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NHL 21 angespielt – Wenn sich ein Sportspiel zum Rollenspiel entwickelt

Seitdem ich mit PC und Konsolen unterwegs bin, sind auch Spiele mein Begleiter. Neben ein paar Ego-Shootern, die im Laufe der Jahre meine Aufmerksamkeit erhaschten, bin ich persönlich aber fast nur im RPG- oder Sport-Genre unterwegs. Auch gern mal ein kurzweiliges Hack&Slay für zwischendurch. Nachdem mich Tennis World Tour 2 dermaßen enttäuscht hat, wollte ich zu Abwechslung mal einen Blick auf NHL 21 werfen. FIFA ist irgendwie immer dasselbe – Caschy bestätigte das in seinem Test – und die NHL-Serie habe ich schon vor einer Weile aus den Augen verloren. 

Also dachte ich mir, mal zugegriffen und eingetaucht in das Erlebnis, den Puck über das Eis zu feuern. Bis das Spiel auf meiner Xbox One X vollständig installiert war, konnte ich mich ausgiebig mit der – zumindest für mich – neuen Steuerung befassen.

In dem Spiel kann man nahezu alles mit dem linken und den rechten Stick erledigen und benötigt dazu jedoch ein bisschen Übung. Wer sich nicht zu lange mit den Stick-Bewegungen befassen möchte, kann aber auch auf die traditionelle Steuerung aus NHL 14 zurückgreifen oder auf einen Hybrid-Modus ausweichen, der noch mehr Möglichkeiten bietet, jedoch auch hauptsächlich Tastendrücke anfordert. 

Ist das Spiel vollständig installiert, könnt ihr natürlich auch ins Training einsteigen, die Steuerung üben und euch mit dem Spiel vertraut machen. Das Menü ist sehr umfassend und besteht aus einer Menge Kacheln, mit denen ihr verschiedene Modi ansteuern könnt. Man kann aber auch ein paar Kacheln anpinnen und somit sein eigenes Menü zusammenbauen. Bleiben dann noch die Punkte übrig, die man am häufigsten nutzt.

Neben dem schnellen Spiel, Online-Vs., einem Turnier-Modus etc. gibt es auch einen Hockey-Ultimate-Team-Bereich, der im Prinzip genauso funktioniert wie FIFA Ultimate Team. Ihr könnt Karten sammeln und euer Team nach und nach mit Spielern anreichern, quasi euer Traum-Team zusammenbauen. Hier hat EA natürlich wieder ein paar Mikrotransaktionen „versteckt“. Ich bin kein Freund davon und meide diese Modi auch aus Zeitgründen. Findet der eine oder andere aber sicher seinen Spaß.

Das Kern-Feature von NHL 21 soll der Be-A-Pro-Modus sein, der euch einen eigenen Spieler erstellen lässt und in dem ihr diesen dann entwickeln könnt. Beim Erstellen habt ihr nicht nur die Möglichkeit die Äußerlichkeiten nach euren Bedürfnissen einzustellen, ihr könnt auch einen Archetypen wie Spielmacher und Co. festlegen und bestimmen, wo eure Karriere starten soll.

Ich habe mich für die Champions League Playoffs entschieden und bei Adler Mannheim angefangen. Am Anfang spielt ihr die Playoffs und werdet dann quasi direkt in die NHL gedraftet.

Hier hätte ich mir gewünscht, dass man etwas länger den Rookie entwickelt, beispielsweise in einer unteren Liga und dann irgendwann gescoutet wird. Das ist hier instant der Fall, ihr fangt auch schon mit einem Grundwert von knapp 70 an. Immer wieder wird der Modus durch Cutscenes und Interviews unterbrochen, bei denen ihr Fragen beantworten müsst, die wiederum Auswirkungen auf euer Ansehen bei Management, Team und Co. haben und euren Star in einem bestimmten Licht erscheinen lassen.

Damit könnt ihr euch entweder zum egoistischen Star oder zum Teamplayer profilieren, der die Mannschaft über alles stellt. Es gibt auch Gespräche mit Team-Kollegen, bei denen ihr beispielsweise Treffen ausmacht, die wiederum Geld kosten, aber das Team-Ansehen erhöhen und vieles mehr. Ehrlich gesagt, wurde es mir mit der Zeit zu viel mit den Interviews und Zwischensequenzen, immer wieder wird der Fluss gestört und man hat auch keine Möglichkeiten diese Sequenzen zu überspringen. Ist mir persönlich zu viel des Guten.

