OnePlus Bullets Wireless angehört

OnePlus hatte seinerzeit mit dem Smartphone OnePlus 6 die neuen Kopfhörer des Unternehmens vorgestellt, die auf den Namen Bullets Wireless hören. Der Name lässt es vermuten: Es handelt sich hierbei um Kopfhörer, die drahtlos via Bluetooth funktionieren. Mittlerweile hatte ich Gelegenheit, die OnePlus Bullets Wireless viele, viele Stunden zu nutzen und kann so einen Eindruck hier festhalten.

Im Lieferumfang befindet sich nicht nur der Kopfhörer als solches, sondern auch ein Etui, ein USB-C-Kabel, dazu zwei zusätzliche Sets Höraufsätze und Wingtips, falls die aufgesetzten zu groß oder zu klein sind.

69 Euro verlangt OnePlus für die Bullets Wireless, die via Bluetooth natürlich auch die Kopplung mit anderen Smartphones aufnehmen, logischerweise also nicht nur mit Geräten von OnePlus funktionieren. Im Falle einer Kopplung mit dem OnePlus 6 wird ein ähnlicher Bildschirm angezeigt wie bei Apples AirPods, also ein Bildchen der Hörer mit der Möglichkeit des Koppelns.

Die Bullets Wireless sind nicht komplett kabellos, wie Apples AirPods oder andere Lösungen, stattdessen gibt es wie bei den BeatsX eine Verbindung zwischen den Hörern. Hier findet man den Akku und eine Kabelfernbedienung vor. Zum Aufladen kann man irgendein Netzteil mit USB-C nutzen – oder man greift zum OnePlus 6-Netzteil, welches Fast Charge bietet.

OnePlus Fast Charge verspricht fünf Stunden ununterbrochene Audiowedergabe bei nur 10 Minuten Ladezeit, die gesamte Akkulaufzeit der Bullets Wireless liegt bei langstreckentauglichen acht Stunden, so der Hersteller. In meinem Test kam ich aber nicht ganz an diese Zeiten heran, lag aber im sehr guten Bereich kurz davor. Wenn man die Lautstärke mittig wählt, dann mag man rankommen an die Hersteller-Angaben, darüber wird es dann kürzer.

Ich bin normalerweise kein Freund von In-Ear-Kopfhörern, kann mich aber mittlerweile mit Lösungen arrangieren, die ordentlich sitzen und einen für mich passenden Hörersatz haben. Das passt bei den Bullets Wireless, die sitzen relativ recht gut und fest, einen Sprint über viele 100 Meter würde ich damit aber dennoch nicht laufen wollen. Große Überraschung: Das würde ich eh nicht tun 😉

Wichtig ist bei solchen Geschichten immer der Klang und da halte ich mir dann immer vor Augen, dass es von der Bauform her auch Kopfhörer für 30 Euro gibt, aber eben auch für 200 Euro. Tja. Die OnePlus Bullets Wireless  mit den 9,2 mm-Treibern und Support für aptX klingen nun wirklich nicht schlecht, in gewissen Situationen hätte ich mir aber mehr wärmeren Bass und weniger schrille Höhen gewünscht. Das nimmt man besonders in ruhigen Umgebungen bei höherer Lautstärke wahr.

Dennoch, im Großen und Ganzen klingen die Kopfhörer gut – und ich behaupte jetzt einfach mal, dass ihr damit draußen mehr Spaß habt als in den eigenen, ruhigen vier Wänden. Durch die Außengeräusche wird etwas von den Höhen genommen, sodass das Ganze noch einmal eine Nuance besser klingt. Habt ihr die Lautstärke hochgedreht, bekommt ihr auch wenig bis gar nichts von eurer Umgebung mit (Geschrieben aus dem Arbeitszimmer bei offener Tür, während sechs kleine Kinder nebst Eltern meinen Garten besiedeln).

Im direkten Vergleich, wenn man sie im selben Preisbereich bekommt, würde ich dann aber tatsächlich zu den BeatsX (hier mein Testbericht) greifen, die ein etwas wärmeres und satteres Klangbild abgaben. Allerdings muss man bedenken dass die BeatsX eben nicht für unter 70 Euro an den Start gingen, sondern für 150 Euro – ohne USB-C und Fast Charge.

Ansonsten? Am Design und dem Kunststoff habe ich nichts auszusetzen, auch nicht an der Verarbeitung. Die Kabelfernbedienung funktioniert in Sachen Lautstärkeregelung fehlerfrei, man tippt den Play-Button zwei Mal an um den Song zu skippen, ein Longpress ruft den Google Assistant auf dem Smartphone auf.

Was ich schräg fand: Das Pausieren kappt, wenn man die Stöpsel magnetisch zusammenklippt, das trennt dann auch die Verbindung zum Smartphone. Klippen die Bullets in der Tasche – warum auch immer – auseinander, dann verbinden sich diese mit dem Smartphone. Ihr bekommt unter Umständen also nichts mit und die Batterien sind leer. Auf der anderen Seite kann man die Kopfhörer auch über die Power-Taste ausmachen, sodass sie im nicht zusammengeklappten Zustand vom Smartphone getrennt sind. Ein Zusammenstöpseln und wieder trennen verbindet sie dann wieder.

