Selbstfahrende LKW: Daimler darf auf Deutschlands Straßen testen

artikel_daimlerWährend wir bei autonom fahrenden Fahrzeugen erst einmal an Googles großes Projekt denken, beschäftigen sich aber auch traditionelle Fahrzeughersteller mit der Technologie der selbstfahrenden Autos. Vorne mit dabei sind Audi und Daimler, letzterer Hersteller versucht sich auch daran, das Ganze auf größere Fahrzeuge zu übertragen. Autonom fahrende LKW, sicher nicht nur für Autofahrer auf Autobahnen ein Traum. Keine abgelenkten Fahrer, die Stauenden übersehen, keine ineffektiven Überholmanöver, die den kompletten Verkehr blockieren. Bis es so weit ist, dauert es natürlich noch, aber immerhin darf Daimler nun teilautonome Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen testen.

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Einen genauen Zeitplan, wann erste autonome LKW auf die Straßen losgelassen werden, gibt es noch nicht. Aber sowohl Daimler als auch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bestätigten, dass Daimler eine entsprechende Genehmigung erhalten hat. Dies berichtet die Stuttgarter Zeitung. Ganz ohne Fahrer dürfen die Brummis aber nicht auf die Straßen geschickt werden, es muss mit dieser Genehmigung immer ein Fahrer an Bord sein, der notfalls eingreifen kann.

Neu ist das Gebiet für Daimler aber nicht. Auch in Deutschland ließ der Fahrzeughersteller bereits auf abgesperrten Strecken autonome LKW fahren, in den USA wurde dieses Jahr im Mai auf öffentlichen Straßen getestet. Vor allem sollen mit diesen Projekten die Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme verbessert würden. Für vollkommen selbstständig fahrende LKW ist die Zeit noch nicht gekommen, neben der technischen Entwicklung fehlt es auch am passenden Straßennetz. Die Autobahn A9 wird zum Beispiel speziell für solche Tests mit autonomen Fahrzeugen ausgebaut.

Interessant ist hingegen der Einwand eines ADAC-Experten. Dieser ist der Meinung, dass es für Unternehmen keinen wirtschaftlichen Anreiz für teilautonome Fahrzeuge gibt. Fahrer müssten schließlich trotzdem bezahlt werden, wenn die LKW nicht alleine fahren dürfen oder können.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

11 Kommentare

  1. Die Dinger sind vermutlich (mehr oder weniger leicht) zu hacken (warum sollten Firmen, die keine wirklich sicheren Betriebssysteme für so ziemlich alles andere hinbekommen, sichere Systeme für autonome Fahrzeuge auf die Reihe kriegen?).

    Womöglich lässt sich dem elektronischen Fahrauftrag auch gleich die Art der Ladung entnehmen (muss ja irgendwie klassifiziert werden ob es sich um Gefahrgut, verderbliche Ware, lebende Tiere, usw.) handelt.

    Da eröffnen sich für die organisierte Kriminalität ganz neue Tätigkeitsfelder, ganze LKW-Ladungen lassen sich komfortabel auf abseits gelegene Parkplätze umdirigieren, die Fracht wird schnell umgeladen und das war es dann.

    Gibt sicherlich genug interessante Ladungen (Alkohol, Zigaretten, Luxusartikel, usw.) die den Aufwand lohnen.

  2. Der „ADAC-Experte“ meint also, es gäbe für Firmen keinen wirtschaftlichen Anreiz, diese teilautonomen Fahrzeuge irgendwann einzusetzen. Das ist Quark.
    Das Berufsbild eines Lkw-Fahrers wird sich verändern. Er wird Dispoaufgaben übernehmen, erforderliche Wartungszeiträume überwachen und anderes mehr.

    Dann wird es mit Sicherheit in Bezug auf Steuern und Versicherung Anreize geben, die Maut für solche Fahrzeuge wird sicher gesenkt werden. Allein das sind schon Argumente für Unternehmer.

