Privatsphäre: Blackphone kann ab 14. Juli wieder bestellt werden

Das Blackphone wurde bei seiner Vorstellung damals kritisch gesehen, zumindest bei denen von Euch, die kommentierten. Die ersten Vorbestellungen werden aktuell ausgeliefert, wie SGP Technologies aktuell verkündet. Die erste Charge scheint recht schnell vergriffen gewesen zu sein, ab dem 14. Juli werden aber wieder neue Bestellungen für das Smartphone mit Fokus auf Privatsphäre entgegengenommen. Die Hardware ist bei diesem Smartphone zweitrangig, in erster Linie ist es die Software, mit der man die Kunden überzeugen will.

Blackphone

Für 629 US-Dollar erhält der Käufer ein Gerät mit 4,7 Zoll HD-Display, einem Tegra 4i Prozessor (2 GHz) und 1 GB RAM. 16 GB Speicher stehen zur Verfügung, eine Erweiterung kann mittels microSD-Karten erfolgen. Außerdem hat das Smartphone eine 8 Megapixel-Kamera auf der Rückseite (5 Megapixel vorne) und kann auch das LTE-Netz nutzen.

Herzstück des Geräts ist PrivatOS, das auf Android 4.4 (KitKat) basiert. Verschlüsselte Anrufe, Video-Chats und SMS werden über die Silent-Apps realisiert. Über den Kismet Smarter WiFi-manager wird verhindert, das WLAN-Hotspots das Smartphone bezüglich seiner WLAN-Historie ausspionieren. Diese Daten werden nicht übermittelt.

Das Security Center regelt die Berechtigungen von Apps, die sofort übernommen werden, ohne dass das Smartphone neu gestartet werden muss. Über Remote Wipe lässt sich das Smartphone im Ernstfall löschen. Kein einzigartiges Feature mehr, bieten andere Hersteller ebenfalls. Auch sind ein privater Browser und ein VPN auf dem Gerät vorhanden. So soll verhindert werden, dass der Nutzer bezüglich seiner Surfgewohnheiten abgehört werden kann. Zu guter Letzt können Blackphone Nutzer auch auf Dateien zugreifen, die in der SpiderOak Cloud verschlüsselt liegen.

Sicher ein sehr spezielles Smartphone, das aber zeigt, dass es eben auch ein Stück privater geht, als es uns die großen Firmen glauben machen wollen. Auf Komfort muss man beim Blackphone angeblich nicht verzichten, das ist ja oft so ein Kriterium, was viele Leute davon abhält, auf sichere Kommunikation zu setzen.

Falls sich von Euch zufällig jemand ein Blackphone gesichert hat, hinterlasst gerne einen Kommentar, ob dies tatsächlich so komfortabel ist, wie es vom Hersteller beschrieben wird. Da die Hardware nicht vom Hocker reißt, der Preis aber schon, dürfte sich der Kundenkreis wohl auf diejenigen beschränken, die tatsächlich etwas zu verbergen haben, zum Beispiel Firmen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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19 Kommentare

  1. Ich finde den letzten Satz des Artikels erschreckend „[…] die tatsächlich etwas zu verbergen haben […]“. Schmeisst eure Privatsphäre weg, lasst Profile von euch erstellen denn, so lange ihr nichts zu verstecken habt ist das alles ok.
    …traurig wenn sich dieses Denken nicht mehr hinterfragt wird.

  2. Der Name ist immer noch Grauenhaft…
    Blackphone könnte auch ein „powered by Blackwater“ oder „Blackwater inside“ Untertitel tragen 😀

  3. @zweifler: tja, ich würde mal sagen 99,999% (oder mehr) aller (IT)technik-benutzer haben einfach nicht verstanden worum es geht.
    „hab nichts zu verbergen“ ist der „un-spruch“ der letzten jahre, wer das sagt hat es halt nicht kapiert..

  4. @Sascha.
    Du solltest vielleicht etwas zu Deinem letzten Satz sagen:
    „dürfte sich der Kundenkreis wohl auf diejenigen beschränken, die tatsächlich etwas zu verbergen haben, zum Beispiel Firmen.“,
    Der ist in der Tat mehr als bedenklich!

  5. Sascha Ostermaier says:

    Nein, der Satz ist nicht bedenklich. Ihr habt alle etwas zu verbergen, wie ich auch, logisch, Privatsphäre. ABER, wer von Euch kauft sich deshalb ein Blackphone? Keiner. Weil es die meisten nicht interessiert, beziehungsweise sie nciht bereit sind, dafür tiefer in die Tasche zu greifen oder auf andere Smartphone-Annehmlichkeiten zu verzichten. Wer tatsächlich, aus welchen Gründen auch immer, auf eine sichere Kommunikation angewiesen ist, wird eher zum Blackphone greifen.

    Jeder, der den Satz für bedenklich hält, sollte theoretisch nicht mal ein Smartphone sein eigen nennen. Wenn doch, dann eher so etwas wie ein Blackphone.

  6. Der letzte Satz ist doch recht eindeutig als „dürften nur diejenigen, die tatsächlich etwas zu verbergen haben, bereit sein, so viel Geld für so wenig Smartphone auszugeben“ zu verstehen.

    Und in der Form kann man das wohl unterschreiben. Natürlich sollte das „zu verbergen haben“ nicht als relevantes Kriterium für Privatsphäre gelten. Aber mal ehrlich: Sobald es teuer oder unbequem wird, haben 99,9% der Nutzer kein Interesse mehr. Oder wer hier hat sich das Telefon bestellt? Eben.

