Poly BackBeat FIT 6100: Guter Over-Ear-Kopfhörer für Sportler

Dass Plantronics gute Kopfhörer bauen kann, haben Sie bereits in einigen Tests hier im Blog unter Beweis stellen können. Erst kürzlich hatte André die BackBeat Pro 5100 in den Ohren und konnte ein sehr gutes Resümee ziehen. Auch bei mir sind Kopfhörer der Marke eingetroffen, jedoch keine In-Ears sondern die BackBeat FIT 6100. Dabei handelt es sich um Over-Ear-Kopfhörer, die, wie der Name schon sagt, speziell für den Sport gedacht sind.

BackBeat FIT 6100 angeschaut

Doch schauen wir mal in die Box, welche die Ohrhörer bereits gut in Szene setzt. Drin findet sich eine geschlossene Papierhülle, die nach dem Öffnen die Kopfhörer preisgibt. Darüber hat man die Anleitung, Garantie-Papier und zwei weitere Kabel verstaut, ein Micro-USB-Kabel zum Laden und ein Micro-USB-zu-3,5mm-Kabel, damit man auch verkabelt Musik hören kann. Nun fällt mir direkt auf, dass Poly weder einen einfachen Stoffsack zum Transport noch ein Case für die Kopfhörer mit schickt. Das finde ich persönlich nicht ganz so gut, denn so fliegen die BackBeat FIT 6100 auf dem Weg ins Fitnessstudio zwangsweise frei und unverpackt in der Sporttasche umher. Schade ist auch, dass Poly sich für einen Micro-USB-Anschluss statt USB-C entschieden hat. Wir werden diese Anschlüsse anscheinend einfach nicht los. 🙂

Aber kommen wir zu den Kopfhörern, die direkt nach dem Herausnehmen einen sehr guten und robusten Eindruck machen. Sie sind auf jeden Fall sehr leicht, was für den Sport schon extrem wichtig ist. Niemand will eine Hantel auf dem Kopf tragen, weder im Fitnessstudio noch draußen beim Laufen. Das geringe Gewicht kommt auch durch die verwendeten Materialien zustande. Kunststoff, Stoff und lediglich dünne Streben aus Metall prägen das Bild. Der verwendete Kunststoff wirkt sehr wertig, die Streben lassen sich nicht mal eben verbiegen und auch sonst ist das Headset sehr gut verarbeitet worden. Sollte sich der Kopfhörer mal etwas stärker verwinden – beim Transport zum Beispiel – hält er auch diesen Einflüssen gut stand.

Auch die Scharniere an den Hörmuscheln sind robust und rasten in der Endposition ein. Für den passenden Sitz könnt ihr die Muscheln stufenlos aus dem Bügel ziehen und ein verstellbarer Seilzug am Bügel sorgt dafür, das ihr den Sitz je nach Wunsch straff oder weniger straff einstellen könnt. Auch wenn es mal härter und wilder zugeht, verrutscht der Kopfhörer so nicht.

An der linken Ohrmuschel finden sich weder Steuerelemente noch irgendwelche Ports oder Knöpfe. Dafür hat Plantronics rechts den Micro-USB-Eingang, einen Schiebe-Schalter zum An- / Ausschalten und Koppeln (zwei Geräte können verbunden werden) und einen Button für den Awareness-Modus verbaut, der euch die Umgebungsgeräusche hören lässt. An der rechten Hörmuschel befindet sich außerdem ein Touch-Panel zur Steuerung der Musik. Ein Tipp in die Mitte startet oder pausiert die Musik oder nimmt den Anruf an, per Wisch nach oben oder unten kann man lauter oder leiser machen und ein Wisch nach vorn oder hinten sorgt dafür, dass ihr ein Lied vor- oder zurückspringt. Wenn ihr Siri oder den Google Assistant aktivieren wollt, tippt ihr in die Mitte und lasst euren Finger für 3 Sekunden aufliegen. An die Steuerung gewöhnt man sich ziemlich zügig, funktionierte in meinem Test auch alles ziemlich gut.

Komfort und Klang

Direkt beim ersten Aufsetzen habe ich gemerkt, dass ich den Bügel nicht noch straffer einstellen muss. Der Sitz war für mich optimal, nicht zu lasch und auch nicht zu fest. Die Hörmuscheln besitzen sehr weiche Ohrkissen aus Memory Foam, die sich um das Ohr schmiegen und für eine gute Schallisolierung sorgen. Ich habe die Kopfhörer hauptsächlich zum Joggen benutzt, auch längere Läufe lassen sich damit – ohne Ohrenschmerzen zu bekommen – gut absolvieren. Natürlich beginnt man darunter zu schwitzen, doch die IPX5-Zertifizierung sorgt dafür, dass gesammeltes Wasser nicht im Stoff oder im Bezug der Ohrkissen verschwindet, sondern man alles gut abwischen kann. Man braucht sich also keine Gedanken darüber machen, dass die BackBeat FIT 6100 irgendwann anfangen zu stinken – vorausgesetzt, dass man sie nach dem Sport regelmäßig reinigt.

