Recht auf schnelles Internet von der Bundesregierung beschlossen, das sind die Details

Vom „Recht auf schnelles Internet“ hat man in Deutschland schon ganz häufig gehört. Beschlossen wurde „das Recht“ bereits 2021. Schnell ist dabei Ansichtssache, die Bundesnetzagentur schlug im März dieses Jahres eine Geschwindigkeit von 10 MBit/s im Download vor, bei einem Upload von mindestens 1,3 Mbit/s. Die Sache ist natürlich, dass die genannten Zahlen lächerlich erscheinen dürften, wenn man von „schnellem Internet“ spricht. Man denke sich eine Familie mit zwei Kindern, die vielleicht streamen und arbeiten wollen – das ist so ja eigentlich nicht machbar.

Das Bundeskabinett hat nun ein Recht auf schnelles Internet beschlossen. Konkret nennt sich das Ganze „Verordnung über die Mindestanforderungen für das Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten (TK-Mindestversorgungsverordnung –TKMV) – BMDV“. Die Regeln sagen jetzt, dass überall in Deutschland im Download mindestens 10 MBit/s möglich sein müssen und im Upload 1,7 MBit/s – eine Latenz von 150 Millisekunden darf nicht überschritten werden. Die Werte werden jährlich überprüft und entsprechend der Entwicklung der Versorgungslage angepasst. Hierbei wird ein voranschreitender Gigabitausbau dafür sorgen, dass die festgelegten Werte in den kommenden Jahren ansteigen werden. Damit wird sichergestellt, dass die Grundversorgung der Verbraucher jederzeit den aktuellen Bedürfnissen entspricht.

Nach dem neuen Telekommunikationsgesetz haben Bürger einen individuellen Anspruch auf Versorgung mit einem Mindestangebot an Telekommunikationsdiensten, wie beispielsweise Anrufe, Videotelefonie, Onlineshopping oder Online-Banking. Es handelt sich hierbei nicht um ein Instrument für einen flächendeckenden Gigabitausbau, sondern um ein Sicherheitsnetz zur Sicherstellung einer angemessenen sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe, das all jene auffängt, die bislang noch nicht ausreichend mit Telekommunikationsdiensten versorgt werden, so Bundesminister Dr. Volker Wissing.

Für viele Menschen sieht das vermutlich nach einer niedrigen Grenze aus, von Fall zu Fall wird es aber so sein, dass Nutzer froh sind, wenn sie das auch nutzen können. Ab dem 1. Juni sollen die Vorgaben für einen Rechtsanspruch gelten, dafür muss der Bundesrat noch abnicken. Dieser Termin dürfte derzeit allerdings nicht haltbar sein.

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61 Kommentare

  1. Was ist aber wenn bei mir nur 6 MBit anliegen – kündigt die Telekom dann mein vertrag da sie das Anforderungen nicht unterstützen oder kommt plötzlich der Bagger und legt neue Kabel? letzteres wohl kaum
    die theorie klingt gut, aber was wird mit der praxis und wann..?

  2. 10 MBit/s Down- und 1.7 MBit/s Upload? Für mein Empfinden vollkommen ausreichend – hatte jahrelang auf dem Land nur 6 rauf und 0,5 runter und war zufrieden. Doch ist das 2022 für den Alltag noch zeitgemäß?

    • elknipso says:

      Nein, damit sind heute schon verschiedene Dienste im Internet faktisch nicht nutzbar, selbst wenn im ganzen Haus nur eine Person den Internetanschluss nutzen würde.

      • Nur um mich zu orientieren… welche Dienste sind das?

        • Zuerst und für die meisten sicherlich am leichtesten zu verstehen: UHD. Streams in UHD sind bei 10Mbit. Eher nur noch FHD.
          Dann kommen – und das werden auch viele verstehen – Spiele. PS4 oder PS5 Spiele laufen nicht mehr von der Blu-ray, sondern wollen erstmal ein Update aus dem Netz ziehen. Gerne mal 50 GB. Steam-Spiele: 100 GB (auch so alte Games wie GTA5).

          Dann aber für alle, die in der IT arbeiten: Bei der Entwicklung wird nicht nur heruntergeladen, sondern oft auch hochgeladen. VMs hin und her schieben braucht entsprechende Bandbreite. Das Internet ist nun mal auch ein Medium, das zum Arbeiten verwendet wird.

