Samsung Galaxy Fold von iFixit auseinandergenommen


Das Samsung Galaxy Fold sollte den Beginn einer neuen Produktkategorie darstellen, Geräte mit faltbarem Display. Trotz zahlreicher Tests in der Entwicklung, waren die ersten Review-Units des Galaxy Fold gelinde gesagt eine Katastrophe, reihenweise fielen die Displays aus. Daran waren zum Teil auch die Reviewer selbst schuld, denn entfernt wurde eine sehr wichtige Folie, die sich wie eine Schutzfolie dargestellt hat. Aber auch Geräte, bei denen die Folie nicht angerührt wurde, sind ausgefallen. Kein guter Start für eine neue Produktkategorie.

iFixit hat sich das Samsung Galaxy Fold nun einmal genauer angeschaut und auch auseinandergenommen. Durchaus einmal wieder ein spannender Teardown, denn faltbare Displays hat man bislang ja nicht gesehen. Generell finde ich auch den Aufbau eines faltbaren Gerätes interessant, das nicht einfach nur durch ein Scharnier getrennt ist wie bei einem Laptop, sondern eben auf voller Fläche Technik bietet.

Genau genommen gibt es zwei Displays im Galaxy Fold, an der Außenseite ist noch ein kleines Display zu finden, das einige Funktionen im zugeklappten Zustand des Gerätes bietet. Quasi ein normales Smartphone-Display, wenig interessant.

Das große Display mit dem Knick in der Mitte ist das Objekt der Begierde. Da die wenigsten von Euch (und uns) schon ein Galaxy Fold in der Hand halten durften, hier einmal ein interessanter Vergleich. iFixit stellt das Galaxy Fold dem iPad mini gegenüber. Ein ziemlicher Größenunterschied, der laut iFixit aber in Sachen Nutzungsfläche gar nicht so groß ist und die Geräte durchaus vergleichbar macht.

Das innenliegende Display ist von einem schmalen Rahmen eingefasst, der allerdings nicht komplett um das Gerät geht. Im Bereich des Scharniers ist das blanke Display vorhanden, die Unterbrechung des Rahmens sorgt quasi für Spielraum. Das ganze Display ist zudem nur an den äußeren Seiten fixiert, was es praktisch schweben lässt und somit bewegbar macht.

Am Display selbst sind rechts und links jeweils Metallplatten angebracht. Diese sorgen für Stabilität in den Bereichen, in denen das Display nicht gefaltet wird.

Auf dem Display befindet sich auch die berüchtigte Folie, deren Entfernung unweigerlich zu einer Zerstörung des Displays führt. Samsung wäre an dieser Stelle wohl besser beraten gewesen, die Folie unter den Rahmen zu ziehen, damit Nutzer gar nicht erst auf die Idee kommen, etwas wegknibbeln zu wollen. Technisch ist die Folie nicht notwendig, die Entfernung sorgt aber durch die Fragilität des Displays zu dessen Zerstörung, da einfach zu große Kräfte wirken.

Zu einem faltbaren Display gehört auch ein passendes Scharnier, das sich natürlich im Gehäuse befindet. 4 Spangen halten das Display in aufgeklapptem Zustand in Position, laut iFixit sehr stabil gebaut und dauerhaft haltbar. An der Knickstelle befindet sich oben und unten jeweils ein Scharnier. In der Mitte ein weiters, das mit einem Getriebe ausgestattet ist, um wirkende Kräfte besser zu verteilen.

Der Klappmechanismus Scheit gut gelöst zu sein, das seht Ihr auch in folgendem kurzen Video:

Es ist schon ein bisschen schade, dass es die Probleme mit dem Display gibt, denn so rein vom Wow-Faktor sind faltbare Displays eine tolle Entwicklung. Aber man sieht eben auch, dass es noch sehr früh ist.

Das Galaxy Fold erhält gesamt übrigens einen Score von 2 Punkten (10 möglich), man sollte also besser nicht selbst Hand anlegen, um ein defektes Gerät zum reparieren. Wer sich für die restlichen Komponenten de Smartphones interessiert, wird im kompletten Teardown bei iFixit fündig.

 

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. „Technisch ist die Folie nicht notwendig, die Entfernung sorgt aber durch die Fragilität des Displays zu dessen Zerstörung, da einfach zu große Kräfte wirken.“

    wie lange das wohl gut geht, wenn man so ein fragiles display bei einem knicktelefon außen anbringt? dank huawai werden wir es bald wissen.

    • Theoretisch länger als bei Samsung.
      A) Huawei weiß jetzt, dass man die Folie definitv mit dem Display laminieren und nahtlos unter den Rand packen sollte.
      B) Durch das außenliegende Display ist der Biegeradius größer. Die wirkenden Kräfte sind also geringer als bei der Samsung-Variante.

  2. Das ist doch mal ein Fanboy Artikel. Alles was iFixit kritisiert, wird mal schön aus dem Artikel raus gelassen.

    • Warum Fan-Boy? Was hat er den geschrieben…

      1) Das Display ist gut montiert mit 4 Spangen.
      2) Das Display hat eine Folie die Konzeptionell schlecht umgesetzt wurde.
      3) Er findet es schade, dass es soviel Displayprobleme gibt.
      4) Das iFixit Ranking beträgt nur 2 von 10.

      Woraus leitest du den Fanboy-Artikel ab??? Also ich kann jetzt nicht erkennen das er das Handy so hochlobt und es das Beste aller Zeiten ist…

    • Du hast total unrecht. Ich kann das auch beweisen, anhand der sonst üblichen Kommentare von Bloglesern unter Apple-Beiträgen von Sascha. Laut den Lesern ist er nämlich schon komplett als Apple Fanboy ausgebucht.

  3. Man hat ja Jobs nachgesagt, dass er in einem Reality Distortion Field gelebt hat, ich glaube das gesamte Samsung Management leistet ihm dort Gesellschaft. Beim Note 7 Debakel haben sie es wohl wirklich am Anfang nicht gewusst, aber das hier ist doch grober Vorsatz und wissentlich gegen die Wand gefahren.

  4. Sascha Ostermaier ist hier mittlerweile der einzige Schreiber, dessen Texte ich noch lesen will.
    Vollständige Sätze, wenige bis keine Füllworte, wenig Subjektives – das macht es lesenswert.

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