Praktisch: Durch das Nackenband kann man die OnePlus Bullets Wireless um den Hals hängen und verliert sie nicht – und wenn man die Hörer zusammenklippt, dann wird auch der Sound pausiert. Im Regen kann an die Hörer auch nutzen, das sollen die wohl abkönnen, aber Schwimmen solltet ihr sein lassen. Telefonieren? Geht auch, Qualität war soweit ok.

Am Ende bleibt: OnePlus liefert mit den Bullets Wireless nicht die perfekten Kopfhörer ab, wohl aber sehr gute. Und man beweist, dass man auch nicht mit Preisen weit über 150 Euro starten muss, um seinen Kunden etwas zu bieten.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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17 Kommentare

  1. Finde ich trotzdem noch viel zu teuer, für nicht kabellose kabellose inear.

  2. Die Beats X sind gerade mal wieder für 69€ bei Saturn und Amazon zu haben.

    • Christian R says:

      Ich habe mir die Beats X vor kurzem auch angesehen. Was mir hier garnicht gefiel ist, dass man die Kopfhörer nicht für Sport verwenden sollte, da sie Wasser bzw. Schweis nicht vertragen würden.

  3. Habe die Teile seit einem guten Monat und bin sehr zufrieden. Lediglich das case ist total nervig. Da benutze ich lieber eine alte Hülle mit Reißverschluss von meinen billigen „Soundpeats“ Kopfhörern die es mal für 10€ auf Amazon gab.
    Ansonsten hab ich nichts auszusetzen.

  4. „Telefonieren? Geht auch, Qualität war soweit ok.“ – bedeutet, die Dinger haben auch ein Mikro?

  5. Mich würden mal die Meinungen volkommen kabellos vs. mit Verbindungskabel zwischen den Ohrstücken interessieren.

    Ich habe die vollkommen kabellosen Zolo Liberty seit einigen Monaten und finde das kabellose Gefühl schon recht praktisch, kann mir aber auch gut vorstellen dass mit das Kabel zwischen den Ohrstücken gar nicht stark stören würde. Im Gegenteil, wie Caschy schon schreibt kann man dann einfach mal ein Ohrstück herausnehmen ohne es später wieder suchen zu müssen.

    Was denkt ihr darüber?

    • Habe ebenfalls die Liberty und zig verschiedene mit Kabel. Für mich kein Vergleich, ich nutze tatsächlich nur noch die Liberty und werde mir auch zukünftig nur noch solche kaufen. Bis auf den noch etwas höheren Anschaffungspreis haben sie für mich nur Vorteile…

    • Christian R says:

      Also ich suche zur Zeit nach neuen Bluetooth Kopfhörern. Die Zolo Liberty hab ich auch schon gesehen. Da ich die Kopfhörer aber meistens beim Joggen verwende, bin ich mir nicht sicher ob ich lieber Kabelgebundene nehme. Ich habe in meiner Lauf-Kleidung nichts um das Charging-Case unterzubringen. Ich muss dann die Kopfhörer bei einer Pause im Ohr behalten. Und ich kann sie noch nicht mal ausschalten ohne Case. Kabelgebunde Kopfhörer kann man sich da einfach um den Hals hängen und diese auch ausschalten.
      Oder hat hier jemand andere Erfahrungen mit kabellosen Kopfhörern und Joggen gehen?
      Ws macht Ihr mit dem Case, wenn Ihr unterwegs seit? Ich finde dieses teilweise sehr groß für in die Hosentasche zu stecken

      • Also ich hab die Samsung R140 und will sie weder missen noch gegen Kabel in jeglicher Art tauschen.
        Wenn ich unterwegs bin, nehm ich das Ding gar nicht mehr raus und beim Joggen halten die tiptop ohne Drücken (mit 4GB internen Speicher kann ich dann auch das Telefon zuhause lassen). Mit Appsteuerung können Umgebungsgeräusche zugelassen werden. Klangqualität kann ich nicht gut einschätzen, da ich die anderen Erwähnten nicht besitze.

  6. Da kauf ich mir lieber Mpow Judge für 20 €. Die werden auch nicht schlechter klingen. Diese Bullets sind für mich überteuert.

  7. Ich habe das OnePlus 5t und benutze ShureSE535 zum musik hören. In den Audiosettings vom 5t gibt es eine Option, die den Sound für die „Bullets“ optimiert. Wenn ich diese Einstellung mit meinen Shure aktiviere klingt der Sound sehr schrill und höhenlastig (so wie von caschy beschrieben). Kann es sein, dass das Profil automatisch aktiviert wird, wenn die Wireless Bullets verbunden werden?

  8. Danke für den Testbericht!
    Ich hab zwei Fragen:
    Meine Bose Box verbindet sich mit 2 Bluetooth Geräten und switcht automatisch, geht das hier auch? Ich vermute ja nicht…
    Zweitens habe ich gelesen, dass die Ohrhörer sehr tief „baumeln“ wenn sie als Halskette verbunden sind, aber Zahlen habe ich nicht gefunden. Wie lang ist denn das ganze Ding (also von Ohrhörer zu Ohrhörer)?
    LG

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