Qualcomm und Apple im Modem-Streit: Qualcomm holt zum Gegenschlag aus

Qualcomm gegen Apple, aktuell gibt es da größere Streitigkeiten. Es geht um Lizenzzahlungen und um eine die Marktstellung missbrauchende Haltung von Qualcomm, die laut Apple verhindern möchten, dass man zu Konkurrenzprodukten greift und außerdem viel zu hohe Lizenzzahlungen verlangen. Das Ganze haben wir an dieser Stelle ausführlicher behandelt. Jetzt holt Qualcomm zum Gegenschlag aus und beschuldigt Apple wiederum einiger Dinge. Man würde sich nicht an laufende Verträge halten und Qualcomm beruft sich auf die Patente, ohne die das iPhone nie zu der Marke hätte werden können, die es heute ist.

Qualcomm ist der Meinung, Apple wolle nur die Kosten drücken: „Apple’s goal is clear — to leverage its immense power to force Qualcomm into accepting less than fair value for the patented technologies that have led innovation in cellular technology and helped Apple generate more than $760 billion in iPhone sales.“

Im Januar reichte Apple Klage gegen Qualcomm ein und hielt auch Zahlungen zurück. Allerdings ist Qualcomm auch kein unbeschriebenes Blatt, was die Unterstellung von monopolistischem Verhalten angeht. In China musste das Unternehmen nach einer Untersuchung bereits 1 Milliarde Dollar bezahlen, in Südkorea waren es 850 Millionen Dollar. Unfaire Geschäftspraktiken wurden seinerzeit aufgedeckt.

Apple ist der Meinung, dass Qualcomm Patente heute in einem iPhone nicht mehr so viel wert sind, da Apple auch durch eigene Beiträge dafür sorgt, dass das iPhone mehr Lizenzgebühren für Qualcomm abwirft. Diese Gebühren werden anhand des Gerätepreises bemessen, das ist Apple mittlerweile zu hoch.

Es bleibt also weiterhin spannend in diesem Streit. Verzichten kann wohl keiner der beiden auf den anderen, zumindest noch nicht. Apple klagt übrigens nicht nur in den USA gegen Qualcomm, auch im Vereinigten Königreich und China stehen die Streithähne vor Gericht.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Das könnte dir auch gefallen…

Mit dem Absenden eines Kommentars willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

6 Kommentare

  1. Das sagt doch alles aus und Apple hat es in eigener Hand:

    „Diese Gebühren werden anhand des Gerätepreises bemessen, das ist Apple mittlerweile zu hoch“

    iPhone günstiger machen und schon sinken die Lizensgebühren 😉

    Grade Apple beschwert sich über sowas. Haben mit ihren iPhones eine Gewinnspanne sondergleichen das es schon unverschämt ist und mit meilenweitem Abstand im Vergleich zur Konkurrenz, aber das ist natürlich immer noch nicht genug vom dicken Kuchen, logen……..

    Auch wenn ich die Geräte ansich sehr gut finde und selber auch zwei iPad´s mein Eigen nenne, so würde ich nie und nimmer so viel Kohle für ein Handy ausgeben und es wäre echt mal nicht schlecht wenn die iPhone Käufe massiv einbrechen würden, aber „leider“ hat Apple sich dahingehend solch ein Standbein aufgebaut und zu ihrem Glück eine absolut geldblinde Fangemeinde das dies wohl nie passieren wird. Anscheinend haben aber auch zu viele Leute Geld dafür obwohl überall rumgeheult wird das keiner Geld hat. Aber Hauptsache ein iPhone haben……..

  2. das ist doch so, als ob du ein Sofa kaufst und der Preis dafür von deiner Wohnung und deren Ausstattung abhängt.

  3. @Patrick Bäder
    Eine Firma soll Geräte unter dem verkaufen was der Markt hergibt, womöglich noch miese machen wie fast der gesamte Rest der Industrie, damit eine andere Firma weniger einnimmt und dann immer noch die Lizenzgebühren von der Höhe des Gerätepreises abhängig machen kann? Wohlgemerkt Patente unter FRAND die so essentiell sind dass Standardorganisationen diese Patente als technischen Standard anerkennen und so für den Hersteller/Erfinder zur Gelddruckmaschine machen weil alle anderen sie einsetzen müssen.
    Sicher eine clevere Geschäftstaktik von Qualcomm. Aber wenn weltweit Regierungen gegen diese Taktik vorgehen würde ich da auch mit einstimmen.

  4. Armes Apple fühlt sich ungerecht behandelt, weil eine andere Firma ihrer Meinung nach zu viel verlangt. Das ist doch ein schlechter Witz.

    Soll Apple doch erst mal seine Lieferanten und deren Niedriglöhner besser bezahlen. Und die zig Milliarden hinterzogenen Steuern nachzahlen, statt sie in Steueroasen zu verschieben.

  5. @Kalle: Nur das für Apple anscheinend alle anderen Patente FRAND und die eigenen trivialen Patente die Meisterleistung der geistigen Ideen sind.

  6. ^ Haste gleich zwei Fehler in einem Satz. a) Die Patente um die es hier geht *sind* FRAND b) Ob die eigenen Patente trivial sind ist nur deine Meinung, also im Patentzirkus nicht wichtig. Darum geht’s hier auch nicht.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.