Mit dem deutschen Musikmarkt geht es bergauf

Im ersten Halbjahr 2013 konnte der deutsche Musikmarkt ein leichtes Plus verbuchen. Gute Nachrichten für die doch so arme Musik-Industrie, nach mehr als einem Jahrzehnt rückläufiger beziehungsweise stagnierender Umsätze.  Wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) heute mitteilte, stieg der Umsatz aus physischen und digitalen Musikverkäufen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 um 1,5 Prozent auf 660 Millionen Euro an.

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In den Bereich der digitalen Verkäufe fällt auch das Streaming, welches große Zuwächse für sich verbuchen konnte. Satte 16 Prozent legte der Digitalbereich zu, während CDs ein leichtes Minus von 2,5 Prozent erlebten. Diese Minus 2,5 Prozent Umsatzrückgang im physischen Tonträgergeschäft fällt aber zugleich deutlich geringer aus als in den vorherigen Jahren. Nach wie vor greift man hierzulande aber bevorzugt zu CD oder Schallplatte, dieser Bereich macht 75,5 Prozent aus.

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Die Schallplatte kann ihr 2006 begonnenes Comeback in der Nische weiter fortsetzen: Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahres stieg der Vinyl-Umsatz um mehr als 30 Prozent und erreicht damit einen Anteil von 1,8 Prozent am Gesamtmarkt. Jeder vierte Euro stammte in der ersten Jahreshälfte aus digitalen Musikverkäufen, dabei erreicht das Downloadgeschäft, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent zulegen kann, einen Marktanteil von nunmehr rund 20 Prozent.

Das relativ junge Marktsegment der Streamings (Abonnements und werbefinanziert) verdoppelt seinen Marktanteil auf 4,6 Prozent, hier liegt mit einem Umsatzanstieg von 105 Prozent das momentan größte Wachstumspotenzial des Marktes, wie man seitens der Musikindustrie mitteilt.

Persönliches Statement: ich kaufe seit bestimmt über 10 Jahren keine CDs mehr, habe alle Tonträger digitalisiert und streame Songs, wenn möglich. Hierzu greife ich zum Dienst Spotify. Ich kann aber auf jeden Fall Menschen verstehen, die gerne zur Schallplatte greifen, jeder hat ja so seine eigenen Präferenzen.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

7 Kommentare

  1. Ich denke dass im Bereich Streaming-Dienste ein großes Potential liegt. Aber auch hier hat die dt. Musikindustrie wieder zu lange geschlafen. Ich sehe jedenfalls keine großen deutschen oder europäischen Dienstleister. Was Spotify oder Rdio können, hätte man sicher auch hier erfinden können.

  2. Na also geht doch.

    Jetzt bitte Buch und Filmindustrie gebt uns euren Content auch ohne DRM, so dass wir es auf jedem Gerät lesen/gucken können. Dank Watchever gibts ja mittlerweile auch einen anständigen Filmstreaming Anbieter (OTon und sehr gut Auswahl).

    Es geht vorwärts 🙂

  3. Der digitale Downloadmarkt könnte noch viel mehr wachsen, wenn die Musikverhinderer der Gema (geh ma weg) YouTube nicht kastrieren würden. Unter jeden Video in anderen Ländern steht ja der iTunes- und Amazon-Link. Penner!

  4. Das freut mich zu hören. Illegale Musikdownloads haben der Musikindustrie in den letzten 10 bis 15 Jahren geschadet. Die Möglichkeit, digitale Musik kaufen zu können, hat sicherlich zum Aufstieg beigetragen. Ich persöhnlich bevorzuge immer noch CD’s, da man dort bessere Audio-Qualität hat, als bei mancher digital gekaufter Version (sicherlich nur wichtig, wenn die Musik z.B. über große PA Anlagen gehört wird.)

  5. Kaum macht man das was die Kunden wollen, kaufen die auf einmal wieder! Wer hätte das gedacht, verdammt!

  6. Wirklich nicht verwunderlich, aber diesen Lernprozess muss wohl auch noch die Film- und Buchindustrie wieder komplett gesondert durchlaufen bevor man auch hier attraktive und DRM freie Angebote bekommt.