Mozilla plant kontextbezogene Profile für Firefox

firefoxMozilla plant für seinen Browser Firefox eine Erweiterung um kontextbezogene Profile bzw. Container. Dadurch könnten Anwender simultan auf einer Website mit verschiedenen Benutzerkonten aktiv sein. Die Neuerung soll auch helfen die durch Tracking beim jeweiligen Besucher geschaltete Werbung in Zaum zu halten.

Beispielsweise soll so verhindert werden, dass ein Nutzer eine Website privat besucht und aufgrund dessen diesbezügliche Werbung am Arbeitsplatz sieht – oder umgekehrt. So spart man sich vielleicht die Mühe am Arbeitsplatz die Anzeigen für Fetischprodukte erläutern zu müssen oder zuhause mit Büchertipps zur Programmierersprache C++ zugeschüttet zu werden. Noch ist das neue Feature allerdings in der Planungs- bzw. sehr frühen Implementierungsphase. Somit ist offen, wann die Funktion tatsächlich Eingang in Firefox finden könnte. Tatsächlich ist möglich, dass die Gestaltung am Ende komplett abweicht oder das Feature noch gänzlich eingestampft wird.

Wie man schon am Screenshot erkennt, sollen die Container auch für mehr Sicherheit sorgen, indem die Website-Informationen separiert werden. So wird verhindert, dass andere Websites etwa durch Tracking mitbekommen, bei welcher Bank man sich als nächstes einloggt. Auch wäre es möglich, in verschiedenen Containern etwa zugleich mehrere eBay-, Amazon, Google-Konten, etc. zu nutzen. Komplett unterschiedliche Firefox-Profile sind dagegen nicht gemeint. Vielmehr sind die Container spezifische Layer über den Profilen und stellen dann separate Umgebungen für etwa Cookies, Local Storage, IndexedDB und den HTTP-Cache dar. Zugunsten der Usability sind hingegen die Chronik, die Lesezeichen und gespeicherte Passwörter bzw. Formulardaten in allen Containern abrufbar.

Zum Start der neuen Funktion soll Firefox unter vier Containern aufteilen – „Persönlich“, „Arbeit“, „Shopping“ und „Banking“. Langfristig sollen die Nutzer aber auch die Möglichkeit erhalten eigene Container anlegen zu dürfen. Der größte Mehrwert der kontextbezogenen Profile bzw. Container dürfte sicherlich in mehr Datensicherheit liegen. Etwa könnte man sich in sozialen Netzwerken wie Facebook in einem gesonderten Container anmelden und so das umfangreiche Tracking des datengierigen, sozialen Netzwerkes eindämmen. Weitere Informationen zum Feature hagelt es dann hier.

(via Sören Hentzschel)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Sehr interessantes Feature. Jedoch stellt sich die Frage, ob die Werbeanbieter mit Browser Fingerprint und ähnlichem nicht doch die „richtige“ Identität erhalten?

  2. ….es gäbe dann aber mehrere fingerprints, da ja nicht nur einseitige merkmale mehr zur verfügung stehen. is doch schonmal nicht schlecht. verwirren kann nie schaden 😉

  3. Das klingt sehr gut. Mit mehreren Browser-Profilen zu hantieren, um Tracking einzudämmen, ist meistens ziemlich fummelig.
    Und separate Profile für privat & geschäftlich funktioniert auch häufig nicht, weil sich privat & geschäftlich heute immer stärker vermischt.

  4. Klingt ähnlich wie die unterschiedlichen Profile in Chrome.

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