Recht auf Vergessenwerden: Google soll Suchergebnisse auch bei google.com entfernen

Seit Mai gibt es das Recht auf Vergessenwerden. Privatpersonen können Links zu Inhalten aus Googles Suchindex entfernen lassen, wenn diese Inhalte nicht länger relevant sind. Dies gilt bisher nur für Europa und somit auch nur für Googles europäische Domains. Google.com (und andere) zeigte weiterhin alle Suchergebnisse an. Gerade einmal fünf Prozent der Suchanfragen aus Europa werden über Google.com durchgeführt. Aus dem neuen Transparenzbericht von Google geht hervor, wie oft das Recht auf Vergessenwerden angefragt wird.

Google Office

Seit Mai wurden insgesamt 174.226 Löschanträge gestellt, die 602.479 Urls beinhalten. Von diesen wurden 58,5 Prozent aus dem Suchindex entfernt. In Deutschland liegt dieser Prozentsatz niedriger. Hierzulande wurden 48,1 Prozent der 103.089 zur Löschung angefragten Urls entfernt, es gab 29.528 Anfragen diesbezüglich.

Google_Vergessen_Deutschland

Die neue Regelung beinhaltet nun alle Google-Domains, außerdem wird noch einmal klargestellt, dass Google nicht verpflichtet ist, die publizierenden Medien über eine Löschung aus dem Suchindex zu informieren. Dies macht Google nämlich, manche Seiten greifen dies auf und publizieren die Links auf gesonderten Seiten, geben den Links eine große Aufmerksamkeit, genau das, was man durch eine Löschung eigentlich verhindern will.

(Quelle: Bloomberg)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Und dann stelle man sich mal vor, wenn China die Entfernung/Zensur von Sucheinträgen auch für alle Google-Domains fordern würde…

  2. Timo Falk (silbaer) says:

    Du solltest klar stellen, dass dies keine bindende Regelung ist, sondern nur eine Richtlinie einer Arbeitsgruppe. Gäbe es doch eine Möglichkeit dieses Schwachsinnsurteil aufzuheben…

  3. Ich finde ja, dass Google selbst schon die Löschanträge veröffentlichen sollte. Ganz transparent an oberster Stelle, wenn man nach dem Begriff sucht.

    Wahrscheinlich finde ich das aber nur, weil man über mich bei Google noch nichts unnötiges oder gar belastendes findet. Dennoch empfinde ich die Herangehensweise, Suchergebnisse verschwinden zu lassen, als falsch. Klar, Inhalte, die persönliche Rechte oder Freiheiten beschneiden, gehören aus dem Netz genommen, und das ist technisch verdammt schwierig. Aber das bloße Entfernen aus Suchergebnissen ist fragwürdig. Irgendwann entfernt Google Suchergebnisse von Ikea LEDs, weil Philips diese entfernen möchte. Klar, Google ist keine freie Suchmaschine, aber solche Instrumentarien machen es schlimmer, als es sein müsste.

  4. Räumt man auch China und Nord-Korea das Recht ein, die Gesetze weltweit anwenden zu lassen? Auch nett, wer sich so immer sauber wäscht. http://www.bildblog.de/60621/die-verlorene-ehre-des-alexanderblum/

  5. Klar, wenn es hier um Verleumdung, Bashing oder ähnliches geht… ich kann das verstehen, wenn einer Privatperson das Recht auf Vergessen eingeräumt wird.

    Ich stelle mir nur gerade vor, wie diverse Konzerne, Politiker oder Finanzgurus und sonstiges zwielichtiges Volk, aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten bei Google eine Löschung von unangenehmen Wahrheiten im Netz „beantragen“… und ich glaube, dass es darum in der Hauptsache geht… z. B. ein halbes Jahr vor der Wahl dann mal eben alle Kritik und Kellerleichen des neuen Kanzlerkandidaten verschwinden lassen, damit der „Mob“ nicht nachrecherchieren kann…

  6. Gab doch schon genug Beispiele. Verurteile Betrüger (im großen Rahmen) usw. Kannst Du alle nicht mehr im deutschen Google finden. Typen, die tausende von Menschen / Firmen betrogen haben Und genau, wie Du sagt. Die Kellerleichen. Keine Info mehr zu bekommen.

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