Samsung Galaxy S2: erste Worte

Jau, heute war es soweit. Der Paketmann kam und brachte mir das Samsung Galaxy S2 ins Haus, Samsungs neues Flagschiff auf dem Smartphonemarkt. Wie immer lasse ich gerne ein paar kurze Zeilen mit meiner persönlichen Meinung da. Beim Samsung Galaxy S2 handelt es sich um ein Android-Smartphone mit Android 2.3.3. Ganz „toll“ ist das Vorhandensein der Software Kies und / oder eines Benutzerkontos bei Samsung, um Updates zu machen. Warum macht man das bitte? Das Android kommt nicht nackt daher, sondern mit einer Oberfläche, die sich bei Samsung TouchWiz nennt. Diese kommt mit dem Galaxy S2 in Version 4.0 und rennt auf dem 1,2 GHz starken Dual Core Prozessor „wie Sau“ Richtig, richtig rund.

Doch fangen wir mit den trockenen Details an: der verbauten Technik, Kurzform – für Details gibt es die Produktseite 🙂

Akku: 1650 mHa
Display: Super AMOLED Plus, 480×800, 4,27″
System: Android 2.3.3
Konnektivität: 3G, GPS, WLAN, HDMI (nur via Adapter!)
Prozessor: Dual Core 1,2 GHz
RAM: 1 GB
Speicher: intern 16 GB, bis zusätzlich 32 GB erweiterbar (microSD)
Cam: 8 MP (3264 x 2448) & 2 MP (1600 x1200)

Ich habe hier zwar Mac und Windows zur Hand, werde aber sicherlich den Teufel tun, hier irgendwelche Software für ein Android-Smartphone zu installieren. Zwar fährt mittlerweile fast jeder Hersteller die Schiene: „ohne Konto bei uns gibt es keine Updates“, aber dann muss das Gerät im Kurztest eben ohne diese Features bei mir auskommen. Bei Produktivgeräten bin ich gerne bereit ein Konto einzurichten.

Und so begrüßte mich das Samsung Galaxy S2 auch mit dem komischen Kies-Mode, nachdem ich es an meinen Mac angeschlossen habe. USB Host Modus? Nicht machbar, muss zuerst USB Debugging im Entwickler-Menü von Android eingestellt werden. Aber jetzt bin ich schon da, wo ich gar nicht hin wollte. Ich wollte doch erst einmal von Haptik und Optik des Samsung-Handschmeichlers schreiben 🙂

Design & Haptik

Dünn ist es. Leicht ist es. Jau, ein Smartphone nach meinem Geschmack. Klar – mördermäßige Unterschiede gibt es heute nicht mehr, aber ein großes Display bei gleichzeitig flacher Verarbeitung finde ich richtig, richtig sexy. Das geringe Gewicht fordert natürlich einen gewissen Tribut: das Samsung Galaxy S2 ist aus Kunststoff, wirkt aber nicht billig.

Ich kann keine Vergleiche zu anderen Samsung-Geräten der Smartphone-Klasse ziehen, bisher besaß ich schlicht und ergreifend keines. Aber: beim Einsetzen meiner SIM dachte ich fast, dass ich die Abdeckung kaputt gerissen habe. Der Deckel ist so dünn – so etwas habe ich noch nicht gesehen. Sitzt er einmal fest auf, so ist er stabil, vor einem häufigen SIM- oder Akku-Wechsel würde ich mich aber scheuen. Trotz Hartplastik nicht ganz vertrauenswürdig.

Ich bin zum Glück kein schmales Hemd – eher in die Kategorie „ein ganzer Kanten“ einzusortieren, von daher habe ich auch mit dem Halten des Samsung Galaxy S2 kein Problem. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass zierlichen Personen mit kleineren Händen das Gerät zu klobig ist, wirklich. Von daher besser mal rein in den Laden und selber den „In der Hand halten“-Test durchziehen. Bin mal gespannt, wie es sich im Dauereinsatz gegen meinem bisherigen „Haptik-Favoriten“ LG P970 Optimus Black schlägt.

Gut finde ich ausserdem noch die Home-Taste in der Mitte, weitere zwei Tasten verbergen sich links und rechts daneben in der Touch-Leiste. Diese sind standardmäßig nicht zusehen, erst bei Benutzung werden sie von unten beleuchtet.

