PayPal: bald kein Käuferschutz für Crowdfunding-Projekte mehr

Paypal Artikel LogoAb dem 26. Juni 2016 gibt es bei PayPal eine Änderung, die vor allem für Menschen interessant ist, die ihr Geld in Crowdfunding-Projekte stecken. Die Schwarmfinanzierung ist nicht immer erfolgreich, geht so ein Projekt in die Hose, ist die Investition in der Regel futsch, ein Risiko, das man mit jeder getätigten Finanzierung trägt. PayPals Käuferschutz griff in solchen Fällen bisher ebenfalls, wer Crowdfunding also via PayPal unterstützte, konnte sein Geld über PayPal eventuell zurückbekommen. Ab Ende Juni ist das nicht mehr der Fall, die AGB des Unternehmens werden dementsprechend geändert.

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Die Änderungen betreffen allerdings nur ein paar Länder, in den USA, Australien, Brasilien, Kanada, Japan und weiteren Ländern wird der Käuferschutz angepasst, um die Risiken des Crowdfunding zu reflektieren. PayPal ändert den Käuferschutz übrigens nicht nur für Crowdfunding, sondern auch für Gelder, die man an Behörden gesendet hat oder Zahlungen, die man für Glücksspiel tätigt.

Zu finden sind die Änderungen bei PayPal (auf der US-Seite). In Deutschland gibt es keine Änderungen, aber hierzulande sind zum Beispiel die in den USA neu hinzugekommen Gutscheinkarten schon immer vom Käuferschutz ausgeschlossen. Crowdfunding wird in den Käuferschutzrichtlinien allerdings in Deutschland nicht explizit erwähnt, vielleicht kommt da ja auch noch etwas, falls ja, dann an dieser Stelle zu finden.

Gegenüber Engadget gab PayPal folgendes Statement ab:

„In Australia, Brazil, Canada, Japan, United States and certain other countries, we have excluded payments made to crowdfunding campaigns from our buyer protection programs. This is consistent with the risks and uncertainties involved in contributing to crowdfunding campaigns, which do not guarantee a return for the investment made in these types of campaigns. We work with our crowdfunding platform partners to encourage fundraisers to communicate the risks involved in investing in their campaign to donors.“

So gut ich den Käuferschutz bei PayPal auch finde, so logisch erscheint es mir auch, dass Crowdfunding-Geschichten ausgeschlossen werden. Es ist nichts anderes als ein Risiko-Investment, das zwar meist in kleinem Rahmen stattfindet, aber eben lange keine Garantie für ein Produkt bietet. Anders sieht es da sicher aus, wenn Crowdfunding-Kampagnen einzig zum Zweck der Abzocke gestartet werden, aber das wiederum ist dann eher das Problem der verwendeten Plattform, nicht vom Zahlungsdienstleister.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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7 Kommentare

  1. Endlich! Crowdfunding ist nur etwas für Schniedelwutzis und deren Käufe sollten nicht geschützt sein. Vielen Dank PayPal <3

  2. relative says:

    Wenn ich mich dafür entscheide, dann mit den Konsequenzen. Gut so!

  3. Kleine Projekte werden es dann vermutlich dann sehr schwer haben, finanziert zu werden. Schade eigentlich!

  4. SunsetBan says:

    Wieso kann Kickstarter es nicht einrichten, dass gespendetes Geld bei Nichtfinanzierung von Projekten automatisch an den Spender zurück geht? Dann würden sich generell mehr Leute beteiligen und die Chance wäre höher dass etwas finanziert wird.

  5. PP gebründet die 2% Gebühr, mit dem Käuferschutz. Wenn der weg fällt, streicht dann PP auch die 2% (falls man zu den betreffenden Empfängern überweist)? Wohl nicht.

  6. Sascha Ostermaier says:

    @SunsetBan: Bei Kickstarter zahlt man erst, wenn das Projekt erfolgreich finanziert ist. Das heißt aber nicht, dass das Projekt auch erfolgreich zu Ende gebracht wird und die Backer ihre Belohnungen erhalten. Hier forderten die Backer dann Käuferschutz, von Geld, das in den meisten Fällen wahrscheinlich nicht mehr existiert, weil es in die Weiterführung des Projekts geflossen ist.

  7. SunsetBan says:

    Ah ok, danke für die Info Sascha. Ich dachte das Geld geht bei Kickstarter erst an den Projektumsetzer wenn sein Projekt auch die Finanzierung bei Kickstarter erfolgreich geknackt hat und nicht schon vorher. Ich sah Kickstarter immer als Zwiwchenpuffer an wenn jemand mitten an seinem Projekt arbeitet und es erstmal pausiert um weitere Finanzierungen zu erhalten.

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