Send: Microsoft veröffentlicht auf E-Mail basierende Chat-App

Erinnert Ihr Euch noch an Flow? Microsoft wurde im Mai nachgesagt, an einer iOS-Chat-App zu arbeiten, die unnötigen Firlefanz im E-Mail-Verkehr weglässt und so eine direktere Kommunikation ermöglicht. Schließlich ist nicht immer ein Betreff, eine Grußfloskel und eine Signatur nötig, wenn man mal eben schnell etwas mitteilen möchte. Sieht aus als wurde aus Flow nun Send, die App dazu hat Microsoft über das Microsoft Garage Projekt realisiert.

MS_Send

Send ist aktuell nur für iOS verfügbar und auch nur in den USA und Kanada, Microsoft erwähnt aber, dass eine Android- und Windows Phone in Arbeit sind. Das sind allerdings nicht die einzigen Hürden, die die App bietet. Sie funktioniert nämlich auch nur dann, wenn man einen Office 365 Business- oder Schul-E-Mail-Account nutzt.

Send soll praktisch die Mail-Charakteristika aus dem E-Mail-Verkehr nehmen, eine schnelle und unkomplizierte Kommunikation zwischen Arbeitskollegen ermöglichen. Nach Ansicht von Microsoft liegt der Vorteil gegenüber normalen Messengern darin, dass man eben nicht die Kontaktinformationen wie Handynummer benötigt. Send zeigt automatisch die neusten und häufigsten Kontakte an.

Ebenso einfach wie die Auswahl eines Chat-Partners ist auch das Antworten auf Nachrichten. Wenn man nicht selbst tippen will, genügt ein Swipe über die Nachricht und man kann aus verschiedenen Quick Replies auswählen. Die App zeigt aber nicht alle Mails an, sondern eben nur diese, die über die App gesendet wurden. Technisch gesehen ist es weiterhin eine E-Mail, kann dadurch auch in Unternehmen eingesetzt werden, da sie mit festgelegten Unternehmensregeln in Einklang steht. Auch hier will Microsoft noch nachlegen und mehr IT-Kontrollmechanismen bieten.

Mal sehen, wann und ob die App auch in Deutschland verfügbar ist, dann ist zumindest eine Hürde auf dem Weg zur Nutzung schon einmal genommen. Würdet Ihr beruflich auf diese Weise kommunizieren oder ist da eine Mail auch völlig ausreichend und nicht zu aufwändig?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Und mal wieder unprofessionell: iOS First hat Microsoft in der Größe gar nich nötig! Hat 2015 einfach nen faden beigeschmack besonders wenn nich mal das eigene System von Innovationen bevorzugt wird

  2. Andreas G. says:

    Oje, ich kann mir jetzt schon vorstellen wie das dann im Endeffekt aussieht. 1000 Emails im Posteingang und jede mit nur einer Zeile.

    Ich kenne genug Kunden die jetzt schon so tun als wäre Email ein Chat und einfach das was in ihrem Kopf gerade vor sich geht reinrotzen. Sinnvolle Formulierungen und eine Struktur sucht man da vergebens.

  3. Holy crap… Auf E-Mail aufbauen als Vorteil? E-Mails haben so viele überflüssige Metadaten… Das heißt ich sende bei jeder Nachricht mal locker ein vielfaches der benötigten Datenmenge. Ziemlicher Schwachsinn!

  4. Und… was genau soll das jetzt bringen? Außer enormen Overhead?

  5. Nicht noch eine Messenger App 😉 und dann auch noch von Microsoft …

  6. Checkit53 says:

    Ist ja fast wie bei Hangouts, wo ich jeden empfangenen oder versickten Smiley nochmal in Gmail wiederfinde.

  7. Checkit53 says:

    *verschickten

  8. Sysadmin Margarethe says:

    MS ist bei Messengern wirklich experimentierfreudig. Das Migrieren von msn Messenger zu Skype dauerte schon sehr lange. Lync gibt es zusätzlich noch; es wäre doch geschickt, wenn man die eine bekannte Marke „Skype“ vermarktet, und alles, je nach Anforderung verwenden kann.

    Beispielsweise mit privatem MS-konto skypen, auf Wunsch und optional: Telefonnummern scannen für mehr Komfort, damit man direkt alle Kontakte hat. Bei einem Office Abo optional noch die Lync-Features hinzu – dann würden die User auch das Gefühl bekommen, dass nicht dauerhaft getüftelt, eingeführt, umgelabelt und aussortiert wird.

  9. Also ich sehe einen wirklichen Vorteil nur dann wenn das gegenüber nicht sieht das es von einem „Chat-Mailer“ kommt d.h. Das man am anderen Ende sehr wohl den „Firlefanz“ von Begrüßung und Signatur sieht aber man sich nur auf den Text der Mail konzentrieren muss. Dazu wäre es beispielsweise nötig das das Programm den Namen des Konversationspartners erkennt und in die Begrüßung mit entsprechender Anrede einbaut und falls kein Ansprechpartner erkennbar ist denn Benutzer nach der Position des Namens fragt (und daraus lernt) oder natürlich Dad gebräuchliche „Sehr geehrte Damen und Herren ,“ benutzt. DAS wäre innovativ!

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