Oppo A91 im Test: Schickes Design und gute Kamera treffen auf mittelmäßige Leistung

Im April dieses Jahres wurde das Oppo A91 auch offiziell für Deutschland bestätigt und kostet 299 Euro. Ich hatte in den vergangenen Wochen ein wenig Zeit, mir das Gerät mal genauer anzuschauen und will euch hier meine Eindrücke schildern. Mit dem A91 startet Oppo seine A-Serie, die, gemessen am Preis, für Einsteiger- und Mittelklassegeräte gedacht sein soll.

Spezifikationen des Oppo A91:

  • Display: 20:9, 6,4 Zoll Full-HD+ Super-AMOLED, 2.400 x 1.080 Pixel bei 408 ppi, Corning Gorilla Glass 5
  • SoC: Mediatek MT6771V
  • GPU: ARM Mali G72 MP3 900MHz
  • Speicher: 128 GB intern (erweiterbar per microSD), 8 GB RAM
  • Maße: 160,2 mm x 73,3 mm x 7,9 mm, 172 g
  • Kamera: 48 MP (Hauptkamera, f/1.79, Autofokus), 8 MP (119 Grad Ultraweitwinkel + 3–8-cm-Makro, f/2.25), 2 MP (Tiefensensor, f/2.4), 2 MP (Mono, f/2.4), Video maximal 1080P@30fps, Stabilisierung EIS
  • Frontkamera: 16 MP (f/2.0), Video maximal 720P@30fps
  • Verbindungen: GSM: 850/900/1800/1900MHz, WCDMA: 1/5/8, FDD-LTE: 1/3/5/7/8/20/28, TD-LTE: 38/40/41
  • SIM: Nano-SIM / Nano-USIM
  • GPS: Built-in GPS, A-GPS, Beidou, Glonass
  • unterstützt OTG
  • Konnektivität: Bluetooth 4.2, Wi-Fi 2.4 GHz+5 GHz 802.11 a/b/g/n/ac
  • Batteriekapazität: 4.025 mAh (unterstützt VOOC Flash Charge 3.0)
  • Betriebssystem: ColorOS 6.1.2, basierend auf Android 9
  • Farben: Lightening Black, Blazing Blue
  • Sicherheit: In-Display-Fingerabdrucksenor
  • Sonstiges: 3,5-mm-Klinkenanschluss vorhanden, keine IP-Zertifizierung
  • Preis: 299 Euro

Ich muss schon gestehen: Beim ersten Auspacken des Oppo A91 war ich in der Tat positiv überrascht. Das Gerät sieht auf den Bildern ja bereits schick aus, aber in natura (ich habe hier die blaue Variante) sieht vor allem die Rückseite schon wirklich hochwertig und modern aus – könnte so auch im Premiumsektor Anwendung finden. Leider ist diese Plastikrückseite auch ausgesprochen anfällig für Fingerabdrücke, dafür schmiegt sich das Gerät hervorragend in die Hand. Was mich beim Wischen über die Displayränder allerdings ein wenig stört, ist die bereits vom Werk aus angebrachte Schutzfolie, deren Kanten man gut spüren kann.

Das Display weist relativ schmale Ränder auf und besitzt an der oberen Kante eine kleine tropfenförmige Aussparung. An der unteren Kante besitzt das A91 dann wiederum ein kleines „Kinn“, was meiner Meinung nach heutzutage nicht mehr ganz zeitgemäß ist und das Gesamtbild ein wenig stört. Der Full-HD+-Bildschirm löst mit 2.400 x 1.080 Pixeln auf, bietet satte Farben und gute Kontraste. Ziemlich schnell fiel mir hingegen auf, dass hin und wieder Farben in Fotos etwas verfälscht dargestellt werden, was sich auch nicht durch das Ändern der Bildschirmfarbtemperatur verbessern lässt. So erscheinen Gelbtöne je nach Licht im Motiv hin und wieder leicht grünlich, Blautöne wirken dezent violett. Dieselben Fotos zeigen auf einem anderen Gerät (PC, anderes Smartphone) dann jedoch die korrekten Farben.

Durch das Plastikgehäuse ist das A91 angenehm leicht, verfügt so allerdings auch nicht über die Möglichkeit, kabellos geladen zu werden. Dafür ist der 4.025-mAh-Akku dank USB-C und VOOC Flash Charge 3.0 aber auch ziemlich schnell wieder aufgeladen, falls mal Not am Mann sein sollte. Laut Oppo sollen nach 30 Minuten bereits 50 Prozent des Akkus wiederaufgeladen sein. In meinem Test ließ sich das mehrere Male bestätigen. Ebenso wirbt Oppo mit dem Satz „Dank der VOOC 3.0 Schnellladefunktion und der 4000 mAh großen Batterie bleibst du den ganzen Tag lang mobil.“ Auch das muss ich leider bestätigen, denn viel mehr als ein Tag Nutzung waren selbst in meinem doch noch recht überschaubaren Nutzungsszenario nicht drin – längstens anderthalb Tage. In Anbetracht des Mittelklasse-SoCs sollte da eigentlich etwas mehr Ausdauer drin sein, hier enttäuscht mich das A91 dann doch etwas.