Im Modus selbst habt ihr noch unendlich viele Möglichkeiten euren Spieler zu profilieren. Ihr könnt sehen, wie ihr euch als „Marke“ verkauft, Follower generiert, ihr könnt Sponsoren-Verträge abschließen, das Training manuell anpassen oder automatisch konfigurieren und, und, und. So kam es, dass ich mir überhaupt erst einmal einen Überblick über die Unzahl an Menüs und Möglichkeiten machen musste und meine liebe Mühe hatte, durchzublicken. Mittlerweile geht es, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Hülle und Fülle an Möglichkeiten schnell überfordert und mancher einfach aufgrund der Komplexität die Lust verliert.

Dazu kommt, dass es ACHT verschiedene Skill-Bäume gibt, die eure Fähigkeiten auf und neben dem Eis beeinflussen. Nach jedem Spiel bekommt man eine Auswertung der Leistung, die sich wiederum auf die gewonnenen Fähigkeitspunkte auswirkt. Habt ihr mal wieder genug Erfahrung zusammen, wird euch ein Punkt gutgeschrieben, den ihr in den Skillbäumen einsetzen könnt.

Hat man es nach dem Durchkämpfen der Menüs dann doch mal auf das Eis geschafft, dann kann es auch schon losgehen. Der kleine Puck wird wie eh und je über das Eis gejagt. Die Grafik ist dabei EA-typisch ziemlich in Ordnung, schaut man sich Spieler-Models von anderen Genres an, geht da sicherlich noch einiges mehr. Die KI eures Teams ist gut. Sowohl in der Verteidigung als auch im Angriff machen die Computer-Kollegen gut mit und man kann ein flüssiges Spiel auf das Eis zaubern.

Problem beim Eishockey: Ihr spielt im Be-a-Pro-Modus ja nur einen Spieler – euren Spieler – das heißt: Müsst ihr auf die Bank, wird der Rest des Spiels simuliert, bis ihr wieder die Kufen auf den rutschigen Boden setzt. In diesem Modus bleibt also relativ wenig Netto-Spielzeit auf dem Eis übrig, es sei denn ihr bleibt einfach auf dem Eis, solange es geht, auch wenn der Trainer euch schon lange reingerufen hat. Hat wiederum negative Auswirkungen auf den Team-Bereich eurer Leistungsauswertung.

Wer sich exzessiver mit der Steuerung und den Tricks beschäftigt, kann allerlei Stock-Pirouetten hinlegen, die den Puck um den Torhüter bugsieren oder Abwehrspieler schnell dumm dastehen lassen. Wenn man sich nach einem Check dann doch mal zu rabiat verhalten hat, dann wird man gelegentlich auch mal in eine Keilerei verwickelt. Auch mal nett :).

Auch wenn sich das Ganze etwas verkompliziert anhört, habe ich mit NHL 21 dennoch meine Freude. Es macht Spaß, die Dynamik der Kollegen auszunutzen, um sich den Puck gegenseitig zuzuschieben und schlussendlich am Goali vorbei ins Netz zu zimmern. Dennoch: Für Besitzer einer Vorversion wie NHL 20 wird sich hier wahrscheinlich wenig Neues finden, es sei denn, man legt verdammt viel Wert auf den BaP-Modus, der stark aber eben auch komplex ist.

Beachten sollte man beim Kauf, dass es für NHL kein Next-Gen-Update geben wird. Also kein Raytracing und Co. für die Eisflitzer. Besitzer eines Game Pass Ultimate können NHL 21 bald ohnehin durch die Integration von EA Play anzocken und haben viele vorherige Titel inklusive. Da lohnt sich der Kauf wahrscheinlich noch weniger.

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Oliver Posselt

Hauptberuflich im SAP-Geschäft tätig und treibt gerne Menschen an. Behauptet von sich den Spagat zwischen Familie, Arbeit und dem Interesse für Gadgets und Co. zu meistern. Hat ein Faible für Technik im Allgemeinen. Auch zu finden bei Twitter, Instagram, XING und Linkedin, oder via Mail. PayPal-Kaffeespende an den Autor

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Ein Kommentar

  1. Oh, ich habe NHL 2009 geliebt. Stundenlang mit meinem Bruder am PC gezockt. Schade, dass es nicht mal eine einzige Version mehr zwischendurch gab.

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