    Achso. Ob Überholmanöver zwischen Lkw wirklich immer ineffektiv sind, bezweifel ich auch 😉

  3. hammse bei der Testfahrt im Foto Mr. Bean als Begleiter reingesetzt?

  4. Der Fahrer könnte den LKW in Rom auf die Autobahn steuern, sich schlafen legen und wird rechtzeitig vor der Abfahrt „Hamburg-Hafen“ automatisch geweckt, um den LKW zum Bestimmungsort zu fahren. Zwischendurch hat er Ruhezeit. Oder wir denken einfach mal die Militär-Drohnen weiter: In der Zentrale sitzen Fahrer, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als LKW zwischen Autobahn und Verladestellen fernzusteuern. Die Autobahnstrecke bewältigen die LKW dann von selbst und melden sich nur, wenn sie Hilfe brauchen.

  5. Name (erforderlich) says:

    Auch ich sehe Anreize, man kann Kraftfahrer noch schlechter bezahlen, als eh schon und die Lenkzeitbegrenzung kann aufgeweicht werden. Langfristig sind die dann eh autonom und ein Fahrer wird nicht mehr benötigt.

  6. @Name
    Mittelfristig wird der Beruf des LKW Fahrers mehr oder weniger aussterben, das ist schon heute absehbar. Genauso wie andere einfache Tätigkeiten mehr und mehr der Automatisierung zum „Opfer“ fallen werden.
    Das ist auch nicht weiter „schlimm“ sondern einfach der technische Fortschritt. Es fragt auch heute niemand mehr nach einem Kutscher, Aufwecker oder Fackeljungen…

  7. Selbstfahrender Beobachter says:

    Vermutlich werden die Fahrer durch Disponenten ausgetauscht. Mit Tablet und Laptop ist das ja echt egal wo der sitzt. Die letzten 5m fährt er dann noch selbst aber die 10h auf der Autobahn kann er sich dem disponieren (oder lagerverwalten oder sonstiges Zeugs) widmen.

  8. Selbstfahrender Beobachter says:

    Ach ja, z.B. ist es in der Bierabfüllfabriken schon längst üblich einen Mitarbeiter hinzustellen der nur schaut ob alles läuft. Die Fabrik macht die Arbeit schon von selbst. Ich denke das wird in änlicher Form für LKWs kommen.

  9. Eine wichtige!!! Frage wir außer Acht gelassen: wer haftet bei einem Unfall?
    Ein anders gutes (?) Beispiel ist das Navi. Der Fahrer glaubt ihm mehr, als dem tatsächlichem Straßenverlauf.
    Dem Fernfahrer (=Fernlenker) der Zukunft wird es genau so ergehen. Diese Leute machen keine Fehler. Glauben sie.
    Solange nicht alle Teilnehmer am Straßenverkehr autonom oder virtuell ausgestattet sind ist der Homo sapiens mit normalem Gehirn und vernünftigem Denken (nicht Elektrogehirn) immer der Dumme=das Opfer.

  10. „Vor allem sollen mit diesen Projekten die Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme verbessert würden“ -> Rechtschreibung.

  11. „….aber immerhin darf Daimler nun TEILAUTONOME Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen testen.
    Einen genauen Zeitplan, wann erste AUTONOME LKW auf die Straßen losgelassen werden, gibt es noch nicht. Aber sowohl Daimler als auch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bestätigten, dass Daimler eine entsprechende Genehmigung ERHALTEN hat.“
    Den Teil solltest Du überarbeiten. Ich hoffe es ist ein Flüchtigkeitsfehler. Jedenfalls kann es keinen Zeitplan für autonome LKW geben, wenn es um teilautonome LKW geht 😉 Das mag jetzt vielleicht kleinkariert klingen, aber solche Ungenauigkeiten halten immer mehr Einzug in die Presse, was zu Problemen führt.