Womit ich mich (aber auch hier ist das lediglich meine persönliche Meinung) ebenfalls nicht wirklich anfreunden kann, ist die Optik von ColorOS 6 auf Basis von Android 9.0 Pie. Und nein, das liegt nicht am Fehlen von Android 10 – das soll im August mit ColorOS 7 folgen. Vielmehr erinnert mich das Ganze noch zu sehr an das typische Quietschebunt-Design vieler damaliger Android-Phones aus Fernost. Klar, das ist nur meine Meinung und sowohl in den Einstellungen als auch an vielen anderen Ecken des Systems erinnert ColorOS schon sehr an einfachere Android-Oberflächen.

8 GB Arbeitsspeicher und ein SoC, der mit dem Snapdragon 670 mithalten kann – da sollte doch auch im Alltag ein wenig Performance zu spüren sein? Kann man wohl sagen. Zwar ist das Bediengefühl noch lange nicht perfekt und geschmeidig wie bei Geräten aus der Oberklasse, man scrollt sich aber schon angenehm verzögerungsfrei durch Webseiten, Mediengalerien und Co. Die gängigen Benchmark-Tools zeigen ein Bild, das mir dann beim Oppo A91 im Laufe des Tests immer mehr aufgefallen ist:

Spätestens beim Gaming geht der Spaß dann nämlich doch einigermaßen flöten. Hier reicht die Leistung des Mediatek-Prozessors dann eben doch nicht aus, um flüssigen Spielspaß hinzubekommen. Für den einfachen Anwender, der nur hin und wieder mal grafisch weniger opulente Titel daddelt, sollte es aber problemlos reichen.

Die Hauptkamera des Oppo A91 löst mit 48 MP auf, arbeitet aber wie so viele Mitbewerber mittlerweile auch mit Pixelbinning, kombiniert also beim Fotografieren vier Pixel in einem. Dies soll auch bei schlechten Lichtverhältnissen schärfere Bilder mit mehr Details knipsen lassen. Mir gefällt beim Fotografieren mit dem A91 vor allem der Porträtmodus ziemlich gut, da dieser schon sehr überzeugende Ergebnisse liefert, auch wenn die eine oder andere Aufnahme die üblichen Unschärfefehler bei besonders komplexen Motiven (Sträucher, Bäume, etc.) zeigt und die Bilder dann auch gerne viel zu scharf und überbelichtet aufgenommen werden.

Fotos mit der Ultraweitwinkel-Kamera gefallen mir ziemlich gut, da sie zumindest bei guten Lichtverhältnissen angenehm detailreiche Bilder macht und man durch die Makro-Funktion zudem Aufnahmen von kleineren Objekten bewerkstelligen kann. Videos werden mit maximal 30 Bildern pro Sekunde in 1080p aufgenommen, die Bildstabilisierung arbeitet gut, aber nicht überragend. Außerdem neigt das Bild dazu, hin und wieder zu flimmern und der Fokus kommt nicht immer rechtzeitig hinterher, sodass das Video schnell mal ein paar Sekunden unscharf aufgenommen wird. Hier geht’s zur Galerie.

Solltet ihr einmal Fotos bei schwachem Licht machen wollen, bietet das Gerät einen Nacht-Porträtmodus, der allerdings nicht immer so überzeugend arbeitet und eher dazu neigt, viel zu viel Schärfe ins Bild zu bringen. Der Autofokus löst flott aus, die Frontkamera macht gute Fotos – hier dürft ihr aber auch keine Wunder erwarten. Natürlich gibt es auch wieder KI-Funktionen zur automatischen Motiv-Erkennung und Verbesserung der Einstellungen beim Knipsen im Automatikmodus.

Ihr merkt es schon: Ich schäume beim Schreiben über das Oppo A91 nicht unbedingt über vor Euphorie und Begeisterung, dabei macht das Gerät eigentlich einen grundsätzlich guten Eindruck. Die Performance passt für die meisten weniger fordernden Anwendungen, das Design ist schick, der Akku flott geladen und die Kamera macht auch gute Bilder. Aber alles eben Mittelklasse – am A91 gibt es nichts, was mich so wirklich aus den Latschen haut, nicht einmal der wirklich pfeilschnelle Fingerabdrucksensor im Display oder die mindestens genauso schnell reagierende Gesichtserkennung.

Man hat das Gefühl, ein Gerät in der Hand zu haben, was es so schon zigmal vorher gegeben hat, nur eben mit ColorOS-Überzug. 299 Euro finde ich für die verbaute Hardware nicht übertrieben, wenngleich sich das Gerät in einem preislich doch recht umkämpften Pool beweisen muss. Eine uneingeschränkte Kaufempfehlung würde ich so nicht aussprechen – hier lohnt der Blick zu den Mitbewerbern von Xiaomi und Co. auf jeden Fall, bevor ihr zuschlagt.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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3 Kommentare

  1. Gibt es noch Android-Geräte die so klein sind wie ein iPhone SE?
    <145mm Höhe

    • Der Markt für kompakte Phones ist tot. Und wird wohl auch nicht mehr wiederbelebt. Eines der letzten kompakten Geräte mit aktuellem Android dürfte das Google Pixel 2 darstellen.

      Maße: 69.7 mm X 145.7 mm X 7.8 mm

  2. Das Pixel 4a, wenn es denn irgendwann auf den Markt kommt, soll zB laut dieser Seite:
    https://www.kimovil.com/de/wo-kaufen-google-pixel-4a#sec-design

    69.5 mm X 144.2 mm X 8.2 mm haben.
    Und das mit 5,8 Zoll Bildschirm statt 4,7 und wenn die Leaks stimmen mit 128 GB für 349 $.

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