Netatmo Video Doorbell: Darum gibt es kein HomeKit Secure Video

Wir hatten hier neulich als erste darüber berichtet, dass der Hersteller von Smart-Home-Geräten, Netatmo, einen Passus aus einer FAQ zur Smart Video Doorbell entfernt hat. Da gab es lange Versprechungen, dass ein Update für die Unterstützung von HomeKit Secure Video, also das Aufzeichnen von Videos in der iCloud, folgt. Dieses Versprechen wurde entfernt und nun gibt’s auch konkretere Informationen von Netatmo zu dieser Thematik.

Man lobt dabei das eigene Produkt und erklärt, warum man HomeKit Secure Video nicht unterstützen kann:

Einer der größten Vorteile der intelligenten Videotürklingel von Netatmo sei ihre Fähigkeit, sich in die meisten bestehenden Klingelschaltungen zu integrieren, unabhängig von deren Spannung, von 8V bis 230V. Der Energieverbrauch der Türklingel ist für alle vorhandenen Klingeln optimiert und liegt bei maximal 2 W. Darüber hinaus verfüge die Video-Türklingel von Netatmo über eine hochmoderne Erkennungsalgorithmus-Technologie in ihrer internen Software. Dadurch kann die Türklingel Menschen in ihrem Sichtfeld erkennen und Videos auf einer verschlüsselten microSD-Karte speichern, um die Daten der Nutzer zu schützen und den Stromverbrauch zu minimieren.

Aber wie viele anderen Produkte ist auch die Netatmo-Türklingel ein kompaktes Produkt, das der Sonne ausgesetzt ist, da es an der Haustür angebracht wird. Um die elektronischen Komponenten des Produkts zu schonen und gleichzeitig den Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, habe man ein System entwickelt, das Bewegungen erkennt und Menschen durch die dynamische Analyse von 2 Bildern pro Sekunde (oder „fps“) erkennen kann, wodurch die interne Wärmeentwicklung des Produkts reduziert wird.

Mit HomeKit Secure Video kann der gesamte Videostream der Kamera lokal auf einem HomeKit-Hub (Apple TV oder HomePod) verarbeitet werden, um festzustellen, ob eine Person, ein Tier oder ein Fahrzeug vor Ort ist. Diese Technologie erfordert sehr strenge Hardware-Anforderungen, die einen beträchtlichen Teil der Produktressourcen beanspruchen, da das Codierungssystem der Türklingel regelmäßig aufgerufen werden und eine kontinuierliche On-the-Fly-Verarbeitung mit einer sehr hohen Aktualisierungsrate durchführen muss, um die Implementierung zu gewährleisten.

Eine der Hauptanforderungen von Apple, um die Türklingel mit HomeKit Secure Video kompatibel zu machen, ist die kontinuierliche Codierung von Videos mit 30 fps. Die Übernahme dieser Technologie bedeutet daher eine Erhöhung der Videoerfassungsrate und -codierung um das 15-fache (von 2 fps auf 30 fps).

Vorläufige Labortests hätten gezeigt, dass die Türklingel alle HomeKit-Secure-Video-Funktionen in einer temperatur- und lichtgesteuerten Umgebung problemlos unterstützen könnte. Nach der Feldtestkampagne habe man jedoch festgestellt, dass diese neue Kodierung einen erheblichen Einfluss auf den Stromverbrauch und folglich auf die Innentemperatur der Doorbell hatte, was sich negativ auf das Nutzererlebnis auswirkte (Überhitzungsschutzmaßnahmen, Verlangsamungen, unerwünschte Neustarts). Man versuchte das Ganze zu tunen, aber diese Optimierungen ermöglichten jedoch keine erweiterte Aufzeichnung bei gleichzeitiger Unterstützung von hoher WLAN-Aktivität und On-the-Fly-Videocodierung, die für die HomeKit-Secure-Video-Kompatibilität erforderlich sind.

Bedeutet: kein HomeKit Secure Video für die Videotürklingel von Netatmo. Immerhin wird etwas Funktionalität von HomeKit Secure Video durch lokale Speicherung auf einer microSD-Karte, Speicherung in der Cloud über Dropbox oder auf dem eigenen FTP-Server abgedeckt.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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4 Kommentare

  1. Ich finde es etwas grenzwertig das eigene Produkt dermaßen zu loben und im gleichen Satz zuzugeben, dass es bei permanenter Nutzung überhitzen würde.
    Es ist faszinierend wie manche Hersteller Defizite der eigenen Produkte als Vorteil anpreisen. It’s not a bug, it’s a feature…

    Eufy war da leider nicht besser. Erst HomeKit ankündigen und dann doch absagen.

    Merke: kaufe ein Produkt nur, wenn es zum Kaufzeitpunkt bereis alle Anforderungen erfüllt. … und hoffe darauf der Hersteller kastriert sie nicht durch ein Softwareupdate.

  2. Ich meine mich zu erinnern das es auch mit der Welcome von Netatmo Probleme wegen Hitze gab bzw. gibt. Das haben andere dann doch deutlich besser im griff.

  3. Immerhin mal ne Begründung

  4. So häufig, wie sich die Klingel bei mir im Sommer abschaltet, ist es sicher eine gute Entscheidung, auf noch mehr Stromverbrauch zu verzichten. Auch die schlechte WLAN Qualität ist für eine ständige Übertragung in Richtung HomePod oder AppleTV sicher ein Hindernis.

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