          Und wenn Mann und Frau von zu Hause arbeiten und gleichzeitig an einer Videokonferenz teilnehmen, ist das „schnelle Internet“ der Regierung alles andere als schnell.

          Nur weil hier einige immer noch auf WAP-Seiten unterwegs sind, heißt es nicht, dass man keine schnelle Bandbreite braucht. Schnell, nicht im Sinne des Gesetzes.

          • Hallo roag, „Internet ist nun mal auch ein Medium, das zum Arbeiten verwendet wird.“ da hast Du nun echt recht. Aber nur da – alles was Du über UHD Streaming oder Spiele gesagt hast … das ist nicht notwenndig zum Leben , auch nicht zur sozialen Teilhabe. Da reicht Telefon, Fernsehen und Filme mit HD oder meinetwegen auch Full-HD, Radio in Stereo , für Nachrichten sogar Mono, Spiele ? Privatvergnügen. Oder um es anders zu sagen: für eine garantierte Grundversorgung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben , Abwicklung von Käufen, administrativen Dingen wie online-Behördengänge und Kommunikation mit Familie , gesellschaftlichem Umfeld und all diesen Basisdiensten reicht der abgesteckte Rahmen. Spilen , UHD-Video, gar Dinge wie Virtual Reality aals Entertainment sind Luxus , kein Anspruch den man hat. Für die Arbeitswelt lasse ich dagegen Deinen einspruch gelten . Ist wie mit einer Sozialwohnung: ja anständiger Standard mit Bad , Küche Wohn- und Schlafraum – aber alles nutzbar funktional sauber . Ein Anspruch auf Groe-Wasserhähne oder Fußbodenheizung überall oder Musikanlagen mit Wand- und Deckenlautsprechern gibt es nicht . Man kann wohnen . Man hat Internet . Basisversorgung. Mehr kann und will diese Verordnung nicht leisten.

            • sag das mal einem Kind.
              Für dieses ist die Möglichkeit Spiele zu spielen auch eine Form vom am sozialen Leben teilhaben können.

              • Hallo, Michael, Klar, für die soziale entwicklung eines Kindes sind Spiele wichtig: mit _echten_ Spielkameraden , echten Spielplätzen , Brettern, figuren, karten , Bällen, … genau: alles Sachen die ohne Netz, Glasfaser , ja im Falle von Brett- oder kartenspielen sogar ganz ohne Batterie und Strom gehen. Meine Monopoly oder später Canasta- und Skatrunden mit jüngeren und älteren Freunden sind unter uns , wenn wir heute mal telefonieren , immer noch Gegenstand für liebevolle Erinnerungen. Kinder die nur sozial interagieren können wenn sie einen touchscreen oder eine 50MBit/s-Leitung dafür haben sind sehr arm dran. Vermutlich in den nächsten 30 jaren ihres Lebens dann irgendwann in einer einrichtung in der es Internet nur noch im Gemeinschaftsraum gibt … egal ob nun JVA oder PKH … beides keine kindgerechte perspektive, oder ?

                • Das ist ein Thema über das man nicht nur Bücher schreiben kann, sondern sich auch herrlich tagelang streiten kann, ohne dass am Ende einer allein Recht bekommt. Ich werfe mal einen Satz in den virtuellen Raum: Minecraft finde ich pädagogisch wertvoller als Monopoly.

          • Gedacht ist diese Grundversorgung lt. dem obigen Text aber doch als „ein Sicherheitsnetz zur Sicherstellung einer angemessenen sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe, das all jene auffängt, die bislang noch nicht ausreichend mit Telekommunikationsdiensten versorgt werden“

            Zocken und UHD Streaming sind damit vermutlich nicht gemeint, sondern tatsächlich eine, im Wortsinne, grundlegende Versorgung. Leute in der IT können hoffentlich ihren Arbeitsplatz in einer entsprechend ausgerüsteten Firma nutzen. Und, da bin ich sofort bei dir, für anspruchsvolleres Homeoffice scheint das tatsächlich etwas knapp zu sein. Wobei eine remote laufende Officeanwendung und eine 720p Videokonferenz evtl. auch mit der Grundausrüstung hinnehmbar sein könnten. Wobei allerdings 1,7 MBit/s Upload tatsächlich etwas mager sind.

