Samsung C-Lab: Aus Herumsummen werden Sinfonien

samsung hum on kleinAuf der diesjährigen SXSW Interactive zeigt Samsung erstmals einige neue Projekte aus seinem C-Lab. Wie viele andere Unternehmen unterhält Samsung mit seinem C-Lab eine spezielle Abteilung, die an besonderen Produktinnovationen bastelt. Dabei geht es im ersten Schritt weniger um das direkte Marktpotential, sondern um das kreative Ausprobieren neuer Ideen. Oftmals kommen dabei eher krude Ideen heraus, die zwar kurios sind, aber nach ein paar lustigen Messepräsentationen in der Versenkung verschwinden. Dieses Mal hat Samsung aber durchaus mindestens ein sehr cooles Konzept im Gepäck.

Hum On!“ stellt eine App dar, die das Summen einer Person in Musik umwandelt. Das soll quasi auch Personen ohne Talent für ein Instrument oder die Fähigkeit Noten zu lesen die Möglichkeit geben musikalische Ideen zu verwirklichen. Könnte aber natürlich auch für den ein oder anderen Songwriter eine feine Sache sein, um Geistesblitze unterwegs festzuhalten. Samsung bezeichnet Hum On! als „eine Art musikalischen Übersetzer“. Richtig spannend hört sich an, dass man die gesummten Melodien anschließend in verschiedene Genres transferieren kann: als R&B, klassische Musik oder auch Rock.

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Die Ergebnisse sollen sich über Social Media Teilen lassen oder als Hintergrundmusik für Videos Verwendung finden. Die App erkennt dabei die Tonhöhe des Summenden und auch die Dauer der Töne, um dann um die Melodie ein Arrangement zu stricken. Es gibt zwar bereits ähnliche Software, jene richtet sich aber vorwiegend an versierte Musiker und ist zumeist deutlich komplexer. Aktuell arbeitet Samsung noch daran die Erkennung der Melodien zu verbessern. Eventuell wollen die Südkoreaner mit Musikern zusammenarbeiten, um auch die Begleitungen der Melodien noch zu optimieren.

Waffle soll dagegen eine Social-Media-Plattform werden, die vor allem auf Zusammenarbeit beruht. Die Nutzer sollen gemeinsam Content-Netzwerke erstellen, statt alle in getrennten Feeds zu posten. Daher rührt auch der Name, denn die Nutzer bündeln ihre gemeinsamen Inhalte in einer Art Netz aus Kacheln, das wie eine Waffel aufgebaut ist. Samsung vergleicht das Prinzip zusätzlich mit einer Mauer, die man quasi gemeinsam mit Graffiti besprühe, um ein großes Bild zu erstellen.

Es gesellt sich zu den Projekten des C-Labs noch Entrim 4D hinzu, ein VR-Headset, das sich nicht nur auf die visuelle Komponente beschränkt, sondern auch den Gleichgewichtssinn ansprechen soll. Das funktioniert über „Galvanic Vestibular Stimulation“ (GVS), eine Technik, welche einen Nerv in den Ohren mit elektrischen Signalen anspricht und es erlaubt die Körperbewegungen und die VR-Inhalte aufeinander abzustimmen. Dadurch sollen die Nutzer der Virtual-Reality-Brille beispielsweise langfristig wirklich das Gefühl erhalten sich zu drehen, oder dass die Geschwindigkeit von Bewegungen real sei.

Was VR betrifft, bin ich bekennender Skeptiker und Waffle klingt für mich jetzt nicht so extrem aufregend, da es genügend Tools für die Zusammenarbeit gibt und die Idee jene Aspekte mit sozialen Netzwerken zu vernetzen auf mich wenig bahnbrechend wirkt. Hum On! finde ich hingegen richtig klasse – allerdings habe ich früher selbst in einigen Bands Musik gemacht, so dass ich natürlich besonders heiß auf die App wäre. Hier habe ich wirklich die Hoffnung, dass noch eine Veröffentlichung folgt.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

5 Kommentare

  1. Sollte Hum On! mal veröffentlicht werden, berichtet bitte UNBEDINGT darüber! Klingt sehr spannend!

  2. > Was VR betrifft, bin ich bekennender Skeptiker

    Ich wage mal ne These: VR und AR (mobil und PC- und Konsolen-basiert) wird schneller Fahrt aufnehmen als IoT. Das Komma muss auch weg.

  3. iris schnapp says:

    Einfach genial

  4. VR 4D klingt super.

  5. Da gibt’s nur ein Problem: Was man so vor sich hin „Herumsummt“ sind in der Regel bekannte Songs und Melodien eben nicht irgendwelche Eigenkreationen. Wenn da mal nicht Probleme beim Veröffentlichen vorprogrammiert sind…