Samsung wird in Brasilien wegen schlechter Arbeitsbedingungen angeklagt

Apple ist nicht immer das Unternehmen, das den schwarzen Peter zugeschoben bekommt, wenn es um Arbeitsbedingungen geht. Diesmal trifft es Samsung in Brasilien. Wie auch schon 2011. Damals konnte man sich durch eine Zahlung von 200.000 Dollar „freikaufen“. Der Arbeitsminister in Brasilen strebt 108 Millionen Dollar Strafe wegen schlechter Arbeitsbedingungen in einer Fertigungsfabrik an.

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Im Genauen beziehen sich diese schlechten Arbeitsbedingungen auf 15-Stunden-Tage ohne ausreichende Pausen in Samsungs Manaus Fabrik. 2012 sollen über 2.000 Arbeiter durch die schlechten Arbeitsbedingungen gesundheitliche Beschwerden wie Rückenprobleme bekommen haben.

[werbung] Samsung kündigt derweil an, bei den Untersuchungen mitzuwirken: „Once we receive the complaint in question, we will conduct a thorough review and fully co-operate with the Brazilian authorities. We take great care to provide a workplace environment that assures the highest industry standards of health, safety, and welfare for our employees across the world.

Von schlechten Arbeitsbedingungen liest man immer wieder, egal um welche Firma es sich handelt. Sobald Massenwaren (egal ob Technik oder Kleidung) verfügbar sein sollen, müssen irgendwo Abstriche gemacht werden. Den meisten Leuten ist es im Prinzip egal, wo ihre Güter herkommen und unter welchen Umständen diese produziert wurden. Solange das Produkt den Wunschvorstellungen entspricht und am besten noch sehr günstig ist, drückt man als Kunde gerne einmal ein Auge zu.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. „Sobald Massenwaren verfügbar sein sollen, müssen irgendwo Abstriche gemacht werden.“

    Man, Man, Man Sascha. Ich hab dich bisher echt in Caschys Blog geschätzt, aber sowas kann man doch als Journalist nicht schreiben. „Abstriche machen“ ist eine menschenverachtende Abwertung. Irgendwie ist in den letzten Tagen der Wurm drin. Wahrscheinlich bin ich auch was dünnhäutiger nach dem GMail Artikel. Mea Culpa!

    Fehlt nur noch „drückt man als Kunde DOCH gerne einmal ein Auge zu.“ :-/

  2. Sascha Ostermaier says:

    @Frank: Wo liegt Dein Problem? Abstriche machen ist doch keine menschenverachtende Abwertung?! Menschenverachtend ist es, einen auf Gutmensch zu machen und trotzdem die Produkte zu kaufen, die unter diesen Bedingungen hergestellt werden. Übrigens, sorry, dass Dich ein Artikel meinserseits dünnhäutig macht. 😀

  3. @Frank: Zustimmung.
    Keine Abstriche! Wir können und dürfen es uns nicht mehr leisten solche schlechten Arbeitsbedingungen quasi zu legalisieren, noch sollten wir sie beschönigen. Insofern hinterlässt der Beitrag einen faden Beigeschmack ob der (un)gewolten Wortwahl des Autors.

  4. Ich hab immer geschrieben: „Damit es uns gut geht, muss es anderen schlechter gehen“. Und das trifft es leider.

    @Frank: kann dich nicht unterstützen dabei. Sehe da nichts verachtendes. Calm down 🙂

  5. Erschreckend das fast alle Bequemlichkeiten und Errungenschaften unserer Gesellschaft auf der Ausbeutung von anderen Ländern besteht.

    Auch wenn man es unbewusst irgendwie immer weiß, man kann nicht oft genug dran erinnert werden.