            • Gunar Gürgens says:

              Naja wenn die Firma z.B. in einem Gebiet liegt, in dem Flächendeckend eher unter 10Mbit verfügbar sind, oder Selbstständige ihr Zimmer daheim nutzen ist es schon ätzend. Vor allem wenn man alles über Cloud regelt.
              Hat man alles erst einmal Synchronisiert ist alles cool, aber wehe man muss mal größere Sachen synchronisieren.
              Und in meinen Augen sind 10 MBit ein Witz, natürlich ist man früher auch mit 56k ausgekommen, aber damals hatten Treiberupdates noch keine 700MB oder OS Updates über 2GB. Zur Einordnung, ich hatte MagentaTV, der FHD Stream hatte knapp 10MBit gezogen.

              • Wenn ich einen Bahnanschluss brauche kann ich schlecht das Firmendomizil in der Pampa aufschlagen.
                Mit anderen Worten: Diese Firmen oder Gewerbetreibenden sind wissentlich (oder grob fahrlässig) in ein schwach versorgtes Gebiet gezogen. Dann müssen sie eben Alternativen suchen/finden, z.B. entsprechende Serverkapazität bei Hostinganbietern mieten.

                • Vielleicht sind diese Firmen aber auch schon länger ansässig, der Ausbau blieb bisher aus, und einen Kleinbetrieb mit kompletter Produktion einfach mal umzusiedeln ist nicht gerade an nem Wochenende zu wuppen. Also von grob fahrlässig kann man da meiner Meinung nicht sprechen.

  3. Das würden für mich immerhin 2MBit/s mehr bedeuten haha.
    Trotzdem ist das noch eine totale Lachnummer…

  4. Die Frage ist nur, was passiert wenn diese Werte nicht zur Verfügung stehen?
    Man denke an den Bauernhof im Nichts ohne Mobilfunkempfang…
    (Da kenne ich hier ein Beispiel, der ist mit einer Klingelleitung angebunden die schon mehrmals mit einfachen Wago-klemmen geflickt wurde und die Leitung mit einfacher Installationsleitung am Feldweg am Boden herumliegt)

  5. Richard Rosner says:

    Toll. Man könnte ja drüber lachen, wenn es nicht so traurig wäre. „Schnell“ ist Daten nichts und dass so niedrige Anforderungen überhaupt etwas ändern werden, sagt schon viel über das Versagen der letzten Jahrzehnte.

  6. Willkommen in 2005, wo solche Werte noch als „Minimum“ durchgegangen wären.
    Einfach nur lächerlich. Aber so kann man sich auch eine bessere Abdeckung schön rechnen. Schließlich gibt es in den meisten Haushalten 10Mbit und schon kann Deutschland von sich behaupten, eine gute Abdeckung zu haben.

  7. Da stellt sich für mich die Frage, wer sich daran halten müsste zukünftig. Der Provider bis zur Übergabe am Haus oder auch der Vermieter, der für die Versorgung im Haus zuständig ist? Ich mein, was bringt mir eine gute Versorgung bis zum Übergabepunkt, wenn in einem Mehrfamilienhaus alte Kupferleitungen vorhanden sind, die nur wenig Speed ermöglichen. Oder sehe ich das falsch? Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.

    • Die alte Kupferleitung im Haus ist nicht das Problem.
      In großen Wohnblocks geht das Glasfaser nur bis in den Keller, anschließend wird das Internet mittels VDSL oder GFast im Haus (über Kupfer) verteilt.
      Hier sind Geschwindigkeiten bis zu 1 Gbit möglich.

  8. VoIP und Videostreaming sind mit einer Latenz von ~150ms quasi unbenutzbar.

    • Die Latenz ist für Video-Streaming quasi vollkommen schnuppe und 150ms reichen für VoIP vollkommen aus.

