Mozilla-Studie zum Browser-Markt: Wettbewerb mittlerweile stark eingeschränkt

Mozilla hat eine Studie zum Browser-Markt bzw. dem Wettbewerb in jenem Segment veröffentlicht. Laut der Organisation sei auf dem Markt für Internetbrowser kaum noch Wettbewerb vorzufinden, was für Verbraucher bereits von Nachteil sein könnte. So haben die Unternehmen die Macht, die ihre Software als Standard-Browser ausliefern können.

Damit schießt Mozilla sicherlich gegen Google, die mit Chrome auf dem Gros der Android-Smartphones und natürlich an Chromebooks vertreten sind. Vielleicht hat man aber auch Microsofts Edge oder Apples Safari mit im Visier. Jedenfalls habe eine Verbraucherumfrage in fünf Ländern gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Nutzer nie einen Browser auf den von ihnen genutzten Geräten nachinstalliere. Durchgeführt wurde die Untersuchung konkret in Australien (2.647 Befragte), den USA (1.223 Befragte), dem Vereinigten Königreich (1.186 Befragte), Frankreich (1.188 Befragte), Indien (1.705 Befragte) und Kenia (1.087 Befragte).

In den untersuchten Ländern wechsele laut Mozilla nur eine Minderheit ihren Standard-Browser. Dabei spiele zum einen die Bequemlichkeit eine Rolle. Es gebe aber auch zum anderen einen Mangel an klaren und einfachen Wahlmöglichkeiten. Es gewinne bei den Nutzern so gut wie immer das Unternehmen, das seinen Browser als Standard-Browser einbinde. Mozilla spricht von „manipulativen Software-Designs“, die bekämpft werden müssten. Nur so könne es für Verbraucher leichter werden, auch den Browser zu wechseln und so womöglich neue Tools zu entdecken, die besser zu den eigenen Bedürfnissen passen und mehr Datenschutz bieten.

Die Studie trägt dabei den sperrigen Titel „Five Walled Gardens: Why Browsers are Essential to the Internet and How Operating Systems Are Holding Them Back“. Derzeit gibt es nur drei große Anbieter von Browser-Engines – Google, Apple und Mozilla. Apples Engine ist allerdings auf die eigenen Produkte beschränkt, sodass nur noch Google und Mozilla als Anbieter von plattformübergreifenden Browser-Engines übrigbleiben. Wer sich wundert: Microsoft Edge basiert mittlerweile auf Chromium, da steckt also am Ende auch Googles Engine dahinter.

Laut Mozilla wüssten die meisten Menschen, dass sie die Möglichkeit hätten, ihren Browser zu wechseln. Doch sie nehmen diese Möglichkeit eben nicht wahr. Am Ende bleibt das Gros der Nutzer bei der Standard-Software und hat keine Motivation, sich weitergehend mit dem Thema auseinander zu setzen. Die Betriebssysteme würden auch oft durch bestimmte Muster entmutigen, den Standard-Browser zu wechseln. Oft sei das entsprechende Setting bewusst in Untermenüs vergraben oder irreführend gestaltet, so Mozilla.

Das Problem: Während sich die meisten Befragten um den Datenschutz und ihre Privatsphäre sorgen, reicht das nicht aus, um sich über Browser zu informieren, die ihnen da mehr anbieten. Mozilla hofft, dass die eigene Studie da nun zu Diskussionen anregt und vielleicht sogar einen Wandel anstößt.

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21 Kommentare

  1. Das ist wirklich ein interessantes Thema, das mich nun auch schon etwas beschäftigt hat. Nur fürchte ich, dass Mozilla wenn es um iOS und MacOS geht (und ggfs. auch Android) sich auch mal an die eigene Nase fassen sollte – ich finde hier Firefox einfach viel zu überladen. Da ist Safari für mich eine wesentlich bessere Alternative. Ein Beispiel: In Safari auf iOS / iPadOS finde ich ganz einfach einen „Teilen“-Button oben rechts. In Firefox muss ich den Button umständlich in einem Untermenü der Adressleiste suchen… Und auch am Mac finde ich die „Teilen“-Funktion wesentlich schlechter als in Safari. Das ist natürlich nur ein Beispiel, aber so geht es leider ganz oft. Auch finde ich die Passwörter am Mac in Firefox viel schlechter geschützt als in Safari (keine Möglichkeit, sie etwa wie in Edge oder eben auch Safari via Fingerabdruck zu schützen, sie werden einfach automatisch eingefügt.) Klar, mir ist bewusst, dass Firefox ein Open Source-Programm ist und daher nicht so gut aufgestellt ist wie etwa die Entwicklerabteilung bei Apple, was finanzielle und personelle Mittel angeht, aber deswegen den ‚nicht mehr vorhandenen‘ Wettbewerb beklagen? Das ist m.E. der ganz falsche Weg!

    • Firefox hatte den direkten Teilen-Button und hat ihn rausgepatched (nicht ganz so direkt, aber man konnte ihn in der URL-Bar konfigurieren). Hat mich auch massiv genervt und tut es auch immer noch.

    • Zumal unter iOS und iPadOS der Firefox Browser nur ein bisschen mehr als ein Skin von Safari ist.
      iOS erlaubt intern keine anderen Rendering Engines zur Anzeige von Webseiten.

  2. Letztlich der Beginn eines Abgesangs …
    Ziemlich schräge Sichtweise. „Laut Mozilla wüssten die meisten Menschen, dass sie die Möglichkeit hätten, ihren Browser zu wechseln. Doch sie nehmen diese Möglichkeit eben nicht wahr. “ … ja nicht weil es blockiert ist(obwohl Windows hier schon nervig ist) , sondern weil es für die meisten User schlichtweg einfach keinen Grund mehr gibt, den Browser zu wechseln. Es entstehen faktisch keinerlei Vorteile… im Gegenteil, es wird für den Anwender oft mühseliger. Technologisch jedenfalls ist man mit Firefox nicht besser unterwegs und bezüglich der Privatsphäre haben viele User keine Zeit, kein Wissen oder keine Energie sich eingehender damit zu beschäftigen.