Display

Das Display ist aus Gorilla Glass, ich würde ja gerne wieder einen Kratztest wie beim Motorola Defy oder beim LG Optimus Speed machen, aber es handelt sich ja nur um ein Leihgerät, da lasse ich das lieber sein 😉 Super AMOLED macht schon etwas her, ich habe mir gerade mal ein paar Fotos (drinnen und draussen) angeschaut und bin von der Qualität ein wenig beeindruckt. Satte Farben, gestochen scharf. Schwarz ist schwarz.

(It’s a real good) Feeling

Ich erwähnte es bereits. Ich bin kein Zocker. Die Power des Samsung Galaxy S2 ist bei mir wahrscheinlich Perlen vor die Säue. Aber ich sag euch was, was mich bei anderen Geräten oft angenatzt hat: dieses nicht absolut saubere Scrollen von Bildschirm zu Bildschirm, unter Freunden nennen wir das schon „das typische Android-Ruckeln“. Bislang habe ich davon nichts gespürt. Falls jemand Dinge wissen will, wie viele Punkte das Samsung Galaxy S2 im Quadrant Benchmark erreicht: 3219 Punkte.

Kamera

Klasse. Bin zwar kein Handy-Fotografierer, die Cam ist aber besser als die des heute vorgestellten Sony Erisscon Arc. Jeder, der schon einmal mit der aktuellen Android-App fotografiert hat, weiss: das Ding hat 1 Million Einstellungsmöglichkeiten. Die 8 MP-kamera kann, sofern gewünscht, noch von einem LED-Blitz be-flasht werden. Achso: Screenshots mit dem Samsung Galaxy S2 kann man easy erstellen: Home-Taste und danach die Power-Taste. Erstellt einen Screenshot, der dann im Ordner Screen Capture zu finden ist.

Telefonieren

Kann man auch. Qualität? Soweit es mein bescheidenes Ohr beurteilen kann: gut. Besser als das LG Optimus Speed.

Was, das war alles? Mitnichten! Das war erst der kurze Anschnitt des Ganzen. Ich habe das Galaxy S2 erst seit wenigen Stunden unter meinen Nägeln und kann daher noch nicht mehr sagen. Ich werde das Gerät allerdings mal produktiv nutzen und werde euch dann sicherlich etwas mehr zur Qualität des Ganzen im Echteinsatz sagen können. Für viele weitere Worte kann ich jetzt leider noch nicht sorgen 🙂

Das erste Fazit ist sehr gut: bisher bestes Gerät, welches ich zum Test hatte. Nicht so geil: die Software namens Kies, Samsung Konto-Pflicht und der Launcher (kann man ja austauschen). Aber: der Spaß hat seinen Preis, das Gerät kostet bei Amazon bisher dicke 545 Euro. Definitiv keine Summe, die sich der Durchschnitts-Typ „mal so eben“ aus de Tasche leiert, die Anschaffung will deshalb gut überlegt sein.

Deswegen sind Smartphone-Berichte auch immer nur Momentaufnahmen. Heute kann ich sagen: das Samsung Galaxy S2 ist das tollste Handy – fällt mir auch leicht: es ist ein Testgerät, ich muss dafür nicht in die Tasche greifen. Und morgen kommt das Compuglobalhypermeganet-Smartphone auf den Markt und ist vielleicht besser – ja dann hilft euch mein Bericht (oder die vielen anderen) auch nicht weiter – Kohle futsch, anderes Gerät gekauft. Deshalb nur meine Aussage: Stand jetzt in der Preisklasse das leckerste Gerät.

Falls Fragen auftauchen, die euch Google nicht beantworten kann: immer her damit.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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71 Kommentare

  1. Also den Kies-Modus solltest du in den Einstellungen unter Verbindungen (und irgendeinem USB-Menüpunkt) umstellen können, zumindest wenn es noch so wie beim Galaxy S ist…

  2. @Robert: jau, der ist bei Debugging eh weg 😉

  3. Das ist richtig, aber nicht jeder will sowas wie debugging anschalten 😀

    Und Gorilla Glas funktioniert wirklich, bin seit einem halben Jahr Kratzer-frei unterwegs mit dem Galaxy S…

  4. meiner bescheidenen Meinung nach ist dieser Hobel das z.Z. beste am Markt erhältliche Smartphone!