      • Ist sie eben nicht. Buffern dauert ewig und je nach verwendetem Dienst / App wird ständig nachgeladen. Nebenbei noch ständig Artefakte. Hatte vor kurzem selbst die leidige Erfahrung mit einem 250Mbit VDSL von Vodafone. Die Bandbreite war halbwegs OK, die Latenz dauerhaft hoch. Und vor allem bei VoiP ist die Latenz wichtiger als die Bandbreite. Vielleicht merkt das Onkel Franz nicht wenn er dreimal täglich mit seinem DECT Telefon telefoniert, wenn du per VPN und Softphone den ganzen Tag telefonierst sehr wohl.

        • Dann stimmt da bei dir beim Streaming etwas anderes nicht.
          Von VPN hast du im ersten Post nichts geschrieben, wie gesagt, reines VoIP geht mit 150ms (da addieren sich halt noch 0,15 sec auf die sowieso vorhandene Latenz drauf, das macht den Kohl nicht fett)

    • Für Videostreaming ist die Latenz egal. Die Daten werden geladen, evtl dauert das Buffern noch etwas länger. Aber ab dann wird eh in Chunks nachgeladen.

  9. NichtImmerSoNegativ says:

    Man darf nicht vergessen, dass es hier um das absolute Minimum geht, nicht darum, dass alle im Haus gleichzeitig Netflix schauen und Videokonferenziren können. 10 Mbit/s reichen für Full-HD YouTube Videos. Als unterste Grenze ist das schon ganz akzeptabel wie ich finde.

    • Richard Rosner says:

      Es geht aber eben nicht darum, Videos schauen zu können. Jetzt, wo man Erfahrung mit Home Office hat, wird das sicherlich weiterhin stellenweise genutzt werden. Für Videoanrufe mit Teams sind 1,7 MBit/s schon knapp bemessen, ob das bei einer Latenz von 150 ms noch benutzbar ist, darf hinterfragt werden. Außerdem müssten es dann ohnehin schon 10/1,7 pro Person sein, die über diesen Zugang versorgt werden soll.

  10. Nachweis wieder mittels zwölfzig Messungen direkt an Router nachts bei Vollmond. Danke für Nichts, ihr Hornochsen.

    • Wie denn sonst? Soll der Provider dafür zahlen, wenn Lieschen Müller ihr Wlan auf Kanal 1 hat, so wie alle ihre Nachbarn auch, und nur deshalb überhaupt ein Problem besteht?

      • Richard Rosner says:

        Es muss aber eben realistisch sein. Von jemandem, der Vollzeit arbeitet, kann man nicht erwarten, jeden zweiten Tag 20 Messungen über den Tag verteilt zu machen, wenn man die meiste Zeit des Tages gar nicht zu Hause ist.

  11. 10 MBit Down und 1,7 MBit Up als schnell zu bezeichnen finde ich schon sehr fragwürdig, Ich hätte gedacht da kommt min 50 MBit Down und 25 MBit Up. So wird sich für viele nicht viel ändern, ausser für Leute die bisher nur eine 6 MBit Leitung haben.

  12. Lächerlich. Typisch deutsch.

  13. 2015 hat die Telekom als Argument mit „Alle in DE bekommen mindestens 16 Mbits“ ihre IP-Tarife verkauft, bis 2018 wollte sie das umsetzen. Heute, 2022 , gibt es immer noch viele Gegenden die keine 16 Mbits bekommen.

    Und meiner Meinung fängt „schnelles“ Internet da an, wo die eigenen Dienste schnell laden. Von dem her finde ich dieses Versprechen eher seltsam.

    Es sollte aber ein Basisanachluss geben, und dieser sollte bei 30 Mbits anfangen.

  14. Zitat: „Die Werte werden jährlich überprüft und entsprechend der Entwicklung der Versorgungslage angepasst.“
    Hört sich ja schwer danach an, als hätte man die Werte auch entsprechen der aktuellen Versorgungslage gewählt, also so, dass es in 99,99% passt:)
    Das mit dem „Rechtsanspruch“ ist mir auch noch nicht so ganz klar, gegen WEN habe ich den Rechtsanspruch denn dann?

  15. elknipso says:

    Wenn ich mir anschaue, dass manche nicht einmal für 500 Euro Selbstbeteiligung sich einen 1 Gbit/s Anschluss legen lassen wenn ein örtlicher Versorger anklopft dann wundert mich sowieso nichts mehr.

    Und nachher wird sich gewundert warum man das eigene Haus nicht gut los wird.

