Musikstreaming: Spotify testet die Bereitstellung bestimmter Werke nur für Premium-Nutzer

artikel_spotifySpotify macht es etwas anders als andere Musikstreamingdienste, bietet auch ein kostenloses Angebot, mit dem Musik gehört werden kann. Spotify betonte stets, dass Künstler auch am kostenlosen Angebot verdienen würden, allerdings ist dies verglichen zu den Streams eines Premium-Abos ein wesentlich geringerer Anteil. Das sorgt dafür, dass manche Künstler ihre Werke nicht bei Diensten zur Verfügung stellen, die ein solches kostenloses Angebot haben. Letztes Jahr machte Taylor Swift auf diese Weise von sich reden, erst jüngst erging es Adeles neuem Album 25 ebenso.

Für Streamingdienste ist so ein Zwei-Klassen-Release natürlich alles andere als gut. Vor allem dann, wenn bei anderen Diensten die Musik vorhanden ist. Aus diesem Grund soll Spotify nun laut Wall Street Journal ausgewählten Künstlern anbieten, die Werke nur für Premium-Nutzer zur Verfügung zu stellen, Nutzer des kostenlosen Angebots könnten dann nicht darauf zugreifen. Das Ganze soll aber erst einmal als Test laufen.

Spotify möchte herausfinden, inwiefern dieses zweigeteilte Angebot Einfluss auf die Premium-Subscriber nimmt. Unklar ist auch noch, mit welchen Künstlern Spotify diesen Versuch wagen wird. Coldplay ist es schon einmal nicht. Die Band brachte ihr neues Album ebenfalls nicht zu Spotify, wird dies aber diesen Freitag nachholen, allerdings für beide Nutzergruppen, also die des kostenlosen Angebots und auch Premium-Nutzer.

Plattenlabel sehen die Zukunft der Musik durchaus im Streaming, allerdings sind ihnen kostenlose Angebote, auch YouTube, ein Dorn im Auge. Sie würden die Musik entwerten. Letztendlich muss man es aber auch einmal so sehen: Künstler, die sich Stremingdiensten verweigern, werden über kurz oder lang nicht an diesen vorbeikommen. Tonträgerverkäufe und Downloads gehen immer weiter zurück, dem Streamingmodell scheint aktuell die Zukunft zu gehören und es gibt auch keinen Grund, warum sich dies ändern sollte.

Spotify Logo

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

10 Kommentare

  1. Wäre in meinen Augen doch kein Problem im kostenlosen Spotify bei manchen Neuerscheinungen ein Symbol für „nur Premium Nutzer“ zu hinterlegen.
    Nach einem Jahr kann der Song ja frei zugänglich sein.

  2. Hätte ich natürlich auch kein Problem damit – bin ja Spotify Premium-Kunde, und werde es auch bleiben. Für meinen Musikgeschmack und das ganze drumherum für mich derzeit das beste System; u.a. auch wegen Spotify Connect; und seit es auf Chromecast (Audio) geht, erst recht.

    Vermutlich würde dieser geplante Ansatz allen Beteiligten helfen, insbesondere den Künstlern und Spotify. Für „kostenlos-Nutzer“ wäre es evtl. ein Anreiz mal Premium zu versuchen… 🙂

  3. So ein Premium-Angebot wäre doch auch was für Netflix. Vielleicht hätte man so die Möglichkeit neue Filme zu streamen statt z.B via iTunes zu mieten oder kaufen.

  4. Es müssen exklusive Inhalte her, wenn man auf Dauer attraktiv bleiben will. Dass Spotify qualitativ (sehr gute Apps, Integration in Lautsprecher, Komfortfeatures) die anderen abhängt, ist klar. Doch die Kunden juckt das nicht.

    Wenn Apple und demnächst Google sowie Deezer Familientarife für 15€ raushauen, bleibt Spotify nichts anderes übrig, als dies auf Dauer mitzugehen. Der Kunde geht meistens über den Preis und das kann man nur dadurch aufbrechen, dass man Inhalte hat, die andere nicht haben.

    Spotify wird es aber auch dann schwer haben. Aktuell liegt man bei knapp über 20 Mio Subscribern und großes Wachstum ist in diesem Marktumfeld nicht mehr in Sicht. Wer jetzt noch nicht von Musikabos gehört hat, wird auch so schnell kein Kunde. Da aber die Verluste trotz Wachstum in den letzten Quartalen rapide steigen, braucht Spotify entweder eine zündende Idee oder wird irgendwann zum Übernahmekandidaten. Dumm nur, dass die Großen (Apple, Google, Amazon, Microsoft) selbst alle über eigene Dienste verfügen. Allenfalls Microsoft traue ich es zu, die Schatulle aufzumachen, da Groove kein Bein an die Erde kriegt und Microsoft durchaus bereit wäre, Popularität zuzukaufen.

  5. Der Grund ist doch nur der, dass Leute abspringen, weil sie das neue Coldplay Album (und in Zukunft wohl auch andere) deswegen nicht hören können. Coldplay wollte nicht, dass es gratis zugänglich ist – und hat deswegen Spotify untersagt, es auch für Premium-Kunden anzubieten (eben weil Spotify diesbezüglich keine Unterscheidung trifft).

  6. Vollkommen dafür.
    Es gibt eben nichts im Leben umsonst.

    Finde es schrecklich, dass man als zahlender Kunde Abstriche machen muss nur weil es Leute gibt die kostenlos hören.

  7. Wurde zwar mittlerweile dementiert, aber wenn man das mal weiterdenkt ist es natürlich das Ende des Gratismodells, wenn sich das etabliert.
    Dann werden doch wohl mehr und mehr Künstler in den Premium-Bereich wechseln, wo sie offensichtlich mehr erlösen können.

  8. Schlecht recherchiert, wurde schon ultra lange dementiert…

  9. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn die Neuerscheinungen erst ein paar Wochen später für Free User kommen würden.

    Ich bin zur Zeit selber Free User und hätte auch nichts dagegen die 10€ monatlich zu zahlen. Aber so wie ich es derzeit nutzen kann, reicht es mir halt.