Signal für iPhone bekommt Desktop-Support

signal-messenger-ios-icon-150Der Messenger Signal wurde immer wieder von Leak-Legende Edward Snowden als Vorzeigedienst in Sachen Verschlüsselung genannt. Es gibt ihn seit geraumer Zeit als App für iOS und Android, später bekam dann auch die Android-Version die zusätzliche Desktop-Unterstützung spendiert. iOS-Nutzer guckten dahingehend bisher in die Röhre und konnten den Messenger lediglich auf ihrem iPhone verwenden. Das soll sich nun endlich ändern, denn auch für die iOS-Version von Signal ist jetzt eine Desktopvariante für den Browser erhältlich.

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Damit scheint Signal auch final aus der Betaphase raus zu sein. Um die Desktop-Version nutzen zu können, müssen iOS-Nutzer ihre Signal-App auf den aktuellsten Stand bringen und sich die entsprechende Browser-Version installieren. Danach muss man nur noch – wie unter anderem von WhatsApp Web bekannt – ein QR-Code vom Browser mit dem Handy eingescannt werden und schon können parallel von beiden Geräten Nachrichten verschickt werden. Hierbei bekommen sowohl iPhone als auch Rechner den gleichen Sicherheitsschlüssel zugewiesen, wie genau dies möglich ist, erkärt Open Whisper Systems in einem knappen Statement.

There’s an identity key in Signal. When you link or approve a desktop install, that gets moved to the desktop. All your clients have access to that, which allows for your identity or fingerprint to be the same” erklärt Moxie Marlinspike – Lead Developer von Signal.

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Signal - Private Messenger
Signal - Private Messenger
Preis: Kostenlos
  • Signal - Private Messenger Screenshot
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Signal – Sicherer Messenger
Signal – Sicherer Messenger
  • Signal – Sicherer Messenger Screenshot
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  • Signal – Sicherer Messenger Screenshot
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(via Open Whisper System)

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Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

12 Kommentare

  1. Kopie des Schlüssels. Also multi device. Whatsapp behauptet das würde nicht gehen.

  2. Und die Desktopversion läuft autark. Das Handy kann aus bleiben, trotzdem ist die Nutzung auf dem Desktop möglich.
    Der beste und sicherste Messenger den es derzeit gibt. Und der Einzige mit end2end Multidevicesupport.

  3. Ich denke nicht, dass es der einzige ist. Wire scheint das auch alles zu haben und noch mehr.

  4. Zumindest Wire und iMessage können das. Aber es dürfte der einzige sein, der vollständig OpenSource ist.

  5. Eine Desktopversion, die auf Chrome angewiesen ist, ist auch irgendwie eine Enttäuschung. Ich habe kein Chrome und will es auch nicht. Eine native Version wären wünschenswert.
    Und auch wenn ich Signal wegen des Open Source und der vollständigen Verschlüsselung durchaus interessant finde, muss ich dennoch sagen das Programm kann zu wenig.
    Man sieht nicht einmal, ob eine Nachricht zugestellt wurde noch ob diese gelesen wurde. (Und kommt jetzt nicht mit das gehört zum Sicherheitskonzept, man kann es ja optional machen).
    Eine Backupfunktion für Signal gibt es auch nicht, ich musste letztens mein Handy aus einem Backup wiederherstellen und danach musste auch Signal neu eingerichtet werden, alles war weg. Gut, nicht, dass ich damit etwas verloren hätte, schließlich benutzt keiner Signal. Man kennt ja das Problem, wenn der Messenger nicht Whatsapp heißt.

  6. Man kann auch andere, auf Chromium basierende, Browser benutzen, aber so total nice, finde ich das auch nicht. Meines Wissens sollen die Chrome-Apps sogar eingestellt werden. Dass einige Funktionen aus Prinzip fehlen, ist wirklich schade. Das fehlende Backup dürfte eher auf die geringen Ressourcen von Signal zurück gehen. Ein so spartanischer Messenger wird aber wohl nie zur ernsthaften Konkurrenz für die ganz großen Player. Zumindest mit der unabhängigen Desktop-App haben sie einige Messenger rechts überholt.

  7. Eigentlich bietet ja Wire alles was das Herz begehrt. Open Source Clients, native Desktopversionen, Nachrichten, Audio- und Videochat und Datenübertragung mit Ende2Ende-Verschlüsselung, Gruppenchats und sogar noch Spielereien wie GIFs, der Möglichkeit zu Zeichnen und noch ein paar Sachen.
    Dennoch so richtig werde ich mit Wire nicht warm und wie bei jedem Messenger kann man sich eh nur mit sich selbst unterhalten oder mit Otto dem Bot.

  8. Wire macht wirklich eine Menge richtig, aber ich werde auch nicht so richtig warm damit. Wire hält sich nicht an gängige Konventionen für Messenger und wirkt irgendwie klobig und unübersichtlich. Das sieht fancy aus, aber ich mag es lieber minimalistisch. Ich wüsste nicht, wie ich Nachrichten durchsuchen kann bzw. ob das überhaupt geht. Backups gibt es wohl auch nicht. Außerdem fehlt noch ein Geschäffsmodell, das heißt, wenn ich anfangen würde zu missionieren, könnte es zwischendurch gut sein, dass der Laden pleite geht.

  9. Wire ist vom Skype-Macher und hat selbst mal gesagt, dass es einen langen, seeehr langen Atem braucht. Das wäre bei Skype so gewesen und wird auch bei Wire so sein. Allerdings gebe ich dir recht, dass die Berichterstattung über Wire so dünn ist, dass es diesmal eng werden kann…

  10. besucherpete says:

    Ich habe gestern Signal noch einmal neu installiert und es scheitert schon an der Geräteüberprüfung. Den Code bekomme ich noch per SMS, aber wenn ich den eingegeben habe, passiert nichts weiter …

  11. Wire ist vom Ansatz her sehr zu begrüßen, jedoch ist die UI eine Katastrophe.
    Design liegt im Auge des Betrachters, aber Wire ist in sich unlogisch aufgebaut und bricht mit allen bereits zurecht etablierten Messenger UI`s.
    Das ist sehr schade, denn vom Ansatz her könnte man den Messenger sonst durchaus empfehlen.

    Aber nur so nebenbei: Mir ist eine langsame (aber unabhängige, weil durch Spenden finanzierte) Entwicklung lieber, als ein undurchsichtiges Finanzkonzept wie bei Wire und Telegram. Signal finanziert sich zum Großteil durch die „Freedom of the press foundation“ (https://freedom.press/organization/open-whisper-systems).
    Und eine stetige Entwicklung findet ja auch statt, nur leider langsamer als man sich das wünscht.

  12. @Fab Das sehe ich genauso. Telegram baut auf einen russischen Mäzen, der irgendwann die Lust verlieren könnte oder dann doch mal Werbung einführt. Wire wird es hingegen nur solange geben, wie Investoren bereit sind weiterhin bereit sind, Geld da reinzubuttern. Und es gibt so einen Arsch voll Messenger, dass die Erfolgsaussichten eher gering sind. Threema dürfte nicht so schnell in Finanzierungsschwierigkeiten geraten, aber die wichtigen Features bleiben seit Jahren aus und es fehlt Forward Secrecy. Einen Web Client wird es hoffentlich bald geben, aber Nachrichten im Sperrbildschirm und vor allem Telefonie, werden sie vielleicht niemals gebacken kriegen oder wollen es auch gar nicht.