    • Wenn ich mir angucke, dass schon der ADSL-Anschluss 700 Selbstbeteiligung gekostet hat, glaube ich nicht, dass sich jemand wegen 500 keine Glasfaser legen lässt. Ich denke mal, dass du einfach nur einen inhaltsleeren und polemischen Beitrag verfassen wolltest.

      • Möglich, aber hier mal meine Erfahrungen damit (hier gab es vor Jahren eine Ausschreibungsrunde mit Nachrunde, weil die Quote nicht erreicht wurde) für den gesamten Ort, da die Deutsche Glasfaser hier ausbauen wollte. Einzige Anforderung: man bindet sich für 2 Jahre. Also nicht der Rede wert. Selbst der Hausanschluss war für umme. Keine Kosten, eigentlich auch kein Risiko. Dennoch hat es nur mit Ach und Krach geklappt, weil es viel zu viele „was soll ich damit, ist doch schnell genug jetzt“ Ewig-Gestrige gibt. Mal 5 Jahre weiter denken oder an die Nachbarn, die eine Straße weiter nur nen miserablen 756kbit/s DSL Anschluss bekamen und ansonsten mit viel Glück noch mittels Kabelanschluss Unitymedia machbar war… aber auch nicht überall gegeben.

        Wie auch immer, Kurzfassung: es gibt genug Leute, die noch nciht mal ohne jegliche Selbstbeteiligung dazu bereit sind, 1 o. 2 Formulare auszufüllen.

        • Nicht zu vergessen, dass das Angebot der Deutschen Glasfaser, die Strippe für den Kunden kostenfrei zu verlegen, eine vielleicht nicht kostenlose, aber subventionierte Wertsteigerung der Immobilie darstellt. Aber bis drei zählen ist eben nicht jedermanns Sache, und wenn man in einer Einfamilienhaussiedlung wohnt, deren Einwohner zur Hälfte Rentner sind, von denen manche noch nie in ihrem Leben einen Computer benutzt haben und die auch keine Kinder haben, die weiter als von zwölf bis Mittag denken, dann kann man wunderbar erleben, wie die verzweifelten Versuche, Deutschland aus der digitalen Steinzeit zu befördern, ausnahmsweise mal an der Politik scheitern, sondern am (alten) „kleinen Mann“ und seiner Unlust an jeglicher Veränderung, der aus Prinzip nie mitmachen wird, wenn es darum geht, auch nur einen Fußbreit Fortschritt zu bekommen.

          • Hallo ohne Name, „sondern am (alten) „kleinen Mann“ und seiner Unlust an jeglicher Veränderung, der aus Prinzip nie mitmachen wird, wenn es darum geht, auch nur einen Fußbreit Fortschritt zu bekommen.“ welche Hähme über alte menschen hier pauschal ausgegossen wird, das grenzt schon an Altersdiskriminierung. Nicht jeder mensch muß alles was als „Fortschritt“ verkauft wird mitmachen. Die Freiheit hat jeder seine Musik zu streamen oder eben von Schellackplatte zu hören. Es gibt Menschen denen reicht eben ein Telefon und ein Radio oder Fernseher für ihren Medienkonsum und ihre soziale Interaktion aus. Das gilt es zu respektieren und solche despektierlichen Äußerungen bitte zu unterlassen. Wer Fortschritt möchte soll ihn sich einkaufen. Und ja, auch wenn ich einen PC besitze und sogar damit umzugehen weiß, bin ich doch schon ein „älteres Semester“ und habe genügend Lebenserfahrung und auch Bescheidenheit entwickelt um auch mit ein-oder knapp zweistelligen MBit/s-Raten zurechtzukommen. Alles eine Frage der lebenseinstellung und -erfahrung.

            • verstrahlter says:

              Ihr Post bestätigt aber leider genau dieses Phänomen eher exakt.

              Einige leben nunmal im gestern – max. jetzt – allein mit sich selbst,
              Für Mieter so eines Fortschrittsallergikers wie ein Nuller im Lotto.

              „gilt es zu respektieren … und … Äußerungen bitte zu unterlassen“
              klingt auch nach gewohnt sturer Rechthaberei und Kontrollzwang.

