Meta: Erster Vorstoß ins Metaverse („Horizon Worlds“) soll selbst eigene Mitarbeiter kalt lassen

Meta (ehemals Facebook) ist davon überzeugt, dass das Metaverse die digitale Zukunft ist. Bisher bleibt das Ganze aber noch ein eher vages Konzept, unter dem jedes Unternehmen etwas anderes zu verstehen scheint. Posts von Mark Zuckerberg mit Bildern aus der App „Horizon Worlds“ (siehe Artikelbild) sorgten dann auch eher für Gelächter als für Eindruck. Die Kollegen von The Verge wollen nun ein internes Memo zugespielt bekommen haben, laut dem selbst Metas Mitarbeiter bisher wenig beeindruckt von „Horizon Worlds“ seien.

Demnach nutze selbst das Entwicklungsteam der App „Horizon Worlds“ nur ungern. Es gebe zu viele Bugs und Qualitätsprobleme. Daher könne man die App auch in diesem Jahr nicht mehr für weitere Nutzer freischalten. (Für die Meta Quest 2 ist „Horizon Worlds“ bereits verfügbar.) Dies gehe aus einem internen Memo des Vizepräsidenten für das Metaverse, Vishal Shah, hervor. Er soll es am 15. September 2022 versendet haben.

„Horizon Worlds“ ist eine Art Mischung aus „Roblox“ und „Minecraft“. In der Welt der App können die Nutzer über Avatare miteinander interagieren. Sonderlich neu oder beeindruckend wirkt das Ganze auf mich bisher ehrlich gesagt nicht. Derzeit sieht es so aus, dass Besitzer der Meta Quest 2 „Horizon Worlds“ bereits nutzen können. Es ist aber eine Erweiterung auf mobile Endgeräte und Desktop-PCs über eine Webversion geplant. Geht man nach dem Memo des Meta-Managers, dürfte sich dies aber verzögern.

Der zieht dann auch ein ernüchterndes Fazit: Es sei eindeutig, dass das Entwicklungsteam derzeit „Horizon Worlds“ kaum selbst nutze bzw. nutzen wolle. Doch wenn man nicht von seinem eigenen Produkt begeistert sei, werde es wiederum schwer, andere Menschen dafür zu begeistern. In einem weiteren Memo drängte Shah dann darauf, dass die Mitarbeiter beginnen „Horizon Worlds“ mindestens einmal die Woche selbst anzutesten.

Mir selbst sagt das: Derzeit glauben wohl auch intern bei Meta abseits der verantwortlichen Manager nur wenige Entwickler an den Erfolg von „Horizon Worlds“. Ich habe da den Eindruck, man hat im Management eine Idee ausgetüftelt, die man für innovativ und spannend hielt und so recht traute sich niemand, der Führungsetage zu widersprechen. Am Ende hat man nun ein Produkt, das keinen so recht reizt – außer denjenigen, die es auf Krampf durchdrücken wollen.

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17 Kommentare

  1. Ob es da jemals eine Marktanalyse zuvor gegeben hat? Für welche Zielgruppe soll das überahupt sein „Metaverse“ sein ?

    • Das ist doch eher das Problem unserer Zeit. Deshalb machen Spiele ja keinen Spaß mehr. Weil viele Publisher geglaubt haben, einfach nur einer Analyse befolgen zu müssen, um die Trends zu treffen. Das mag bis zu einem gewissen Grad auch helfen, es hat aber auch viele Spiele versaut.

      Battlefield war zuletzt auch nur noch ein Sammelsurium aus Trends, die garantiert aus irgendeiner Analyse stammten. Nur eben nicht aus der Analyse der Fans dieser Marke, sondern vom Markt selbst.

      Hier würde ich es eher so sehen, dass Meta meint erst eine Zielgruppe zu schaffen, die es noch gar nicht gibt. Aber ich sehe das auch nicht. VR sehe ich allgemein wirklich nicht als die Zukunft an. So klein und handlich und praktisch kann VR gar nicht werden, dass ich es nutzen wollen würde. Als Gag ist das mal toll… aber ich setzt mich nirgendwo hin und tauche in eine andere Welt ab.

    • Metaverse hat aktuell ja auch noch keine einheitliche Definition – also auch keine klare Zielgruppe.

      Alle großen Firmen im IT Sektor geben massenhaft Gelder aus um das Thema für dich zu erschließen. Das ist auch der Grund warum EPIC die Unreal Engine umsonst vertriebt, MSFT eine neue Abteilung gegründet hat usw.

