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Polizei Niedersachsen warnt vor Fake-Shops bei Amazon

Die Polizei Niedersachsen schickt eine Warnung an all diejenigen, die entweder bei Amazon.de verkaufen oder auch über den Marketplace bestellen. Somit dürften da wohl auch die meisten unserer Leser aufhorchen. Aktuell häuft sich nämlich eine Betrugsmasche, über welche Kriminelle mit Fakeshops Kohle abzocken wollen.

Warum ist das für Verkäufer relevant? Nun, die Betrüger verschaffen sich im ersten Schritt Zugang zu einem bereits etablierten Shop. Dazu versendet man Phishing-E-Mails an Händler, in denen etwa auf die Nachfrage eines Käufers zu einem Produkt oder auch auf eine negative Kundenbewertung hingewiesen wird.

 

Der Verkäufer wird nun aufgefordert zu reagieren und klickt möglicherweise im Eifer des Gefechts auf den Link, da mit der üblichen Masche Druck aufgebaut wird. Der Link leitet natürlich nicht direkt zu Amazon weiter, sondern auf eine gefälschte Seller-Seite. Wer dort seine Zugangsdaten eingibt, hat sie in die Hände der Kriminellen übergeben.

Daraufhin stellen die Täter innerhalb kürzester Zeit automatisiert massenweise Artikel ein – teilweise über 300.000 Stück. Oft bemerken die eigentlichen Shop-Betreiber das erst mit deutlicher Verspätung – wenn die ersten Beschwerden eingehen zum Beispiel. Wer auf diese Weise den Zugriff zu seinem Shop bei Amazon verloren hat, sollte sofort mit dem Unternehmen Kontakt aufnehmen und auch Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. Betroffene Wirtschaftsunternehmen, deren Namen z.B. weiterhin im Impressum genannt werden, können auch die zuständige ZAC (Zentrale Ansprechstelle Cybercrime für Wirtschaftsunternehmen) kontaktieren.

Warum ist das Spielchen für Käufer gefährlich? Nun, will man bei einem derartigen Marketplace-Verkäufer etwas bestellen, wird die Bestellung stets kurz darauf storniert. Wer sich nun wundert und den Händler genauer ansieht, entdeckt Hinweise, die darauf verweisen, dass man den Shop-Betreiber bitte direkt kontaktieren solle, damit der Bestellvorgang auch korrekt ablaufe. Das geht damit daher, dass dann auch eine Zahlung unabhängig von Amazon.de gefordert wird.

Was weiterhin passiert, dürfte klar sein: Wer sich darauf einlässt, um ein vermeintliches Schnäppchen zu ergattern, überweist Geld an Kriminelle oder deren Mittelsmänner, wird aber nie seine Ware erhalten. Amazon kann nach dem „Kauf“ auch nicht eingreifen, da man sich ja einen externen Umweg gesucht hat. Auch in diesem Fall rät die Polizei natürlich zur Erstattung einer Anzeige. Auch das Informieren des eigenen Zahlungsdienstleisters hilft möglicherweise, in einigen Fällen könne die Zahlung eventuell noch kurzfristig gestoppt werden.

Das Ende vom Lied: Auch wenn im Marketplace möglicherweise von einem Händler darauf hingewiesen wird, sollte man nie versuchen extern den Bestellvorgang unter solchen dubiosen Bedingungen abzuwickeln. Nur bei Kommunikation, Kauf und Zahlung über Amazon ist man abgesichert. Ein Warnsignal sollte dabei übrigens auch sein, wenn z. B. ein Modegeschäft plötzlich damit beginnt TVs oder Smartphones zu verscherbeln.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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14 Kommentare

  1. Das so eine Masche im Jahr 2020 noch funktioniert ist der eigentliche Skandal

    • Thomas Neidlinger says:

      Ich glaube die einzige Möglichkeit, sowas weitestgehend zu vermeiden, wäre derartige Links aus E-Mails zu entfernen. Denn es gibt immer Unwissende, die weiter auf solche Links klicken, ohne irgendwas an der E-Mail zu überprüfen, meistens fällt es ja schon an der Absender-Adresse auf: komentar@a.ma.zon.de 😉

    • Jeden Tag steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden…..