              Aber bei all der selbstattestierten „Lebenserfahrung“ will ich hier natürlich nicht mit solch verrückten Vorschlägen (wie z.B. Teilnahme an sozialer Interaktion) den Spielverderber geben. Viele fühlen sich halt schon seit frühester Kindheit zu alt für Veränderung oder auch nur andere Perspektiven.

              Ich persönlich fühle mich von solchen Ansichten – mit ihrem Zwang andere auf ihre begrenzte Sicht reduzieren zu wollen – eher ausgebremst.
              Ein bischen mehr Potential darf da schon gerne sein.

          • … nach so vielen vom Staat „vertrödelten Jahrzehnten“ bereitet es echt keine Freude mehr… (ich bin nun fast 70 Jahre) weiterzukämpfen. Ich habe mich zwanzig Jahre von 2002 an stark gemacht für schnelleres Internet (damals in Kleinstadt Sachsens bereits 2000er Bandbreite, dann 2003 6000er), dann ins Elternhaus aufs Land gezogen.. keine 6km von dieser Stadt entfernt… bis 2016 dort dann nur 768kbit/s…ab 2018 50Mbit/s DL und 10Mbit/s UL… nun mittlerweile seit 2020 100/40 Mbit/s. Sämtliche Dörfer um uns herum haben wenigstens SVDSL mit 250Mbit/s, der überwiegende Teil ist FTTH angebunden und die Tarife können gebucht werden.
            Da beschwere ich mich schon über unsere lahme 100er Leitung… im UPload in die Cloud Daten schicken fühlt sich an, wie ehemals mit DSLlight. Daher kann ich diese Einstellung hier absolut nicht nachvollziehen… Mensch… Leute, kuckt in andere „ärmere Länder“… die lachen sich tot… über ‚uns’… da ist selbst der deutsche „Glasfaser-Tempomat“ von 1Gbit/s längst Vergangenheit. AUFWACHEN…

    • Super Kommentar!
      Ey Bruder. Ich hab mir ein tolles Haus gekauft. Liegt jwd, is ne olle Bruchbude mit nassen Wänden, Löchern im Dach und verschimmeltem Keller aber es hat voll geilen Gigabit-Glasfaseranschluss. Okay, die Stromleitungen sind noch so alte Aludrähte in Bergmannrohr. Alles zweiadrig und mit max. 10A belastbar und pro Raum nur eine Steckdose und eine Lampe. Aber egal. Hauptsache Glasfaser für süperschnelles Internet. Ich weiß bloß nicht was es mit dem Klingeldraht neben den Feldweg auf sich hat. Der geht bis zu dem Kasten wo das Glasfaser angeschlossen ist. Man hat mir aber Mindeststandard für schnelles Internet zugesagt. 😉

    • Hier wird gerade von der Telekom ein Stadtgebiet mit FTTH ausgebaut (leider nicht meines)
      Der Anschluss kostet dir aktuell 0€ (auch wenn nicht direkt ein Vertrag gebucht wird)
      Leider ist das Interesse… (weil es muss ja im Haus Dreck gemacht werden…)

  16. Naja, immerhin hat man sich entschieden dem Vorschlag der BNetzA nicht vollumfänglich zu folgen. Damit ist man dem eigenen Anspruch, dass Politik und Gesetze nicht von Behörden gestaltet werden, gerecht geworden. Wie gut oder schlecht die an einem solchen Beschlüsse Beteiligten sich vorstellen können, was sie da effektiv beschlossen haben, muss am Ende jeder selbst beurteilen. Vollblutpolitiker sind eben keine Technik-Freaks und keine Nerds. Sie müssen sich darauf verlassen was man ihnen erklärt und dann nach ihrer freien Überzeugung und mit ihrem Gewissen entscheiden. Ja, das kann man als typisch Deutsch bezeichnen. Aber es hat auch was mit Demokratie und Freiheit zu tun. Am Ende bleibt zu hoffen, dass der beschlossene Mindeststandard keine Preisanpassung bei den TK-Anbietern hervorruft.

  17. Lachhaft, stümperhaft, amateurhaft.
    Das war nicht nur die Beschreibung zu den Mindest-Internet-Geschwindigkeiten sondern auch zum Handeln unserer Politiker.

