        Schau dir mal Servus an, das haben wir in der Firma und dieses System regelt auch komplett selbst, was wo eingelagert wird und holt es sich auch wieder und liefert das dann wieder an ihre Bahnhöfe aus, wenn es benötigt wird.

        https://www.servus.info/

        • Nett wenn alles gleich groß und stapelbar ist. Wenn in einer chaotischen Lagerhaltung an einem Ort unterschiedlich große Pappboxen und daneben noch lose verpackte Produkte liegen, muss ein Mensch ran. Das schafft kein Roboter.

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