    • Oder sie nehmen ihre Möglichkeiten eben doch wahr, entscheiden sich aber bewusst für den vorinstallierten Browser und gegen Firefox.

      • Das ist zumindest hier, Quark.
        Die Leute in meiner Bekanntschaft sind es nur leid, gegen die ständigen Nags von Microsoft zu kämpfen.

        So kommt dann statt Adobe Reader Edge, ein ungenutztes Microsoft Konto, oder eben statt Firefox der Edge. Dann vergisst man mal das oberkomplizierte Passwort, und schon hat man sich selber ausgesperrt – da das MS Konto mit Pseudodaten gefüllt wurde.

    • Bin in die Kommentare gekommen, um genau das zu schreiben. Die Aussage ist heikel, weil ich nicht erkennen kann, dass sie für Ihre ‚Studie‘ ernsthaft mit einer größeren Anzahl von Usern geredet haben.

      Nichts desto trotz: Die Dark Patterns der OS zum Pushen der eigenen Browser gehören verboten, ist halt nur unglücklich wenn die Konkurrenz darauf hinweist.

  3. Wenn man nix auf die Kette bekommt mit seinem optisch in den 2000er-Jahren stehengebliebenen Produkt, sollte man sich solche Schüsse gegen die Konkurrenz besser verkneifen.

    • Hallo Bling Bling, Du hast schon den richtigen Usernamen ausgesucht für Dich : „Wenn man nix auf die Kette bekommt mit seinem optisch in den 2000er-Jahren stehengebliebenen Produkt, sollte man sich solche Schüsse gegen die Konkurrenz besser verkneifen.“ – wichtig ist ein guter, schneller , sicherer Browser der moderne Netzstandards unterstützt. Ob der nun – Deiner Meinung nach – altbacken aussieht oder nicht ist egal und hat nichts mit der Funktion zu tun – Aussehen ist , wie bei Kleidung auch , „Bling Bling“ und hat nichts mit den echten Werten unter der Oberfläche , also in der engine beim Browser oder dem Charakter beim Menschen ,, zu tun. Eben Bling Bling smile

  4. Mozilla hat mir dem Firefox einige Probleme. Auf den Smartphone, ob Android oder iOS, ist er einfach sehr umständlich zu nutzen und macht einfach keinen Spaß. Im Desktop bereich gibt es immer wieder Probleme mit alltäglichen Dingen. Z.B. bei Video Konferenzen. Leider schafft es Mozilla da nicht mit zu halten. Im übrigen braucht Mozilla sich nicht mit Datensicherheit brüsten. Mike Kuketz hat mal so einige Webbrowser getestet und da hat der Firefox auch nur durchwachsen abgeschnitten.

  5. Webkit ist nicht nur auf Apple Produkte beschränkt 😉

  6. Die Statistik, oder eher die Begründung, verstehe ich nicht. Wie passt den Windows und Chrome mit einem Marktanteil von jeweils etwa 75 % auf dem Desktop zusammen? Diese 75 % Chromnutzer müssen sich doch den Browser neu installiert haben. Die ~3 % von Chrome OS reichen da bei weitem nicht aus.

    Ansonsten hätte ich gesagt, dass die meisten Menschen sich gar nicht mit den Details beschäftigen wollen. Die wollen, dass die Webseiten angezeigt werden können. Und das können beide Browser(engines). Warum also wechseln?

    Es werden auch nicht viele sein, die sich Erweiterungen installieren. Geschweige den an irgendwelchen verstecken Einstellungen herumspielen. Da kann nämlich Firefox seine Stärken ausspielen (Ich habe u.a. die Menüeinträge fürs Drucken entfernt; Ich drucke das Internet nicht aus.)

  7. Der Weg zur Erkenntnis ist lang. Offensichtlich braucht Mozilla noch eine ganze Weile dafür. Firefox wurde durch eine Reihe von Fehlentscheidungen bei Mozilla zu Grunde gerichtet. Das wohlfeile Gejammere, dass niemand wechseln wolle, ist jämmerlich. Abgesehen von WebRequest, das mit Manifest v3 von Google zu Grabe getragen wird, hat Firefox nichts, absolut nichts zu bieten, was konkurrenzfähig wäre. Das ist aber die alleinige Schuld von Mozilla selbst. Insofern: ja, ich hätte gerne auch eine Alternative zu Chrome, aber Firefox ist keine.

  8. Ich nutze unter iOS als auch Android ausschließlich Firefox. Allein schon das tägliche Cookies etc. löschen ist da schon der entscheidende Punkt. Das geht unter Android mit einen Click viel schneller als mit Chrome und bei iOS auch wesentlich besser und schneller als mit Safari.

    • Firefox unter Android ist nicht empfehlenswert, da keinerlei Sandboxing Features vorhanden sind. Und unter iOS ist es quasi Safari mit anderen funktionen.

  9. Firefox ist das erste, was bei mir auf neuen Rechnern installiert wird.
    Webseiten schnell anzeigen können alle Browser/Engines, aber alleine aus Datenschutzgründen führt nichts an Firefox vorbei (der Link zu Kuketzs Blog wurde ja schon gepostet).

    Alleine schon um Google mit seiner Werbedominanz nicht den Markt zu überlassen, hoffe ich das mehr mitziehen.

    Wenn man Chrome unter Win installiert bekommt, schafft man das sicher auch mit Firefox 😉

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