Samsung Pay: ohne Gebühren zum schnellen Erfolg?

Auf dem Mobile World Congress stellte Samsung nicht nur das Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge vor, sondern auch Samsung Pay, einen Mobile Payment Dienst direkt von Samsung. Samsung stellt sich damit nicht nur gegen die Konkurrenz von Apple Pay auf, sondern auch gegen die von Google. Google Wallet / Android Pay wird in die gleiche Kerbe schlagen, aber Samsung hat anscheinend bereits Pläne, wie man den Markt für sich gewinnen kann.

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Business Korea berichtet, dass Samsung für eine schnelle Akzeptanz von Samsung Pay einfach auf die Gebühren verzichten will. Für Händler sollen die Transaktionen genauso kostenlos sein wie für die Kreditkartenunternehmen. Diese Pläne verfolgt man zumindest im Heimatland Südkorea, ob dies auch in den USA der Fall sein wird, ist bisher noch nicht raus. Es wird aber davon ausgegangen, dass Samsung der Strategie auch in den USA folgen wird.

Unabhängig von den Gebühren hat Samsung Pay aber auch einen weiteren Vorteil gegenüber Apple Pay. Die unterstützten Bezahlmethoden. Während Apple Pay ausschließlich auf NFC setzt, kann man mit Samsung Pay via NFC, MST (Magnetic Secure Transmission) und Barcode bezahlen. Auch hier ist Samsungs Heimatmarkt zu nennen, dort sollen gerade einmal 10 Prozent der Akzeptanzstellen auf NFC-Reader setzen.

Samsungs primäres Ziel soll eine schnelle Verbreitung von Samsung Pay sein, Profit wird erst einmal hinten angestellt. Eine mögliche Einnahmequelle, ohne später Transaktionsgebühren zu verlangen, wären Gutscheine oder Geschenkkarten. Ähnlich wollte es auch Google mit seinem Wallet-Bezahldienst machen.

Bezahlen mit dem Smartphone wird auf jeden Fall natürlicher werden als es heute noch ist. Samsung versucht groß einzusteigen, Google setzte ebenfalls schon diverse Hebel in Bewegung und von Apple Pay hört man (von Apple) auch nur positive Zahlen. Definitiv ein spannendes Gebiet und vor allem ein großes Gebiet, auf dem sich auch mehrere Anbieter gleichzeitig austoben können.

(via G4Games)

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Wer nicht mit dem Produkt verdient, der verdient mit den (Karten-)Daten seiner Kunden.

  2. das sind doch mal gute Nachrichten, denn dann haben die Händler usw. keine Hemmschwelle mehr.

  3. Ich hab ne EC Karte in der Geldbörse die überall gilt. Mir konnte noch niemand stichhaltig erklären wozu ich sowas brauch.

  4. Ich weiß nicht wem ich mehr vertrauen kann. Google, Apple oder Samsung.
    Praktisch wäre ja, würden sich sämtliche Banken mal daran machen, hier ein System entwickeln zu lassen. Denen muss doch daran gelegen, dass so was möglichst plattformunabhängig bzw übergreifend funktioniert. Oder etwa nicht? Kredit- und EC-Karten tun das schließlich auch.

  5. Also so lange es keinen einheitlichen dienst auf allen Geräten gibt totaler Quatsch

  6. @icancompute: Wurde glaube ich sogar so in die tat umgesetzt – nur dann von Google gekauft.

  7. Flaschenpfand says:

    @Marcus:
    Das mit der EC-Karte ist eine Eigenheit der Deutschen.
    In den meisten anderen Ländern der Erde und vor allem in den USA wird eigentlich fast alles über Kreditkarten bezahlt. Dort locken die Kreditkarteninstitute mit Bonuspunkten usw. Dadurch haben Amerikaner auch mehrere dieser Karten.
    Zudem ist es dort so, dass Beträge zw. 50-70 Dollar ohne PIN oder Unterschrift getätigt werden können. Das ist zwar nicht unbedingt sicher, aber super bequem. Deshalb ist es dort so schwierig ein anderes System zu etablieren. Nun versucht man ein ähnlich bequemes, aber sichereres System zu etablieren.

  8. > markus und icancompute

    eigentlich ist das die gleiche diskussion wie bei apple pay…. hier wird nämlich einfach apple pay kopiert, was ich sehr gut finde, da das system toll ist.
    es geht hier um ein tokenbasiertes system, bei dem der händler nicht an die persönlichen daten kommt (das ist der vorteil zur ec/kreitkarte) und dann nutzt man das in verbindung mit einem fingerabdruckleser am smartphone, dieser ist nun mal viel sicherer als eine pin.

    zugrunde liegt ja ein standard, nämlich nfc, bzw setzt samsung zusätzlich auch noch auf den alten magnetstreifen-standard. die banken bzw die industrie muss also gar keinen gemeinsamen standard mehr entwickeln…. das ist einfach sache des betriebsystems und des hardwareherstellers des smartphones.

  9. Halt ich für völligen Humbug. Bei Apple kann ich es mir fast noch vorstellen. Das ist ein geschlossenes System und ich denke, dass es auch mehr Vertrauen genießt als Samsung.Ich habe das S5 und hatte vorher das S3 und fast alle Samsung Apps waren Murks und unnötiger Ballast. Und was sollen die Geschäfte alles unterstützen? Apple, Google, Samsung, LG, Sony, HTC, … und natürlich die herkömmlichen Systeme?
    Das wird genauso ein Flop wie Samsung Appstore, Samsung Video HUB, Learning HUB, Music HUB und all das Zeugs
    In Korea mag das ja funktionieren aber weltweit garantiert nicht. Offensichtlich sind aber die Manager so von ihren Ideen überzeugt, dass sie jegliches Lernen aus Erfahrungen ignorieren.

  10. Welche „Ideen“ der Manager? Die haben sich einfach die Apple Keynote angeschaut und wollen das nun auch alles bei Samsung 😀

  11. Mit der Debitkarte kann ich überall bargeldlos bezahlen. Wozu soll ich mir da so eine Pay-App installieren?

    Den Mehrwert gegenüber Münzen sehe ich, den gegenüber der EC-Karte nicht. Da muss mehr kommen, damit sich das in D durchsetzt.