Online-Wache der Niedersächsischen Polizei gewinnt an Beliebtheit

Laut eigenen Angaben der Niedersächsischen Polizei sei die hauseigene Online-Wache bei den Menschen immer beliebter geworden. Verwundert ist man darüber jedoch bei den Ordnungshütern nicht: Der Alltag verlagere sich immer mehr ins Internet, sei es zu sozialen Netzwerken, dem Online-Shopping oder anderen Dienstleistungen im Netz. Daher sei es gut, dass die Polizei dort ebenfalls Präsenz zeige und das werde eben natürlich auch nachgefragt.

Im vergangenen Jahr seien rund 155.000 Vorgänge über die Online-Wache entgegengenommen worden. Das waren etwa 41.000 Vorgänge mehr als 2020. Pro Tag entspreche das 425 Einträgen. Die meisten Anzeigen seien online wegen Betrugs oder aufgrund von Cyber-Kriminalität eingereicht worden. Ebenfalls häufig genutzt wurden die Kategorien: „Anzeige rund um das Fahrrad“, „Diebstahl“ und als Sammelbecken „Straftaten anderer Art“.

Eingeführt wurde die Online-Wache der Polizei Niedersachsen vor 15 Jahren. Seitdem hat die Nutzung kontinuierlich zugenommen. Während die Online-Wache ein Jahr nach Einführung (2008) in 8.300 Fällen genutzt wurde, waren es zehn Jahre später bereits 46.000 Eingaben. Im Jahr 2020 war eine Zunahme von mehr als 100 % im Vergleich zum Vorjahr (2019: 53.373 Eingaben) mit 113.597 Eingaben registriert worden.

Vermutlich bevorzugen es viele Bürger, Straftaten schnell und unkompliziert online anzuzeigen, als sich auf den Weg in die Wache vor Ort zu machen. Die Polizei bietet so ein niedrigschwelliges Angebot an. Das Angebot der Online-Wache ist unter www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de erreichbar. In anderen Bundesländern wird es vermutlich sehr ähnliche Tendenzen geben, nehme ich stark an.

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17 Kommentare

  1. Noch nie von gehört und ich lebe mein ganzes Leben schon in Niedersachsen.

  2. Dirk der allerechte says:

    Pro Tag 425 Einträge? Nur in der online Wache? Ganz schön was los in Deutschland besser gesagt nur in Niedersachsen, ich glaube da sind wir wohl in der Kriminalstatistik hinter Costa Rica?

    • Liegt vielleicht an der Meldementalität der Deutschen. Mittlerweile ist es: Unerwünschte Meinung -> Anwalt. Polizei.

      • Nach meiner persönlichen Erfahrung, sind die Menschen die für sich in Anspruch nehmen nur eine „unerwünschte Meinung“ zu vertreten Querulanten par excellence mit teilweise gesellschaftlich sehr gefährlichen Tendenzen.

    • Es werden vermutlich sehr viele Beleidigungen und sonstige Delikte im Netz sein.
      Und sicher auch, wenn die Hecke vom Nachbarn zu weit in den Garten wächst.
      Man muss ja zwischen Antrag/Meldung und echten Straftaten unterscheiden

      • Das ist wahrscheinlich genau der Punkt.
        Ob (vermeintliche) Beleidigung im Straßenverkehr oder sonstiges „Fehlverhalten“ anderer. Den Zeige ich an!
        Wenn man dann tatsächlich zur Polizei muss, was Zeit und Aufwand bedeutet und man einem echten Beamten gegenüber sitzt, sinkt bei einem Onlineformular die Hemmschwelle eben mal schnell… Das meiste was dort angezeigt wird, ist wahrscheinlich die Zeit nicht wert.

  3. Die Online-Wachen der anderen Bundesländer sind direkt auf der Seite von Niedersachsen verlinkt.

  4. Hab letztes Jahr eine Anzeige bei der Berliner Online-Wache wegen Internet-Betrugs gemacht. Nie wieder was von denen gehört. Die haben wahrscheinlich grad GTA gezockt!

    • @joey
      Vielleicht hättest du mal unter Angabe der vergebenen Vorgangsnummer nachfragen sollen. Aber wer ein Jahr Zeit hat auf eine Antwort von der Polizei zu warten, der kann nicht wirklich geschädigt worden sein.

      Ich halte diese Online-Wachen für eine gute Einrichtung. Da werden Hürden abgebaut und man kann die Polizei auch über Vorgänge informieren, die man bemerkt hat. Aber da läuft auch viel Unsinniges auf. Man hat den Eindruck die Polizei ist in unserem Land für Alles zuständig. Vom Einfangen entlaufener Hunde und streunender Katzen bis zur Aufklärung schwerer Straftaten. Aufgrund der „Überlastung“ unserer Justiz bleibt zuweilen der Erfolg aus. Als Polizeibeamter wäre ich dann ziemlich frustriert.

    • Sowas dauert, in ca. 1 – 1,5 Jahren kriegst Du dann einen kleinen Schreckmoment warum ein Brief von der Staatsanwaltschaft in Deinem Briefkasten liegt.

      Nach dem öffnen wirst Du dann darüber informiert, dass das Verfahren eingestellt wurde weil der Gauner nicht dumm wie Brot bei seiner Straftat agiert hat.

      Zitat von der zuständigen Beamtin in meinem Fall als es ebenfalls um einen Internet Betrug ging „leider bekommen wir nur die ganz Dummen“.

  5. Mir fehlt der Vergleich.
    Warum gibt es da keine Zahlen zu „echten“ Besuchen auf der Wache um eine Anzeige zu erstatten?
    Könnte mir schon vorstellen, dass auch Corona mit Maskenpflicht und Terminen einen ganz entscheidenden Anteil haben.

  6. Zum Glück macht es wieder jedes Bundesland anders bescheiden..*seufz*

    • In unserem Föderalismus ist die Polizei nun mal Ländersache. Das kann Vor- und Nachteile haben. Allerdings denke ich, zentral organisierte Staaten haben mehr Nachteile.

  7. was meint ihr, was die jetzt zu tun haben, wo doch der öffentlich verbreitete Buchstabe „Z“ in Niedersachsen schon eine Straftat darstellt:

    https://www.mi.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/erlass-des-innenministeriums-an-die-niedersachsischen-polizeidirektionen-zum-verwenden-oder-verbreiten-des-z-symbols-in-der-offentlichkeit-210089.html

    Zitat:
    „… die öffentliche Verwendung des Buchstaben „Z“ auf Demonstrationen und dessen öffentliche Verbreitung Straftaten nach § 140 Nr. 2 Strafgesetzbuch darstellen können.“
    Das ist Poli_ei!

  8. Aus der Sicht einer Person, welche diese „Anzeigen“ dann bearbeitet halte ich diese Online-Wachen zum großen Teil für ein Politikum. So in der Art „muss man haben“.
    Jedoch sind die Sachverhalte und Umstände, welche dort eingetragen werden, oft nutzlos unf erfordern sehr viel Nacharbeit und auch Vorladungen zur Zeugenvernehmung. Da werden Dinge losgelassen wie: „Ich bin bei ebay-Kleinanzeigen betrogen worden.“ Und nun?

    Da kann man bei einer echten Anzeigenaufnahme alles abfragen und viele Dinge sind auch per Mail am Schreibtisch zu erledigen (Kontoauszug etc.)

    Zumindest denkt kaum jemand ein wenig über den Tellerrand hinaus, was man als Sachbearbeiter brauchen könnte.

    Und ja, es gibt auch blickige Menschen, welche wissen, was man braucht.

    Gruß J.

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