  7. Lass uns mal dich Aufklären Sasha, wir werden später alle deine Meta-Daten, sonstigen Web-Besuche, unetdeckte Affären oder all das was du sonst verheimlichst in der totalen Kontrolle gegen dich Anwenden. Entweder wirst du mitmachen oder dich vom Leben verabschieden müssen. Genau so wird die Welt Enden, wenn du so weiter denkst. Bitte informiere dich bevor du unwissend irgendwelchen intelektuellen Müll von dir gibst. Goorge Orwell ist nichts dagegen.

  8. Sascha Ostermaier says:

    @NSA: *gähn*

  9. Oh Mann. Inzwischen gibt es zwei große und ein kleines Lager. Die zwei großen stehen auf den Seiten der vollkommenen Ignoranz gegenüber datenschutz- und IT-sicherheitsrelevanten Themen (erste Seite) und den Ultraskeptikern, die sich als vermeintlich besser in diesen Themen versiert gerieten, hinter jedem Anbieter die NSA wissen und alles und jeden belehren müssen (zweite Seite). Gemein haben beide Seiten die Eigenschaft, zu differenzierten Einsichten und Betrachtungsweisen kaum fähig zu sein und stets mit einem absoluten Geltungsanspruch und häufig recht laut aufzutreten.

    Daher verliert die kleine dritte Gruppe, die neben schwarz und weiß auch noch diverse Grautöne kennt, meist recht schnell das Interesse an solchen Diskussionen.

  10. Hallo Sascha,

    Ich finde den Satz bedenklich, weil er sehr sorglos mit einem „geflügelten Wort“, mit einer (politischen) Parole umgeht:

    „Wer nichts zu verbergen hat…,
    hat auch nichts zu befürchten.“

    Das weißt Du doch, ich denke, man sollte nicht unreflektiert derartiges übernehmen.
    Besser wäre sicher z.B. diese Formulierung gewesen:

    „dürfte sich der Kundenkreis wohl auf diejenigen beschränken, die Wert darauf legen ihre Daten (besser) zu schützen, zum Beispiel Firmen.“

  11. @Sascha
    Entscheidend ist das Wort „tatsächlich“. Man kann den Satz drehen und wenden wie man will. Er unterscheidet klar zwei Klassen von Datenschutzerfordernis: Firmendaten und Privatdaten. Die einen haben etwas zu verbergen, die anderen nicht? Eine sehr unglückliche Formulierung oder erschreckende Denke?
    Besser wäre ein Formulierung wie: …die ihre Daten unbedingt vor fremdem Zugriff SCHÜTZEN müssen. Und das hat auch nichts mit „verbergen“ zu tun, denn das klingt so, als ob der „Verstecker“ eher etwas Bedenkliches tun würde, es sind aber eher die Datensammler!

  12. an alle die sich über Saschas letzten satz aufregen. verschlüsselt ihr alles konsequent ?

  13. @gast,
    darum geht es aber doch nicht, sondern um einen „Standpunkt“, eine „Meinung“, ein „Statement“, das hinterfragt wurde.
    Ich sehe das relativ unaufgeregt, doch Saschas Antwort auf die Nachfrage zum letzten Satz im Artikel, fand ich etwas enttäuschend. Bedeutet aber natürlich nicht, dass ich Sascha als Person kritisieren will!!

  14. Schrom Rügenwalder says:

    Meine Güte… wegen diesem einen Satz? Echt jetzt? So ein Aufriss?
    Vielleicht war der Satz auch darauf abgezielt, dass dieses Gerät besonders attraktiv für Firmen ist, denn für diese sind genau diese Features interessant.
    Otto Normaldepp ist es schließlich wichtiger, dass sein neustes Nokia Galaxy 5S „Waldorfedition“ jetzt neben der Funktion deinen Namen für dich zu tanzen jetzt auch noch klatschen kann, anstatt eine möglichst sichere Kommunikation zu gewährleisten.

    Das einzige was mich stört, ist die Tatsache, dass sie das OS nicht als ROM für andere Geräte anbieten bzw. den Quelltext offen legen. Denn 600 Kröten für eine zugesicherte Sicherheit die ich nicht nachvollziehen kann ist mir einfach zu viel!

  15. Ich denke nicht das man ein extra Phone dafür braucht, Privatsphäre zu erhalten ist einstellungssache, da bringt Technik wenig wenn man nicht dahinter steht. Es bedeutet Aufwand, das wollen viele nicht. Wenn man mehr Privatsphäre möchte sollte man konsequent PGP, Speicher- und Kommunikationsverschlüsselung verwenden. Tools gibt es massig aber der „normale Benutzer“ möchte das nicht selber tun, das Phone wäre für mich eher die Kategorie Marketing-Gag

  16. @ Dirk:
    Sehe ich genauso, hier wurde – bewusst oder unbewusst, das sei mal dahingestellt – eine Redewendung mit einer ziemlich eindeutigen Aussage in einen unzutreffenden Zusammenhang übertragen.

    Allerdings muss ich cismor auch Recht geben: diese Diskussionen sind mittlerweile sehr ermüdend, da irgendwie kein rechtes Verständnis aufkommen will, was Kritik angeht, da kannst du dir die Finger fusselig schreiben. (Auch wenn cismor _diese_ Diskussionen nicht meinte.)

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