Samsung: Nach ChatON-Einstellung Neuanfang mit Messenger Socializer

socializer 2Die Südkoreaner von Samsung wissen nicht so ganz genau, was sie wollen: 2014 hatte der Konzern bestätigt, dass man seine hauseigene Messenger-App ChatON ab dem Februar 2015 einstellen würde. Nun ist ChatON den Weg allen Irdischen gegangen, da kommt Samsung mit der neuen Messenger-App Socializer um die Ecke. Laut marketingwirksamer Pressemitteilung des Unternehmens solle Socializer „mobile Kommunikation auf das nächste Level bringen“. Dabei basiert Socializer auf dem Open-Source-Projekt „Telegram for Android„.

Die Social Web App Plattform (SWAP), welche Socializer als zweite Säule dient, wurde aber in Samsungs eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gebastelt: „SWAP vernetzt verschiedene Web-App-Stores, Web-Apps und Messenger“, erklärt der Samsung-Ingenieur Kyung-Eun Park. So ermöglicht Socializer nicht nur die Kommunikation, sondern auch nach Apps bzw. im eigentlichen Sinne Plug-Ins / Erweiterungen für sich und seine Freunde zu suchen. Wer den Socializer mit Erweiterungen sucht, muss jene laut Samsung aber nicht installieren, sondern wählt sie einfach nur aus, so dass sie direkt funktionieren – direkt aus dem Chat heraus. Zudem müsse man beispielsweise Games nicht einfach anhalten, sondern könne im Messenger einfach zwischen Chats und Spielen durch nur einen Tastendruck jederzeit switchen.

socializer

So bewirbt Samsung Socializer eben auch mit jenen Vernetzungsoptionen – man müsse diesen Messenger nicht mit anderen Apps synchronisieren, da quasi alles aus einer Hand komme – egal ob man nun chatte oder zocke bzw. innerhalb des Messengers Tools verwende. Damit wolle man auch Entwicklern neue Möglichkeiten einräumen, welche ihre eigenen Erweiterungen für Socializer anbieten dürfen. Klar, dass Samsung zusätzlich Content-Anbieter verlocken will über Socializer eigene Angebote und App Stores einzurichten. Als Monetarisierungsmöglichkeiten nennt Samsung In-App-Käufe oder auch Werbung.

Summa summarum kombiniert Samsung mit Socializer klassische Messenger-Dienste mit einem App-Store und einem theoretisch unendlich großen Markt für Apps / Erweiterungen / Plug-Ins, die sich nicht installieren lassen müssen und für Entwickler (hoffentlich) leicht anzubieten sind. Die Idee klingt gar nicht mal so doof, auch wenn einige verprellte ChatON-Nutzer sich verschaukelt vorkommen könnten. Der Erfolg wird allerdings sehr wesentlich von der Unterstützung durch Entwickler abhängen.

(via SamsungTomorrow)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Mal sehen wie lange diese App überlebt. Ich habe mir schon lange abgewohnt Apps von Samung zu benutzen. Das ist immer so eine On / OFF Beziehung, die schon fast den Charakter eines One-Night-Stand hat.

    Da setzte ich lieber auf Dritte. Diese Apps laufen meist ewig, es sei denn sie werden von jemanden aufgekauft.

  2. Immerhin sind sie es in diesem Fall etwas cleverer angegangen in dem sie direkt auf Telegram setzen und nicht versuchen etwas komplett eigenes zu schaffen. So haben sie direkt eine existierende Nutzerbasis und die Anwender können sich sicher sein dass sie es auch noch weiterhin verwenden können falls Samsung doch wieder die Lust daran verliert.
    Ich kenne nun nicht gerade viele die Telegram verwenden, aber im russischen Markt könnte die App ganz erfolgreich sein. Zumindest ist sie sehr flott und passt auch vom Design her ganz gut.

  3. Ich denke, die haben nur den Telegram Code verwendet. Das heißt nicht, dass es mit Telegram kompatibel ist…

  4. Wenn die Telegram user ausgesperrt werden zugunsten eines xten walled garden wäre das ja die Mutter aller Dummheiten.

  5. Ich verwende bereits Telegram und freue mich über die Synchronisierung über Smartie, Tablet, Windows und Linux hinweg. Ich sehe aber keinen Grund, jetzt stattdessen die Samsungversion davon zu benutzen.

  6. André Westphal says:

    Ich habe es auch eher so verstanden, dass sie den Code von Telegram nutzen und darauf eben Socializer aufgebaut haben. Aber ich denke auch nicht, dass man mit seinem Telegram-Konto dann direkt da einsteigen kann.

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