  5. AndroidFan says:

    Moin Caschy,

    danke für den Test. Das Teil sieht mir irgendwie zu „eckig“ aus. Ist es größer als das HTC Desire? Und das mit „Kies“ habe ich nicht verstanden, ist das die Android-Version von Samsung? Man kann doch sicherlich ein anderes ROM draufspielen, so dass Kies verschwindet!

  6. Ich bin grade der neidischste Mensch auf der Welt. Wobei für das perfekte Glück bräuchte das Ding noch ne Tastatur, genr auch im Tausch gegen ein Paar Millimeter 😀

  7. Nej, das ist deren Synchronisations-Gelumpe: http://www.samsung.de/de/consumer/kies.aspx Ja, es ist größer als das Desire.

  8. Wenn du unterwegs bist, wäre ich an der Leistung des GPS interessiert. Ich habe das I9000 und hier ist das Ding bescheiden. Ich springe durchaus an der Ampel zwischen den kreuzenden Straßen umher, oder finde mich plötzlich auf einem Feldweg wieder der neben der eben noch befahrenen Autobahn liegt. Inzwischen nutze ich meine GPS-Maus aus Windows Mobile Zeiten. Wunderbar genau und mit eigenem Akkumulator und der Möglichkeit einer externen Antenne ausgerüstet.

  9. Hey caschy,
    da kamst du ja doch schneller an das Gerät als ich dachte nach unserem letzten Twitter Dialog 😉

    Was mich vorallem interessieren würde ist die Akkulaufzeit – ich hatte das Gerät shcon in der Hand und konnte es auch testen, aber zur Akkulaufzeit kann ich halt nix sagen. Mein Kollege meinte, sie wäre „OK“ (–> tolle beschreibung). Da du ja denke ich mal auch ne Art Poweruser bist bin ich mal gespannt was du zum Akku schreiben kannst… evtl. könntest du ja auch noch 2-3 Beispielfotos der Kamera hochladen? Wäre auch toll! Bin im moment irgendwie ein wenig unzufrieden mit meinem iPhone 4 und liebäugel schon immer mal wieder mit nem Wechsel. Bei so nem Smartphone könnte ich schwach werden.. – insofern interessiert mich da definitiv auch deine ehrliche und technisch versierte Meinung!
    Achja: Zum Thema Ruckeln –> Das war der Hauptgrund der mich immer davon abgehalten hat, ein Android-Handy zu kaufen.. einfach lächerlich! 1GHz CPU und das Menü ruckelt beim Scrollen? WAS GEHT AB? Was läuft da falsch? Jedenfalls auf dem iPhone undenkbar. Und doch hab ich seit der neusten iPhone Firmware auch lags und Ruckler. Schade. Hin und wieder (selten, aber hin und wieder) hatte ich beim Gerät von meinem Kollegen aber auch Ruckler (z.B., wenn man auf den Screen mit Wetter usw. gewechselt ist.. – mag daran liegen dass er live Feeds und Wetter dann abruft..)

  10. @Jan: das Gps des galaxy s2 ist sehr gut. Kein Vergleich mit dem alten galaxy s.

    ein Samsung Konto braucht man übrigens nicht zum updaten, ausser vielleicht für OTA. mit kies kann man auch ohne Samsung Konto auf neue firmwares updaten. habe ich schon gemacht. das Samsung Konto ist gut, wenn man die hubs oder remote datenlöschung nutzen will.

  11. Ich kann an den Hobel nicht viel abgewinnen. Auch wenn sich demnächst die neuen Smartphones technisch überbieten werden, sind und bleiben sie alle dennoch auf dem Androiden limitiert. Wirkliche herausragende Neuerungen kann man oftmals an einer halben Handy abzählen. Sorftwaretechnisch stagniert das Ganze zur Zeit auf einem hohen Niveau und alles sieht gleich aus, Custom Roms hin oder her.

  12. @ AndroidFan

    Muss ja größer sein. Das Desire hat ein 3,7“ Display. Das Galaxy S 2 ein 4,3“! Der Rest ergibt sich von selbst 😉

    @ Robert

    Das Galaxy S vielleicht Gorilla Glas. ich musste aber selber feststellen das es nicht 100% schützt. Nach einem 3/4 Jahr habe ich den ersten Kratzer. Tut in der Seele weh.

    @ Caschy

    Was sagst du zu der Auflösung? 800×480 auf 4,3“ ist schon etwas mickrig oder? Kannst du schon Pixel zählen oder hält es sich in Grenzen?