?BackBeat
?BackBeat
Entwickler: Plantronics B.V.
Preis: Kostenlos
BackBeat
BackBeat
Entwickler: Plantronics Inc.
Preis: Kostenlos

Klanglich macht der Poly BackBeat FIT 6100 ebenfalls einen guten Job. Ihr habt in der dazugehörigen App, mit der sich unter anderem die Firmware aktualisieren lässt, Bedienungsanleiten finden lassen etc., drei verschiedene Klangprofile zur Verfügung. Standardmäßig ist PLT-Signatur ausgewählt, das den optimalen Sound für die unterschiedlichsten Musikrichtungen bietet. Bright zieht die Höhen etwas nach oben und ist für Inhalte mit viel Sprache gedacht. Tiefen verstärkt, wie der Name schon sagt, die tieferen Frequenzen.

Ich persönlich bin beim Hören zwischen Bright und PLT Signatur hin und her gesprungen, je nachdem welche Musikrichtung ich gehört habe. Tiefen ist mir einfach zu dumpf, hier kommen die Höhen und die Mitten kaum zur Geltung. Bright ist einfach etwas heller als PLT Signatur, das aber einen guten und ausgewogenen Klang mitbringt. Jeder Frequenzbereich wird gut bedient und man hat beim BackBeat FIT 6100 nicht das Gefühl, dass man Sound-Brei ins Ohr gespült bekommt.

Die Bässe sind kräftig aber nicht zu dominant, die Mitten drücken auf Wunsch auch und die Höhen sind zu keinem Zeitpunkt quietschig oder dergleichen. Ich würde mir wünschen, dass Plantronics der App noch einen richtigen Equalizer verpasst, denn die Kopfhörer können noch etwas mehr. Was mir aufgefallen ist: Die Kopfhörer könnten auf maximaler Lautstärke noch etwas lauter sein.

Ebenfalls in der App findet ihr den Awareness-Modus. Damit wird die Musiklautstärke nach unten gesenkt und die Mikrofone im Kopfhörer werden genutzt, um die Umgebungsgeräusche aufzunehmen und quasi zu eurem Ohr durchzuleiten. Ist zum Beispiel praktisch, wenn ihr beim “Pumpen” im Fitnessstudio mal mit eurem Buddy sprechen wollt, ohne die Musik zu pausieren. Andere Kopfhörer wie die AirPods Pro haben ähnliche Features, Apple nennt das z. B. Transparency, bei Jabra ist es der Hearthrough-Modus.

Plantronics gibt die Laufzeit des Kopfhörers mit 24 Stunden an, an diesen Wert bin ich im übrigen auch mit höherer Lautstärke gut herangekommen.

Mein Fazit

Plantronics hat mit den Poly BackBeat FIT 6100 meiner Meinung nach sehr gute Over-Ear-Kopfhörer für den Sport geschaffen. Das wasser- und schweißabweisende Design sorgt für eine einfache Reinigung und der Sitz ist sehr gut. Wer es straffer mag, hat über den anpassbaren Bügel noch die Möglichkeit zum Festzurren. Zu dem guten Sitz kommt noch ein sehr guter und ausgewogener Klang, wer diesen anders mag, kann über zwei weitere EQ-Profile noch ein bisschen tunen.

Schade ist, dass immer noch Micro-USB genutzt wird, keine Tasche dabei ist und man den Klang nicht noch etwas mehr anpassen kann. Solltet ihr aber nach einem Over-Ear für den Sport suchen, der auch beim Laufen genutzt werden kann, dann hat Poly für knapp 170 Euro den richtigen Kandidaten für euch.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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5 Kommentare

  1. Es mag am Alter liegen, aber ich würde schon im normalen Alltag nicht mit so einem großen Teil auf dem Kopf draußen herum rennen – und ganz besonders nicht beim Sport. Aber gut, wem‘s gefällt…

  2. @Chris R: Ich auch nicht. Liegt wohl auch an meinem Alter. Ich mache sehr gerne Sport, aber jeden, den ich mit so einem Teil auf dem Kopf sehe, lache ihn innerlich aus und überhole ihn. Wer so ein Teil auf dem Kopf hat, kann niemals richtig Sport machen.

  3. Muss jetzt mal doof fragen:
    was genau macht usb-c besser?

    • USB-C ist einfach der aktuelle Standard. Quasi jedes neue Smartphone nutzt den Standard.
      Mich nervt es total, das mein Bluetooth Headset noch Micro-USB hat, weil alle anderen Geräte im Haushalt quasi USB haben. Aber Du hast grundsätzlich Recht, ein #firstworldproblem

  4. Muss immer über die Leute schmunzeln die mit diesen Ohrenwärmern im beheizten Fitnessstudio trainieren.

    Und in einem Ende 2019 erschienenen Gerät noch Micro USB zu verbauen ist wohl ein Versuch der Kundenverarsche.

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