Reportage zu Virtual Reality am 4. September auf N24

Oculus RiftIch persönlich bekomme schon beim Anblick der aktuellen VR-Brillen Nackenschmerzen. Doch es lässt sich schwer abstreiten, dass die Technik sich seit dem letzten Aufflackern in den 1990er-Jahren („The Lawnmover Man“, anyone?) weiterentwickelt hat. Angefangen bei Oculus Rift über HTC Vive bis hin zu Sonys Project Morpheus stehen etliche VR-Headsets in den Startlöchern. Dabei heizen die Marketingabteilungen nicht nur innerhalb der IT-Szene die Aufmerksamkeit an, sondern sorgen auch bei den Vertretern klassischer Medien für Interesse. Entsprechend bringt der TV-Sender N24 am 4. September 2015 eine Reportage mit dem Titel „Virtual Reality – Eine neue Welt ensteht“.

N24 sendet die Reportage von Marcus Tychsen nächsten Freitag um 18:25 Uhr. Dabei soll es aber nicht nur um die VR-Brillen an sich gehen, sondern auch um den passenden Content – etwa die sich ausbreitenden 360-Grad-Clips bei YouTube. N24 verspricht einen Blick hinter die Kulissen, was vielleicht für einige Hobby-Filmer interessant sein könnte. Der Sender hat laut eigenen Aussagen unter anderem auf den diesjährigen Spielemessen E3 sowie der Gamescom die Kameras rotieren lassen.

N24

Ich selbst rechne ja eher damit, dass die aktuellen Virtual-Reality-Techniken in eine ähnliche Nische rutschen werden wie stereoskopisches 3D: Das Gros der Otto Normalverbraucher kommt sich ja selbst mit einer 3D-Brille auf der Nase schon freakig vor. Da lösen die bombastischen VR-Brillen alles andere als Glücksgefühle aus. Trotzdem zeigen innovative Spielereien wie der Vogelsimulator „Birdly“, was mit der aktuellen Technik Beeindruckendes machbar ist. Für die Filmindustrie ist ein Kurzfilm wie „Henry“ eventuell ein Fingerzeig darauf, wohin die Reise gehen könnte. Nachdem HTC zuletzt jedoch sein Vive praktisch gesehen verschoben hat, dürfte es mit Virtual Reality ohnehin erst 2016 so richtig rund gehen. Schließlich soll im ersten Quartal nächsten Jahres auch die Consumer-Version der Oculus Rift auf den Markt kommen. Dann wird sich zeigen, ob Virtual Reality sich tatsächlich als „Next Big Thing“ entpuppt oder so rasch versumpft wie das anno dazumal ähnlich durch die Industrie gehypte 3D.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

6 Kommentare

  1. Lese gerne hier aber du scheinst dich nicht mit VR auseinander gesetzt zu haben. Der Vergleich 3D und VR hinkt ziemlich; ) VR wird sicherlich nicht für alle interessant aber es hat enormes Potential..nutze selbst die dk2 GearVR für s6. Valve und morpheus auf der Messe ausprobiert überhaupt kann man den 3D Modus im TV vs. VR nicht wirklich Vergleichen. Und der mehrwert von 360 Grad zu 3D Videos liegt auf der Hand…also bitte in Zukunft nicht so negativ über das Thema schreiben. Zur Info nichts ist verschoben es wird einige Exemplare geben und ab q1 2016 kommt der Rest

  2. André Westphal says:

    Hey Peter,
    ich meine auch weniger einen Vergleich der Techniken an sich. Sondern des bisherigen Werdegangs und der Probleme: Auch 3D wurde ja erst massiv durch die Industrie gepusht. Ich war dabei, als Sony damals auf der Gamescom für seine PK an alle geladenen Gäste 3D-Brillen verteilt hat, um das ganze Event in 3D abzuhalten. Blu-ray 3D aber auch Gaming in stereoskopischem 3D galten da als Next Big Thing…Was heute draus geworden ist, wissen wir ja alle: In den USA veröffentlichen viele Studios Filme, die im Kino in 3D liefen, nur noch in 2D. Stereoskopisches Gaming ist ne absolute Nische. Nur im Kino läuft das nach wie vor gut – teilweise aber auch weil in kleinen Kinos die Filme dann nur in 3D laufen.