  13. „Compuglobalhypermeganet“. 😉 Nice.

  14. Haha das Video ist ja mal lame!
    Anscheinend wird beim Zoomen die Schrift gar nicht in Echtzeit neugerendert. Das funktioniert SO auch auf jedem anderen halbwegs aktuellen Smartphone flüssig.

    Ich würde dem LG Optimus Speed aka P990 klar den Vortritt lassen, denn die Außenschale lässt sich nicht wie Gummi verbiegen, wie beim Galaxy S2. Deutlich wertiger dank Aluleiste -> P990

    Weitere Vorteile Optimus Speed:
    – Keine mechanischen Tasten unter dem Display (Softkey ist moderner und schicker)
    – Abgerundetes Gorillaglas sieht schicker aus und hebt sich vom Einerlei etwas ab
    – KEIN Adapter notwendig für HDMI
    – Akku soll laut xda forum deutlich länger halten im Vergleich zu Galaxy S2
    – Tegra 2 Prozessor und somit Nvidia exklusive Inhalte
    – Keine BurnIn-Gefahr wie beim Galaxy S(2)
    – Keine Kies Bloatware
    – Kein Vollplastik und somit kein billiges Gefühl in den Händen

  15. Nochmal zur Info. Das GPS im SGS2 ist das beste war mir je in die Finger gekommen ist. Das LG-Speed habe ich hach 2 Tagen zurückgeschickt weil das GPS so grottenschlecht war. Das im S2 schlägt sogar meine Garmins. Auf dem Sofa liegend, 2,5m von zwei Fenstern weg, Fix mit 7 Sats und 35m Genauigkeit. INDOOR! Und zwar weil Samsung dem S2 ein Sirf Chip verpasst hat: Quelle: http://www.navigadget.com/index.php/2011/05/08/csr-provides-gps-chip-for-samsung-galaxy-s-ii

    cu, CPM

  16. Moin Caschy!
    Danke für den ersten Eindruck. Ich mag deinen Blog, weil ich einen spürbaren Einfluß des, fast ausgestorbenen, ‚gesunden Menschenverstands‘ wiederfinde. Finde ich gut!

    Aber bitte was ist der ‚produktive Einsatz‘ eines SmartphonehosentaschenPCs? Bedeutet ‚produktiver Einsatz‘, dass das Gerät macht, wofür man es gekauft hat?! Wie z.B. eine Kaffeemaschine, die Kaffee kochen kann?

    Nix für ungut – nicht gegen dich – mich stört nur dieses Wichtiggetue bei Hardwaretests. Das superultrageniale Dingsbums is richtig cool – taugt aber irgendwie nicht…

  17. Danke für Deine Eindrücke, Caschy.

    Ich schwanke zwischen dem Nexus S (350 Euro) und dem Galaxy S2 (550 Eur).

    Weil Du beide Smartphones kennst: ist das Galaxy den Aufpreis von EUR 200,- wert?

  18. AndroidFan says:

    @Macheath
    Mir gefallen auch abgerundete Ecken besser als kantige! Was soll BurnIn sein? Mir gefallen mechanische Tasten besser als Touch-Tasten.

    Was mir auf jeden Fall bei all den neuen Smartphones fehlen wird, ist die „Maus“ (wohl auch Joystick genannt), welche es beim 1. Desire gibt. Denn, was macht man, wenn man den Cursor in z. B. einer E-Mail, an eine bestimmte Stelle navigieren muss? Mit den Fingern wohl kaum machbar, oder!?

    @Kevin
    Danke dir, klingt einleuchtend, hatte nur die Maße nicht im Kopf gehabt 😉

  19. Für mich war das Galaxy S eine einzige Enttäuschung. Das System steckte voller Lags, WiFi war und ist ziemlich schwach und GPS war nicht zu gebrauchen. Die Updates auf Froyo hingen Monate in der Entwicklung fest. Zudem ist die Rückseite des Gehäuses glatt wie die Sau. Das Ding rutsch einem immer wieder aus der Hand, wenn man nicht aufpasst. Erst nach Monaten wurde das Handy brauchbar. Durch ein Custom Rom. Für Samsung ist das ein absolutes Armutszeugnis.
    Nach einem solchen Gerät fällt es einem sehr schwer, sich für ein neues, angeblich auch ganz tolles Gerät zu erwärmen.
    Einmal Geld verbrannt hat gereicht.

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