  2. Das gibbet seit Jahren. Aber tatsächlich erstaunlich, warum Amazon nicht einfach alle Elektronikangebote rausnimmt, die mal eben alle anderen um 50% unterbieten. Das ist doch so offensichtlich!!

    • Tja, und wie oft habe ich z.B. Amazon auf solche Angebote aufmerksam gemacht. Interessiert hat man sich dort nicht dafür. So kommt das dann eben zustande.

  3. Das ist ja eine uralte Methode. Bei Amazon ausschließlich über Amazon selber kaufen und keine Mails oder andere Kontaktwege nutzen und schon ist man auf der sicheren Seite.

  4. André Westphal says:

    Neu ist die Methode nicht, aber aktuell gibts wohl eine neue Welle solcher Betrügereien. Und leider gibt es wohl immer noch einige Laien, die darauf hereinfallen.

  5. Zwei Faktor Authentifizierung sollte für Händler eigentlich Pflicht sein…
    Problem gelöst.

  6. Ist mir auch passiert. Einerseits war ich dann sehr froh über den Amazon Marketplace gekauft und mit Kreditkarte bezahlt zu haben und somit die Abwicklung und Stornierung über Amazon lief. Geld war Ruckzuck wieder auf meinem Konto. Andererseits hab ich mich auch sehr gewundert, dass ich das überhaupt kaufen konnte. Da seh ich ja Amazon in der Pflicht, dass sowas gar nicht erst möglich ist. Und adann war ich auch irgendwie enttäuscht, dass ich mein vermeintliches Schnäppchen doch nicht bekommen habe. 😉

    • Ist mir auch passiert. Einerseits war ich dann sehr froh über den Amazon Marketplace gekauft und mit Kreditkarte bezahlt zu haben und somit die Abwicklung und Stornierung über Amazon lief. Geld war Ruckzuck wieder auf meinem Konto. Andererseits hab ich mich auch sehr gewundert, dass ich das überhaupt kaufen konnte. Da seh ich ja Amazon in der Pflicht, dass sowas gar nicht erst möglich ist. Und dann war ich auch irgendwie enttäuscht, dass ich mein vermeintliches Schnäppchen doch nicht bekommen habe. 😉
      Der Amazon Shopname war pluskaufen.de oder so ähnlich und hat wohl einen Shop für Faschingsartikel missbraucht. Hat dann sehr günstig Walimex Pro Objektive über Amazon angeboten. Ich habe den Shop nicht kontaktiert, sondern einfach abgewartet, was Amazon macht. 360.-€ Risiko. Ging aber gut. Gott sei Dank. Am Dienstag bestellt. Hing dann ewig vor dem „Versendet“ Status. Hab mich schon gefreut. Dann am Donnerstag wurde von Amazon storniert und in der Nacht war das Geld schon zurückgebucht.

  7. Ach Amazon. Jeff Bezos tut schon das richtige, wenn er 10 % seines Geldes in die Bekämpfung des Klimawandels steckt. Da sind die Chancen größer den in den Griff zu bekommen als die Betrüger auf Amazon.

  8. Leute die nur selten Online bestellen kennen die Preise nicht und fallen durchaus darauf rein. Da muss man nicht dumm sein. Es gibt Leute die sind nicht jeden Tag Online und verbringen keine 5 Stunden auf Amazon. Um solchen Betrug aus dem Weg zu gehen, einfach mal wieder rausgehen und im Geschäft einkaufen gehen!

  9. Letztens erst Ähnliches gesehen…da hat plötzlich ein Blumenladen mehrere ASUS RTX 2080 zu einem sensationellen Preis verkauft…ich nehme mal an, war so ein Fall.

    • Achso, sehe gerade den Text mit den Pfeilen – war tatsächlich exakt dieser Text…bei dem bin ich dann auch direkt ausgestiegen und gar nicht erst darüber nachgedacht.

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