    • @Ralph
      Hast du deine Kandidatur zur nächsten Wahl schon angemeldet? Wenn du gewählt wirst kannst du das ja Alles verändern. 😉

  18. Die Dauer der Entscheidung und die Bandbreite der Anbindung werden perfekt durch das Beitragsbild wiedergegeben. Und dann wundern, darum Deutschland immer mehr ein technologisches Entwicklungsland wird.

    • Rainbird-1 says:

      Unsere hochgelobte Autoindustrie (und sehr von der Bundesregierung gestützt) haben wird doch bereits kaputt bekommen, den Rest schaffen wir mit langesamen Internetanschlüssen. Was stark verrufen war bei Benzin und Diesel ist bei Elektro wieder voll voran an der Entwicklung => die SUV’s!

      Diese Vorgehensweisen zeigen sich in vielen Bereichen von Entscheidungsträgern. Getreu dem Motto, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern! Nach Glasfaser schreien, neue Kupfertechnologien (Vectoring) subventionieren. Dies hätte ich abgestellt. Keine Gelder für die Weiterentwicklung von Kupferbasierten Technologien! Nur so wird der Ausbau von Glasfaser vorangetrieben. Die „letzte Meile“ wird doch auch jetzt in Zeiten von Glasfaserausbau meist gar nicht berücksichtigt. Oft werden höchstens die Verteiler untereinander per Glasfaser angebunden und dem Kunden steht im Idealfall Vectoring zur Verfügung. Dies ist aber auch kein Ausbau für die nächsten Jahrzehnte! Es wäre an der Zeit die „letzte Meile“ anzugehen und nur dafür sollten die Subventionen abrufbar sein.

      Damit sich endlich mal Provider finden, die das letzte Stück zum Kunden (was auch das kostenintensivste sein dürfte => Tiefbau) angehen. Nur so verhindert man den Rückstand .

  19. Glückwunsch an die Regierung. Breitbandziel erfüllt. Damit wurde mein langsamer ADSL-Anschluss per Gesetz zum „schnellen Internet“ erklärt. Vielleicht können sie noch per Gesetz Software dazu zwingen, einfach schnell durch die Leitung zu kommen. Vorschlag für das nächste Gesetz: 100 GB sind jetzt 10 MB.

  20. Rainbird-1 says:

    Ob 10Mbit wie manche hier schreiben ausreicht oder nicht, spielt faktisch keine Rolle. Frau Merkel hatte einst 50 Mbit für jeden Haushalt versprochen. Wo sind diese?

    Es ist doch tatsächlich so, dass durch solche angenommenen „Mindestwerte“ kein Provider in Deutschland zu irgendetwas bewegt wird, da bereits in vielen Teilen mehr zur Verfügung steht. Und in denen Regionen wo nicht, da wird auf das nötigste Nachgeschärft, um keine „Sanktionen“ erwarten zu müssen (wie auch immer die aussehen => wahrscheinlich 40€ und einen Punkt)!?

    Was soll dass in Zeiten wo wir auf Glasfaserausbau drängen um Anschlussfähig zu bleiben für ein Signal sein?
    Die Weichen die hier gestellt werden, haben manche noch nicht verstanden, dass diese die nächsten Jahrzehnte Bestand haben werden. Dass kann doch kein Anspruch sein. Würde eine Gewerkschaft mit einem Prozent mehr Lohn in Verhandlungen gehen, wenn man 5 fordern kann und sich bei 3,5 trifft? Also diese Festlegung von einer Behörde wie die BNetzA ist absolut lächerlich.

    Diese 10 Mbit können Sie schön mit LTE abdecken (es steht ja nicht geschrieben, welche Technik diese 10 Mbit liefern muss, sodass hier genügend Spielraum für die Provider bleibt). Zu Spitzenzeiten, kann dann auch mal 2 Mbit reichen, denn wer macht schon 30 Messungen an 3 Tagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten und meldet dies dem Provider und der BNetzA und hat dann noch ein Druckmittel in der Hand? -welches denn? Wenn der Provider nicht mehr liefert, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Klasse bei einer Alternativlosigkeit weiterer Provider, welche die gleiche Leitung/Funk nutzen wie bereits der vorhandene Provider. Ein Teufelskreis 🙂

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