Pebble entlässt zahlreiche Mitarbeiter, will Fokus auf Gesundheit und Fitness legen

artikel_pebbletimeroundMit der Pebble wurde quasi das Smartwatch-Zeitalter eingeleitet. Eine Uhr, die mit dem Smartphone kommuniziert, Informationen anzeigt und dazu noch eine lange Akkulaufzeit liefert. Kein Wunder, dass das erste Pebble-Kickstarter-Projekt alle Rekorde brach. Konkurrenz durch Android Wear-Smartwtaches war praktisch noch nicht existent, die Apple Watch noch ein Produkt der Gerüchteküche. Mit der Pebble Time, dem großen Nachfolger der ersten Pebble-Generation, wurde dann schon deutlicher, dass ein erfolgreicher Erstling alleine nicht ausreicht. Zwar war die erneute Kickstarter-Kampagne wieder ein sehr großer Erfolg, als die Pebble Time dann aber verfügbar war, machte sich bei einigen doch so etwas wie Ernüchterung breit.

PebbleTimeSteel

Der Markt für Wearables ändert sich, ist noch lange nicht da, wo ihn die Hersteller gerne sehen würden. Darunter leidet auch Pebble, wird diese Woche deshalb 40 Mitarbeiter, rund ein Viertel der Gesamtbelegschaft, entlassen. 26 Millionen Dollar konnte Pebble in den vergangenen 8 Monaten zusätzlich zur Kickstarter-Kampagne einsammeln, zu wenig, um auch künftig mit allen Mitarbeitern weiterzumachen. Denn Pebble möchte nicht einfach nur eine Smartwatch nach der nächsten auf den Markt werfen, vorsichtig die Möglichkeiten ausloten.

Und diese Möglichkeiten sollen im Gesundheits- und Fitnessbereich liegen. Pebble CEO Eric Migicovsky erklärt gegenüber Tech Insider, dass Pebble eine Vision verfolgt, wie Wearables in 10 Jahren aussehen werden. Und darauf arbeitet man hin, auch wenn es mit begrenzten Mitteln geschehen muss. Hilft den entlassenen Mitarbeitern vermutlich wenig. Fitness und Gesundheit ist sicher ein spannendes Gebiet, allerdings haben auch Wearable-Hersteller in diesem Bereich bereits Probleme.

Mal sehen, wo es für Pebble hingeht, das Unternehmen profitiert immerhin von einer recht treuen Fangemeinde. Vielleicht ist Pebble ein wenig kleiner als andere Hersteller, einen Platz gibt es für das Unternehmen aber allemal. Vielleicht werden auch die Smart Straps für den nächsten Schub sorgen, Pebble kündigte diese zusammen mit der Pebble Time an, seither ist es allerdings recht ruhig um die Armbänder mit Zusatzfunktionen für die Pebble Smartwatch geworden.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Klingt eher wie der Anfang vom Ende.
    Fitnes-Gedöns fürs Handgelenk etc. begegnet einem doch an jeder Ecke. Da muss dann schon irgend ein Mehrwert mit kommen. Denn noch ein Tracker für das Handgelenk? Ob der Erfolg hätte, nur weil er von Pebble kommt? Ich hab so meine Zweifel an dieser Entscheidung.
    Die sollten vielleicht doch versuchen, weiter Smartwatches zu bauen. Immerhin haben sie da ziemlich gut und schlau vorgelegt gehabt.

  2. Ernüchterung ist das richtige Wort. Ich denke die ganze Branche wird nach dem kleinen Wearable-Hype noch zu lernen haben. Eine halbwegs „brauchbare“ Smartwatch mit gutem Design und ansprechenden Materialien kostet eben. Pebble Round liegt bei 230 EUR, Pebble Time Steel bei 250, Pebble Time bei 170. Und was hat man dann? Ein glorifiziertes Display am Handgelenk das Benachrichtigungen anzeigt und ein paar unterstützte Apps fernbedienen kann.
    Um Schritte zu zählen und Schlaf aufzuzeichnen reicht ne App. Dazu braucht man nichtmal eins der Fitness-Armbänder die kaum was können. Noch dazu hat man mit nem Smartphone in der Hosentasche noch GPS (und man hat es eh immer dabei).
    Richtig punkten bei Fitness und Gesundheit kann man da nur mit hochwertigen Sensoren die sich so nicht mit dem Smartphone realisieren lassen (9-Achsen Gyro, Herzfrequenz und andere Körperwerte).

  3. Na ja, etwas mehr geht schon. Gerade weil Sascha die Smartstraps erwähnt hat: Ein Projekt wie „Pagaré“ von Fitpay zum Beispiel (Kreditkarten-Zahlungen mit der Pebble) finde ich schon spannend. Hab‘ bei Kickstarter ein wenig beigesteuert, obwohl es wohl noch eine mittlere Ewigkeit dauern wird, bis das mit deutschen Karten funktioniert. So etwas ist m.E. aber interessanter als das x-te Gesundheitsfeature …

  4. Wolfgang Denda says:

    Das Problem ist bei Pebble schon immer das fehlende geordnete Umfeld gewesen. Da bauen Entwickler Apps und Ziffernblätter, die nachher nicht zur Firmware passen, und der Support samt Weiterentwicklung wird nach der Entlassung so vieler Leute sicher nicht besser.

    Klingt irgendwie nach Jolla, aber mit geordnetem Rückzug. Der Markt wird immer enger, wer „sein“ Smartdevice (oder die richtige Kombination) gefunden hat, kauft so schnell nicht neu.

    Die großen Fortschritte werden künftig bei der Software stattfinden müssen, um den Kunden nicht zu verlieren. Garmin hat wohl genau deshalb den Verkauf der VA HR verschoben, die haben ja nicht mal den Vorgänger sauber am laufen.

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