    Das Problem das ich sehe ist allerdings das es keine Alternativen für den Konsumenten gibt….. egal welches Mobiltelefon man kauft, mindestens irgendwelche Bauteile werden unter solchen Bedingungen gefertigt werden. Auch ist das nicht für den Kunden nachzuvollziehen woher jetzt die einzelnen Teile etc. kommen. Mobiltelefone sind natürlich auch nicht das einzige, auch Kleidung etc…

    Erschreckend auch das das bei einer großen und anerkannten Firma wie Samsung im eigenen Haus passiert wo Samsung selbst die Abreitsbedingungen bestimmten kann

  6. Guter Artikel! Frank ist bestimmt CDU / FDP Wähler. Unbequeme Wahrheiten müssen umbenannt werden 😀 sehr gut!
    Leider mangelt es an Alternativen. Laut WDR die Story ist nicht mal auf fair Trade Verlass. Tja. Die Welt ist zu globalisiert und die Produkte zu komplex um noch selbst entscheiden zu können, was fair ist. Apple scheint beim recyceln mitzudenken – die Arbeitsbedingungen sind dennoch beschissen. Und das bei den Preisen. Das müsste wirklich politisch verboten werden! Faire Herstellung / Arbeitsbedingungen, recycelbar, ohne abgezockt zu werden. Ob’s das mal geben wird? Und mal im ernst – bei nem macbook für 2400€. Würden da 50€ mehr für bessere Bezahlung der Hersteller ins Gewicht fallen?!

  7. Das Problem ist das Samsung erst langsam aber sicher interessant wird für die Medien.
    Für die ist ein anderes Unternehmen interessanter. Aber ich finde es persönlich gut das langsam darüber berichtet wird. Wer sich ein Bild machen will was seit Jahren in den Fabriken von Samsung abspielt empfehle ich diese Seite

    http://stopsamsung.wordpress.com

  8. Das Problem der Menschheit von Ausbeutung besteht nicht erst heute und gestern, auch nicht seit ein paar Jahrhunderten sondern seit 1000-den von Jahren. Und ich befürchte die Abschaffung dauert noch ebenso lange. Also, fangen wir an.
    Na ja, nicht gleich. Morgen vielleicht. Wenn Zeit ist. Oder übermorgen. Ach, da geht’s nicht, leider Termin. Aber nächste Woche, da ist bestimmt noch ein wenig Zeit. Wenn nicht, nächsten Monat reicht ja auch noch. Ach was soll’s. Soll sich ein anderer d’rum kümmern. Sind doch genug da. Warum denn immer ich? Ich kann mich einfach nicht um alles kümmern.
    Wo ist das Brasilien noch mal? Mmmh. Ich dachte immer die bauen Kaffee an und Bananen. Jetzt machen die in Handy’s. Boa ey. Voll krass. 108 Millionen Dollar Strafe wegen schlechter Arbeitsbedingungen. Na dann geht’s denen doch wieder gut. Oder?
    Brauchen wir uns nicht mehr kümmern.

  9. http://stopsamsung.wordpress.com

    Der Link ist wirklich erschreckend. Samsung geht tatsächlich über Leichen, vertuscht gefährliche Chemikalien die die Mitarbeiter umbringen und lässt jeden der gegen die Geschäftsführung vorgeht von der Südkoreanischen Polizei festnehmen.

  10. @ anonymous

    Ja, finde ich auch. 69 tote Menschen bis Feb. 2013. Danach verschiedene Chemieunfälle mit verletzten und toten, der letzte erst Ende Juni.
    Samsungs Fabriken sind wie ein schlechter Thriller, Korruption, Tod, Gelder, Verschleierung usw.

  11. Ist um ehrlich zu sein sogar schlimmer als ich es mir vorgestellt hätte….

    Es ist noch einmal eine ganz andere Ebene ob man Leute jetzt „einfach“ schlecht bezahlt und lange arbeiten lässt und alle Rechte versagt oder ob man bewusst Todesfälle vertuscht und Probleme mit gefährlichen Chemikalien einfach nicht behebt.

    Alles was die Welt sieht ist letztlich dieser freundliche, undurchsichtige Asiate:
    http://stopsamsung.files.wordpress.com/2013/06/jk-shin.jpg?w=590&h=396

    Das an dem Telefon Blut klebt sieht niemand

  12. Ich würd gern mal nen durchsichtigen Asiaten sehen 😉
    Musste sein. Sorry.

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