Mastercard führt barrierefreie Karte für blinde und sehbehinderte Menschen ein

Mastercard führt eine barrierefreie Karte für blinde und sehbehinderte Menschen ein. Man tauft das Ergebnis „Touch Card“. Spezielle Kerben an den Seiten der Karten sollen die Varianten unterscheidbar machen. Seht ihr ja auch auf dem Artikelbild. Dadurch sollen Kunden mit Sehbehinderung in der Lage sein, schnell festzustellen, ob sie eine Kredit-, Debit-, oder Prepaid-Karte in der Hand halten.

Mehr ist an der Sache dann aber auch schon nicht mehr dran: Man fügt eben Kerben an den Seiten hinzu, welche die Unterscheidung der Karten durch Abtasten vereinfachen. Die neuen Touch-Card-Kreditkarten haben eine runde Kerbe, die Debitkarten eine breite quadratische Kerbe und die Prepaid-Karten eine dreieckige Kerbe. Der Standard wurde so konzipiert, dass er mit POS-Terminals und Geldautomaten kompatibel ist, so dass er in großem Umfang eingesetzt werden kann.

Das Touch-Konzept von Mastercard wurde laut dem Anbieter vom Royal National Institute of Blind People in Großbritannien (RNIB) und von VISIONS/Services for the Blind and Visually Impaired in den USA geprüft und empfohlen. Klingt irgendwie nach einer lange überfälligen Idee – besser spät als nie.

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19 Kommentare

  1. Meine TranserWise DEBIT Karte von 2019 hat das auch schon, aber die runde Einkerbung (sollte doch dann für Kreditkarte stehen). Wird jetzt verwirrend, wenn jeder Anbieter die Einkerbungen unterschiedlich benutzt (Debit, Kredit oder Prepay)

    • Damals gab es schlicht die Lösung von Mastercard noch nicht, daher wird in Zukunft sicher einfach vorgegeben, dass die Karten keine anderen Einkerbungen als eben jene haben dürfen.

  2. Jubb..mal schön wenn nicht nur Blumige Worte von Gleichberechtigung und Barrierefreiheit geblubbert werden sondern handfeste (und einfache) Maßnahmen folgen.

  3. Na Danke auch. Hätte man noch deutlich mehr machen können aus meiner Sicht. Aber gut.

    • Jetzt bin ich aber tatsächlich und ernsthaft gespannt … welche Vorschläge hast du denn noch?

      • Mich wundert das es da nicht schon längst mit Brailleschrift gibt. Früher waren Namen und Co ja auch eingestanzt. Mit Brailleschrift könnte men eben noch den Namen der Bank (&mehr) draufpacken. Macht imho Sinn, wenn man Konten bei mehr als einem Anbieter hat.

  4. Selbst wenn die Kerben genormt wären, was sie, wenn ich Nic glauben darf, nicht sind, würde ich schon gerne noch wissen wollen, welches Kreditinstitut die jeweilige Karte herausgegeben hat.
    @Stubber: An was denkst Du denn noch so?

  5. Was für ein Schwachsinn! Erst schafft man die erhabenen Buchstaben und Ziffern ab, weil man dieser Ritsch-Ratsch-Maschinen ja nicht mehr nutzt und dann führt man eine Kerbe ein, die den Blinden rein gar nichts nutzt. Vielleicht hätte man besser die erhabene Prägung gelassen, denn die konnten die Blinden ertasten und dann auch die Karten unterscheiden.

    • Möglicherweise hat es einzelne karten gegeben, wo das möglich war. Eine Regel war das jedenfalls nicht.
      Auf meiner Gesundheitskarte ist übrigens in Braille-Schrift „ekg“ aufgeklebt. Das ist sehr
      hilfreich.
      @AndrÉ W.: Quellennachweise für rnib?

  6. Ups! Wann wurde denn Braille abgeschafft? Das wäre für Blinde effizienter gewesen, weil viel mehr Information.

    • Du hast Matze falsch verstanden. Mit „erhabener Prägung“ meinte er eure Schwarzschrift.
      Ich habe noch nie eine Kreditkarte mit Braille-Prägung in der Hand gehabt.

      • Das ist aber doch genau der Punkt. Dass Karten und vor allem Automaten kein Problem mit Hochprägung haben, ist Teil des Standards. Sehende brauchen die Schwarzschrift-Prägung aber nicht, die war immer nur für die Imprinter gedacht, also die „Ritsch-Ratsch“-Geräte. Daher hätte man die Möglichkeit einer Hochärpgung gut für Braille benutzen können, beispielsweise um Kartenart und Bank einzuprägen.

        Dass die Karten jetzt eine Kerbe haben, hilft hingegen exakt in dem Moment nicht mehr, in dem man die unglaubliche Menge von zwei Kreditkarten im Portemonnaie hat. Dann müssen Blinde erneut mit Aufklebern ran.

    • Hallo Black Mac, viele menschen, die ihre Sehkraft im hohen Alter einbüßen lernen aber nicht mehr Braille. Diejenigen die das können sind oft Leute die von geburt an blind sind oder in jüngeren jahren erblindeten. sie haben Braille dann schon in der Schule oder in (beruflichen) Reha-maßnahmen erlernt.

      • Hallo Andreas,
        als gemeiner Sehender (nicht: „Seher“) habe ich Braille von einem blinden Zimmerkollegen gelernt, als ich auf Kur war.
        Da Braille recht ’systematisch‘ ist ist es kein Hexenwerk.

  7. Find ich super, dass ihr auch über solche Themen berichtet.
    die Idee ist schon mal ein guter anfang, wenn jetzt z.B. noch die Kreditkarten Nr. auch in Brailleschrift aufgedruckt werden würde, währs perfekt!

  8. Wie sieht das denn aus? Bekommt jeder irgendwann die neuen Karten oder nur auf ausdrücklichen Wunsch?

  9. Wäre ich blind und hätte mehrere karten, würde ich mir mit ner Feile kleine Kerben in die Karten machen. Anhand der Anzahl der Kerben könnte ich sie dann unterscheiden. Nichts anderes wurde hier vorgestellt. Nur dass die vorgefertigte Kerben nicht so viele Varianten erlauben und man dann ggf. zwei identisch gekerbte Karten von zwei unterschiedlichen Banken hätte.
    Wie hier schon geschrieben wurde: Ne verpflichtende Prägung in Braille als Standard auf jeder neuen Karte wäre eine sinnvolle Maßnahme.

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