      Es hat ja auch keiner gerufen „was ist die Zielgruppe von diesem „Internet“?“

      Quellen:

      https://www.deraktionaer.de/artikel/medien-ittk-technologie/epic-games-mit-2-milliarden-dollar-ins-metaverse-20248693.html

      https://t3n.de/news/microsoft-mesh-metaverse-1444790/

      • Ähm doch das Internet wurde entwickelt um schnell zu kommunizieren und wurde aktiv von der Armee und den Universitäten entwickelt und dann genutzt. Und 20 Jahre später hat sich ein Prof gedacht.
        Ich mach mal was damit das auch der normale Mitbürger nutzen kann.
        Und www ist geboren.

  2. Es gibt mMn 3 Spiele, aus denen man bei FB hätte lernen können, sowas durchzuziehen:

    Second Life
    VRChat
    Roblox

    Mit den ursprünglichen Oculus Gründern wären auch die passenden Köpfe an Bord gewesen, eine umsetzbare Vision zu entwickeln und zu verfolgen.

    Aber es wäre nicht FB, wenn man nicht alles getan hätte, sich selbst zu torpedieren.

    • Das wäre aber halt auch nur eine Kopie des bereits vorhanden. Und wozu soll ich mich in VR mit Freunden treffen, um zu reden oder um kleine Minigames zu spielen? Das machen ja auch real meist nur Kinder. Zusammen auf Zombijagt gehen ist ja was anderes, dafür hat man richtige Games.

      Meiner Meinung nach muss Meta seine Stellung als Hersteller und Entwickeller der Quest 2 und bald Quest 3 nutzen, um aus der ganzen Startumgebung eine homogene soziale Welt zu schaffen, in der man Games nicht wie bisher über ein Menü öffnet, sondern und man die quasi in einer Welt bereist.

    • Sie könnten sich ja Secondlife schnappen und ihre VR Brillen da reinbasteln… aber Amazon ist ihnen da zuvor gekommen und hat sich SL gekrallt. Ein echtes Metaverse ala Snow Crash wäre doch mal was.
      Damals gab es ja um Secondlife einen richtigen Hype, aber Linden Labs hat irgendwann den Anschluß verpasst. Zu teuer, zu wenig Innovation, so dümmpelt es vor sich hin, hat aber immer noch Freunde und Freundinnen.

  3. Meine Idee für einen Erfolg wäre, Horizont Worlds direkt in die Startumgebung der Quest 2 einzubauen, so dass man mit dem Aufsetzen der Quest 2 sofort in Horizont Worlds ist, in der man die installieren App durch Betreten bestimmter Räume öffnet. Am Besten zusammen mit seinen Freunden, die man schon in der Startumgebung als Avatar sieht oder (wahlweise) mit Leuten aus der Umgebung oder alleine.

    Also, Statt lauter eigene Räume zu kreieren, sollten die die Startumgebung so umbauen, dass man dort seine online Freunde sofort als Avatar sieht und mit denen die installierten Apps von Beat Saber bis After the Fall zusammen betritt und der Eindruck einer homogen VR-Welt einsteht, die man zusammen bereist.

  4. Aha. Also ein zweites Second Life. Nein Danke.

  5. Hoffentlich verrennt sich Facebook damit maßlos und geht endlich unter. Zeit wirds!

    • Das zahlen die aus der Portokasse und wenn die erste Version kein Erfolg wird, dann halt die vierte.

  6. Nunja, es definiert ja auch keiner was das Metaverse sein soll.
    Für mich wäre es die Oasis aus Ready Player One.
    Aber bis die Technik derartiges darstellen könnte, gehen wohl noch etliche Jahre ins Land.

  7. Peter Lustig says:

    Erinnert mich an die Berichte aus IT Zeitschriften Ende der 90er, wo man schon von Avataren in virtuellen Räumen (damals noch als Hyperspace betitelt) geschwärmt hat und das das die Zukunft der virtuellen Interaktion sein soll. Gefühlt hat und wird sich dahingehend nichts tun.

  8. Es sollte schon so sein, wie im Film READY PLAYER ONE. Also von der Grafik und dem Nutzen.

  9. Interessantes Standbild zum Video. Lustig lachende Leute, die aufeinander ballern. Das ist genau das, was wir heutzutage brauchen⸮

  10. Ich dachte Crayta wäre der Vorstoß – nur halt (noch) ohne VR!?

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