Lilium: Senkrecht startendes Flugtaxi aus Bayern absolviert Jungfernflug

Selbstfahrende Autos? Alter Hut, der neueste Schrei sind fliegende Autos! Die dann eigentlich Flugzeuge und keine Autos sind. Kennt man vielleicht aus Science-Fiction-Filmen oder aus Comics wie den Jetsons, blick man heute in den Himmel, sieht man da nach wie vor keine Autos herumfliegen. Aber die Technik ist weiter als man vielleicht vermuten würde, Lilium ist ein solches Fluggerät, das nun seinen Jungfernflug absolviert hat. Das Besondere dabei: Lilium geht senkrecht in die Luft und funktioniert rein elektrisch.

Lilium ist der weltweit erste elektrische Jet, der senkrecht starten und landen kann, während des Fluges aber auf Eigenschaften eines normalen Flugzeugs zurückgreift. Erreicht werden Geschwindigkeiten bis 300 km/h, ebenso beträgt die Reichweite des 2-Sitzers (später 5-Sitzer) 300 km. Die Funktionsweise von Lilium ist schnell erklärt.

Zum Start werden die Klappen so gestellt, dass das Fluggerät senkrecht abhebt, danach werden sie so gestellt, dass es einen fließenden Übergang von Schwebeflug in Vorwärtsflug gibt. In diesem Moment sorgen dann auch die Flügel für Auftrieb, wie bei einem normalen Flugzeug. Das ist energiesparender (bis zu 90 Prozent weniger) als eine Drohnenkonstruktion, Lilium verursacht auf gleicher Strecke etwas die Kosten, die auch ein Taxi verursachen würde.

Der Jungfernflug bestätigte dem Team nun, dass das technische Design funktioniert und es wird der Fokus nun auf die Entwicklung eines finalen 5-sitzigen Flugzeugs zu legen. Dies soll später einmal vor allem Pendlern den Alltag erleichtern. Schneller und effizienter, vor allem in überfüllten Städten soll Lilium das Pendeln machen.

So kann man beispielsweise von Manhattan zum JFK Flughafen innerhalb von 5 Minuten fliegen, eine Taxifahrt würde knapp eine Stunde dauern. Voraussetzung sind natürlich entsprechende Start- und Landeflächen, die dank Senkrechtstart aber nicht sonderlich groß sein müssen, eine freie Fläche auf dem Dach eines Hochhauses reicht hier schon aus.

Natürlich wird ein solcher Flugtaxi-Service noch eine Weile brauchen, es gilt ja nicht nur technische Hürden zu nehmen. Aber was Lilium hier zeigt, ist schon sehr cool. Flugzeug per Smartphone zum nächsten Landeplatz bestellen und mal eben durch die Luft in ein paar Minuten zig Kilometer weiter ankommen. Als Vergrößerung des Lebensradius um das Fünffache beschreibt Lilium das, wenn es so wie geplant funktioniert, kann man da dann wohl schlecht widersprechen.

Weitere Infos zu Lilium findet Ihr auf dieser Webseite.

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Huch, schon wieder erster April? 😉

  2. Wie es sich wohl mit den Kosten im Alltagseinsatz verhält? Bis 300 km fliegen, Akkus aufladen und in der Zeit kein Geld verdienen (Standzeit), mit Glück einen oder dann vier Rückflugpassagiere haben, erneut Akkus laden, ….

    Und das Ding benötigt zumindest hier im Land einen Piloten mit wenigstens LAPL-A SEP der allerdings nicht kommerziell fliegen darf. Und nur für den Flug zB. vom Dach des Kölner Hyatt zum Flughafen Köln/Bonn lohnt wohl die Anschaffung eines solchen Hüpfers privat nur für einen Mr. Grey. Auch steht die Frage im Raum, ob das Ding als einmotorige Maschine oder mehr gilt, was im Zweifel eine andere Lizenz/Typerating erforderlich macht.

    Also LAPL-A bzw. beim größeren Modell PPL-A oder kommerziell CPL inkl. wiederkehrender Tauglichkeitsuntersuchungen – für ein Lufttaxi

    Kanonen, Spatzen, kennt jeder…

  3. Da saß niemand drin. Es ist eine Sache, ein ultraleichtes Modell zu bauen, dass ein paar Minuten fliegt, ohne Nutzlast und entsprechend schwere Energiespeicher für längere Strecken. Dass das Ding 300km mit 5 Personen fliegt, glaube ich erst wenn ich es gesehen habe.

  4. Wo kann ich vorbestellen? :O

  5. Natürlich wird dann jeder einfach so vom Dach seines Hotels zum Flughafen fliegen können… April, April.
    Der Luftraum ist (zu Recht) stark reglementiert, deshalb wird so etwas wie oben beschrieben, wenn auch technisch möglich, nicht kommen so lange nicht sämtlicher Flugverkehr vollkommen autonom abläuft.

  6. Selbst durch die gräßlich laute Musik hat man die Motoren etwas gehört. Müssen sch*** laut sein. 1A noch mehr Lärmbelestigung als eh schon.

  7. Achtung, beim Öffnen des Beitrages wurde ich auf eine Fakeseite weitergeleitet (Pop up) zu „Amazonoprime“. Angeblich sollte man ein iPhone gewinnen können. Bitte prüfen.

  8. Hier offenbart sich in den Kommentaren das Dilemma der deutschen Industrie und Bürokratie aus meiner Sicht.

    Alle jubeln, wenn woanders in der Welt die nächste industrielle Revolution, das nächste Gadget in Version 1.0 in den Verkauf geht und wollen es haben.

    Spotify war genau wie Napster zu Beginn illegal. Status Quo gekippt.

    Das Unternehmen um das es hier geht entwickelt etwas sehr neuartiges.
    Natürlich sind die Gesetze dafür nicht vorbereitet.

    Soll man es deswegen nicht entwickeln?

    Was ist in diesem Land bloss mit so vielen Menschen los?

    Ich wünsche mehr Mut zu Risiko und Veränderung.

    Schönes Wochenende, bitte ohne diese „German Angst“.

  9. German Angst ist ein Mythos. In den Kommentaren hat auch niemand behauptet dass man Produkte wie dieses nicht entwickeln soll.

    Spotify war schon immer legal, aber noch nie profitabel. Vielleicht verwechselst du da etwas.

  10. Lars Koch says:

    Also … auch ich bin skeptisch … selbstfahrende Autos sind schwierig – selbstfahrende Flugtaxis wird noch viel schwieriger. Aber die Idee finde ich richtig super. In D wird das so schnell nichts (bis 2025) … aber ich denke in Dubai, etc. – da wird das was. Die Mädels und Jungs müssen unbedingt einen Sponsor aus dieser Region finden. Da reicht keine „Höhle der Löwen“. Wenn ich nur mehr Mut hätte – ich würde mich bewerben. Aber ich bin ein Träumer – habe schon mein Geld in Cargolifter versenkt 😉

  11. @Lars Koch Ich wäre mir nicht sicher, ob autonomes Fliegen wirklich schwieriger als fahren ist. In der Luft gibt es keine verrückten Radfahrer, Tagesbaustellen etc. Wenn man unsichtbare Straßen festlegt und die Flugzeuge nur auf denen fliegen, kann ich mir das gut vorstellen. Und prinzipiell ist das automatisierte Fliegen mit den dazugehörigen Sicherheitssystemen in Verkehrsflugzeugen schon weit entwickelt.

Es kann einen Augenblick dauern, bis dein Kommentar erscheint.