    Das Problem, was ich bei VR genau so sehe: Die Brillen sind schon jemandem wie mir, der sehr technikaffin ist, viel zu klobig und schwer. Ich hatte durchaus schonmal das Dev Kit 2 der Oculus Rift auf der Nase. Die Folge war, dass ich sehr schnell danach sowohl leichte Kopf- als auch Nackenschmerzen hatte. Und das war keine stundenlange Nutzung. Ich sehe da schlichtweg nicht, dass sich die Technik über eine sehr kleine Nische hinaus ausbreitet. Klar, die Potentiale habe ich im Artikel ja auch genannt – die sind da. Aber die Hardware wird meiner Ansicht nach noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, bis der Otto Normalverbraucher sie wirklich annimmt.

    Zum Vive: Ja, es kommen 2015 noch einige wenige Exemplare für Entwickler und ausgewählte Community-Mitglieder. Der großflächige Launch ist aber von 2015 auf 2016 verlegt. Valve und HTC beschreiben das halt etwas diplomatischer :-).

  3. Warum lässt Caschy hier immer mehr andere Leute schreiben,
    das verwässert das ganze doch…

    Jedenfalls mal eine der aktuellen Brillen ausprobiert? Klingt nicht so?
    P.S. DK2 ist nicht aktuell.

  4. André Westphal says:

    Na ja, die Consumer Version der Oculus Rift ist immer noch ein Geschoss :-). Wie gesagt, finde ich die Technik an sich auch interessant – aber ich mag persönlich auch 3D. Das ändert aber nichts daran, dass der Durchschnittsverbraucher selbst die mittlerweile ultraleichten 3D-Brillen nervig findet. Wenn sich der Kunde entscheiden soll zwischen toller Technik und Convenience – dann fällt die Entscheidung so gut wie immer zugunsten der Convenience aus. Deswegen sehe ich für VR mit den derzeitigen Brillen nur geringfügiges Potential auf dem Massenmarkt. Eine Nische sehe ich durchaus – ähnlich wie bei 3D eben.

    Habe kein Problem damit, wenn jemand da eine andere Meinung vertritt ;-).

  5. Es ist derart mehr als eine Nische und ich spreche nicht nur von den Visionen von Luckey und Carmack.
    In der Industrie wird selbst das DK2 schon eingesetzt weit weg von Einsatzbereichen wie Games und Co.
    Die Technik der Brillen ist ansich auch nicht teuer, sowas kann in wenigen Jahren jeder zu Hause haben und selbst Konsolen bieten ein angenehmes VR Erlebnis.

    Ich hab die ganze Gamescom nur mit VR verbracht, Games kommen jedes Jahr neu und werden für ein paar Monate gehyped, aber VR das ist einfach toll dabei zu sein.

    Wir sehen uns dann in SAO.

  6. André Westphal says:

    Die Konsolen bieten derzeit praktisch doch noch gar kein VR-Erlebnis – insofern ist das erstmal Spekulation. Ob z. B. Sonys Project Morpheus am Ende am Markt Akzeptanz findet und was taugt, weiß man derzeit ja noch gar nicht. Und in der Industrie wird z. B. auch autostereoskopisches 3D eingesetzt – das hat aber alles erstmal nichts mit der Adoption auf dem Massenmarkt zu tun.

    Es spielt auch weniger eine Rolle, ob die Technik teuer ist – 3D ist an sich auch mittlerweile bei jedem gängigen TV eh als Option dabei. Ausschlaggebend ist, ob die Technik bequem ist. Und bei 3D stören sich die meisten nunmal an den Brillen sowie bei aktiven Techniken (Shutter) z. B. am Flimmern.

    Dass du selbst VR magst, merke ich. Ich finde die Technik auch beeindruckend. Aber ich mag auch 3D ;-). Das hat aber erstmal nichts damit zu tun, ob ein Durchschnittsverbraucher VR etwas abgewinnen kann. Da drehen wir uns halt im Kreis: Das Potential sehe ich bei den aktuellen Techniken absolut nicht. Dafür sind die Kompromisse (geringer Tragekomfort, klobige Designs, zu geringe Auflösungen / Pixeldichten, ausbaufähige Bedienung) meines Erachtens noch viel zu groß. Insofern denke ich, dass VR bestimmt ähnlich 3D eine gewisse Nische finden kann. Aber um wirklich am Massenmarkt anzukommen, müsste der Komfort ungleich größer sein. Ähnlich hat sich übrigens auch mal Zuckerberg selbst zur Oculus Rift geäußert. Der scheint das recht realistisch als langfristiges Projekt zu sehen.